Ehrenamt im Notzustand

Ehrenamt im Notzustand

Jede*r vierte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich. Die ergab eine Erhebung der Statista. Ehrenamtlich aktiv zu sein hat mir, einem ehemaligen Schüler des Goethe-Gymnasiums, ein Stipendium für mein Studium erbracht. Doch seitdem im Frühjahr das Coronavirus den ganzen Globus in einen Ausnahmezustand versetzt, ist die Möglichkeit, ein Ehrenamt auszuüben, stark eingeschränkt. Es folgt mein persönlicher Bericht über die Erfahrungen mit Ehrenamtlichkeit in diesem Jahr. Für mich und mein Ehrenamt kam Anfang März dieses Jahrs die Hiobsbotschaft: Die Veranstaltung des Europäischen Jugendparlaments (EJP) in Göteborg fiel aus.

Donnerstag, 20. Juni 2013

Und noch ein Jahr Regionalliga

Von 
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Von unseren Redakteuren Eike Plhak und Jakob Traxel

Kassel, der 02.06.2013: Wieder einmal eine Gelegenheit aufzusteigen. Wieder einmal kein Erfolg - dieses Mal gegen Kiel. Der KSV Hessen Kassel hat erneut die Chance auf die höhere Spielklasse vergeben. Die Enttäuschung ist groß, überall hängende Gesichter. „Hätten die das erste Tor geschossen, hätten die das Stadion in einen Hexenkessel verwandelt und wären jetzt vielleicht aufgestiegen", meint ein Fan hinter uns, als wir mit der Masse zum Ausgang strömen. Haben sie aber leider nicht! Doch was am meisten in Erinnerung bleiben wird, ist die Unsportlichkeit beider Fanlager nach dem Schlusspfiff. 

Die Spieler beim Einlaufen

Wir waren gespannter Erwartung, als wir uns um 13.45 vor dem Stadion trafen und in Richtung Nordkurve drängten. Es war fast ausverkauft, weswegen wir auf die Südkurve ausweichen mussten. Von dort konnten wir den Spielverlauf entspannt verfolgen, denn hier waren nicht viele Zuschauer. Auch einen 'Sitzplatz' konnten wir ergattern. Wenn das und die freie Bahn zur Toilette nicht optimale Bedingungen waren!
 Bei einer Stadion-Cola für vier Euro (ohne Pfand!) machten wir uns also bereit. Doch schnell merkten wir, dass das Spiel letztendlich gar nicht so spannend war, da der KSV mit nur mäßigem offensiven Erfolg spielte, sodass wir uns bald schon unseren Smartphones widmeten.
Nach der Führung der Kieler Mannschaft, bei der eine Abseitsfalle des KSV nicht funktionierte, war die Enttäuschung der Fans zu spüren. So auch in unserer Kurve, da sich in unserer Nähe der Kieler Fanblock befand und wir deren Euphorie deutlich spüren konnten. Nach der 0:2-Niederlage beim Hinspiel in Kiel schien dieser Treffer die Hoffnung auf den Aufstieg endgültig zertört zu haben. In der Folgezeit hörten wir nur noch die Kieler singen.

Das ging so, bis der KSV in der 45. Minute nach einem Eckball doch noch den Ausgleich schaffte. Doch die Sprechchöre der KSV-Fans beendeten die Kieler mit dem 2:1 nach der Halbzeitpause. So passierte dann eigentlich gar nichts mehr, abgesehen von den immer extatischeren Gesängen der Kieler Fans.
Auf der Kassler Seite hingegen: schlechte Stimmung und abwandernde Zuschauer. Und auch den KSV-Spielern sahen wir an, dass sie nicht mehr wollten. Mit hängenden Schultern trabten sie über den Platz und droschen den Ball nur noch nach vorne.
Einen traurigen Höhepunkt hatte der ganze Nachmittag dann aber doch noch: Die Kieler Fans waren überglücklich und kletterten im Siegestaumel über den Zaun, um auf der Aschenbahn weiterzufeiern. Obwohl das Spiel noch in der Endphase war, versuchten ein paar von ihnen, auf den Platz zu gelangen, doch eigene Spieler hinderten sie daran.
Als der Schlusspfiff ertönte, waren Freude und Trauer natürlich nah beieinander und entluden sich, als Kassler Fans ebenfalls auf den Platz strömten und sich die beiden Fangruppen gegenüberstanden. Hierbei kam es zu vereinzelten körperlichen Übergriffen, doch die Polizei verhinderte Schlimmeres.
Hierbei wurde uns - mal wieder - einiges über den Lieblingssport der Deutschen klar: Wenn gewaltbereite Fans im Stadion sind, hält man sich als gemäßigter Zuschauer besser zurück. Denn wenn Stadionsprecher ignoriert werden und erst die Polizei, die hier mit über 15 Wagen angerückt war, die Situation abkühlen muss, kann man mit Worten quasi nichts mehr ausrichten. Daher sagen wir, ganz gemäßigt: Glückwunsch an Kiel, Kopf hoch, KSV! 

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