Ehrenamt im Notzustand

Ehrenamt im Notzustand

Jede*r vierte Deutsche engagiert sich ehrenamtlich. Die ergab eine Erhebung der Statista. Ehrenamtlich aktiv zu sein hat mir, einem ehemaligen Schüler des Goethe-Gymnasiums, ein Stipendium für mein Studium erbracht. Doch seitdem im Frühjahr das Coronavirus den ganzen Globus in einen Ausnahmezustand versetzt, ist die Möglichkeit, ein Ehrenamt auszuüben, stark eingeschränkt. Es folgt mein persönlicher Bericht über die Erfahrungen mit Ehrenamtlichkeit in diesem Jahr. Für mich und mein Ehrenamt kam Anfang März dieses Jahrs die Hiobsbotschaft: Die Veranstaltung des Europäischen Jugendparlaments (EJP) in Göteborg fiel aus.

Sonntag, 25. Januar 2015

Invektiven über Zumutungen - die Polemik der Sportlehrer und was ein Schulturnier damit zu tun hat

Von 
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Von unserem Gastredakteur Mr. X2

Es gab mal eine Zeit, zu der durfte der Herr Lehrer seinen Schüler noch schlagen, doch dies ist zum Glück lange vorbei. Der moderne Lehrer aber versucht immer wieder, die Schülerschaft mit psychischem Terror im Zaum zu halten. Auf der UMLAUF-Online-Seite erschien kürzlich ein lehrreicher Artikel von einem ominösen Mr. X. Der Verfasser zieht in unvorstellbarer Polemik über Schüler und ihr vermeintliches Scheitern beim Beat Your Teacher-Turnier her. Hiermit soll das Schweigen der Schüler ein Ende haben!

Invektiven Bild

Wettkämpfe waren schon immer Teil der menschlichen Kultur, der sportliche Wettkampf vor allem seit den Griechen und deren Olympischer Idee. Das Wichtigste hierbei ist zunächst die Chancengleichheit, daran anknüpfend der faire Wettstreit und am Ende das zivilisierte Verhalten der Sieger. Letzteres ließ sich bei Mr. X leider nicht feststellen. Nach dem Sieg der Lehrer sieht dieser unverscholtene und aus dem Dunkel heraus schreibende Charakter sich selbst als Maß aller Dinge, und es lässt sich stark annehmen, dass er der Lehrerschaft angehört.

Natürlich ist dies höchst provokant und kann auf keinen Fall kommentarlos hingenommen werden. Doch lässt es auch einen spannenden Blick hinter die Fassade der ansonsten coolen Lehrer zu, denn der Sieg und die folgende Abrechnung dürfen als Rache angesehen werden für Tage, an denen kein Schüler die Hausaufgaben angefertigt hat oder ein Experiment schief gelaufen ist. Warum sonst sollte ein Turnier-Sieger so nachlegen!? Dabei opfert sich die Schülerschaft täglich: Sie macht Hausaufgaben, lacht über Lehrers Witze und stellt sich als unterforderter Gegner trotz allem  motiviert als Gegner zur Verfügung. Warum also dieser Text? Ist es nicht genug, am Ende eines knochenharten Turniers (naja...) einen Pokal in der Hand zu halten?

Lieber Mr. X, es ist nicht schlimm, wenn ein so nichtiger Wettstreit zwischen Lehrern und den zu Lehrenden in Ihrem Alltag ein absolutes Highlight ist, dem Sie immer wieder entgegenfiebern. Auch die Freude über einen Sieg ist nichts Anstößiges. Doch mit dem Zeigefinger auf den Verlierer zu zeigen, nein, das können wir so nicht stehenlassen. Denn, liebe Sportlehrer, vielleicht mag es Ihnen noch nicht aufgefallen sein, aber die Schülerinnen und Schüler sehen im Beat Your Teacher-Tunier stets die Möglichkeit, den Lehrern ein Erfolgserlebnis zu schenken, ohne welches sie nicht so beschwingt in die Herbstferien eintauchen könnten. Da der durchschnittliche Goetheschüler sehr empathisch ist und diplomatisch agiert, weiß er, dass die Lehrer somit um ein Vielfaches ausgeruhter und motivierter ihrer Arbeit nachgehen und die Schüler so zu immer imposanteren Leistungen führen können. Der geflissentliche Schüler versucht eben, es seinen Lehrern stets recht zu machen, getreu dem Motto "Geben und Nehmen".

Ach so: Danke für "Chapeaux"!

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