Abba, Chopin, Apache, Imagine Dragons und Harry Styles – Songs all dieser Berühmtheiten an einem Abend auf einer Bühne, das ist ein schönes und breit gefächertes musikalisches Angebot. Genauso vielfältig wie unsere musische Schülerschaft, die ihr Talent zum Besten gab. 

Die sonst zu später Stunde leere Schule füllte sich am Donnerstag, den 21. März ab 18 Uhr, mit immer mehr Menschen. Eltern, Schüler*innen, Geschwister, Lehrkräfte, Freund*innen: Weit über 100 Menschen kamen, um sich das Schulkonzert des Goethe-Gymnasiums anzusehen. Sowohl in der Aula als auch im Gang und den Räumen davor liefen aufgeregte Schülerinnen und Schüler herum. Für viele sollte es der erste Auftritt vor fremden Menschen werden, der dementsprechend von Lampenfieber begleitet wurde. Doch auch diejenigen mit einer größeren Menge Bühnenerfahrung schienen nervös.

Zu Beginn spielten die Bläser aus dem Jahrgang 6, die erst seit diesem Schuljahr Saxophon in der Schule lernen. Bereits vor dem Konzert sorgten einige sich, dass es schief oder unsynchron werden könnte, spielten aber in harmonischem Gleichklang zum Klavier. Gespielt wurden verschiedene kleine Stücke, unter anderem „Mary hat ein kleines Lamm“. 

Jonathan Stutz überraschte mehrmals. In der AG „elektrische Musik“ ist er das einzig gebliebene Mitglied. Der Siebtklässler stellte sich ohne Begleitung selbstbewusst hinter sein Mischpult. Sein Mut zahlte sich aus, das Publikum schien von seiner Eigenkomposition äußerst überrascht. Der im Hintergrund deutlich spürbare Beat wurde von verschiedensten Lauten und Geräuschen durchzogen, abwechselnd und mit markanten Wiederholungen. Jonathans Rhythmik und Variationen begeisterten auch die, die derartige Musik nicht alltäglich hören.

Für bekanntere Pop-Musik sorgten dann die verschiedenen Bands von Herrn Reitinger. Mit fünf Instrumenten und einem Gesangstrio spielte die erste Band „Komet“ von Udo Lindenberg und Apache sowie „Enemy“ von den Imagine Dragons. Auch in dieser Gruppe trauten sich viele zum ersten Mal auf die Bühne und wurden vom Publikum gefeiert, ebenso die zweite Band. Bei ihnen sorgten insgesamt drei Sängerinnen dafür, dass den Liedern mehr Kraft und den Sängerinnen sicherlich auch ein bisschen mehr Selbstbewusstsein verliehen wurde. Sie schienen bei dem Lied „As it was“ von Harry Styles Spaß zu haben und sich wirklich wohl auf der Bühne zu fühlen, was die Zuschauer an ihrem Lächeln erkennen konnten. Der Chor von Frau Hellwig sang hingegen nichts aus den Charts, sondern das gefühlvolle Lied „Never enough“ aus dem Musical „The Greatest Showman“ mit seinen anspruchsvollen hohen Tönen, was besonders durch die verschiedenen Stimmen klangvoll die Aula erfüllte. 

Instrumental blieb Christina Lieder, die ihre Fertigkeiten am Klavier bewies. Konzentriert und geschickt spielte sie Chopins Polonaise in A-Dur. Der Klang und die Genauigkeit schienen durchweg alle zu beeindrucken. 

Auch die Performance „Englishman in New York“ (Sting) und seine Mischung aus Pop und Jazz, vorgeführt von Herrn Scharvogels Musik-Grundkurs, schien zu gefallen. Nach der darauffolgenden Pause, in der man sich mit vom Mensateam bereitgestelltem Gebäck und Getränken versorgen konnte, spielte Vitalij Melnikov „Arabesque Nr.1“ von Claude Debussy. Fokussiert begann er zu spielen und schien völlig in seiner eigenen Musik zu versinken, ebenso das Publikum. 

Anschließend zog Leon König das Publikum in seinen Bann. Seine besondere Liebe zu Musicals zeigte sich in seiner ausdrucksstarken Weise, „Memory“ aus dem Musical „Cats“ zu singen und darauffolgend „The winner takes it all“, gemeinsam mit Alexia Lebedew . Nicht nur gesanglich harmonierten die beiden, sondern warfen sich auch immer wieder Blicke zu, sodass die zerreißende Stimmung für alle greifbar war. Begleitet wurden sie von Christina Lieder, die erneut am Klavier spielte. 

Als letzte Schülergruppe trat die Band von Herrn Scharvogel auf und verbreitete gute Laune. Schon während des Singens wurde sie beklatscht, das Publikum spürte die positive Stimmung und hätte „Let me entertain you“ und „Dance with somebody“ wohl beinahe mitsingen können.

Und auch die Band einiger Lehrkräfte spielte zwei Stücke: Herr Scheer und Herr Reitinger an den E-Gitarren, Herr Koglin am E-Bass, Herr Knöpfel am Klavier, Herr Feisthauer von der Walter-Lübcke-Schule am Schlagzeug und Frau Hellwig als Sängerin, teilweise unterstützt von Herrn Reitinger. 

Einen runden und gelungenen Abschluss bildete „Save your tears“, gesungen von allen Teilnehmenden. So herrschte eine ausgelassene Abschiedsstimmung und die Musikerinnen und Musiker standen lächelnd, teils auch tanzend auf der Bühne und das Publikum klatschte.

Außerschulische Veranstaltungen wie diese zeigen, dass wir auch neben dem alltäglichen Lernen Gemeinsamkeiten und Interessen haben, die es zu teilen und gemeinsam zu genießen gilt. Nun bleibt es, gespannt zu warten, was wir uns im nächsten Jahr anhören dürfen und sich so lange ein paar Impressionen des diesjährigen Konzertes zu anzuschauen.