Umlauf

Und der Schnee liegt immer noch

6. Februar 2026

Nicht pünktlich zu Weihachten, stattdessen pünktlich zum Schulbeginn nach den Winterferien begann es zu schneien und hat seitdem kaum aufgehört. Lange ist es her, dass wir solche Schneemassen erlebt haben, die uns zudem über solch einen langen Zeitraum erhalten blieben. Wie ist es zu erklären, dass es in diesem Januar und Februar so viel mehr schneit als in den Jahren zuvor? Müsste es nicht weniger schneien, da doch wärmere Winter aufgrund des Klimawandels prognostiziert sind?

Die aktuellen Schneemassen sind nicht etwa auf ein plötzliches, sondern auf ein konstantes Phänomen zurückzuführen: den Polarwirbel. Er bildet sich jährlich im Winter in der Atmosphäre, genauer gesagt der Stratosphäre, über dem Nordpol. Konkret ist der Polarwirbel ein Tiefdruckgebiet, das die kalte oder zum Winter hin abkühlende Luft über dem Nordpol umschließt. Dieses Tiefdruckgebiet kann durch warme Luftströmungen und nahe Hochdruckgebiete geschwächt werden. Nicht nur kann es dadurch passieren, dass es seine eigentliche Position verlagert, auch kann es in zwei Strömungen geteilt werden.

Aktuell, so bestätigen mehrere Medien- und Meteorologenberichte, ist die Verschiebung unter anderem aufgrund eines Hochdruckgebietes über Grönland entstanden. Die warme Luft destabilisiert den Polarwirbel und die kalten Luftmassen gelangen folglich bis zu uns nach Deutschland.   

Ob dies wirklich ausschließlich mit dem Klimawandel zusammenhängt, darüber gehen die Meinungen der Meteorologen auseinander, denn solche Formen von major warming, die für eine Veränderung des Polarwirbels auslösen können, gibt es regelmäßig. Dennoch ist zu beobachten, dass die Erderwärmung die Entstehung von Hochdruckgebieten wie das von Grönland kommende begünstigt, welche wiederum den Polarwirbel blockieren. Somit ist eine Prognose, dass die Winter insgesamt weiterhin wärmer und milder werden, doch Kälteeinbrüche, wie der aktuelle, immer extremer werden könnten.

Diese extremen Wetterlagen stellen vor allem für Bereiche des öffentlichen Lebens ein Problem dar – so auch für Schulen. In den letzten Wochen haben die Schulleiter jeweils selbst entschieden, ob sie Präsenzunterricht anbieten oder, im Falle hoher Gefahreneinstufung, den Unterricht online stattfinden lassen. Hier am Goethe-Gymnasium wurde der Präsenzunterricht fortgeführt, mit dem Bestreben, den Schulalltag so normal wie möglich ablaufen zu lassen.

Dennoch geht natürlich Sicherheit vor Anwesenheitspflicht – das bestätigt auch das Kultusministerium Hessen auf dessen Weite. So sollen bei besonderen Wetterverhältnissen die Eltern für ihre Kinder bzw. volljährige Schülerinnen und Schüler für sich selbst entscheiden, ob der Schulweg als sicher genug einzustufen ist.

Aktuell ist unklar, wie sich unser Winterwetter entwickeln wird, da Deutschland sich momentan in einem Grenzwettergebiet befindet – also genau zwischen einem Hoch- und eben jenem polaren Tiefdruckgebiet. So könne es, je nachdem, in welche Richtung sich die Luftmassen verschieben, einen ziemlich warmen Winter geben als auch bei jetzigen Temperaturen bleiben.

Bis der Polarwirbel sich stabilisiert oder das Hochdruckgebiet sich zu uns bewegt haben wir weiterhin die Möglichkeit, ein paar letzte Schneemänner auf dem Schulhof zu bauen. Einige kleinere und größere sind auf unseren Schulhöfen in den letzten Wochen bereits entstanden, allerdings wird das Bauen nun immer schwieriger werden. Wenn der Schnee schmilzt und Wasser darin entsteht, verliert der Schnee seine Formbarkeit und wird zu Schneematsch, bevor er schließlich vollkommen wegschmilzt.

Wir empfehlen also, das letzte bisschen Pulverschnee für Schneefiguren und Winterbilder zu nutzen, bis das Winterwetter vorüber ist.  


  • Tamina Fohrmann



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