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Montag, 18 April 2011 12:42

Der Die Das Nutella

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von unserem Redakteur Steffen Engelbrecht (07.04.2011)

„Gib mir doch mal die Nutella.“ Durch diesen harmlos klingenden Satz entbrennen täglich wilde Diskussionen an deutschen Frühstückstischen. Tatsächlich musste sich der Hersteller Ferrero schon eigens zu dieser Frage auf seiner Website äußern. Heißt es nun „die“ oder „das“ Nutella? Und wie sieht es mit anderen deutschen Wörtern wie Radiergummi, Kaugummi oder Kondom aus?

 

Nutella - Da spalten sich die Geister -

und das nicht nur beim Geschmack

 

„Zur Wortart Artikel (auch: Begleiter, in Schulgrammatiken auch: Geschlechtswort) zählen Wörter, die in Verbindung mit einem Nomen stehen und dieses näher bestimmen.“

So definiert Wikipedia die kleinen Helfer vor unseren Nomen. Sucht man jedoch bei Nutella und den Gummis aller Art nach bestimmen Kriterien für eine Zuordnung, lässt sich höchstens beim Kondom eine geschlechtsspezifische Zuordnung treffen.

 

 Wenigstes entbrennt bei diesen

Kerlchen kein Streit

 

Um die wichtigste, cremig-braune Frage zu klären: Es heißt „die Nutella“.

Auch wenn Ferrero sich zu diesem Problem diplomatisch äußerte und keinen klaren Artikel festlegen wollte, entspricht es dem Prinzip deutscher Rechtschreibung, dass wir Artikel benutzen, die bestimmen, was das Nomen eigentlich ist. Wir sagen daher „die Nutella“, da wir auch „die Schokocreme“, „die Nussnougatcreme“ oder „die zahnschädigende Versuchung“ sagen würden. Dies gilt auch für andere Wörter, die eigentlich Markennamen sind und waren, aber in unseren alltäglichen Sprachgebrauch integriert wurden. So heißt es „das Tempo“, weil „das Papiertaschentuch", „der Uhu“, weil „der Klebestift und „der BMW“, weil „der Wagen“.

Über die Frage nach den richtigen Artikeln für die Gummis, die die Welt bedeuten, streiten sich ebenfalls etliche Leute in Internetforen. Der Duden der neuen deutschen Rechtschreibung gibt vor, dass es „der Radiergummi“ heißt, aber für Kondom und Kaugummi, sowohl „der“ als auch „das“ verwendet werden können.

Leider werden Artikel im allgemein Sprachgebrauch immer häufiger vernachlässigt, und der überforderte Schüler geht nur noch „Schule“ anstatt „in die Schule“. Wem dieses Tohuwabohu um die kurzen, aber entscheidenden Wörter zu viel wird, sich aber trotzdem grammatikalisch korrekt ausdrücken möchte, sollte einfach eine artikellose Sprache wie zum Beispiel Russisch lernen.

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