Samstag, 04 Juni 2011 23:41

Unbekannt und doch gelobt - Der Deutschlandfunk

Ein Kommentar von unserem Redakteur Tim Schaale-Freyth (23.3.2007)

Wer kennt das nicht, man schaltet das Radio ein und hört Lieder, die angeblich besonders angesagt sind, veröffentlicht von Interpreten, die spätestens in zwei Jahren wieder vergessen sind. Auch sehr beliebt sind pseudo-wichtige Kultur-Ereignisse, wie zum Beispiel die nächste Technoparty in Frankfurt.

 

Werbekampagne des Deutschlandfunks

 

Auf den meisten lokalen und hessischen Radiosendern sind die einzigen reellen Informationen, die empfangen werden können, stündlich wiederholenden Nachrichten und unsere sehr geschätzten Staumeldungen. Die restliche Sendezeit wird mit Mainstream-Musik und lustigen "rufen – Sie – an – und – gewinnen - Sie"- Spielen gefüllt, moderiert von dem sich immer gleich anhörenden Duett aus Mann und Frau. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass von all den Sendern, die man in Kassel empfangen kann, kaum ein Unterschied erkennbar ist. Nur einer davon hebt sich besonders hervor: der Deutschlandfunk. Schon der einfach klingende Name kann sich nicht mit außergewöhnlichen Synonymen wie "Planet Radio" oder "You FM" messen. Doch hinter diesem so simpel klingendem Sender steckt ein Kulturradio der besonderen Art.

 

Ob nun Buchvorstellungen, Hörspiele, Debatten wie zum Beispiel zum neuen Nichtraucher-Gesetz, Live-Konzerte, Opern oder die besten Rockkonzerte der vergangenen letzten Jahrzehnte, alles kann man hier finden. Selbst die Nachrichten werden nicht einfach monton herunter gelesen. In verschiedenen Reportagen wird man über Zusammenhänge und Hintergründe gründlich informiert. Zwischenzeitlich werden auf regionale Spektakel hingewiesen. Also warum wird dieser Sender so sehr von weiten Teilen der Bevölkerung verschmäht? Welche Kriterien erfüllt er nicht?

 

Homepage von dradio

Das Radio wurde entwickelt, um Informationen schnell und unverfälscht an das Publikum weiter zu geben. Heute hört man nur noch Musik, die von erfolgsgeilen Produzenten geschrieben und dann von Menschen gesungen werden, die sich meist zu unrecht Künstler oder Musiker nennen. Ist es das Desinteresse an Politik und Kultur? Das ist die häufigste Ausrede, doch selten wurden diese Themen so schmackhaft präsentiert wie beim Deutschlandfunk. Es ist kein Desinteresse, sondern eine konsequente Ablehnung gegenüber Dinge, die die Welt verändern können.

Fazit ist, wer gern seinen Horizont erweitern möchte, kann dies durch einfaches Hören des Deutschlandfunks tun.

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