Mittwoch, 24 August 2011 20:16

Bezahlter Krieg

Von unserer Redakteurin Maxine Metzger (20.01.2008)

Seit Mai 2003 gilt der Irakkrieg offiziell als beendet, doch noch immer herrschen dort Gewalt und Verwirrung. Immer noch wird dort gekämpft und immer noch sind dort Soldaten aus den verschiedensten Ländern stationiert. Dieses Thema ist sehr umstritten, doch noch viel umstrittener ist zweifellos ein anderer Einsatz: Der Einsatz der amerikanischen Privatarmee BLACKWATER...

 

Der Blackwater-Einsatz ist sehr umstritten und hat viele Gegener

 

 

 

Ein Spiegel-Artikel vom Dezember 2007 erläutert die Geschichte von Blackwater im Irak von Anfang an: Das Chaos beginnt im März 2004, als in Fallutscha vier Blackwater-Soldaten brutal hingerichtet werden und ihre verkohlten Leichen an einer Brücke aufgehängt werden. Die Bilder gehen um die Welt, doch keiner soll wissen, dass die toten Soldaten Teil der Söldnerarmee von Blackwater waren. Doch damit nicht genug. Sogleich folgte der Rachezug der staatlichen Armee bei dem in Fallutscha 1200 Iraker zu Tode kamen und jede Hoffnung der Iraker auf den Frieden zunichte machten. Der Artikel schildert auch die Geschichte der Mutter eines getöteten Blackwater Soldaten. Danica Zovko erklärte unter Tränen, dass sie nichts wüsste, weil niemand die Angehörigen informiere. Sie wollte gegen Blackwater klagen, doch hier wird ein nächster erschreckender Punkt der Blackwateraffaire klar: Die Regierung hatte Blackwater im Irak Immunität versprochen. Also sind Verbrechen, die Blackwater-Soldaten im Irak begehen keine Verbrechen. Sie können tun und lassen was sie wollen. Und das soll den Frieden bringen? Morden nach Lust und Laune, soll das den Terror beenden?

 

 

 

 
Erik Prince, Inhaber von Blackwater  

„Für meine Leute trifft das Wort ‚Söldner‘ nicht zu“, sagte Erik Prince, Gründer von Blackwater. Er stammt ursprünglich aus Holland und erbte Milliarden von seinem Vater, der sie mit der patentierten Sonnenblende für Autos verdiente. Erik Prince kämpfte selbst in Bosnien und, als sein Vater starb, kaufte er ein Gelände in North Carolina um Soldaten auszubilden, denn er war von der Arbeit der Armee nicht überzeugt. Er wollte sie „stärker, härter und wendiger“ machen. Das Hochsicherheitslager von Blackwater ist die luxuriöseste Kaserne der Welt. Dort lernen die Soldaten kämpfen, jedoch nicht die arabische Sprache. Für Worte ist keine Zeit.

 

 

 
Blackwatersoldaten bei ihrer Ausbildung  

Im April 2004 gab es einen weiteren Aufruhr um Blackwater. In Natschaf wurden Soldaten von Rebellen angegriffen und Blackwater erteilte den Schießbefehl. Einer der Soldaten hat alles gefilmt. „Ihr Kerle seid schon tot!“-„Das ist wie eine Truthahnjagt!“, schreien sie und scheinen dabei großen Spaß zu haben. Ein Soldat will sich damit rechtfertigen, dass die Menschen immer weiter ins Feuer hinein gelaufen sind anstatt Schutz zu suchen, und dass sie sich entschieden hätten, in einem Krieg gegen Terroristen die Terroristen zu spielen. Er hätte keine Wahl gehabt. Er musste seine Kameraden retten. Des Weiteren erklärt er jedoch, das einfach die falschen Leute in den Krieg ziehen würden. Früher seien Blackwater tatsächlich eine Elite gewesen, doch als der große Erfolg kam, ging es nur noch ums Geld. Mit Blackwaters Aufstieg kam der Fall.

 

 

Blackwatersoldaten schießen auf Unschuldige

 

Eine private Armee führt Krieg im Irak und wird aus Amerika gesteuert. Ohne die Nähe zum Geschehen werden die Kommandos gegeben. Blackwater Soldaten schießen auf Mütter und Kinder. Von Patriotismus ist hier keine Rede mehr, wo Männer aus Chile und den Philippinen für Amerika kämpfen, nur um des Geldes willen. Eine Armee, die Spaß am Töten hat und dies auch ohne Einschränkungen tun kann. Eine Söldner-Armee kann keinen Frieden schaffen, denn wenn es keinen Krieg mehr gibt, dann gibt es für sie auch kein Geld mehr. „Wir können ohne Blackwater nicht in den Krieg ziehen, aber mit ihnen können wir den Krieg nicht gewinnen,“ sagt der Politologe Peter W. Singer. Ist der Irakkrieg, der einst als gewonnen galt, also verloren? Oder wird Amerika einen Ausweg aus dem Teufelskreis finden?

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