Mittwoch, 24 August 2011 20:18

Gefahr im Netz

Von unserem Redakteur Schahin Saket (17.08.2008)

Jugendliche haben regelmäßigen Kontakt zu Gewalttätigen und Pornodarstellern.
Sie treffen sich egal wo und wann mit ihnen, ob zu hause, vor der Nase ihrer Eltern oder in der Schule direkt vor dem Lehrer! Ihre neuen Freunde sind nämlich mobil.

 

 Mobile Datenträger ermöglichen die Verbreitung von obszönem Bildmaterial



Mp3-Player mit Videofunktion, Handys und PSPs bieten ein gutes Zuhause für Pornographie und Gewaltvideos. Das Internet, ihre Geburtsstätte, macht es möglich, dass immer häufiger Jugendliche in der Fünf-Minuten-Pause sich gegenseitig die neusten Pornos zeigen oder die coolsten Schlägereien zuschicken lassen. Das Internet spielt hierbei eine sehr große Rolle, denn es bietet die besagten obszönen Videos in abertausenden Variationen frei zugänglich für jedermann an, so dass es sowohl Mädchen als auch Jungen ermöglicht wird, schon im Alter von 11 Jahren Videos, die entweder ihr Sexualbild negativ verändern oder ihre Hemmschwelle auf ein Minimum reduzieren, anzuschauen.

 

Maximilian (Name von der Redaktion geändert), 8. Klasse: „Ja, ich hatte einige Pornos auf dem Handy. Freunde, die die Videos zuvor aus dem Internet runtergeladen haben, schicken die einem zu. Wir lachen dann meistens über das Gesehene, denken uns aber nichts Weiter dabei."

 

 

 

Die allgegenwärtigen Videos motivieren Schülerinnen und Schüler dazu, die als cool empfundenen Aktionen nachzumachen und sich dabei zusätzlich selbst zu filmen. Hierbei ist es ohne Bedeutung, ob es sich bei der Schlägerei um einen ernst zun ehmenden Fall von Brutalität oder eine Mobbing -Attacke eines Mitschülers handelt.

 

Marvin L., 9. Klasse: „Einmal haben meine Freunde einen City-Scooter von einem nicht so beliebten Mitschüler zertreten und demoliert. Ich selber stand daneben und filmte die ganze Aktion mit meinem Handy! " Auf die Frage hin welcher Sinn hinter so einer Aktion stecke: „ Ich weiß gar nicht so recht. Aber auf jeden Fall fand der Junge, Besitzer des City-Scooters, das bestimmt nicht so schlimm. Wir haben auch wirklich alle darüber gelacht."

 

 

Erschreckend ist hierbei, dass Jugendliche sich über derartige Gewaltvideos keine Gedanken machen, sondern sie als Nebenbeschäftigung sehen, um ihre Zeit gut zu vertreiben. Fraglich ist jedoch ob eine solche Art von Nebenbeschäftigung keine negativen Auswirkungen auf die Psyche eines heranwachsenden Jugendlichen hat.

 

 

   

 Internetplattformen sind die Lieferanten von Gewalt- und Pornovideos

 

 

Unsere Schul-Sozialarbeiterin Fr. Hofman-Günzig: „Jugendliche im frühen Alter sind nicht in der Lage das Gesehene, in diesem Fall Pornographie oder Gewalt, emotional zu verarbeiten, hierfür fehlt ihnen die nötige Distanz zu dem was sie sehen. Dies kann zur Folge haben, dass diese Jugendlichen die Verarbeitung der gewalttätigen und pornografischen Bilder erst im späteren Erwachsenenalter durch zum Beispiel Zwangshandlungen ausführen.

 

Hinzu kommt, dass das Realitätsbild der Kinder stark verzerrt wird. Beispiele hierfür sind unrealistische Vorstellung des Ersten Males oder ein falschen Sexualbild. Jugendliche sind somit nicht mehr in der Lage ihre eigenen Gefühle aus zu leben, sondern streben das von den Medien verfälschte Sexualbild an. Depressionen oder Aggression sind nur zwei von wenigen Folgeproblemen durch die hohen, nicht erfüllbaren Erwartungen. [Der Konsum solcher Videos] senkt somit nicht nur die Hemmschwelle der Jugendlichen auf fataler Weise, sondern prägt ihr zukünftiges Sozialleben."

 

 

 

Jugendliche werden immer öfter mit solchen psychisch manipulierenden Videos konfrontiert, so dass die Frage aufkommt, wie und wann Lehrer, Eltern und Politik den regelmäßigen Kontakt der Jugendlichen mit Pornographie und Gewalt stoppen können.

Der verantwortungsbewusste Umgang mit Medien gehört heute mehr denn ja zur Erziehung von Jugendlichen und Kindern. Schließlich kann man die Inhalte des Internet kaum kontrollieren. Gerade die Eltern stehen in der Verantwortung, denn wer lässt schon sein eigenes Kind mit Pornodarstellern und Schlägern spielen?

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