Specials

Specials (390)

Mittwoch, 04 April 2012 10:44

Athen in Aufruhr

von unserer Redakteurin Jessy Franke (29.11.2011)

Tägliche Krawalle und Demonstrationen bestimmen den Alltag der griechischen Bevölkerung. Dass Athen sich in einer wirtschaftlich aussichtslosen Lage befindet, ist lange bekannt. Alle Rettungsprogramme haben keine Besserung gebracht, und schon wieder sieht die griechische Regierung weitere Sparmaßahmen auf Kosten der Bürger vor, was natürlich nicht auf deren Sympathie stößt.

 

 Polizisten vor dem griechischen Parlament.

Im Rahmen der Studienfahrt des Jahrgangs 13 beschlossen die Leistungskurse Geschichte und PoWi, ihre Fahrt nach Athen zu unternehmen. So verbrachten die Schüler der Kurse sowie die Tutoren Frau Louran-Pergantis und Herr Jost vom 03.10. bis zum 08.10.2011 ihre Zeit in der griechischen Hauptstadt.

Die ersten Eindrücke schienen nahezu perfekt. Temperaturen von 30 Grad und ein Strand direkt vor dem Hotel ließen Urlaubsgefühle aufkommen. Auf den zweiten Blick jedoch war erkennbar, dass die Krise Griechenlands Athen deutlich zugesetzt hat. "Einige Gebäude sahen zum Teil heruntergekommen aus und generell fielen mir viele Orte auf, die eine Sanierung bräuchten", sagt dazu Filiz Ljatifi, Schülerin des Geschichtskurses. Da die öffentlichen Dienste zum größten Teil streikten, wurde kein Müll abgeholt, und auch die Straßenreinigung fiel aus. Auch an vielen Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel der Akropolis oder dem bekannten Orakel von Delphi, sind die Folgen der Krise nicht vorbeigegangen. Die einst vom Tourismus lebenden Orte waren nicht immer gut besucht.

 Die Staatsbank

nach dem Streik.

Am Mittwoch (05.10.) auf dem Weg zu einem Museum führte der Weg direkt durch die Innenstadt. Dort fielen vor allem große Gruppen von Polizisten auf, die sich vor den öffentlichen Gebäuden wie dem Parlament oder der Staatsbank positionierten. "Ich habe mich zuerst gefragt, was die ganzen Polizisten dort gemacht haben, aber das wurde mir dann später klar", schildert auch Luca Rudolph, Schülerin der Q3, ihre Eindrücke.

Gegen Mittag nämlich verschärfte sich die Situation in der Innenstadt. Es waren vermummte griechische Bürger, bewaffnet mit Reizgas und anderen Waffen, zu sehen. Für die Schüler wurde es schwer, wieder aus der Innenstadt herauszukommen, da auch die Beamten des Öffentlichen Dienstes direkt am Streik beteiligt wareb - denn schließlich waren sie es, weshalb der Streik angesetzt worden war: Die griechische Regierung plant Lohnkürzungen der griechischen Beamten von bis zu 40 Prozent, was natürlich auf breite Ablehnung stößt.

Nichtsdestotrotz kamen alle Schüler unversehrt, wenn auch unpünktlich, im Hotel an und es gab reichlich Gesprächsstoff. 

Die Entwicklung der Situation in Griechenland bleibt vorerst wohl angespannt und wenig vorhersehbar. Deswegen und auch in Erinnerung an die Kursfahrt hat sich das Thema Griechenland bei einigen Schülern, welche die kritische Situation hautnah miterlebt haben, zum Dauerbrenner entwickelt.

 

 Auch die Straßen der Innenstadt wurden gesperrt.

Mittwoch, 04 April 2012 10:44

IAA 2011 in Frankfurt

von unseren Redakteuren Paul Bröker und Mike Huntemann (23.09.2011)

Für die Autolaien: IAA steht für "Internationale Auto-Ausstellung" und ist eine der wichtigsten und größten Auto-Messen weltweit. Die letzte IAA fand 2009 im Jahr im Zeichen der Rezession statt und so waren Journalisten und Fachpublikum in diesem Jahr gespannt auf die neuen Modelle der aus der Krise erstarkten Autoindustrie.

BMW i8 Concept
BMW präsentierte mit dem "i8 Concept" einen futuristischen Elektro-Sportwagen

Es ist voll auf der IAA am ersten Besuchertag. Ohne Kartenbestellung im Internet blühen lange Warteschlangen, doch wir waren so schlau und machten uns vorher bei Freunden kundig. Auf die Internetseite war nämlich wenig Verlass: sie versprach komischerweise „kurze Wartezeiten an den Tageskassen".


Am Einlass ein weiteres Kuriosum: Ohne vorherige Kontrolle, obwohl mit schweren Taschen bepackt, werden wir hereingelassen. Vielleicht sehen wir einfach zu harmlos aus.

Klug wie wir sind, begeben wir uns statt zu den teuren Sportwagen an den Honda-Stand in Halle 9; bei Ferrari und Co. wird es im Laufe des Tages nahezu unmöglich, gutes Videomaterial aufzunehmen. Ständig laufen irgendwelche Menschen durchs Bild und bei Lamborghini kommen wir nicht einmal an den Stand, so voll ist es in der Halle 3 mit den Marken des VW-Konzerns.


Trotzdem gelingen uns tolle Aufnahmen, z. B. in der Elektromobilitäts-Halle, für die sich die übrigen Messebesucher nicht sehr interessieren zu scheinen. Stets Freundliche Interviewpartner können uns erklären, warum ein hässlicher Lieferwagen über 40.000 € kostet und wie die Autos der Zukunft (mit Strom) betankt werden.


Zu guter Letzt können wir auch noch einige passable Fotos und Videos von den Edel- und Sportkarossen machen, sodass diese auch ihren Platz in unserer rund zehnminütigen Reportage finden werden.


Corvette Motorsport Ford Fiesta RS WRC Ford Evos Concept
Reifen-Sitz Mercedes B-Klasse Concept Chevrolet Miray Concept

 Für eine größere Darstellung bitte das jeweilige Bild anklicken! 

Mittwoch, 04 April 2012 10:44

Hart aber Fair - Die FSK

von unserer Redakteurin Mabelle Franke (24.08.2011)

Die FSK - den meisten ist sie wohl nur als lästige Alterskontrolle beim Kinobesuch oder beim Kauf einer DVD oder eines Videospiels bekannt.Doch wie wohl die wenigsten wissen, steht FSK für „Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“. Die Hauptaufgabe der FSK besteht in der Prüfung von Filmen, DVDs und anderen Medienträgern (Videokassetten, Trailer, Werbefilme), die in Deutschland zur öffentlichen Vorführung vorgesehen sind.

 
Nicht alle Inhalte sind für Minderjährige geeignet.

Theoretisch würde eine Pflicht zur Prüfung durch die FSK nicht bestehen, allerdings haben sich die Mitglieder dazu verpflichtet, nur von der FSK kontrollierte Produktionen zu veröffentlichen.

Trotzdem entstehen bei der Vergabe der FSK auch Probleme, denn hohe Altersfreigaben führen leicht zum Vorwurf der Zensur, Prüderie oder überzogenen Handelns. Niedrige Altersfreigaben hingegen dazu, die Interessen des Jugendschutzes nicht zu beachten oder ungerecht zu urteilen und zu viel Rücksicht auf die Belange der Filmindustrie zu nehmen.

Publikumswirksame Filme würden zum Beispiel in anderen Ländern zu sanft beurteilt, so die FSK, da mit genau diesen die hohen Umsätze erzielt werden. Dafür müssten weniger erfolgversprechende Filme unter zu strengen Altersfreigaben leiden, um in der Außendarstellung einen Ausgleich zu haben. Durch diese Praxis hätten seit den 70er

Jahren insbesondere deutsche Filme gelitten, die oft eine Altersfreigabe ab 16 Jahren hinnehmen mussten, während Hollywood-Filme ab 12 oder sogar ab 6 Jahren freigegeben waren.

Dieselbe Meinung teilt auch Alexandra Sauerland aus der Jahrgangsstufe 13, denn sie findet die FSK zwar sinnvoll aufgrund des Jugendschutzes, „allerdings wird die Altersfreigabe teilweise wenig nachvollziehbar verteilt, da sachliche Inhalte teilweise schwerer zu verstehen sind und somit nicht den gekennzeichneten Altersfreigaben entsprechen."

Einem anderen Bereich ist der Film „Keinohrhasen" zuzuordnen, der ab 6 Jahren freigegeben wurde. Nach heftiger Beschwerde von den Bundesländern wurde dies in „ab 12 Jahren freigegeben" geändert. Die vielen Sexszenen und die Fäkalsprache waren sehr umstritten und ein Grund für die FSK, eine Anhebung der Freigabe zu veranlassen.

 
 Heikel: Kontrolle der Altersbeschränkung in Kinos

Auch andere Filme, die teilweise sehr starke Vulgär- und/oder Fäkalsprache verwenden wie etwa „Borat" (2006), der ab 12 Jahren freigegeben wurde, können als diskutabel angesehen werden. Im Falle Borat stellt sich die Schwierigkeit, dass die Sprache zwar recht rabiat ist, der Film jedoch - großteils - keine problematischen Darstellungen enthält.

Trotz umstrittener Entscheidungen versuchen die freiwilligen Mitarbeiter aber dennoch, jeden Film so gut wie möglich zu beurteilen und entsprechend dem Jugendschutz zu handeln.

Auch in Kinos sollten demnach die Altersfreigaben beachtet und kontrolliert werden, allerdings wird dies oft nicht eingehalten. „Auch unter 18 Jahren können Jugendliche Kinofilme ab 18 Jahren betreten, denn kontrolliert wird nur der, der am Schalter Karten kauft ", berichtet Tanita Schmidt, Schülerin der Jahrgangsstufe 13, aus eigener Erfahrung.

Problematisch ist dies für fast 18-Jährige vielleicht nicht, die Gefahr wird aber bei wesentlich jüngeren Jugendlichen deutlich, die sich häufig unrechtmäßig in Kinos Eintritt verschaffen. „Schließlich gibt es gute Gründe, Filme mit einer Altersfreigabe zu versehen, besonders, um die Jugend zu schützen. Wer also zu jung ist, um sich einen Film im Kino anzusehen, hat trotzdem noch die Möglichkeit, mit seinen Eltern die Kinovorstellung zu besuchen", urteilt Angelika Franke, Mutter eines Erstklässlers.

Wir sind gespannt auf eure Meinung - stimmt dazu bei unserem Voting ab!

Mittwoch, 04 April 2012 10:42

Flasche leer?

von unserem Redakteur Philipp Dittmar (05.06.20111)

Die Bundesligasaison ist vorbei. Die Dauerkartenbesitzer sehen sich mit der ungeliebten Sommerpause konfrontiert und die Spieler nehmen sich ihren mehr oder weniger verdienten Urlaub. Doch zu einer gelungenen Saison gehört nicht nur der Erfolg der eigenen Mannschaft, sondern genauso die Emotionalität. Und das Ventil des gemeinen Trainers bzw. Spielers ist die allseits bekannte „Wutrede“.

 Der „Godfather of Wutausbruch" - Giovanni Trapattoni

Giovanni Trapattoni (im Folgenden nur noch Maestro genannt, um seiner Position in der Geschichte der Wutrede gerecht zu werden) - er ist der Galileo Galilei der Wutrede, der Marco Polo der Emotionalität bei einer Pressekonferenz. Er ebnete den Weg für eine Vielzahl von Nachfolgern mit seiner legendären „Flasche leer"-Rede nach einer 0:1-Niederlage gegen den Erzrivalen Schalke 04. Jeder kennt seitdem die Satzfragmente, die der Maestro in gebrochenem Mafiosi-Deutsch den Journalisten entgegenschrie. Manch ein Journalist mag sich gefragt haben „Ist denn schon Brunftzeit bei den Hirschen?", aber sie alle lagen falsch: Hier wurde Geschichte geschrieben.

Das Leben im Fußball-Geschäft ist nicht einfach. Kaum vom Feld, stehen schon gefühlte 50 neugierige Pappfiguren in adrett grauen Umhängen mit der Aufschrift „Presse" um die Spieler herum und halten ihnen und den Trainern ihre Kamera unter die Nase und versuchen, dem Profi irgendetwas Interessantes zu entlocken. Meistens klappt das eher auf einer relativ unspektakulären Ebene. Die ausgelutschten, vorgefertigten Antworten werden heruntergerasselt (in mehr oder weniger zusammenhängenden Sätzen; Tipp: deutscher Nationalspieler, fängt mit P an und hört mit odolski auf). Ergreifend und witzig zugleich wird es dann aber manchmal auf den Pressekonferenzen mit den Trainern nach dem Spiel. Der Frust über das eventuell verlorene Spiel, gepaart mit Ignoranz und Lästigkeit der Reporter, ergibt ein Pulverfass, das nur darauf wartet, zu zünden. Und diese Explosionen landen Minuten später auf Youtube und brechen alle Rekorde.

Letztendlich tragen die Trainer mit ihren Ausbrüchen sehr viel zur Attraktivität der Liga bei. Was wäre denn die Bundesliga ohne einen Ausraster hier und da! Wir denken hierbei nur zu gerne zurück an Jürgen Klinsmann, der nach einer Auswechslung ein Loch in eine Werbetonne trat, oder an Oliver Kahn, der unter anderem schon einmal einen Gegenspieler beißen wollte.

 Da war der Akku leer

Unvergessen ist auch Lothar Matthäus, der sich gar nicht mehr einkriegen konnte, als er nach einer Niederlage über den Schiedsrichter (übrigens immer ein beliebter Prellbock) wetterte und auch nach seiner aktiven Zeit dem Fußball als TV-Experte und dem Zuschauer als Garant für Unterhaltung und klare Worte erhalten blieb:

„I stay only in Munich for this fucking job tonight. And I lose all my evening."

Jeder Trainer, der etwas auf sich hält, hat schon eine von Aggressionen und Depressionen geprägte Konfrontation mit den Sportreportern in seiner Vita verzeichnet. Es scheint fast schon, als sei das die Bedingung zur Aufnahme in die Liga. Frei nach dem Motto: „Ohne Wutrede, Flasche leer!"

Letztendlich bleibt es aber auch eine perfide Masche der Knipser, ausdauernd den Finger in die Wunde zu pressen, wenn Sportler und Sportlehrer gerade die wahrscheinlich deprimierendste Niederlage ihrer Karriere verkraften müssen. Letztendlich sind Fußballer eben auch Menschen, manchmal zwar etwas komische, aber immerhin Menschen. Deswegen sollten wir uns wohl an jeder neuen Wutrede erfreuen und sie genießen, denn wer weiß, wann die guten Zeiten vorbei sein werden. Um diesen Artikel nun zu schließen, endet er genauso, wie er angefangen hat. Nämlich mit dem Maestro: „Ich habe fertig!"

Montag, 18 April 2011 12:42

Der Die Das Nutella

von unserem Redakteur Steffen Engelbrecht (07.04.2011)

„Gib mir doch mal die Nutella.“ Durch diesen harmlos klingenden Satz entbrennen täglich wilde Diskussionen an deutschen Frühstückstischen. Tatsächlich musste sich der Hersteller Ferrero schon eigens zu dieser Frage auf seiner Website äußern. Heißt es nun „die“ oder „das“ Nutella? Und wie sieht es mit anderen deutschen Wörtern wie Radiergummi, Kaugummi oder Kondom aus?

 

Nutella - Da spalten sich die Geister -

und das nicht nur beim Geschmack

 

„Zur Wortart Artikel (auch: Begleiter, in Schulgrammatiken auch: Geschlechtswort) zählen Wörter, die in Verbindung mit einem Nomen stehen und dieses näher bestimmen.“

So definiert Wikipedia die kleinen Helfer vor unseren Nomen. Sucht man jedoch bei Nutella und den Gummis aller Art nach bestimmen Kriterien für eine Zuordnung, lässt sich höchstens beim Kondom eine geschlechtsspezifische Zuordnung treffen.

 

 Wenigstes entbrennt bei diesen

Kerlchen kein Streit

 

Um die wichtigste, cremig-braune Frage zu klären: Es heißt „die Nutella“.

Auch wenn Ferrero sich zu diesem Problem diplomatisch äußerte und keinen klaren Artikel festlegen wollte, entspricht es dem Prinzip deutscher Rechtschreibung, dass wir Artikel benutzen, die bestimmen, was das Nomen eigentlich ist. Wir sagen daher „die Nutella“, da wir auch „die Schokocreme“, „die Nussnougatcreme“ oder „die zahnschädigende Versuchung“ sagen würden. Dies gilt auch für andere Wörter, die eigentlich Markennamen sind und waren, aber in unseren alltäglichen Sprachgebrauch integriert wurden. So heißt es „das Tempo“, weil „das Papiertaschentuch", „der Uhu“, weil „der Klebestift und „der BMW“, weil „der Wagen“.

Über die Frage nach den richtigen Artikeln für die Gummis, die die Welt bedeuten, streiten sich ebenfalls etliche Leute in Internetforen. Der Duden der neuen deutschen Rechtschreibung gibt vor, dass es „der Radiergummi“ heißt, aber für Kondom und Kaugummi, sowohl „der“ als auch „das“ verwendet werden können.

Leider werden Artikel im allgemein Sprachgebrauch immer häufiger vernachlässigt, und der überforderte Schüler geht nur noch „Schule“ anstatt „in die Schule“. Wem dieses Tohuwabohu um die kurzen, aber entscheidenden Wörter zu viel wird, sich aber trotzdem grammatikalisch korrekt ausdrücken möchte, sollte einfach eine artikellose Sprache wie zum Beispiel Russisch lernen.

Montag, 18 April 2011 12:40

Unpünktlichkeit? Unmöglich!

von unserer Redakteurin Kirstin Appel (28.03.2011)

Sind wir nicht alle schon einmal zu spät gekommen? Sicherlich - aber was, wenn so etwas zu oft passiert? Mit dem Problem Pünktlichkeit müssen sich Schüler und Lehrer regelmäßig auseinandersetzten: Wie geht man zum Beispiel als Lehrer richtig damit um? Und ist es wirklich so schlimm, sich als Schüler ein paar Minuten zu verspäten?

 Pünktlichkeit um 1950 - eine Selbstverständlichkeit

„Okay. wenn man 20 Minuten zu spät kommt, ist das schon etwas extrem, aber wenn man sich einmal um zehn Minuten verspätet, finde ich das nicht so schlimm", erklärt Maria Müller (Name von der Redaktion geändert), „in den ersten paar Minuten macht man meistens sowieso nichts Wichtiges."

Frau Meier (Name von der Redaktion geändert), Lehrerin unserer Schule, sieht aber genau in dieser Einstellung das Problem: „Die Frage ist doch, warum man noch nicht direkt mit dem Unterricht anfangen kann! Wenn bereits alle Schüler direkt zu Anfang des Unterrichts da wären, könnte man auch pünktlich anfangen. Ich bin für gewöhnlich eine Minute, nachdem ich in der Klasse angekommen bin, bereit Unterricht zu machen. In dieser Zeit trage ich meist auch schon die Fehlenden in mein Kursbuch ein, wenn danach noch jemand kommt, notiere ich mir auch, wie lange derjenige zu spät gekommen ist.“

Auch das Argument, dass Lehrer ja auch immer mal wieder unpünktlich sind, lässt Frau Meier nicht gelten: „Man muss immer bedenken, warum wir Lehrer zu spät sind, denn ich persönlich versuche immer, schon alleine aus Respekt meinen Schülern gegenüber pünktlich zu sein. Wenn ich also mal zu spät komme, liegt das daran, dass ich zum Beispiel noch ein Dienstgespräch mit einem Kollegen führen musste.“
 
Frau Emde sieht das Thema relativ entspannt, solange es nicht zur Gewohnheit wird: „Wenn jemand wiederholt zu spät kommt, fällt das schon auf und geht auch in die mündliche Note mit ein.
Passiert es aber nur manchmal und der Schüler hat eine plausible Erklärung, dann ist das schon okay.“
Wichtig ist für Frau Meier, wie Schülerinnen und Schüler, die zu spät kommen, reagieren, wenn sie den Klassenraum betreten. Sind sie höflich, entschuldigen sich und können eine Erklärung vorweisen, lässt sie das Fehlverhalten eher durchgehen, als wenn der Schüler oder die Schülerin in den Unterricht hereinplatzt und dies als lustigen Auftritt nutzt. „So ein Verhalten ist respektlos der Klasse, die sonst pünktlich angetreten ist, und mir gegenüber. Denn im Großen und Ganzen beeinträchtigt und stört dieser Schüler den Unterricht und die Konzentration der anderen.“
 
Schülerin Sophie Braun (Name von der Redaktion geändert) fügt hinzu: „Klar war ich auch schon mal spät dran, aber alles in allem bin ich der Meinung, dass jemand, der zu spät kommt, selber schuld ist, wenn er etwas verpasst. Das merkt derjenige dann spätestens in der nächsten Arbeit." Doch über die derzeitigen Maßnahmen in den USA ist Sophie entsetzt: Denn in Kalifornien droht Schülern jetzt wegen eines ganz ähnlichen Phänomens eine umstrittene Maßnahme.
 
 
Moderne Technik - eine Notwendigkeit?  
Das Projekt wurde anfangs nur in Anaheim (Kalifornien) für sechs Wochen bei Schülern der 7. und 8. Klassen getestet. Wer vier Mal unentschuldigt dem Unterricht fernblieb, wurde mit einem gps-Tracker ausgestattet. Das bedeutet, dass der Schüler fünf Mal am Tag einen Code in den Tracker eingeben muss: Wenn er oder sie das Haus verlässt, in der Schule ankommt, zur Mittagspause, beim Verlassen der Schule und um 8 Uhr abends. Jedes Mal, wenn der Code eingegeben wird, wird dem zugewiesenen Betreuer des Schülers dessen genaue momentane Position übermittelt. Außerdem besitzt der Tracker eine Weckfunktion, damit der Schüler auch nicht verschläft. Der Betreuer meldet sich zudem drei Mal die Woche bei seinem Schützling, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen.
Zwar findet dieses Projekt noch auf freiwilliger Basis statt, jedem Schüler, der sich weigert, droht aber ein möglicher Schulverweis. Ein Grund für diese Maßnahme der Stadt könnte nicht nur der Fakt sein, dass permanentes Schwänzen in Kalifornien eine Straftat ist, sondern vor allem, dass kalifornische Schulen nach der Anzahl der anwesenden Schüler bezahlt werden.
Ähnliche Projekte fanden auch schon in Baltimore und San Antonio statt, wo es ein positives Feedback gab. Die Anwesenheit der Schülerinnen und Schüler konnte dort von 77% auf 95% erhöht werden. Ein Grund für Los Angeles und San Diego, vielleicht schon bald dem Anaheimer Vorbild zu folgen. 
Trotzdem hält Anna Siebert, Schülerin der E-Phase, nichts von solchen Maßnahmen: „Das ist ein klarer Eingriff in die Privatsphäre der Schüler, sie sind ja schließlich keine Schwerverbrecher, sondern fast noch Kinder." Auch Maria äußert sich kritisch und fügt hinzu: „Zum Glück ist ein solches System in Deutschland aber kaum vorstellbar - das ist doch viel zu teuer!" Da hat sie wahrscheinlich (oder hoffentlich) Recht!

von unserem Redakteur Paul Bröker (16.03.2010)

„Ab in die Cloud“ lautet Microsofts neuer Werbeslogan, den der Software-Gigant in Werbeclips propagiert, die die Vorteile des „Alles-im-Netz-Gedankens“ ersichtlich machen sollen. Microsoft und andere Internet-Firmen wie Google und Amazon läuten mit dem sogenannten Cloud Computing gerade eine Wende im Nutzerumgang mit Computertechnik ein.

Alles bewegt sich um die „Cloud" - die Wolke wird die Computerwelt verändern 

Einfach gefasst ist Cloud Computing die Idee, Rechenkapazitäten, Speicherplatz und Anwendungen im Internet zur Verfügung zu stellen. Der Nutzer ruft diese Dienstleistungen dann mit seinem Browser oder extra dafür angepassten Desktop-Programmen auf. Die Prozesse dahinter sind für den Nutzer so wenig greifbar wie eine Wolke.

Diese Idee könnte auf lange Sicht das Nutzerverhalten revolutionieren. Bislang sind Anwender vor allem auf (betriebs-)systemeigene Software und Speicher- sowie Rechenkapazitäten angewiesen. In Zukunft wird es indes möglich sein, hoch komplizierte Anwendungen im Browser eines einfachen Notebooks oder Tablet-PCs (z. B. Apple iPad) auszuführen. Die Rechenkapazitäten dafür, die tausendfach über der Leistungsfähigkeit gewöhnlicher Computer liegen, mietet sich der Nutzer für die Länge des Bedarfs kurzerhand bei Dienstleistern im Netz.

Doch schon heute, im Jahr 2011, sind die Vorteile der Cloud zu nutzen. Auch wenn wohl kaum jemand daran denkt, nutzt sie bereits jeder, der beispielsweise beim sozialen Netzwerk Facebook ein Profil mitsamt Profilbild(ern) hat. Die Bilder werden auf Servern abgelegt und sind global zugänglich. Es lassen sich somit theoretisch ganze Fotoarchive verwalten, wozu Facebook aber eigentlich nicht gemacht ist. Optimal auf diesen Anwendungsbereich zugeschnitten sind dagegen Flickr und der Google-Dienst Picasa. Doch es muss nicht einmal ausschließlich bei der Verwaltung der Bilder bleiben - richtige Bildbearbeitung im Browser ist mit Photoshop Express oder auch Pixlr möglich. Auch für den Office-Bereich gibt es nützliche Anwendungen: Google Text & Tabellen, mit dem man übrigens auch Präsentationen erstellen kann, ist hierfür ein gutes Beispiel. Die Rechenleistung für all dies liefert mit Amazon ein Unternehmen, das bislang vor allem für den Versand von Päckchen bekannt war.

 

Das Funktionsprinzip von Webspace-

Diensten (Quelle: dropbox.com
 

Besonders hervorgetan hat sich in den letzten Jahren auch der Webspace-Dienst Dropbox. Nutzer können mit Dropbox sowohl Daten im Internet speichern und selbst darauf zugreifen als auch anderen darauf Zugriff gewähren. Dazu legen sie die gewünschten Dateien in einen dafür vorgesehenen Ordner im Betriebssystem ab, von dem der Dienst die Daten dann auf Server im Internet hochlädt. Für fast jede Plattform, so auch für die Smartphone-Betriebssysteme iOS (Apple) und Android (Google), gibt es eigene Zugriffsprogramme, die die Daten im Netz verwalten und abgleichen. So hält der Nutzer seine Daten auf jedem seiner Geräte auf dem gleichen Stand und kann jederzeit auf sie zugreifen sowie weitere auf seiner Online-Festplatte ablegen. Damit erweisen sich Dropbox und ähnliche Angebote wie z. B. box.net oder Microsoft Skydrive als praktischer USB-Stick-Ersatz, den man nicht einfach irgendwo liegen lassen bzw. vergessen kann. Auch in der Umlauf-Redaktion hat sich Dropbox mittlerweile als nützliches Werkzeug zum Übermitteln von großen Datenpaketen erwiesen.

Bislang sind die meisten Dienste noch kostenlos, lediglich zusätzlicher Speicherplatz oder mehr Rechenleistung muss bezahlt werden. Doch dabei wird es nicht lange bleiben, denn auch die Internetdienste müssen ihre durch Stromrechnungen anfallenden (Server-)Kosten decken, sei es mit lästiger Werbung (wie z. B. Facebook) oder eben geringen Einmalzahlungen.  

Ein weiteres Problem stellt bislang auch noch die Zuverlässigkeit solcher Anwendungen dar. Bei einem Server-Crash oder Fehlern im Programm können die eigenen Daten schnell weg sein.  Ein solches Szenario ist nicht einmal weit hergeholt, sondern ist schon bittere Realität geworden, als Nutzer ihr Mail-Konto aufriefen und feststellen mussten, dass es sich wie von Geisterhand geleert hatte. Es empfiehlt sich daher, wichtige Daten noch anderweitig (auf einer privaten Festplatte) zu sichern. 

Montag, 18 April 2011 12:39

Product Placement oder Schleichwerbung?

von unserem Redakteur Philipp Ditmmar (16.02.2011)

Wieso fahren auf einmal nur noch Audis auf den Straßen herum? Wieso besitzt plötzlich jeder Mensch ein iPhone? Und wieso hält der Moderator das Glas Nutella so nachhaltig in die Kamera? Das ist bei weitem kein Zufall, denn dahinter steckt mittlerweile ein abgekartetes Spiel der großen Firmen mit den TV-Anstalten. Den Begriff „Schleichwerbung“ hat in diesem Zusammenhang wohl jeder schon einmal gehört, doch was ist das eigentlich genau? Und was ist Product Placement?

 Andrea Kiewel mit der Besitzerin eines Blumengeschäftes, die gerade

ihre Produkte anpreist (www.spiegel.de)

Der größte Unterschied zwischen Schleichwerbung und Product Placement besteht darin, dass der Sender oder der Schauspieler Geld dafür bekommt, dass er das jeweilige Produkt „zufälligerweise" in der Sendung oder in einem Film platziert. Beim Product Placement fließt dafür kein Geld: Es handelt sich meist um Produkte, für die sowieso schon von beteiligten Personen geworben wird. Und im Vergleich zur Schleichwerbung ist das Product Placement legal.

Als unschuldiger Zuschauer mag man die versteckten Werbungen manchmal gar nicht wirklich wahrnehmen, doch sie brennen sich in unserem Unterbewusstsein ein und beeinflussen uns beim nächsten Kauf. Der Kampf gegen diese Art von Manipulation ist ein sehr harter. Es gibt kaum Sender oder Serien, die nicht schon einmal unter Verdacht bei den großen Medienanstalten standen. Doch Mutwilligkeit zu beweisen ist und bleibt ein schwieriges Unterfangen. Allein im ersten Viertel des  Jahres 2008 will die Nielsen Media Research in der US-Serie „The Biggest Loser" knapp 4.000 platzierte Produkte gezählt haben. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass die Sendung nur wöchentlich lief.

Auch in Deutschland gibt es namhafte Sünder: Andrea Kiewel, Johann Lafer - beide laufen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Durch Gebühren finanzierte Schleichwerbung? Da helfen auch selbst auferlegte Richtlinien und Gesetze wenig weiter. Die Einsicht bleibt hierbei weitgehend auf der Strecke, denn die Kontrollen können aufdecken und den Zuschauer auf Schleichwerbung hinweisen, doch wer hat schon einmal von solch einer Bekanntmachung gehört? Und außerdem ist Andrea Kiewel nach wie vor jeden Sonntag im ZDF Fernsehgarten zu sehen.

Im Gegensatz dazu wird in vielen Shows peinlichst darauf geachtet, dass alle Etiketten von Flaschen entfernt und Labels abgedeckt sind. Doch diese Vertreter sind keineswegs die

 
 Gottschalk als Werbeträger  

weißen Schafe in der Herde, sondern vielmehr überführte Täter. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Sendung „Wetten Dass?", aber vor allen Dingen deren Moderator Thomas Gottschalk. Denn mit seinem berüchtigten Engagement bei einer Süßwaren-Firma machte er keinesfalls nach den Spot-Aufnahmen Schluss. Ihm wurde vorgeworfen, gezielt die bunte Gummi-Pracht in Produktionen seines Senders platziert zu haben.Die Frage ist, wie viele Zuschauer darauf geachtet und es bemerkt haben, dass sie systematisch etwas „untergejubelt" bekommen. Gottschalk darf seitdem keineswegs weniger ZDF-Produktionen moderieren und „Wetten Dass?" erzielt nach wie vor hohe Einschaltquoten. Die Schwierigkeit, Product Placement deutlich zu reduzieren, liegt also scheinbar nicht am Täter, sondern an den zu schwachen Konsequenzen sowohl für ihn als auch für die Auftraggeber im Hintergrund.

Montag, 18 April 2011 12:38

Rhetorik? Die Methodentage klärten auf!

von unserem Redakteur Paul Bröker (30.01.2011)

„Wer braucht denn schon Rhetorik?“, fragen sich die Schüler, denn im Unterricht ist diese „Lehre von der Rede“ selten alleiniges Thema. Spätestens wenn dann mal wieder eine Präsentation ansteht, sollte der Sinn hinter gutem Sprechen jedoch deutlich werden. Zeit, dies zu üben, bleibt komischerweise wenig. Die Methodentage in der E-Phase boten eine der wenigen Gelegenheiten.

Rhetorik im Beruf (helpster.de)

Frau Voß-Schäfer kommt in den Raum, „jetzt geht's schon wieder los", sie geht in gemächlichem Tempo die Anwesenheitsliste durch, „zum Einschlafen", währenddessen zücken einige Schüler schon ihre Handys, um sich abzulenken von den „nichtsbringenden" Methoden. „Ich hab keine Lust mehr", geistert es in den Köpfen der Mehrheit der Schüler herum. Längst sind noch nicht alle Klassenkameraden anwesend, womöglich abgeschreckt vom ersten (Methoden-)Tag, womöglich ermutigt durch den um fünf Minuten verschobenen Schulbeginn. Frau Voß-Schäfer sucht und findet eine Steckdose für den CD-Player, der gleich darauf als Hilfslehrer agieren soll. „Das kann er also auch", denkt sich ein Schüler in der ersten Reihe, als Frau Voß-Schäfer eine Kassette aus ihrer Ledertasche zieht und diese - technisch versiert - sofort zum Laufen bringt.

 

Was stimmt rechts wohl nicht? Na klar -

die Körperhaltung! (rhetorik-netz.de)

 

Musik ertönt, die den Schülern übereinstimmend nicht mehr zeitgemäß erscheint, und schon geht es los. Mehr ent- denn gespannt lauschen die Schülerohren den Lektionen, diese werden von professionellen Sprechern vorgetragen. In Frau Voß-Schäfers Gesicht scheint sich Zufriedenheit breitzumachen, die gleich darauf von zu spät gekommenen Schülern zunichte gemacht wird. „Ich hab die Bahn verpasst", lautet die kurze Erklärung der Schülerin, die sich noch wegen eines Sitzplatzes umsieht. Die „Verspäteten" werden angehalten, doch ihre Schreibsachen herauszuholen, um den Inhalt der 30-minütigen Kassettenseite zu notieren.


Die Sprecher berichten von den Ursprüngen der Rhetorik, im antiken Griechenland als „freie Rede" in der Demokratie. Schon gilt es zu notieren, worauf es für die Schüler auch heute noch ankommt. Kürze, Prägnanz und Anschaulichkeit sind die Stichworte, gefolgt von Informationsgehalt gepaart mit Unterhaltsamkeit. Lange Satzkonstruktionen seien zu vermeiden. Auch wenn es allmählich doch interessant zu werden scheint, scherzt eine Schülerin: „Wenn ich nichts sage, mache ich wohl nix falsch!" Hauptsätze sind zu bevorzugen, lernen die anwesenden Schüler.

Rhetorik - die Feuerwaffe der Politik

 

Weiter geht es mit Instruktionen, die die Aussprache-Technik betreffen. Die Sprecherin empfiehlt, beim Ausatmen zu sprechen, das ca. 8-10 Sekunden dauern sollte. Beim propagierten „Bogensatz" hebt sich die Stimme in der Mitte und senkt sich am Ende des Satzes. Pausen seien genauso wichtig wie das eigentliche Sprechen. Frau Voß-Schäfer schmunzelt - daran muss auch sie wahrscheinlich noch arbeiten.


Im letzten Teil der Kassettenseite wird den Schülern geraten, die Körpersprache, sprich Gestik, und das äußere Erscheinungsbild nicht zu vernachlässigen, denn auch dieser Faktor gestaltet die Rede.


Abschließend hören sich die Schüler die berüchtigte „Sportpalastrede" von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels an, in der er zum „totalen Krieg" aufruft. Hierbei wird auch dem letzten Schüler erkenntlich, in welchem Ausmaße die Mittel der Rhetorik Reden „befeuern" und im schlimmsten Fall für grausame Absichten missbraucht werden können.

Von unserem Schulsprecher Erik Tuchtfeld (05.12.2010)

Am vergangenen Wochenende hatte ich das Glück, drei Tage mit meiner Gastfamilie in La Paz zu verbringen; meine Gasteltern Graciella und Jose hatten am Freitag geschäftlich in La Paz zu tun, und hatten mir angeboten, dass man dies doch zum Familienausflug bis Sonntag ausdehnen könnte. Gesagt, getan und so kam es, dass wir am Freitagmorgen aus Santa Cruz Richtung La Paz flogen.

Vielleicht zuerst ein paar Informationen über La Paz:

Ganz La Paz ist von Gebirgszügen umgeben, allerdings wohnen auch in den Hängen der Gebirge viele Menschen, die Region nennt sich El Alto. La Paz hat ungefähr eine Million Einwohner und El Alto hat noch mal ungefähr eine Million Einwohner, sodass man mit ungefähr zwei Millionen Einwohnern für die Region „La Paz“ rechnen kann.

Die Lage und Bauweise der Stadt ist atemberaubend. Wenn man vom Flughafen, der in El Alto liegt, nach La Paz fährt, dreht es sich wie ein Korkenzieher nach unten und man fährt immer weiter nach unten in die Stadt hinein. Insbesondere bei Nacht war es wunderschön, wenn in man tausende von Lichtern in den Hängen sehen konnte, die die tiefschwarze Nacht durchbrachen. Allerdings machte mir die Höhe von rund 3600 Metern durchaus zu schaffen, gegen Kopf- und Magenschmerzen gab es zwar Tabletten, allerdings war man aufgrund der dünnen Luft bereits total außer Puste, wenn man nur eine kleine Strecke gelaufen war.

Am Freitag erkundeten wir die Stadt, besuchten verschiedene Stadtteile und ich bemerkte, dass das Armutsgefälle in La Paz noch deutlich größer zu sein scheint als in Santa Cruz. Dies machte sich in Kleidung, Autos und auch dem Verhalten der Leute deutlich bemerkbar.

Wir besuchten auch das „MegaCenter“, eine riesige Mall mit Kino, Bowling Center, einer Halle mit Spielkonsolen für Kinder, vielen Fast Food Restaurants und auch Kleidungsgeschäften, vom Nike bis zum Adidas Store war wirklich alles vorhanden.

 

Am Samstag besuchten wir den „Lago de Titicaca“ (den Titicaca-See). Umwerfend, atemberaubend, wirklich einfach nur beeindruckend! Der See ist ungefähr anderthalb Autostunden von La Paz entfernt und definitiv einen Besuch wert. Der Weg dorthin war sehr beeindruckend, ich habe wirklich einfachste Hütten gesehen, in denen Menschen lebten. Selbst gemauerte Gebäude mit einem Wellblechdach und einem Zimmer reichten hier aus. Auch ein Plumpsklo konnte ich an einer Maut-Station bewundern. Der Unterschied zum MegaCenter könnte nicht größer sein.

Der Titicaca-See ist unglaublich groß, an seinen Ufern grasen Tiere und die Natur entfaltet sich in ihrer ganzen Pracht! Auf dem See machten wir auch eine Schiffsfahrt, die mir die Größe noch deutlicher machte und mir das Gefühl gab, mich auf dem offenen Meer zu befinden.

Seite 1 von 28