Specials

Specials (390)

Von unserer Redakteurin Svenja Dengler (06.10.2010)

Man steigt aus der Linie 8 am Kongress Parlais aus und man fühlt sich, als wäre man in eine fremde Welt eingetaucht. Überall bunt kostümierte Menschen, wild am Reden, Lachen und Zeichnen. Überall Fotografen, die auf den besten Schnappschuss warten, doch ebenso auch Mädchen UND Jungen, die mit Schminkköfferchen herumlaufen und helfen.

 Die Connichi 2010 fand vom 10.09. - 12.09.2010 statt.


Eine Internet-Radiostation hat ihre Boxen aufgebaut, bereit Party zu machen. Vom 10.09. bis 12.09.2010 fand die Connichi, eine Manga- und Animemesse, in Kassel statt. Die Connichi ist ein Treffpunkt für Manga- und Animefans aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Eigentlich ganz Europa ist an der Connichi beteiligt. Dieses Jahr fand sie zum 8. Mal statt.

 
Ash Ketchum aus Alabastia  

Als Außenstehender wird man allein beim Beobachten dieses riesigen Schauspiels auf die bunten Kostüme und ihre Träger aufmerksam. Diese nennt man Cosplayer, ein zusammengesetzter Begriff aus costume und player. Oft stellen Cosplays eine Hauptfigur aus einem Manga oder Anime dar und sind zudem die Lieblingscharaktere der Träger. Manchmal sind es aber auch nur wilde Eigenkreationen oder der bekannte japanische Street-Style.

Die Cosplayerin Lesley, die sich selbst jedoch Sayuri-Lin nennt, ist seit 2 Jahren bei der Connichi dabei. Sie erzählt: "Ich hab eigentlich mit Cosplaying angefangen, weil mein Bruder mich auf die 'japanische Schiene' gebracht hat. Das war vor 8 Jahren, und ich bin echt froh drüber. Ich mache das eigentlich hauptsächlich, weil man auf Conventions viele nette Leute kennenlernt, die die gleiche Leidenschaft für Japan wie du selbst haben und es einfach cool ist, mit denen abzuhängen." Von "allein sein" kann auf keinen Fall die Rede sein, denn seit 2002 die Connichi das erste Mal stattfand, stiegen die Besucherzahlen stetig. Waren es 2002 noch knappe 3.000, sind es in diesem Jahr weit über 10.000 Besucher gewesen.

Trotz der vorhandenen Begeisterung und den entsprechenden zahlungskräftigen Kunden wird vermutet, dass die Connichi dieses Jahr zum letzten Mal stattfand. Dies wurde jedoch auch schon letztes Jahr behauptet. Es bleibt abzuwarten, ob sich animexx.de wieder dazu entscheidet, die Connichi zu veranstalten, und viele hoffen, dass sie das nächste Mal in den Messehallen stattfinden wird. Sayonara!

Montag, 18 April 2011 12:35

Erik Tuchtfeld in Bolivien - Teil 2

von unserem Schulsprecher Erik Tuchtfeld (26.09.2010)

In den zwei Wochen hier wurde mir gesagt, wie ich mich verhalten soll, um Überfällen und Entführungen vorzubeugen, dass ich es vermeiden soll, technischen Geräte in der Öffentlichkeit zu tragen. Mir wurde von Entführungen erzählt, die bereits in Freundeskreisen vorgekommen sind, mir wurde erzählt, dass hier auch fast jeder schon ein- bis zweimal ausgeraubt wurde, dass die Überfälle sich unterscheiden zwischen Überfällen, bei denen man auch verprügelt wird, oder denen, in denen man nur eine Pistole in die Rippen gepresst bekommt. Auch wenn ich das Alles glücklicherweise noch nicht erlebt habe, zeigt es mir aber den starken Kontrast, dem ich selbst hier, in dem wahrscheinlich besten Viertel in Santa Cruz, ausgesetzt bin. 

 Stacheldraht, wohin man schaut.

Knapp zwei Wochen bin ich nun inzwischen in Südamerika, ich habe viel erlebt, viel Neues wahrgenommen und Verhaltensweisen entdeckt, bei denen ich mir nicht sicher bin, ob ich sie schon richtig deuten kann. Zunächst einmal muss man natürlich festhalten, dass ich auf Grund des großen Gefälles zwischen Arm und Reich nicht über die Verhaltensweisen von allen Bevölkerungsschichten des Landes sprechen kann, deshalb sind meine Berichte auch nicht, bzw. nur in sehr geringen Teilen, als generelle Kommentare zur bolivianischen Lebensweise zu verstehen. Ich selbst lebe hier in der Oberschicht, besuche eine Schule, auf die der „Geldadel“ meiner Region geht, und erlebe auch auf den Feiern und Veranstaltungen, an denen ich teilnehme, kaum Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten.

Ich sehe Villen, Wohnhäuser, die mit Swimmingpool ausgestattet sind, prunkvolle Anlagen neben Bauruinen, die allerdings trotzdem auch bewohnt werden. Und wenn man jetzt anfängt, genauer hinzusehen, fallen einem der Sicherheitsdienst und der Stacheldrahtzaun auf meterhohen Mauern doch noch stärker ins Auge. Genauso wie die Bemühungen der Geschäfte, arme Menschen vom Betteln vor ihren Läden abzuhalten, auch dies wieder mit privaten Sicherheitskräften. Man verlässt sich hier in der Gegend nicht auf die Polizei, man sichert sein Haus lieber selbst. 

Es war ein absoluter Konsens zwischen allen Menschen, mit denen ich bisher gesprochen habe, dass der Ruf der Polizei hier zu Recht so schlecht ist. Hier darf man alles, wenn man dabei genügend Geld in der Tasche hat, um die Polizisten, die einen anhalten, davon zu überzeugen, dass man doch alles richtig gemacht habe. Insbesondere handelt es sich hierbei um Verkehrsdelikte; solange man genügend Geld hat, kann man sich hier auf der Straße vermutlich alles erlauben.

Es ist aber für mich als Mitteleuropäer sehr faszinierend, die Unterschiede zu erkennen und zu deuten, oft sind es auch gerade Kleinigkeiten, die einem besonders auffallen. Da gibt es zum Beispiel den klassischen Fall der Pünktlichkeit, die gibt es hier in Bolivien nämlich nicht. Wenn man sich um 15:00 Uhr verabredet, ist man auch um 16:30 Uhr noch eher zu früh, auf keinen Fall aber zu spät. Und Hunde gibt es meiner Wahrnehmung nach auch deutlich mehr als in Deutschland. Kaum ein Haushalt hat keinen Hund, oft sind es keine besonders großen, aber einen Hund gibt es eigentlich immer. Dementsprechend muss man auch aufpassen, wie nah man sich am Zaun befindet, wenn man auf dem Bürgersteig entlanggeht, weil es dann schon passieren kann, dass man sich auf einmal ganz fürchterlich aufgrund des Gebells von mehreren Hunden gleichzeitig erschreckt, die sich dann nur wenige Zentimeter von der eigenen Wade entfernt befinden, nur durch einen dünnen Drahtzaun zurückgehalten.

Montag, 18 April 2011 12:35

Erik Tuchtfeld in Bolivien Teil 1

von unserem Schulsprecher Erik Tuchtfeld (12.09.2010)

Ich befinde mich nun seit gut 24 Stunden in Bolivien, dem fremden, geheimnisvollen Land in Südamerika und ich muss sagen, die Vielfalt der Eindrücke überwältigt mich. Natürlich kann man davon sprechen, dass die Grundzüge des Lebens einem doch sehr bekannt vorkommen, man trinkt, isst, albert herum und feiert, aber es ist doch eine ungeheure Zahl an Dingen, welche sich deutlich unterscheiden.

  Die deutsche Schule in Santa Cruz


Als ich zum Beispiel vom Flughafen abgeholt werde und den Sicherheitsgurt anlegen will, ernte ich sofort einige Lacher, „So was machen wir in Bolivien nicht“, höre ich. Allerdings muss ich sagen, bei der Fahrweise der Leute ist es durchaus zu empfehlen, alle möglichen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Es gilt das Gesetz des Stärkeren und ich schätze mich glücklich, dass sich bisher immer alle Autofahrer schnell genug geeinigt haben, wer denn eigentlich der Stärkere ist.

Ich fühle mich hier aber sehr wohl, die Leute sind nett und gehen offen auf mich zu, versuchen Dinge über „den Deutschen“ zu erfahren. Ich dagegen genieße das Fremde, das Neue. Überall wachsen Palmen mit Kokosnüssen, es riecht ganz anders als zu Hause, ich lerne neue Gerichte kennen und versuche mit meinen paar Brocken Spanisch den Inhalt von Gesprächen zu deuten.

Noch am Dienstagabend, an dem ich angekommen bin, gehe ich mit meinen Gastschwestern María und Ximena auf einen Geburtstag. Auf dem Weg dorthin bin ich das erste Mal wirklich verwundert: Wir fahren in eine abgesperrte Wohnsiedlung, bei der man vor dem Betreten den Pförtner passiert haben muss. Ich komme mir nach der Ankunft spontan auch eher vor wie in einem Film über den „American Way of Life“, die jungen Männer fahren mit Pickups vor, vergleichen ihre Autos, albern herum und das alles passiert unter Palmen, die sich im Wind wiegen. Die Stimmung ist einfach gut und locker, es wird viel gelacht und gequatscht, bis ich schließlich so müde bin, dass mir meine Augen immer wieder von alleine zufallen.

Ein weiterer Punkt, der mir bereits an dem Abend aufgefallen ist und sich im Laufe des heutigen Schultages weiter bestätigt hat, ist, dass JEDER JEDEN begrüßt, der nur im Entferntesten danach aussieht, zur Gruppe dazugehören. Auch die Begrüßungen unterscheiden sich von dem, was ich aus Deutschland gewohnt bin. Während einem die männlichen Wesen die Hand geben, geben einem alle weiblichen Wesen, von der Servicekraft des Caterers über die Mutter bis zu den Mädchen auf dem Schulhof eine Umarmung mit einem Wangenkuss.

Wenn ich die Häuser vergleiche, die ich bereits gesehen habe, fallen mir vor allen Dingen die hohen Sicherheitsvorkehrungen auf. So gut wie alle Häuser werden von einer hohen Mauer umzogen, welche die Häuser in den Augen eines Europäers mehr als Festung erscheinen lassen. Teilweise ist auf den Mauern auch noch Stacheldraht, der deutlich macht, dass man es sich zweimal überlegen sollte, in ein solches Haus ohne ausdrückliche Einladung einzutreten.

Montag, 18 April 2011 12:34

Kassel vs. Kalifornien

von unserer Redakteurin Zenaida Marquis Carrington (09.07.2010)

Kelly Kehoe ist die Kalifornische Austauschschülerin von Daniela Schäfer aus der Klasse 10. Im Frühling diesen Jahres flog Daniela im Rahmen des Austauschprogramms „Friendship Connection“ nach Kalifornien, um ihre Austauschschülerin Kelly und ihre Familie kennenzulernen. Nun ist Kelly in Deutschland. Sie ist seit dem 22.Juni in Kassel und wird für vier Wochen wie eine Deutsche leben und natürlich auch zur Schule gehen.

 Kelly Kehoe und ihre deutsche Gastgeberin Daniela Schäfer

Als Kelly zum ersten Mal die Kasseler Innenstadt sah, war sie überwältigt. Natürlich ist unser „City Point“ relativ klein im Gegensatz zu den Kalifornischen Einkaufszentren, jedoch war sie von der Größe begeistert. Sie hatte sich alles wesentlich kleiner vorgestellt. All die Einkaufsmöglichkeiten und die vielen Menschen waren entgegen ihrer Vorstellung gar nicht mal schlecht.

Am besten gefallen Kelly die vielen Grünflächen in Kassel. „Es gibt hier so viele Bäume und Parks, es ist so anders als in Kalifornien. Ich liebe Kassel“, so Kelly. Auch die Gebäude haben es Kelly angetan. Die alten Gebäude, von denen es in Kassel relativ viele gibt, gefallen Kelly sehr gut. Nicht nur die Stadt, sondern auch ihre Einwohner empfindet Kelly als angenehm. „Die Deutschen sind sehr stolz auf ihr Land. Überall die Flaggen wegen der WM. Das gefällt mir wirklich sehr gut. Bei uns gibt es so etwas nicht, man sieht eigentlich gar keine amerikanischen Flaggen.“

Auf die Frage, wie ihr die Schule gefällt, antwortet Kelly mit einem deutlichen „sehr gut“. Die bei uns Schülern eher umstrittene grüne Fassade stört Kelly überhaupt nicht. „Ich finde eure Schule echt schön. Das Grün finde ich gar nicht so schlimm, aber wenn ihr es ändern wollt, habe ich nichts dagegen“, sagt Kelly mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Nicht nur die Räume gefallen ihr gut, auch die Pausenregelung kommt ihr entgegen: „Man hat hier mehr Freizeit, ihr habt echt viele Pausen.“ Jedoch war Kelly erstaunt über die „überschaubare“ Anzahl der Schüler am Goethe-Gymnasium. Das Goethe-Gymnasium gehört zu den größten Gymnasien Kassels, doch in Kellys Augen sieht das ganz anders aus. Auf Kellys Schule werden um die 3000 Schüler unterrichtet, sodass die Mittagspause in zwei Schichten stattfindet, da nicht genügend Platz für alle Schüler ist.

 
Kelly Kehoe  

Zum Unterricht kann Kelly nicht allzu viel sagen. Sie versteht lediglich einige Wörter und kann somit keine Zusammenhänge erschließen. „Die Deutschen reden echt schnell. Ich kann immer nur einige Wörter heraushören, aber wenn mich jemand was fragt, ist das echt schwer für mich. Ich kann dann nicht antworten“, so Kelly. Auch die Schüler unserer Schule empfindet Kelly als äußerst sympathisch. „Niemand in Kalifornien sagt 'Hallo' wenn er jemanden sieht, aber hier in Deutschland grüßt ihr immer, wenn ihr jemanden seht, den ihr kennt. Alle sind hier so freundlich.“

Auf die Frage, was ihr besonders gut an Kassel gefällt, antwortet Kelly: „Die Verkehrsmittel hier sind viel besser. Bei uns gibt es nur Busse oder Autos. Ich liebe eure Straßenbahnen. Ich fahre sehr gerne mit ihnen. Das ist viel besser als Auto fahren.“

Als ich Kelly frage, ob es etwas an Deutschland gibt, dass ihr überhaupt nicht gefällt, muss sie lange überlegen. „Ich weiß nicht […] Doch, die ganzen Raucher. In Deutschland rauchen so viele Leute, bei uns raucht kaum jemand. Ich mag das nicht, die verschmutzen die ganze Luft“, so Kelly.

Im Großen und Ganzen gefallen Kelly unsere Stadt und unsere Schule wirklich sehr gut. Sie möchte auf jeden Fall wieder hierher kommen, um ihre neue deutsche Freundin Daniela zu besuchen.

Montag, 18 April 2011 12:33

Videobeiträge zu Goethes Talent 2010

von unseren Redakteurinnen Zenaida Marquis-Carrington und Kirstin Appel (24.06.2010)

Nach unserer ausführlichen Berichterstattung über den diesjährigen Talentwettbewerb "Goethes Talent 2010" können hier nun die Siegerbeiträge als Videos betrachtet werden. Die Aufnahmen wurden mit freundlicher Unterstützung durch den Offenen Kanal Kassel erstellt. Als Extra gibt es noch ein Interview mit der Ausnahmejongleurin Lin Brede!

Die Videos der Beiträge:

Gewinnerin der Unterstufe: Meron Girmay

Gewinner der Mittlestufe: Dimitri Doroschenko

Gewinner der Oberstufe: Lin Brede & Jan Müller

Extra: Interview mit Lin Brede

Der Artikel zum Talentwettbewerb findet sich hier.

Montag, 18 April 2011 12:33

3D fürs Wohnzimmer

von unserem Redakteur Paul Bröker (01.06.2010)

Während die 3D-Technik im Kinobereich schon im vergangenen Jahr durch Filme wie „Avatar“ Einzug gehalten hatte, warteten Heimkinofans bislang vergeblich auf die ersten Fernsehgeräte, in die die neue Technik integriert ist. Nun stehen bereits die ersten, auf Fachmessen wie der cebit in Hannover, vorgestellten Geräte in den Startlöchern und warten auf den Zuspruch der Kundschaft.

Fernsehen bald nur noch in 3D?  (heise.de)

 Die namhaften Fernsehhersteller sind sich dieses Trends bewusst und setzten viel Arbeit in die Entwicklung neuer Fernseher, die die 3D-Technik beherrschen.

 

 spezielle Brillen für 3D-Fernsehen (heise.de)

 

Mithilfe einer speziellen Brille, genannt Shutter-Brille, wird aus den zwei Blickwinkeln, die der Fernseher innerhalb von einer Sekunde sehr oft abwechselnd zeigt, ein dreidimensionales Gesamtbild. Diese Brillen unterscheiden sich technisch jedoch stark von denen aus dem Kino, weshalb solche auch nicht benutzt werden können. Die Befürchtung, die Brille würde aufgrund der verbauten Technik, wie z. B. dem erforderlichen Akku, viel schwerer auf der Nase sitzen, stellte sich als unbegründet heraus. Vielmehr hat der Benutzer das Gefühl, eine Sonnenbrille zu tragen. Selbst Brillenträger  können aufatmen. Sofern die Brille kein riesiges Horngestell hat, dürfte sie ohne Probleme unter die 3D-Brille passen.

Trotzdem werden wohl viele Leute, die normalerweise keine Brille tragen nicht bereit sein, im Wohnzimmer eine solche zu tragen. „Ich setze mich doch nicht freiwillig mit einer Brille vor den Fernseher", meint Heinrich Kraus aus dem Jahrgang 9. Anderen wird dies jedoch egal sein, werden sie doch in den Genuss eines komplett neuen Fernseherlebnisses kommen. „Um Filme in 3D schauen zu können, würde ich auch eine Brille vor dem Fernseher aufsetzen", äußert sich Hannah Burgmann, ebenfalls aus Jahrgang 9,  und lässt somit die gespaltene Meinung diesbezüglich deutlich werden.

 

Ohne Brille fallen beim 3D-Bild die leicht verscho-

benen Blickwinkel an der Waffe des Monsters auf 

 

Im Kino konnte das 3D-Bild größtenteils überzeugen, doch wie sieht es im eigenen Wohnzimmer aus? Die Darstellungsqualität des von uns getesteten Fernsehers kann als sehr gelungen betrachtet werden. Die Gestalten im Film „Monsters vs. Aliens" (Blu-ray Disc) scheinen in einigen Szenen förmlich aus dem Bild zu springen.

Insgesamt entsteht das Gefühl, in ein Fenster zu schauen. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass die Fähigkeit des räumlichen Sehens bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Bedenkt man, dass es sich um die erste Generation derartiger Fernseher handelt, erstaunen die guten bis sehr guten Ergebnisse.

Der getestete Fernseher beherrschte sogar die Umwandlung des normalen Fernsehbilds in 3D. Ein leichter Effekt ist festzustellen, doch an die Darstellung mit nativem in 3D produziertem Bildmaterial kommt das Ergebnis nicht heran und verursacht beim Betrachter eher Kopfschmerzen als wirkliche Fernsehfreuden. Diese Option ist (bislang) also nicht viel mehr als eine Spielerei.

Wer nun Gefallen an einem 3D-Fernseher gefunden hat, muss momentan leider feststellen, dass es der 3D-Freude bislang vor allem an noch Inhalten mangelt. Einzig der komplett in 3D entwickelte und in den Test eingeflossene Animationsfilm „Monsters vs. Aliens" ist schon als Blu-ray Disc erhältlich. Selbst der in 3D produzierte „Avatar" wird erst für das nächste Jahr erwartet. Und bis das 3D-Vergnügen auch im Fernsehen zur Regel wird, gehen sicherlich noch zwei bis drei Jahre ins Land. Hinzu kommt, dass bislang lediglich Fernseher eines Herstellers erhältlich sind, was den Preis in der Höhe hält - mindestens 1500 Euro kommen auf den Käufer zu. Hinzu kommen die Brillen und ein spezieller Blu-ray-Player, ohne den keine 3D-Wiedergabe möglich ist.

In den nächsten Wochen und Monaten werden weitere Hersteller ihre 3D-Fernseher auf den Markt bringen und 3D sollte sich somit immer mehr zum üblichen Funktionsumfang eines neuen Fernsehers entwickeln.

Montag, 18 April 2011 12:33

Eine Soulgöttin zu Gast in Deutschland!

von unserer Redakteurin Gianna Dalfuß (27.05.2010)

Den Soulfans, die sich auf die einzigartige Stimme von Alica Keys freuten, wurde am 09.05.2010 nicht nur eine starke Stimme geboten. Auch Opener Melanie Fiona und Alicia Keys eigene Backgroundsänger sorgten für Atemstillstand.

   

 Alica Keys live on stage.

 

„Eine Superstimme mit Gefühl, die zusammen mit dem Klavier ein Genuss ist und gefühlvolle Songs, die wie die Vorband und die Backgroundsänger absolute Weltklasse sind!“ Jan Hille aus dem Jahrgang 12 ist sichtlich begeistert von der Vorstellung, die ihm von Alica Keys geboten wurde. Wie im Rausch berichtet er und kann sich glücklich schätzen, denn die Soulgöttin hat auf ihrer Tournee nur 2 Konzerte in Deutschland eingeplant.

Doch bis Alica Keys in einem Käfig auf die Bühne geschoben wurde, vergingen knapp eineinhalb Stunden. Zunächst begeisterte Melanie Fiona mit ihrer starken Stimme und sorgte neben ihren eigenen Songs mit ihrer ganz eigenen Fassung von „Killing me softly“ für Stimmung.

Dann begann das große Warten. Aus den riesigen Lautsprechern war leise Musik zu hören und manchmal kam ein Techniker auf die Bühne, der hier und da noch die letzten Einstellungen machte. Immer wenn ein Lied endete, war die steigende Aufregung im Saal zu spüren und genauso groß war das Raunen der Massen, wenn das nächste Lied einsetzte. Alle warteten gespannt. Dann endlich erlosch die Hintergrundmusik und die Bühne wurde von einer aufwendigen Leinwandprojektion erfüllt. Zwischen den bunten Lichtern war die Silhouette des Soulstars Alica Keys zu erkennen. Das Publikum feierte sie und ihre einzigartige Stimme drang durch den Raum.

 

 Alica Keys an ihrem Flügel

 

Trotzdem sie gegen eine Grippe ankämpfte, war ihr Livegesang atemberaubend und ihr Welthit „Fallin“, der inzwischen etwas in die Jahre gekommen ist, bekam durch eine sehr gefühlvolle Interpretation neuen Glanz. Das Publikum blieb zunächst begeistert aber stocksteif sitzen, doch spätestens als Alica Keys am Flügel performte, gab es kein Halten mehr und die Frankfurter Festhalle bebte. Am Ende ließen die Backgroundsänger das Konzert ausklingen und die Begeisterung war groß. Mara Liebehenz (Jahrgang 12) ist überzeugt, dass sich das Geld für die Karten auf jeden Fall gelohnt habe.

Es war ein grandioser Auftritt und das überwältigende Gefühl hielt noch Tage danach an, sodass die Fans dieses Erlebnis wohl kaum vergessen werden. Alica Keys ist einfach eine unverwechselbare Künstlerin, deren Liveauftritte mit keiner CD vergleichbar sind.

Montag, 18 April 2011 12:32

Genozid in Ruanda

Von unserer Redakteurin Gianna Dalfuß (16.05.2010)

800.000 bis 1.000.000 Tote in 100 Tagen des Schreckens. Der Genozid in Ruanda lies Nachbarn zu Mördern werden. Vor 16 Jahren ereignete sich in dem Land der tausend Hügel dieses unvorstellbar grausame Abschlachten der Mitmenschen vor den Augen der Weltöffentlichkeit.

 Die schrecklichen Bilder des Genozids

Am 22.04.2010 wurde im Cineplex Kassel der Film "Shooting Dogs" zum Gedenken an die Opfer des Völkermords in Ruanda gezeigt. Zunächst leitete Dr. Wolfgang Reinhardt in die Geschehnisse von 1994 mit einem kleinen Vortrag ein. In der dunklen Kinoatmosphäre berichtet er über die Hutu und Tutsi, um die es im Wesentlichen geht:

Schon in der vorkolonialen Zeit zeichnete sich in Ruanda eine gesellschaftliche Teilung in die Gruppen Hutu und Tutsi ab. Die Tutsi bildeten zwar die Minderheit, hatten aber einen höheren gesellschaftlichen Stellenwert. Während der Kolonialherrschaft von Belgien wurde diese Entwicklung durch die Rassentheorien der unwissenden Kolonialherren noch verstärkt. Sie teilten die Bevölkerung durch Vermessung des Körpers in die verschiedenen Gruppen ein und vermerkten dies in einem Pass. Das führte dazu, dass die Kluft zwischen den Tutsi, die meist bedeutende Stellungen einnahmen, und den Hutu, die Ackerbauer waren, immer größer wurde. Bis es schließlich 1994 zu dem erschreckenden Genozid kam. Die Hutu hatten sich bereits in den Jahren zuvor immer wieder gegen die Tutsi-Herrschaft aufgelehnt und für ihre Rechte gekämpft, doch durch massive Aufrüstung und Tutsi-feindliche Propaganda nahm der Konflikt unbeschreibliche Ausmaße an.

Der Film handelt von einer Schule in Ruanda, die von einem sehr engagierten Pfarrer geleitet wird. Während des Genozids nimmt diese Schule Tausende Flüchtlinge auf und wird ständig durch die vor den Toren wartenden Hutu bedroht. Nur durch die Anwesenheit der französischen Blauhelmtruppen werden die Tutsi vor dem Tod geschützt. Doch diese Truppen dürfen ausschließlich im Falle eines Angriffs schießen und werden letztendlich auf Befehl ihrer Vorgesetzten noch während des Genozids zurückgezogen und die Menschen werden ihrem Schicksal überlassen.

Der Film zeigt drastisch das Handeln der UN während dieser Zeit und ist keinesfalls übertrieben. Die UN weigerten sich, die Tötungen in Ruanda als Völkermord anzusehen, um der Pflicht zu Handeln zu entgehen. Denn nur wenige Jahre zuvor gab es in Somalia einen ähnlichen Fall, bei dem ausländische Soldaten misshandelt und regelrecht abgeschlachtet worden waren. Dies wollte man verhindern, doch man sicherte das Leben weniger Soldaten und opferte dafür das Leben tausender Ruander.

Eine Situation, die zwar in den Medien heftigst kritisiert wurde, aber wer denkt heute noch an die Geschehnisse in Ruanda. Dies ist der Grund, warum Dr. Wolfgang Reinhardt mit seiner Frau, die eine der wenigen Überlebenden ist, versucht durch Informationsabende die Katastrophe wieder in das Gedächtnis der Menschen zu holen. Herr Scheer, der sich schon seit fast einem Jahr mit der Thematik beschäftigt, und ebenfalls die Vorstellung besucht hat, meint: „Es war sehr informativ und die Einführung über die Ursachen und die Situation in Ruanda ist auch notwendig, um den Film und das, was dieser zeigen will zu verstehen. Allerdings bin ich auch etwas traurig über das mangelnde Interesse der Leute.“

Im Vorfeld hatte er versucht, einige Schüler für die Veranstaltung zu gewinnen, doch leider ohne Erfolg. Die Schüler haben einiges verpasst, denn spätestens nach dem Erlebnisbericht von Denise Uwimana Reinhardt wurde klar, dass die Geschehnisse und die Reaktion der UN zwar unbegreiflich bleiben werden, aber das Gespräch darüber zur Aufklärung der Bevölkerung dienen soll. Schließlich wurde schon nach dem Genozid Hitlers gesagt, dass sich nie wieder etwas Ähnliches ereignen würde. Ruanda beweist das Gegenteil mit einer höheren Tötungsrate pro Tag als zur Zeit der Konzentrationslager.

Montag, 18 April 2011 12:32

Neues aus der Anstalt

von unserer Redakteurin Kirstin Appel (09.05.2010)

Einen düsteren Empfang bietet momentan das Fridericianum in Kassel. Der Künstler Thomas Zipp stellt hier vom 13. März bis 13. Juni 2010 sein Werk (WHITE REFORMATION CO-OP) MENS SANA IN CORPORE SANO aus. Letzteres heißt so viel wie “Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper” und ziert, für die Dauer der Ausstellung, die Frontseite des Fridericianums. Innerhalb dieser Ausstellung verwandelte Zipp Räume in zwei Etagen des Museums in seine Vorstellung einer psychiatrischen Anstalt.

 Die Worte "MENS SANA IN CORPORE SANO" am

Fridericianum in Kassel

Die Eingangshalle der "Anstalt” wirkt weiß und abweisend, nur der Empfangstresen und zwei Statuen, wovon eine ein Skelettschädel ist, stehen im Raum. An den Wänden hängen große schwarze Gemälde.

Nach der weißen Kälte dieses Raumes betritt man danach ein anderes Extrem. Die Räume, die den Korridor darstellen, wurden komplett verdunkelt. Einen starken Kontrast dazu bildet das grelle Neonlicht, das den Steg beleuchtet, der an einigen offenen und einigen verschlossenen Türen vorbei führt. Im Erdgeschoss befinden sich Lehrräume, die Küche und der Speisesaal der “Anstalt“ sowie eine Toilette. An den Wänden findet man neben einigen Ölgemälden immer wieder Bleistiftzeichnungen, die wie Kinderbilder wirken. Besonders beeindruckt hat mich ein Raum, der aus gebogenen Spiegeln bestand und somit ein sehr verzerrtes Bild des Menschen erzeugt.

 

Ein Gemälde von

Thomas Zipp.

 

Das zweite Stockwerk empfängt den Besucher zuerst einmal mit zwei offeneren Räumen, die hauptsächlich Öl- und Acrylbilder, aber auch drei große Statuen aufweisen, wovon eine kein Gesicht hat. Auch diese Räume wirken durch die Mischung aus weißen Wänden und dunklen Bildern abweisend und kalt. Vom zweiten Raum aus führen wieder zwei verdunkelte Korridore ab, die ähnlich dem im unteren Stockwerk aufgebaut sind. Während man, wenn man nach links geht, vor allem spärlich eingerichtete Waschräume und einen Schlafraum vorfindet, welcher aus zerwühlten Betten, vielen Zigarettenschachtel und Bibeln besteht, findet man rechts den für mich interessantesten Teil der Ausstellung.

Neben zwei Behandlungszimmern, in denen Liegen mit Fixierungsgurten stehen und einer weißen, hell ausgeleuchteten “Gummizelle”, befindet sich hier auch die Direktion, in der eine weitere Statue, mit Münzen statt Augen, steht. Sehr beeindruckend ist die "Gummizelle", da ich mir durchaus vorstellen kann, dass man nach einigen Tagen in dieser komplett weißen Zelle tatsächlich verrückt werden könnte.


Immer wieder setzt sich Zipp in dieser Ausstellung mit Literatur auseinander, ein ganzer Raum dient einzig als Lesezimmer. Seine Zeichnungen wirken häufig wie die eines Kindes, auf einigen dieser Zeichnungen und Fotografien wurden Menschen Perlen als Augen eingesetzt und auf vielen der Statuen steht “PATTEX”.


Ob diese Ausstellung etwas für jeden Geschmack ist, mag umstritten sein. Auch anderen Besuchern fiel die Interpretation schwer. Eine Besucherin meinte, dass ein Laie Probleme bekommen könne, sich über die Ausstellung klarzuwerden. Eine weitere Frau erklärte, „Schwarze Malerei“ sei bei ihr zunächst auf Unverständnis gestoßen, mittlerweile finde sie sich aber immer besser zurecht.


Obgleich ich mir vorstellen kann, dass die Bewohner der "Psychiatrie" die vielen doch sehr ähnlichen Zeichnungen gemalt haben sollen, wirkt das Ganze auf mich recht eintönig.
Die Öl- und Acrylgemälde im zweiten Stock hingegen gefallen mir sehr, da sie aufwendig gemalt sind und interessante Motive haben. Trotz der negativen Aspekte ist dieses Werk einen Besuch wert, zumal mittwochs der Eintritt kostenfrei ist.

   
         
   

Montag, 18 April 2011 12:31

Gehe, aber sündige nicht noch einmal.

von unserem Redakteur Schahin Saket (02.05.2010)

Irland, Polen, Spanien, Frankreich, Italien, Österreich, die Schweiz, die Niederlande und auch Deutschland – ganz Europa meldet Missbrauchsvorfälle von Jugendlichen in Heimen, Schulen und Gemeindesitzungen. Das Bild der katholischen Kirche rückt immer mehr in ein Zwielicht. Auf der einen Seite die Verabscheuung von Kapitalverbrechen und andererseits die Vergebung der Sünde ihrer Verbrecher- Bischöfe und Priester.

 Quelle: http://www.swissinfo.ch/

 „Ich bin schockiert über das Ausmaß der Vorwürfe. Natürlich ist so etwas unentschuldbar, vor allem für eine solche wichtige Institution wie die der Kirche. Mein Verhältnis zur Religion ändert sich aber jedoch nicht. Ich glaube an Jesus und nicht an die Repräsentanten der Kirche!“, so Johanna Hetzig, Schülerin der 13. Klasse und Katholikin. 

In den letzten Tagen häuft sich die Anzahl von Stimmen von betroffenen Opfern, die in Heimen oder Ähnlichem sexueller oder physischer Gewalt ausgesetzt waren. Die Tatzeiten: vor Jahrzehnten. Jahre benötigten die Opfer, um an die Öffentlichkeit zu gehen und unter vereidigten Aussagen ihre Schänder, darunter Männer aus hochkarätigen Ämtern der katholischen Kirche, anzuklagen. Der Umgang der Kirche bleibt zurückhaltend. Man wolle sich mit den Opfern auseinander setzten. Ihnen helfen. Den Tätern kann und soll vergeben werden, aber mit gerechter Strafe- und das vor Gericht. 

Die Kirche wird zerrissen. Wichtigen Persönlichkeiten, wie der Augsburger Bischof Walter Mixa, werden Gewalttaten vorgeworfen, die den Vatikan in eine unangenehme Lage versetzt. Schuldige vergeben oder verurteilen?

Dieser Fragestellung stellen sich auch Anhänger der katholischen Kirche, darunter auch Herr Kräbs, Diakon und Religionslehrer an unserer Schule.

„Das Dilemma der katholischen Kirche war es schon immer, sich zwischen Strafe und Vergebung zu entscheiden. Jesus Antwort auf Verbrechen: Gehe, aber sündige nicht noch einmal, scheint bei solchen Kapitalverbrechen, wie der sexuellen Schändung von Kindern, völlig fehl am Platz. Der Täter, egal ob Priester oder Bischof, gehört vor Gericht und soll seine gerechte Strafe antreten. Die Aufgabe der Kirche ist es vielmehr, sich dem Leid der einzelnen Betroffenen zu widmen, als sich mit der Schadensbegrenzung, verursacht durch Amtserhebungen von wichtigen Positionen wie Walter Mixa, auseinanderzusetzen“ , so Herr Kräbs.

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