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Specials (390)

Montag, 18 April 2011 12:21

Blutige Sensationslust

von unserem Redakteur Steffen Engelbrecht (22.03.2009)

„Um ca. 9: 45 Uhr kam ein Polizist in unseren Raum gestürmt mit einer Mp5 im Anschlag und fragte, ob hier noch jemand sei, ob alles OK ist und dass wir hier drin bleiben sollen. Ein Kumpel aus meiner Parallelklasse rief mich auf meinem Handy an und sagt, dass ein Amoklauf sei. Wir dachten es sei ein Scherz und spazierten aus dem Schulhaus“, erzählt Kevin B.

 Die Website der BILD - Der Amoklauf in seinen blutigsten Fassetten

In den Minuten, in denen 16 Menschen starben, war die Tat so unfassbar, wie über eine Woche später. Am Mittwoch letzter Woche verübte der 17-Jährige Tim K. einen Amoklauf an der Albertville-Realschule in Winnenden. Die Nachricht ist ein Schock für die gesamte Bundesrepublik, aber auch ein gefundenes Fressen für die Klatschpresse, die nicht selten unverschämt und pietätlos versucht, an neue Informationen zu gelangen und dabei nur selten Rücksicht auf die Opfer nimmt.

Die Welt ist überflutet mit Informationen, die irgendwie im Internet herum schwirren. Googelt man den Namen Tim Kretschmer, bekommt man in 0,06 Sekunden über 807.000 Ergebnisse. Doch ob hinter diesen Ergebnissen Fakten stehen oder sich ganz andere Personen befinden, ist häufig nicht klar. So behaupteten Quellen im Internet nach kürzester Zeit: Der Amokläufer hat seine Tat im Internet angekündigt, war lange Zeit in psychiatrischer Behandlung. Beide Aussagen erwiesen sich als falsch. Kurze Zeit später kursierten auch schon die unterschiedlichsten Fotos des Täters in Netz. Unzählige Internetblogger verbreiteten die verrücktesten Neuigkeiten.

Diese Journalisten waren vielleicht unseriös, aber was sich direkt vor Ort abspielte, grenzte an Unverschämtheit. „Am Schwimmbad, wo wir uns versammeltet hatten, war die Presse so gegen halb elf", berichtet Kevin B., der sich zur Zeit des Amoklaufs nicht in dem betroffenen Teil der Schule befand. Das ist circa eine Stunde nach der Tat. „Sie haben die Schüler direkt befragt. Vor allem die Kleinen, die keine Ahnung hatten und nur Mist verzapft haben", erzählt er weiter. Darüber hinaus gab es mehrere Beschwerden über die Pressefotografen, die einfach über die Polizeiabsperrungen sprangen, um an die Schüler heran zu kommen. Doch das moralische Dilemma zog auch im Internet weitere Kreise:

In Communities wie SchülerVZ schlichen sich Journalisten als Schüler getarnt ein, um an weitere Informationen zu kommen. Teilweise mussten erste Gruppen deswegen auch zeitweise gesperrt werden. „Mir selber haben welche von Spiegel TV, Frank Elstner und Pro Sieben geschrieben", erzählt Kevin. „Davon halte ich gar nichts!"

 

 Trauer oder die Suche nach

hochbrisanten "Gründen" für die Tat?

 

Dieser Journalismus unterscheidet sich klar vom Qualitätsjournalismus. Doch bei dem Hunger vieler nach schneller und blutiger Information machen manche Journalisten die Kehrtwende zu Boulevard. So wurde der 21-Jährige Tim Kretschmer aus Bremen auch zum Amokläufer: „Ich bin ganz normal zur Arbeit gegangen und gegen 11 Uhr ungefähr kam eine Info aus der Verwaltung, dass diverse Nachrichtenportale und Agenturen bei uns angerufen haben, um Infos über mich zu bekommen, wie ich gelebt habe, oder so. Und ich wusste erst gar nicht wieso. Bis man mir mitteilte, dass ein Attentat geschehen ist und der Täter genauso hieß wie ich". Solche Peinlichkeiten müssen in Zukunft vermieden werden.

Trotzdem wird der 14-Jährige Tim auf der Internetseite der BILD zitiert, dass er nicht mehr in die Schule zurückkehren will und wie die Lehrerin am Hals getroffen wurde und sofort starb. Ist das Journalismus? Über solche Inhalte muss jeder selbst nachdenken und wissen, ob er ihnen ernsthaft vertrauen will, oder etwas länger wartet, bis nähere Informationen vorhanden sind und sich dann für bekannte seriöse Quellen entscheidet.

Montag, 18 April 2011 12:21

Der Vorleser

von unserer Redakteurin Kristina Batzel (18.03.2009)

Vorlesen, Baden, Sex und Beieinanderliegen - ein Lustspiel zweier Menschen, deren Liebe keinerlei Zukunft hat. Während Kate Winslet in der Rolle von Hanna Schmitz den 15-jährigen Michael Berg, gespielt von David Kross, leidenschaftlich verführt, schlagen Kritiker empört die Hände über dem Kopf zusammen: zu sexistisch wird angeblich die Problematik des Nationalsozialismus und die Schuldfrage verharmlost. Die Verfilmung des Erfolgsromans „der Vorleser“ sorgt für großen Aufruhr und Empörung.

Kate Winslet und David Kross in "Der Vorleser" (Szenenbild)

In den Fünfziger Jahren verliebt sich der junge Michael Berg in die 21 Jahre ältere Hanna Schmitz. Eine unvollkommene, jedoch erotische Liebe beginnt, die ihn sein Leben lang prägen wird. Er liest ihr vor und sie lieben sich. Doch die Schaffnerin hütet ein Geheimnis, das ihr zum Verhängnis wird. Michaels Welt zerbricht mit Hannas plötzlichem Verschwinden und erst Jahre später sieht er sie als Jurastudent im Gerichtssaal wieder. Hanna wird angeklagt als KZ Aufseherin hunderte von Menschen beim Todesmarsch geführt zu haben. Für Michael beginnt ein innerer Konflikt, ein Kampf zwischen Moral und Liebe, geprägt von unausweichlicher Schuld.

In dieser Geschichte werden sehr viele Themen zugleich angesprochen, und die eigentliche Verstrickung beginnt erst, als Michael Hannas Geheimnis lüftet: dass sie Analphabetin ist, das aber nicht zugeben kann und dadurch Ihr Schicksal erst seinen Lauf nimmt.

Eine leidenschaftliche Liebe, die Grauentaten des Nationalsozialismus und Moral- und Schuldfragen sind Themen, die Bernhard Schlink geschickt miteinander verknüpft und in Szene gesetzt hat. Ein Meisterwerk, dem nicht jeder Regisseur gewachsen ist. Mit viel Gefühl hat Stephen Daldry die Geschichte auf die Leinwand gebracht und auch die Hauptdarsteller gekonnt in Szene gesetzt. Doch warum dann all die Kritik?

 

Vorwürfe der Rezensenten, der Film würde die NS-Zeit in den Schatten stellen, Hanna von ihrer Schuld befreien und ein einziges Lustspiel sein, sind zu überspitzt. In dem Werk ist gerade die Verstrickung der vielen Themen das Beeindruckende und auch die Liebesgeschichte ein Hauptthema. Erotisch und freizügig werden die Szenen dargestellt, in denen sich Hanna und Michael lieben. Ebenso berechtigt hat Kate Winslet den Oscar verdient, denn sie hat ihre Rolle als die dominante Hanna Schmitz bemerkenswert umgesetzt.

Was nicht nur Kritiker erregt, sorgt auch in unserer Jahrgangsstufe 11, die den Roman bearbeitet und anschließend die Verfilmung gesehen hat, für Diskussionsstoff. Auch hier gehen die Meinungen auseinander. Während die einen den Film mit viel Lob beurteilen, sind andere kritischer. „Der Film hat mich überhaupt nicht überzeugt. Es wurde viel Augenmerk auf die falschen Szenen gerichtet. Wichtige Stellen blieben einfach aus", beschwert sich zum Beispiel Henning Röhl aus der 11D.

Aber eine solche Geschichte dem Buch gemäß zu verfilmen ist eine große Herausforderung. Ob nun die ein oder andere Szene weggelassen wurde, spielt keine Rolle, denn der Film spiegelt trotz allem die vollständige Problematik des Buches wieder. Allemal ist „Der Vorleser" eine sehenswerte Verfilmung. 

von unserem Redakteur Steffen Engelbrecht (20.02.2009)

Die Plattenfirma wollte, dass sie ihren Bandnamen ändern. KOSTENLOS war nicht gerade der Name, der sich neben all den Mainstream-Bandnamen wie Tokio Hotel, Killerpilze oder den unzähligen Namen, die mit „The“ anfangen etablieren könne. Doch sie haben auf ihren Namen bestanden und weiter an ihrem Album gearbeitet. Nach drei Jahren Entstehungszeit erscheint nun das Debüt-Album von KOSTENLOS: Anfang vom Ende.

Die Newcomer KOSTENLOS mit ihrem ersten Album "Anfang vom Ende"

 
 Anna-Lina Etzold - Gesang, Gitarre  

Am Freitag, dem 6. Februar war die Release-Party des neuen Albums und ab heute steht es in allen Plattenläden zum Verkauf. Mit fetten Gitarren-Sounds und viel Schlagzeug möchte die junge Punk-Band in jedes Wohnzimmer und auf jeden Mp3-Player.

Ursprünglich kannten sich die Bandmitglieder von der Kasseler Musikschule, doch als sie merkten, dass sich ihre musikalischen Fähigkeiten kombinieren ließen, gründeten sie die vor über drei Jahren die Band. Anna-Lina Etzold und Steffi Basche sind beide im Jahrgang 13 auf dem Goethe-Gymnasium.

 
 Pascal Richter - Gitarre  

„Ich hatte nie professionellen Gesangs-unterricht. Sie haben mich einfach gefragt, ob ich singen möchte, und ich hab's dann gemacht", erzählt Anna-Lina. An ihrer Seite spielen noch Steffi Basche und Pascal Richter Gitarre. Bass und Schlagzeug spielen Alexander Schrodt und Rafael Krepel.

14 Titel feinster Punkrock sind auf dem Album. Doch neben typischen Punk-Klängen gibt es durchaus auch ruhigere Stücke. „Man merkt, dass wir aus unterschiedlichen Musikrichtungen kommen", erklärt Anna-Lina, „man kann die Einflüsse aus Richtungen wie Gothic,  einfachem Rock und sogar Hip-Hop heraushören."

 
 Rafael Krepel - Schlagzeug  

Lediglich zwei Titel auf dem Album sind auf Englisch. „Ich finde, dass deutschsprachige Musik etwas zu kurz kommt, obwohl viele Leute sie gerne hören. Ich mag aber auch die unsere englischen Titel. Außerdem sind alle unsere Songs selbst geschrieben", ergänzt sie stolz.

Außerdem sind alle unsere Songs selbst geschrieben", ergänzt sie stolz. Viel zu verdanken hat die Band auch ihrem Gitarren-lehrer aus der Musikschule Thorsten Drücker. Er war hauptverantwortlich für die Produktion und organisierte die Aufnahmen im Tonstudio.

 
 Steffi Basche - Gitarre  

Für die Zukunft von KOSTENLOS haben die fünf schon einiges geplant. „Erstmal sind wir von unserer Gastband, Tinef, die auch bei der Release-Party gespielt hat, nach Berlin eingeladen", erzählt Anna-Lina, „und dann vielleicht eine Tour starten; mal sehen."

„Anfang vom Ende" ist ein Muss für jeden Punkliebhaber, aber auch für jeden, der gerne frische Sounds von echten Newcomern im großen Musikbusiness auf die Ohren bekommen will.

 

 
 Alexander Schrodt - Bass

von unserer Redakteurin Marie Thiede (28.01.2009)

Bereits zum vierten Male dürfen zehn berühmte Persönlichkeiten der Güteklasse C und abwärts einen von RTL gesponsorten Abenteuer-Urlaub im australischen Dschungel genießen. Wie immer stehen Ungeziefer, der Streit um das Essen und ein zu überwindender Ekelfaktor ganz oben an der Tagesordnung. Aber damit nicht genug, das Niveau rutscht von Folge zu Folge immer weiter in den Keller!

Peter Bond, ehemaliger Moderator und Pornodarsteller, bei einer seiner graziös gmeisterten Dschungel-Aufgaben

 

Bereits am ersten Abend hieß es ‚Prost, Mahlzeit!' für den ehemaligen EX- Kandidaten Lorenzo von DSDS, heute bekannt als Lorielle London, die sich in einer Happy Hour mit Penis-Colada und anderen Cocktails aus der grünen Hölle vergnügen durfte. Ob man diese Dschungelprüfungen nun zu Tierquälerei zählen sollte oder nicht, darüber stritten sich bereits im letzten Jahre die Gemüter. Allerdings lässt sich wohl sagen, dass diese Sendung immer mehr an Menschenquälerei grenzt.

Die ‚Stars' blamieren sich, im wahrsten Sinne des Wortes, bis auf die Knochen, haben intimere und niveaulosere Gesprächsthemen denn je und lassen sich immer mehr gehen. Während der Eine diesen Abenteuer-Urlaub als Unterschlupf für seinen Winterschlaf nutzt, mutieren gerade die weiblichen Teilnehmer zu Streithähnen und gehen sogar in Hungerstreik. Es geht um Konkurrenzkämpfe, es geht um Respekt, es geht um Bananen. Doch mehr können die Zuschauer von einem ehemaligen Pornodarsteller, einer Transsexuellen  und Frauen, die sich jediglich über ihre künstlichen Brüste unterhalten, wohl kaum erwarten. 

Trotz der von allen Seiten erscheinenden Kritik scheint es immernoch viele Fans der Sendung zu geben; ansonsten würde es sich kaum lohnen eine vierte Staffel zu drehen. Auch die Schüler scheinen sich nicht einer Meinung zu sein: "Ich gucke mir sowas nicht an. Es gibt zwar viel Müll im Fernsehen, aber ich sehe einfach keinen Sinn in dem Dschungelcamp. Das ist bloß Tierquälerei und das werde ich nicht durch hohe Einschaltquoten, nur damit ich mich drüber lustig machen kann, unterstützen!, so die 16-jährige Janina. Doch mit der Aussage ist Tischnachbar Tobias gar nicht einverstanden: "Natürlich hat die Sendung keinen richtigen Sinn, aber welche Serie hat das schon? Wenn sich diese Menschen schon zum Affen machen, kann man sich das ruhig angucken und darüber lachen. Und auf der Welt werden überall Tiere gegessen, deshalb ist das Dschungelcamp noch lange keine Tierquälerei."

Auch die Moderation der Clowns Dirk Bach und Sonia Zietlow in ihren Kanarienvogel-ähnlichen Kostümen hebt das Niveau der Sendung nicht an. Im Gegenteil, bei ihnen bekommt jeder der Tarzans und Janes ihr Fett weg. Fiese, freche Sprüche - mehr ist von ihnen nicht zu hören. Diese Serie scheint nicht zu retten. Wobei eine Namensänderung, wie z.B. ‚Rettet den Dschungel und holt sie daraus!' vielleicht sogar für höhere Anruferquoten sorgen würde. 

Montag, 18 April 2011 12:11

Mogeln was das Zeug hält!

Von unserer Redakteurin Kristina Batzel (15.01.2009)

Roter Lippenstift à la Marilyn Monroe oder doch lieber der schwarze Lidstrich von Amy Winehouse? Ohne Mogelpackungen traut sich kaum eine Frau mehr auf die Straße. Sei es Puder oder Mascara, bei dem Anblick der unzähligen Schminkutensilien in der Handtasche jeder Frau, wird Männern schwarz vor Augen.

Schön? Oder doch in den Farbtopf gefallen?

Doch warum überhaupt der ganze Aufwand? Will Frau etwa Unreinheiten verbergen und sich von lästigen Augenringen verabschieden? Oder liegt der Kern doch viel tiefer, indem Minderwertigkeitskomplexe Überhand ergreifen?

Allzu bekannt kommt einem die Situation vor, in der man morgens vor dem Spiegel steht und sich am Liebsten die Hände vor das Gesicht schlagen würde. Tiefe Augenringe, geschwollene Augen und ein bis zwei neue Pickel, die einem die Laune vermiesen.

Wären da nicht die guten alten Modelpackungen, die einen wieder auf Hochglanz bringen. Make-Up verteilt, Wimpern getuscht, und Lipgloss aufgetragen, wirkt das Spiegelbild doch um einiges besser. Die wahre Schönheit und Natürlichkeit bleibt dabei jedoch auf der Strecke. Werbungen, Zeitschriften, Plakate- überall wird gezielt das Schönheitsideal und die Perfektion angestrebt. Werbe-Spots in denen bildschöne Frauen die neuesten Schminkutensilien präsentieren, regen umso mehr an, zum Pinsel zu greifen.

 
Frau ist ohne sie verloren!  

Ein ständiger Druck, sich in der eigenen Haut nicht mehr wohl zu fühlen. Warum nicht einfach ohne jegliche Pinselei auf die Straße gehen und der Natürlichkeit freien Lauf lassen? Der Charakter soll ja bekanntlich schön machen. Aber dies wollen Frauen nicht hören. Die Überzeugung mit Schminke besser auszusehen, führt dazu, dass Frau Angst und Komplexe hat, ungeschminkt nicht mehr attraktiv genug zu sein. „Ich find mich ungeschminkt nicht so schön. Mit den richtigen Tricks kann man die Augen hervorheben, die Lippen voluminöser machen und die Haut sieht reiner aus" ,erklärt die 18-Jährige Schülerin Nadine Katscher.

Die Definition von Schönheit ist jedoch sehr unterschiedlich. Während sich die einen sehr dezent schminken, wirkt es bei anderen als wären sie in einen Farbtopf gefallen. Eine Gemeinsamkeit steht jedoch im Vordergrund. Sie alle wollen ihrem Liebsten Gefallen. Aber was halten nun die Männer von all der Mogelei? „Natürlichkeit ist am Schönsten. Aber ein wenig Make-Up schadet auch nicht. Man sollte sich nur nicht die ganze Tube ins Gesicht klatschen", erklärt Marcel Levien, Schüler der 11a.

Montag, 18 April 2011 12:10

Lacoste es, was es wolle

Von unserer Redakteurin Janina Schmidt (14.12.2008)

Tochter: „Ich will aber genau diese Schuhe haben und keine anderen.“ Mutter: „Die anderen sehen doch fast genauso aus. Für das Geld könnte ich mir drei verschiedene Paar Schuhe kaufen!“ Bei diesem Mutter-Tochter-Dialog geht es allerdings nicht um ein einfaches Paar Schuhe, sondern um eine ganz besondere Marke- ein Punkt, in dem die Mutter ihre Tochter nicht versteht.

 
Der Markenwahn schlägt ohne Rücksicht zu
 

Schon lange beherrschen Markenwaren das Äußerliche vieler Schüler. Sei es die Rolex, die es von Papi zu Weihnachten gab, die Carharrt-Jacke, die Mami für die Eins in Mathe mitgebracht hat oder eben die gewissen Schuhe von Lacoste. Die meisten Schüler leben nun mal treu dem Motto „Lacoste es, was es solle", denn mit dem Argument, die Anderen trügen doch auch alle Markensachen, lässt sich Papi schnell überzeugen. Selbst an der Kasse lässt sich Paps sein Erstaunen über den Preis, den ihm die Kassiererin sagt, nicht anmerken und zückt schnell das goldene Wundermittel- DIE Lösung für jegliche Probleme in Sachen Geld.

Dass sich allerdings nicht alle Mitschüler diese Klamotten leisten können, haben die Markenfetischisten sicherlich auch schon festgestellt. Dennoch infizieren sie mit ihrem Trend immer mehr ihrer Mitschüler, die nachmittags an den Wühltischen bei Pohland, Heinsius und Sander und Co. anzutreffen sind. Dass dadurch aber ein immer größerer Wert auf äußerliche Erscheinungen gelegt wird, stört hierbei keinen der betroffenen Personen. Ganz im Gegenteil, man muss schon Respekt vor denen haben, die sich diesem Markenwahn widersetzen, denen es nichts ausmacht, auch einmal bei KiK einzukaufen und die böse Blicke auf dem Schulhof abschütteln, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Thorsten F. (Name von der Redaktion geändert) ist zum Beispiel einer von diesen. Er interessiert sich nicht für Marken und findet die Beschränkung auf äußere Erscheinungen „echt dämlich". Es macht ihm nichts aus, wenn er auch mal nur bei KiK einkauft, denn im Gegensatz zu vielen anderen Schülern, die von den Markenprollos ausgegrenzt und gemobbt werden, wird er in seinem Freundeskreis vollkommen akzeptiert. Deshalb erklärt er auch: „Das wären keine echten Freunde, wenn sie mich wegen Marken unter Druck setzen würde." Dann kann man auch verstehen, dass er mit der zunehmend größeren Gruppe der Markenträger nichts zu tun haben will.

Da nicht alle Schüler so denken wie Thorsten, eventuell auch nicht genug Selbstvertrauen besitzen um sich dieser Herausforderung zu stellen und sich dem Markenwahn zu widersetzen, ist es nicht verwunderlich, dass immer mehr Bench-Jacken über den Schulhof laufen. Wer also freiwillig auf ein weiteres Paar Schuhe verzichtet, nur um sich die bereits erwähnten Schuhe von Lacoste zu holen, scheint rein logisch betrachtet die Markenwaren nicht nur zu kaufen, weil sie ihm besonders gut gefallen, sondern um ein gewisses Ansehen unter den Mitschülern zu erreichen. Doch wer in dieser Einstellung verbleibt, hat falsch gedacht. Da es immer mehr Schüler gibt, die dem Markenwahn folgen, ist man als Neu-Markenfetischist ganz einfach Einer unter Hunderten, und nicht, wie sicherlich einige Schüler denken, ein ganz besonderes Individuum.

Was bereits zu Zeiten von Bertolt Brecht galt, wird also auch zukünftig immer mehr zu einem gesellschaftlichen Problem: „Kleider machen Leute".

Montag, 18 April 2011 12:10

Feuchtgebiete

von unserer Redakteurin Marie Thiede (30.11.2008)

Jeden interessiert es, aber keiner gibt es gerne zu. Doch wie hätte dieser Roman sonst im Null Komma Nix zu einem Bestseller werden können?

So selbstbewusst und offen hält dieses Buch in der Öffentlichkeit wohl nicht jeder.

Mit dem Titel »Feuchtgebiete« ist genau das gemeint, woran jeder denkt, wenn eine attraktive Frau dieses Wort in den Mund nimmt, die nicht gerade so aussieht, als würde sie sich für die Ökologie der Biotope Nordhessens oder gar für das Leben der Sumpfhühner interessieren. Im entferntesten Sinne allerdings haben die Erkundungen der Feuchtgebiete auch in diesem Fall etwas mit Ökologie zu tun.

Helen Memel, 18 Jahre jung, erforscht die Ökologie ihres eigenen Körpers. Sie riecht und leckt an allem, was die Feuchtgebiete ihres Körpers so produzieren: Popel, Smegma und sehr viel Blut. Die Autorin beschreibt offen und tabulos Dinge, über die die meisten Menschen in der Öffentlichkeit nicht sprechen und geniert wegschauen.

Der gesamte Roman handelt von der angeblich überbewerteten Intimhygiene, Analverletzungen, Analverkehr, grenzwertigen Ideen anderen Menschen ihre Aussscheidungen unterzujubeln und fremde wieder aufzunehmen, und wagemutigen Experimenten bei der weiblichen Masturbation, für die Helen auch mal gerne einen Duschkopf oder einen ihrer geliebten Avokadokerne benutzt.

Das durch seinen grellen pinkfarbenen Umschlag auffällige Buch sorgt für Entsetzen aber auch extreme Neugier bei Jung und Alt. „Ich finde gut, dass jemand so offen darüber schreibt. So erfährt man wenigstens mal, was die Frauen wirklich denken und machen", erklärte ein Schüler des 11. Jahrgangs.

Doch neben des vorhandenen Ekelfaktors und der sprachlichen Direktheit bei Tabuthemen provoziert die Autorin Charlotte Roche und macht ihre Abneigung gegen den heutigen Hygiene- und Rasurwahn sehr deutlich; Ihrer Meinung nach übertüncht Parfum bloß die körperlichen Lockstoffe, während der körpereigene Schweiß für die Zuneigung der Männerwelt verantwortlich ist.

Manch eine(r) liest dieses Buch ungeniert in der Straßenbahn, die Mehrheit verkrümelt sich wohl unter die Bettdecke mit einer Taschenlampe . Zum Glück kann man heutzutage die Bücher im Internet bestellen!

Montag, 18 April 2011 12:09

Lesetipps von unseren Schülern

von den Redakteuren Mara Liebehenz, Yannic Garcia, Philipp Breul und Schahin Saket (20.11.2008)

100 Schülerinnnen und Schüler aller Jahrgänge haben wir gefragt: Welches Buch würdest Du empfehlen?   

 Bücher sind nicht nur Blätter sondern verschiedene Welten 

Nachdem nun auch Harrys Ära zu Ende gegangen ist und Tolkins "Herr der Ringe" der Vergangenheit angehört, brauchen wir dringend neuen Lesestoff! Um die Auswahl des nächsten Buches einfacher treffen zu können, stehen hier die derzeitigen Top 10 der Lieblingsbücher der Schüler des Goethe-Gymnasiums!

1. Platz mit 21 Stimmen: "Harry Potter" von J.K. Rowling

Mareike P., Schülerin der 12. Klasse: „Harry Potter ist daher so großartig, da die meisten damit aufgewachsen sind! Man wurde gleichzeitig mit dem Charakter Harry älter und konnte sich so sehr gut mit dem Geschehen identifizieren! Außerdem ist die Welt so detailreich, dass man sich einfach nur gefesselt fühlt!"

2. Platz mit 15 Stimmen: "Biss zum Morgengrauen" von Stephenie Meyer

Sam S., Schüler der 12. Klasse: „  Biss zum Morgengrauen ist einfach echt gut geschrieben! Es fesselt einen vom ersten Moment an und man kann gar nicht mehr aufhören mit dem Lesen. Hinzu kommt, dass eher nebensächliche Inhalte ebenso interessant waren!"

3. Platz mit 14 Stimmen: "Eragon" von Christopher Paolini

Thomas S., Schüler 9. Klasse: „ Eragon ist das neue Herr der Ringe und Herr der Ringe war schon hervorragend! Die Welt ist sehr detailliert beschrieben und daher so anziehend! Es wurde sogar eine eigene Sprache erfunden!"

Alle schon gelesen? Na dann Helfen diese von Euch nominierten Bücher vielleicht mehr:

4. Platz:        "Drachenläufer" mit 9 Stimmen

5. Platz:        "Herr der Ringe" mit 5 Stimmen 

6. Platz:        "P.S. Ich liebe Dich" ebenfalls mit 5 Stimmen

7. Platz:        "Der Schatten des Windes" mit 4 Stimmen

8. Platz:        "Bartimäus" mit 2 Stimmen

9. Platz:        "Feuchtgebiete" mit 2 Stimmen

10. Platz:      "Mieses Karma" mit 1 Stimme

Hier noch ein Redaktionstipp für englischsprachige Bücher: "The Boy in the Striped Pyjamas" von John Boyne. Unser Redakteur Schahin Saket: "Diese Buch ist einfach nur fesselnd! Die Geschichte,  geschrieben aus der Sicht eines Jungen, der in der Nähe eines Konzentrationslagers lebt, ist nicht nur traurig und spannend sogleich, sondern eröffnet einem die Chance eine ganz andere Sicht auf die Geschehen des  3. Reiches zu erlangen! Die Geschichte ist ebenfalls sehr einfach geschrieben und somit auch für Schüler mit schwächeren Englischkenntnissen sehr verständlich."  

Montag, 18 April 2011 12:08

James Bond - Ein Quantum Trost

von unseren Redakteuren Johannes Schmoll und Yannic Garcia (16.11.2008)

James Bond ist Kult, soviel steht fest. Aber was macht einen Kult aus, und was macht vor allem den Bond-Kult aus? Der Charme der immer wieder fantastisch besetzten Hauptrolle, die Action oder die Technik?

Der Ford Ka - nicht wirklich bondtauglich

Die bisher gelungene Mischung aus allem macht's. Bisher? Ja, bisher. Denn im neuen Bond Streifen „Ein Quantum Trost" ändert sich da so einiges und echte Bondfans könnten stutzig werden. Denn der sonst so geliebten Kult-Mix aus Action, schönen Frauen und den Kultsprüchen kommt etwas zu kurz.

Zu Anfang des Film ist davon noch nichts zu merken. Das Design des Vorspann ist nach kreativ-verdrehter Bondmanier gestaltet. Doch dann folgt eins aufs andere: Der Aston Martin genießt nur einen kurzen Auftritt zu Beginn, bevor er zu Schrott gefahren wird und die Kino Leinwand für die restlichen 106 Minuten des Films verlässt, den coolen Spruch „Mein Name ist Bond - James Bond." sucht man im Film vergebens, Bonds Techtelmechtel mit Miss Money Penny scheint zum Erliegen gekommen zu sein und das technische Know-How des Superargenten ist rapide gesunken, wobei sich sein Arsenal nur auf einfache Handfeuerwaffen beschränkt und die Zeiten modernster Hightechausrüstung in weite Ferne rücken.Zudem trinkt Bond keinen Martini mehr, sondern spült sich einen seltsamen Cocktail die Kehle runter, bevor er gekonnt in einen Ford Ka steigt.

Was bleibt? Ein trotz alle dem gut gemachter, rasanter Actionfilm. Die Verfolgungen sind toll in Szene gesetzt und wenn man einfach nur einen Actionfilm mit einer, ein wenig verwirrenden Story genießen will, ist der neue James Bond keine allzu schlechte Empfehlung. "Nur halt einfach nichts besonderes mehr, aber man kann es sich anschauen!" meinte Markus F. kurz nachdem der Film zu ende war.

Und was machen die echten Bond Fans? Nun ja, als Trost, wenn auch nur ein Quantum Trost, gibt es ja immer noch die alten Filme auf DVD.

Montag, 18 April 2011 12:08

DJ Blackskin in da house

Aus unserer Redaktion (11.11.2008)

Der international bekannte DJ Blackskin aus Kassel konnte von unserem Musikkurs 13 von Herrn Reitinger zum Interview gewonnen werden. Locker und ausführlich beantwortete er alle Fragen und beeindruckte durch seine offen Art und seine Geschichten aus der "Szene".

DJ Blackskin beim Interview in entspannter Atmosphäre

Direkt aus dem eigenen Studio ins Goethe-Gymnasium: Der Podcast des Interviews kann kann hier geladen werden [3,8 MB, mp3]. Das Interview dauerte fast 2 Stunden, der Podcast ist natürlich kürzer ;) 

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