Lust & Leben

Lust & Leben (252)

Von Clarissa Sinning (Lyrik)

Die Lyrik ist eine der frühen literarischen Formen. Geschriebene Lyrik gab es schon zu den Zeiten der alten Chinesen, Babylonier, Perser oder Juden (Psalmen, Hoheslied des Salomon), mündliche Lyrik dürfte in die frühesten Zeiten der Menschheitsgeschichte zurückgehen. Unser Begriff von Lyrik wurzelt allerdings im antiken griechischen Kulturkreis. Dort war die Lyrik zunächst das zur Lyra gesungene Lied.





Anlässlich des Welttages der Poesie am 21. März 2005 hatte die Deutsche Presse-Agentur eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben, die für Deutschland den Bezug zur Lyrik in der Bevölkerung messen sollte. Das Meinungsforschungsinstitut "polis" ermittelte,
- dass jeder zweite Deutsche mit Lyrik wenig im Sinn und schon länger kein Gedicht mehr gelesen hat;
- dass 58 Prozent der Männer lange Zeit nicht mehr mit Gedichten in Kontakt gekommen wären;
- dass 43 Prozent der Frauen Verächterinnen von Gedichten wären;
- dass in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen 63 Prozent schon länger keine Lyrik mehr gelesen hätten.
Unklar ist, ob die Beschäftigung mit Songtexten (englisch: lyrics), die besonders in Schüler- und Fankreisen sehr beliebt ist, ausdrücklich in diese Ergebnisse eingeflossen ist.

Poetry-Slam in Kassel

Clarissa Sinning ist Schülerin des Goethe-Gymnasium, die Gedichte liebt und regelmäßig selbst gerne dichtet, sich aber noch nicht traut, die eigenen Ergebnisse bei einem Poetry-Slam bzw. Gedichtwettbewerb, der in allen großen Städten veranstaltet wird, teilzunehmen. Vielleicht bestärkt ihr sie ein bisschen.


Wer hat gesagt, dass das Leben einfach ist?
von Clarissa Sinning

Leben?
Wie funktioniert das?
Hat das Leben überhaupt einen Sinn?
Was soll man damit anfangen?
Doch vor allem,
was ist das eigentlich?

Tja, wie funktioniert das Leben?
Ich weiß es nicht!
Leben ist ein komplexes Gebilde
Es ist ein Abenteuer,
eine Reise,
auf der man sich immer weiterentwickelt,
Ein Auf und Ab,
Es gibt Höhen und Tiefen,
Freud und Leid,
Glück und Schmerz
Leben ist Leben,
aber es ist nicht immer einfach,
doch wer hat gesagt,
dass das Leben einfach ist?

Hat das Leben einen Sinn?
Ja, hat es!
Der Sinn kann für jeden ein anderer sein,
Für den einen ist es z.B. kranken Menschen zu helfen,
Für den anderen,
durch die Welt zu reisen und neue Dinge kennen zu lernen
Für den nächsten ist es wieder etwas ganz anderes

Den Sinn seines Lebens zu finden,
kann jeder nur für sich allein.
Zu entscheiden,
was man mit seinem Leben anfangen will,
welchen Weg man gehen will,
ist die Aufgabe von jedem allein,
diese Aufgabe kann einem niemand abnehmen,
Natürlich ist es schwer,
aber wer hat gesagt,
dass das Leben einfach ist?
Nun, was soll man mit seinem Leben anfangen?
Das ist eine schwierige Frage
und beantworten kann sie nur jeder für sich allein.
Es ist wie mit dem Sinn des Lebens,
welchen Weg man gehen will,
was man mit seinem Leben tun will,
muss man selbst entscheiden,
Einfach ist das nicht,
doch wer hat gesagt,
dass das Leben einfach ist?

Ja, was ist Leben überhaupt?
Das ist wohl eine Frage,
die niemand beantworten kann!
Das Leben ist aus meiner Sicht ein komplexes Gebilde,
mit endlosen, unzähligen Variationen
Das Leben verläuft bei jedem unterschiedlich,
nie ist es zweimal dasselbe,
immer gibt es Unterschiede!

Das Leben scheint auf den ersten Blick sehr stabil und fest,
doch wenn man genauer hinsieht,
bemerkt man,
wie zerbrechlich es ist!
Mit dem Leben müssen wir vorsichtig umgehen,
wir müssen es hegen und pflegen,
denn wir haben nur das eine,
nur diese eine Chance,
nur eine Möglichkeit,
etwas zu bewegen,
zu verändern!

Das Leben müssen wir bewahren,
darauf Acht geben
und versuchen,
das Beste aus unserem Leben zu machen!
Das nicht einfach,
es ist sogar super schwer,
aber mal ganz ehrlich,
wer hat gesagt,
dass das Leben einfach ist?

Samstag, 04 Juni 2011 20:37

Der Ernst des Lebens

Aus unserer UMLAUF Online Redaktion (17.09.2005 18:52)

Dass "der Ernst des Lebens" ein netter Blondschopf mit guten Manieren sein würde, hätte sich Annette nicht träumen lassen. Zu oft hatten die Erwachsenen sie gewarnt: "Warte mal ab, bis du sechs bist und in die Schule kommst. Dann beginnt der Ernst des Lebens." Und tatsächlich! Am ersten Schultag sitzt er neben ihr: ein Junge namens Ernst, der prompt Annettes Freund wird.

Samstag, 04 Juni 2011 20:36

Ihr habt es euch wirklich verdient

Von unserem Deutschlehrer Ralph Meist (03.07.2005 16:55)

Liebe Abiturientinnen, liebe Abiturienten,
liebe Eltern, liebe Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Eine Rede zur feierlichen Verabschiedung der Abiturienten soll ich halten.
"Du kannst das doch als Deutsch-Lehrer." Aha!
"Du, die soll auch gar nicht lang sein." Aha!
Was sagt man denn da so? "Hier steh' ich nun ich armer Tor .." . Na, ja, auch als Deutsch-Lehrer muss man es ja nicht gleich übertreiben, auch nicht an einem Gymnasium, das Goethe im Namen trägt.




Beifall für die Rede


Vielleicht steht ja was im Internet. Da steht was, aber das will ich doch gar nicht sagen. Aber was will ich denn sagen? Alles Gute für euren weiteren Weg, das wäre doch gut, aber auch ein wenig kurz und von einer Würdigung der erbrachten Leistung auch noch kein Wort gesagt. Aha!

Freudig und entspannt

Die Rede von Alexander Schön vom letzten Jahr könnte ich nehmen; die war toll, kennt auch noch keiner von euch. Aber ich bin doch Deutsch-Lehrer! Da werden mir doch wohl die richtigen und passenden Worte einfallen, bin doch sonst nicht auf den Mund gefallen. Vielleicht etwas, was ihr in den letzten Tagen und Wochen noch nicht gehört habt?
Richtig, ich bin euer Lehrer, vielleicht sollte ich mal davon etwas erzählen, davon, was mich so beschäftigt, wenn ich zu Hause am Schreibtisch sitze und mir am Ende des Halbjahres Gedanken über eure Noten mache. Nun gut: Das sieht ungefähr so aus:

Die Abirede der Schüler hält Felix Kraft

Oberstufe. Leistungskurs.
Ende des Halbjahres.
Bewertet wird nach Punkten.
15 Punkte sind maximal zu vergeben; das entspricht einer Einsplus.
15 Punkte gebe ich nicht.
14 auch nicht.
Oder sollte ich Olga und Johann nicht doch 14 Punkte geben? Beide sind so gewissenhaft, bringen den Unterricht durch ihre überlegten Beiträge zumeist weiter. Oder setze ich die Grenze bei 13 Punkten? 13 Punkte entsprechen einer Einsminus - noch sehr gut. Die beiden sind aber doch gar nicht "noch sehr gut", sondern unbedingt "sehr gut", also 14 Punkte. Außerdem könnte ich so Sebastian noch 13 Punkte geben; das ist mir wichtig und darüber hinaus auch ein Signal. Sebastian, der sonst so destruktiv ist, sich zeitweise vom Unterricht verabschiedet aber seit diesem Halbjahr, bei der Besprechung von Uwe Timms Roman "Kopfjäger" so engagiert ist. Das sind eigentlich eher 14 Punkte. Seine Hausaufgaben waren ausgezeichnet. Also 14 Punkte. Aber was mache ich dann mit Olga? Also gut, Olga bekommt 15 Punkte, Johann dann aber auch - so komme ich nicht vorwärts. Vielleicht gehe ich mal alphabetisch vor:

Agnes. Agnes nörgelt oft. Meistens über ihre Mitschüler, aber ihre Beiträge sind doch o.k. "Noch gut", 10 Punkte, das ist in Ordnung. Außerdem kann ich so Peter noch 5 Punkte geben. Oder ist Peter nicht doch eher schwach ausreichend, also 4 Punkte. Mann, ist doch egal. Ist gar nicht egal. 4 Punkte, schwach ausreichend, bedeutet, dass der Kurs im defizitären Bereich ist. Kann sich Peter noch einen defizitären Kurs leisten? Mist, außerdem wollte ich doch alphabetisch vorgehen. Die 5 Punkte gebe ich Peter in jedem Fall, auch wenn die Millimeterskala dann nicht mehr stimmt. Dann bekommt Jakob 6 Punkte, obwohl verglichen mit .......

Unser Bester: Thomas Pletsch...

So sieht das manchmal bei mir zu Hause am Schreibtisch aus! Aber bei meinen Ausführungen sollte es gar nicht so sehr um mich gehen. In meinem letzten Leistungskurs gab es keine Olga und auch keinen Johann. Genauso sieht es - rein namentlich - mit den restlichen Schülern aus. Aber es gibt gute, sehr gut Schüler. Es gibt zwar auch Schüler in diesem Kurs, die vielleicht gar nicht so gut beraten waren, sich für einen Deutsch-Leistungskurs zu entscheiden und da spreche ich sicherlich auch für so manch anderen Leistungskurs, aber nun waren sie einmal da. Und ich bin froh, dass sie da waren - da sind - und mir diesen Kurs so ans Herz haben wachsen lassen. Gerne habe ich in diesem Jahrgang unterrichtet. Allerdings die Rechtschreibung! Die reinste Katastrophe. Interpunktion? Nie gehört. Zum Haare raufen! So sieht es nämlich aus!

und auch Isabella Pisarczyk wurde ausgezeichnet

Dieser Kurs und der gesamte Jahrgang sind nicht in Zahlen und Noten darzustellen. Vielmehr möchte ich mich bei euch bedanken: Ich bedanke mich für eure Fairness, eure Freundlichkeit und eure Fröhlichkeit, mit der ihr meinen Kollegen und mir begegnet seid. Ich bedanke mich dafür, dass ihr euch engagiert habt. Ich werde diesen Jahrgang in guter Erinnerung behalten und freue mich über die zwei Jahre, die wir gemeinsam verbracht haben.

Für eure persönliche und berufliche Zukunft wünsche ich euch nur das Beste! Ich wünsche euch, dass eure Wünsche und Träume in Erfüllung gehen. Ich möchte euch Glück wünschen, ich möchte, dass ihr zur richtigen Zeit am richtigen Ort seid, ich möchte, dass ihr Menschen findet, die eure Talente erkennen und fördern, die euch zur Seite stehen und mit euch zusammen dafür sorgen, dass ihr glücklich werdet - beruflich und natürlich, was genauso wichtig ist, auch privat. Ich finde, ihr habt es euch wirklich verdient.

Die Rede ist gleich zu ende und ich bin fast ein bisschen stolz, dass ich diese Rede halten durfte, und ich denke, das Wesentliche ist jetzt gesagt!













Samstag, 04 Juni 2011 20:36

Keep in Mind

Aus dem 12er Grundkurs Kunst von Frau Luise Laube (17.07.2005 16:08)

Optische Massenmedien - zwischen Kunst und Plakat - war das Thema des 12-er Kunstkurses von Frau Laube. Dabei war es nicht Aufgabe, gewöhnliche marktschreierische Werbeplakate zu gestalten, sondern den Betrachter durch trickreiche Schrift-Bild-Kombinationen anzuregen, zu irritieren und somit die Aufmerksamkeit auf eine etwas andere Art zu erlangen.



 

 

 

 

 

 

 

 

Samstag, 04 Juni 2011 20:35

Hurricane 2005

Von unserem Mitarbeiter Ingo Lehmann (26.06.2005 13:56)

Schon beim Beladen des Autos am Freitag Morgen spürten wir die vorherrschende "Schafskälte", die sich über die drei Festivaltage vom 10. bis 12. Juni 2005 in Scheeßel erstrecken sollte. Das meist feuchte Wechselwetter mussten dieses Jahr über 50.000 Musikwütige ertragen, bekamen im Gegenzug aber hervorragende Live-Perfomances von zahlreichen großen Bands geboten.





Nachdem wir die Autofahrkunst von einem Festivalbesucher ("Ich habe nicht in den Rückspiegel geschaut....") am eigenen Leibe bzw. Auto erfahren durften, ging es endlich los in Richtung Festivalgelände, wo schon die Dresden Dolls ihren Artpop vortrugen. Nur von einer Sängerin, die gleichzeitig ein Piano bediente, und einem Drummer wurden herausragende Kompositionen mit meist dynamischen Aufbau ergreifend vorgetragen.
Das Festival bot zwei Bühnen unterschiedlicher Größe, die sich leider auch beträchtlich vom Sound unterschieden. The Stands spielten auf der kleineren der Bühnen, überzeugten aber durch britisch angehauchte Melodien, lange Solos und einer gepflegten Prise Rock'n'Roll im Blut. Boysetsfire und Kettcar, mit Emo-Hardcore bzw. Hamburger Schule Pop, erreichten uns nur aus der Ferne, wurden aber von den Fans gut abgefeiert. Als nächstes rockten Turbonegro ohne Ende über das Festivalgelände. Unterstützt von zahlreichen Hardcorefans wurde Rotz-Rock'n'Roll vom Feinsten geboten.

Festival in Scheeßel

Einer der von mir favorisierten Acts, Richard Ashcroft, hatte leider abgesagt, weshalb man sich als nächstes Trent Reznors Nine Inch Nails widmete, dem ersten echten Hauptact des Festivals. Der Industrial-Gott heizte dem Publikum mit altbewährten, aber auch nagelneuen Songs ein. So gab er mit seiner Combo beispielsweise den Hit "The Hand That Feeds" aus dem neuen Album zum Besten. Aber besonders Songs wie "Closer" oder das ungewöhnlich ruhige "Hurt" aus dem Erfolgsalbum "The Downward Spiral" brachten die Fans zum Toben. Im Gegensatz zu früheren Auftritten verzichtete Reznor dieses Mal jedoch auf eine ausgedehnte Gitarren-Zertrümmerungs-Einlage und auch seine Bandmitglieder blieben weitgehend unverletzt.

Mit "Wir sind Helden" spielte eine Band, auf die sich augenscheinlich die meisten Festivalbesucher einigen konnten. So gab es hier so gut wie kein Durchkommen auf dem Gelände Nahe Bühne. Hier merkte man auch überdeutlich, dass dieses Jahr 10.000 Fans mehr auf das Festivalgelände gelassen wurde. Aber Hits wie "Nur ein Wort" oder "Denkmal" besänftigten das laut mitsingende Publikum und eine wie immer sympathische Band erledigte den Rest. Die Helden sind und bleiben eine Ausnahme- erscheinung für die deutsche Musik im allgemeinen und waren auch am 8. Juni in Calden live zu erleben.
Rammstein brachten wieder die Härte zurück. Die Brachial-Rocker boten wie gewohnt eine "heiße" Bühnenschow, bei der an Pyrotechnik nicht gespart wurde. Die umstrittene Band hatte mit Songs wie "Rammstein" und "Mein Teil" für alle Festivalbesucher etwas zu bieten: Für die Fans einen Anlass zum Feiern und für die Kritiker einen Grund mehr, sie zu hassen.

Oasis betrieben ihr Handwerk im Anschluß sichtlich gelangweilt. Zwar wurden neben Songs der neuen - wieder besseren - Platte auch alle alten Hits inkl. "Wonderwall" und "Live Forever" gespielt, die Band wirkte aber auf dem Festival etwas deplaziert. Dies lag zum einen am schlechten Sound auf der "Zweitbühne", sowie auch an der etwas geringen Fanunterstützung. Die meisten Besucher waren offensichtlich zu jung, um die ersten und größten Erfolge der Britpopper miterlebt zu haben. Desweiteren taten Oasis mit ihrer arroganten Art auch nicht viel, um neue Fans zu erlangen. Für mich war es dennoch ein gelungener Abschluss des ersten Festivaltages.

Am Samstag ließen wir uns von Flogging Molly so richtig aufwecken. Geboten wurde hier eine Mischung aus "Pogues" und den "Sex Pistols", also eine folkloristische "Abgehmucke", die jeden munter machte. Sehr interessant wurde es dann bei den konfusen "Songs" von Fantomas mit Metal-Noise-Rock vom Feinsten. Die Köpfe von diesem Allstarprojekt sind ganz klar Mike Patton sowie Dave Lombardo. Geboten werden wirre Songs und Soundfragmente, die es schaffen, wechselhafte Stimmungen im Sekundentakt entstehen zu lassen: Harmonie, Aggressivität, Bedrückung und Angst. Abgefahrene Synthiesounds werden durch virtuoses Drumming, abwechslungsreichen Gesang (selten clean) und an klassische Horrorsounds erinnernde Gitarren ergänzt, die perfekte Untermalung für einen Gruselfilmsoundtrack.

Die Beatsteaks aus der Hauptstadt lieferten wieder eine mitreißende Show. Aber was soll man über die Live-Qualitäten der Jungs sagen, was noch nicht gesagt wurde? Seht sie euch einfach selbst an und feiert mit! Chris Cornell (Ex- Soundgarden) und Audioslave von "Rage Against The Machine" trumpften an diesem Abend vor allem mit den Hits Ihrer alten Bands auf und wurden dafür vom Publikum frenetisch abgefeiert. Aber auch die eigenen Songs zeigten, dass aus Audioslave eine echte Band geworden ist, was durch das hervorragende neue Album "Out Of Exile" noch verstärkt wird. Groß! Für mich einer der Höhepunkte des Festivals. System Of A Down überzeugen im Anschluss auf der Hauptbühne mit ihrer bekannten Mischung aus Emocore, Numetal und klassischen Metalelementen.

Brendan Benson eröffnete für uns entspannend den Sonntagmorgen. Melodische Rocksongs zum Wohlfühlen im besten Sinne. Nicht zu unrecht musiziert Benson zusammen mit Jack White. Bei La Vela Puerca und Ska P wurde das Festival richtig tanzbar. Hier wurde bester Ska geboten, wobei Ska P durch Ihre anarchische Bühnenshow mit Friedensdemonsranten-niederprügelnden-Polizisten, dem Tod im Amerika-Dress und einem elektrischen Stuhl ebenfalls im Stars-and-Stripes-Look auffielen. Hier wurde gefeiert bis zum Umfallen. Für mich - der Höhepunkt des Festivals - war der Auftritt der melancholischen Artrocker von Madrugada. Hier wurde rockiges vom "Grit" Album mit den eher düstereren Stücken der alten Alben, welche des öfteren mit Nick Caves früheren Werken verglichen werden, vermischt. Emotionaler kann Rockmusik nicht klingen.

Was fällt einem zuerst zu Beck ein? "Loser", okay. Aber danach? Milchgesicht, genau! Und das, obwohl der Mann mittlerweile weit über 30 Jahre ist. Musikalisch gesehen hat sich der einst als "Nachfolger von Kurt Cobain" gefeierte Amerikaner jedoch weiterentwickelt und überzeugt durch gute Rocksongs. Queens Of The Stone Age - mittlerweile ohne Foo Fighters-Frontmann Dave Grohl - präsentierten in einer soliden Darbietung einige Songs aus ihrem neuen Album. Aber natürlich bekamen die Zuschauer auch ältere "Hits", wie "No One Knows", um die Ohren geblasen.

Nun war es endlich soweit: Die Ärzte, ihrerseits "beste Band der Welt" und Headliner des Festivals, kamen zum Zuge. Farin, Bela und Rod haben auch nach Jahren noch sichtlich Spaß an ihrer Musik, was sich schon zu Beginn des Auftritts zeigte. Wir verfolgten die Show von der Bühnenseite aus und waren so Zeugen, wie die Pop-Punk-Doktoren hinter noch geschlossenem Vorhang ihrer Späße trieben. Als sich der Vorhang endlich lüftete, waren die Massen von Fans, die sich schon eineinhalb Stunden vor dem Auftritt um die besten Plätze geprügelt hatten, nicht mehr zu halten. Tausende begeisterte Zuschauern grölten jeden einzelnen Song mit und bewiesen damit, dass Ärzte-Songs längst zum deutschen Liedgut gehören. Rod, Farin und Bela genossen diese Huldigung sichtlich und beherrschten wie immer souverän die Menschenmenge.

Jetzt aber schnell zum Auto und ab Richtung Süden. Ein glorreiches Festivalwochenende mit großen Bands endet hier. Jetzt wird es aber langsam Zeit sich Karten für das nächste Jahr zu besorgen, bevor das Festival wieder ausverkauft ist. Zu kritisieren gibt es in diesem Jahr nur das übervolle Festivalgelände, sowie das wieder einmal schlechte Wetter. Ein paar Menschen weniger, sowie eine Verschiebung des Festivals Richtung Juli könnten hier Wunder wirken. Ansonsten kann man von einem wieder einmal perfekt organisierten Rockfestival sprechen, was den "Ring" in Sachen Qualität mittlerweile deutlich überholt hat. Auf ein Neues!

Samstag, 04 Juni 2011 20:35

Ein gelungener Abend

Aus unserer UMLAUF Online-Redaktion (02.07.2005 11:58)

Das Sommerschulkonzert 2005 stand ganz im Zeichen populärer Musik. Es wurde ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm geboten, welches vom zahlreich erschienenen Publikum begeistert aufgenommen wurde.



Nach einer kurzen Einleitung von unserem Schulleiter OStD Gries ...


Trotz der enormen Hitze boten die Schülerinnen und Schüler ein musikalisches Programm von insgesamt zwei Stunden und 15 Minuten an, welches von Stomp-Perkussionen der Klassen 8 d+e mit Besen, Flaschen und Müllsäcken sowie einem gemeinsam mit dem Publikum musizierten Clapping-Stücks eingeleitet wurde.

...erfolgte ein erster musikalischer Annäherungsversuch an die arbeitende Bevölkerung

Klänge aus dem fernen, wenngleich temperaturmäßig heute stark verwandten Brasilien bot die Klasse 9 e unter Leitung von Timm Reitinger. Der Musik-Grundkurs der Jahrgangsstufe 12, angeführt von Artur Hintz, spielte Balladen aus Rock und Pop, die das Publikum teilweise zu Tränen rührte, aber auch in unterschiedlichen Besetzungen Kompositionen von John Cage und Miles Davies, eingespielt von Tilman Scheer.

Nach einem Videoprojekt ehemaliger 13-er, welches in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Musikhochschule entstand, heizte zum Schluss die Schulband noch einmal kräftig ein. Ein rundum gelungener Abend! Aber macht euch selbst ein Bild davon.










Samstag, 04 Juni 2011 20:35

Poesie-Slam in Kassel

Von unserer Redakteurin Clarissa Sinning (26.05.2005 02:46)

Salzmann-Faktorie in Kassel. Es ist Samstag, 23. April 2005, 20:30 Uhr. Heute findet hier, in der Nähe vom Hallenbad-Ost, der dritte Poesie-Slam in Kassel statt. Um die früher eingetroffenen Gäste zu unterhalten sorgt ein DJ für Musik und angenehme Stimmung. Eigentlich glaubt man nicht, dass hier in einer halben Stunde Gedichte präsentiert werden sollen.



Ankündigung

Die Atmosphäre ist sehr entspannt, locker und fröhlich. Es sind erstaunlich viele junge Leute gekommen um den Poeten zu lauschen. Gespannt warten alle auf den Beginn der Veranstaltung. Dann endlich mit etwas Verspätung beginnt die Veranstaltung. Der DJ drosselt die Musik und der Veranstalter betritt die Bühne. Er begrüsst die Gäste. Bevor es richtig losgeht, präsentiert er selbst noch ein Gedicht von sich. Dann entscheidet das Los, wer von den Poeten zu erst auf die Bühne darf.

Jetzt endlich wird es richtig spannend. Die Gedichte sind alle sehr unterschiedlich, aber auf ihre Weise alle sehr ästhetisch. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Es werden lustige Gedichte, nachdenkliche Gedichte, Liebesgedichte und sehr persönliche Gedichte vorgestellt. Jedesmal gibt es tosenden Applaus. Die Atmosphäre ist noch immer entspannt und sehr angenehm. Es wird gelacht und nachdenklich genickt, immer im Wechsel, je nach Art des Gedichtes. Alle haben viel Spaß, die Gäste ebenso wie die Poeten. Man kann es jedem anmerken. Alles in allem ein entspannender Abend mit vielen schönen Gedichten. Ich möchte also sagen, der dritte Poesie-Slam in Kassel war ein voller Erfolg.

Samstag, 04 Juni 2011 20:35

Ein besonderes Highlight

Aus unserer UO-Redaktion (11.06.2005 18:21)

Es ist bereits das dritte Fest des Stadtteils Wesertor, das in den Gebäuden des Goethe-Gymnasiums an der Schützenstraße stattfand. Vereine, Institutionen und Einzelpersonen haben am Samstag, den 11. Juni 2005, ab 14 Uhr die Durchführung gewährleistet und auch unsere Schule war wesentlich beteiligt.



Der neue Vorplatz ist das I-Tüpfelchen!

Zum einen wurde die Stadtteilzeitung "Forum Wesertor" von unserem Kunstlehrer Uli Eichler mit etlichen Schülern wie immer absolut professionell produziert und zum anderen hat unsere Lehrerband U60 zu Beginn mit fetzigen Oldies die Festlichkeiten eröffnet.
Das Highlight aber war die Einweihung des Wimmelplatzes - für den Ortsunkundigen der ziemlich verwahrloste Vorplatzes des Wimmelgebäudes -, durch Stadtbaurat Norbert Witte, wiederhergestellt mit EU-Mitteln (URBAN II) nach historischem Vorbild. Damit ist gleichzeitig die Erneuerung des Wimmelgebäudes entgültig abgeschlossen.

Unsere Lehrerband U60

Das Fest selbst, das wie bei den letzten beiden Veranstaltungen ein wenig unter dem unterkühlten Wetter litt, bot jedoch durch Kunstpräsentationen, Aktionen für Kinder und Jugendliche, Info-Stände, Mit-Mach-Aktionen, Sketsche des Staatstheaters und wie üblich vorzüglicher Bewirtung durch Cafeteria- und Mensabetrieb Möglichkeiten für Jung und Alt. Aber letztendlich kann die Bildstrecke einen besseren Eindruck vermitteln, damit beim nächsten Mal vielleicht doch noch einige Schüler und Lehrer mehr an dem Fest teilnehmen, zumal dann statistisch gesehen Sonnenschein garantiert wird.








Samstag, 04 Juni 2011 20:34

Und jetzt ist er weg!

Von unserer Redakteurin Clarissa Sinning (19.06.2005 19:23)

Es war ein Tag wie jeder andere. Ich war in der Schule, ging dann nach Hause, machte meine Hausaufgaben. Dann rief er an. Ich wartete schon sehnsüchtig darauf. Er rief jeden Tag gegen 16 Uhr an. Wir redeten über seinen Tag, über meinen Tag und viele belanglose Dinge. Er erzählte mir, dass er später noch mit seiner Mutter zu Bekannten fahren wollte. Dann mussten wir aufhören. Er sagte, dass er mich liebte, ich erwiderte es. So ging das jetzt drei Monate lang. Denn seit drei Monaten führten wir beide nun eine Fernbeziehung. Er war mit seinen Eltern nach Berlin gezogen.



Trauer


Zu Beginn hatten wir beide Bedenken. Wir waren beide erst 14, aber wir liebten uns und es musste irgendwie gehen. Es funktionierte auch. Ich freute mich schon riesig auf den nächsten Monat, denn dann würde er zu Besuch kommen. Ich konnte es kaum erwarten und er auch nicht. Wieso konnte er nicht jetzt schon kommen? Aber das ging nicht und das wusste ich. Als ich abends ins Bett ging, dachte ich an ihn. Wieder ein Tag weniger bis er kommt. Langsam schlief ich ein.

Kreuze im Sepulkralmuseum

Doch mitten in der Nacht klingelte mein Handy. Ziemlich verschlafen meldete ich mich. Zuerst begriff ich gar nicht, wer dran war oder was mir erzählt wurde. Doch ganz langsam kam ich zu mir und dann erkannte ich die Stimme. Es war der Vater meines Freundes. Doch was er mir da erzählte, begriff ich vorerst immer noch nicht. Erst als das Wort "Unfall" fiel, wurde mir klar, was er da sagte. Mein Freund und seine Mutter hätten einen Unfall gehabt, sagte er. Sie seien mit dem Auto von der Straße abgekommen und mit einem Baum kollidiert.

Dann machte er eine Pause, und ich bemerkte, wie sich alles in mir anspannte und mir Tränen in die Augen stiegen. Mein Freund wäre schwer verletzt worden, erzählte er weiter. Seiner Mutter wäre nichts geschehen außer einem Schock, aber mein Freund hätte schwere Verletzungen. Momentan wisse man noch nicht, ob er überleben würde. Ich konnte nicht mehr klar denken, begriff gar nichts mehr. Er sagte, er müsse jetzt aufhören, würde mich aber anrufen, sobald es etwas Neues gebe. Dann war die Leitung tot.

Autounfall auf der Steinstraße: der letzte Gruß

Foto: Prauß

Ich ließ mich zurück in mein Bett sinken und versuchte zu begreifen, was mir gerade erzählt worden war. "Konnte das sein?", fragte ich mich. "Nein, das konnte es nicht!", sagte ich mir. Ich hatte das bestimmt alles nur geträumt! Bald würde ich aufwachen und morgen um 16 Uhr würde mein Handy klingeln wie immer und er würde mir sagen, dass es ihm gut ginge und er viel Spaß bei seinen Bekannten gehabt hätte. Die ganze Nacht versuchte ich mir krampfhaft einzureden, dass es so sein würde. Doch tief in meinem Inneren wusste ich, dass nichts mehr so sein würde.

Die ganze Nacht tat ich kein Auge mehr zu. Ich musste die ganze Zeit an meinen Freund denken und an das, was sein Vater mir gerade erzählt hatte. Morgens stand ich auf, völlig übermüded und traurig. Ich dachte immer noch an meinen Freund und betete, dass er wieder gesund werden würde. Zum ersten Mal seit langem freute ich mich wieder auf die Schule. Ein bisschen Ablenkung würde mir ganz gut tun, dachte ich.

Jugendliche betrachten Urnen im Sepulkralmuseum

In der Schule erzählte ich meiner Freundin, was passiert war. Sie legte ihren Arm um mich und sagte mir, dass ganz bestimmt alles wieder in Ordnung kommen würde. Ich hoffte es. Die Schule brachte tatsächlich etwas Ablenkung. Doch dann geschah es! Die große Pause hatte gerade begonnen, als mein Handy klingelte. Ich sah die Nummer, es war der Vater meines Freundes. Ich nahm ab und bevor er was sagen konnte, fragte ich schon: Ist alles ok? Er sagte ich müsse jetzt stark sein. Ich fragte ihn, was geschehen sei. Langsam begann er zu sprechen und was er dann sagte, traf mich wie tausend Messerstiche ins Herz. Mein Freund sei noch in der Nacht ins Koma gefallen und vor zwei Stunden gestorben.

Bevor er noch irgendwas sagen konnte, legte ich auf. Wie in Trance lief ich mit Tränen in den Augen zu meiner Freundin. Selber noch gar nicht begreifend erzählte ich ihr, was mir grade gesagt worden war. Sie nahm mich in den Arm und die ersten Tränen verließen meine Augen. Ich war völlig fertig. Irgendetwas in mir sträubte sich noch immer dagegen es zu glauben.

Autounfall auf der Steinstraße

Foto: Prauß

Meine Freundin fragte, ob ich nicht lieber nach Hause gehen wolle. Ich wollte nicht. Ich wollte jetzt nicht allein sein, ich konnte nicht allein sein! Noch nicht. Als die Schule zu Ende war, fuhr ich nach Hause. Ich lief zu meiner Mutter und erzählte ihr alles. Und erst da begriff ich selbst was geschehen war. Erst in diesem Moment, als ich meiner Mutter in die Augen sah und ihr erzählte, was geschehen war, begriff ich selbst, dass es so war! Nochmals hatte ich das Gefühl, als würden mich tausend Messer ins Herz treffen. Als meine Mutter mich in die Arme nahm, fühlte ich die Leere, die der Tod meines Freundes in mir hinterlassen hatte, zum erstenmal.

Ich weiß nicht, wie lang meine Mutter mich im Arm hielt. Sie sagte etwas zu mir, aber ich begriff nicht, was sie sagte. An diesem Tag, dem 31. Oktober 2002, begann für mich die Hölle. Es klingt vielleicht übertrieben, aber wer schon mal einen geliebten Menschen verloren hat, weiß, was ich meine. An die Zeit nach diesem Tag kann ich mich kaum noch erinnern. Ich habe weitergelebt, aber es war, als wäre ein Teil von mir mit meinem Freund gestorben. Ich war vollkommen leer, ich war nicht mehr die Person, die ich vor seinem Tod war. Ich wusste nicht mehr, wer ich war oder wer ich sein wollte. Jeden Tag um 16 Uhr sah ich auf mein Handy und wartete darauf, dass er anrief und mir erzählte, wie es ihm gehe und was er so mache. So wie immer. Doch ich wusste, dass er nicht mehr anrufen würde.

Grabplatte im Sepulkralmuseum

Und so versuchte ich weiterzuleben, als wäre nichts geschehen. Morgens wünschte ich mir, dass es Abend werden würde, denn in meinen Träumen war er ganz nah bei mir. In dieser Zeit begann ich mich von den Menschen um mich herum abzuschotten, ich wollte keinen mehr sehen, mit niemandem mehr reden, nicht mehr gefragt werden, wie es mir geht und ob ich klarkomme. Ich versuchte mir einzureden, dass ich klarkommen würde, doch es ging nicht. Und so sehr ich auch versuchte mich abzuschotten, meine Freunde und meine Familie waren trotzdem immer da. Ich hab sie alle nicht gut behandelt in dieser Zeit, aber sie haben mich nie allein gelassen. Und dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Auch wenn sie manchmal nicht wussten, dass sie mir halfen, so taten sie es doch.

Mein Bruder hat in der Zeit einmal zu mir gesagt, dass er mir helfen will, aber nicht weiß, wie er das tun solle. Doch er hat mir geholfen, einfach indem er da war. Mittlerweile kann ich damit leben, dass mein Freund nicht mehr da ist. Leben tut er auf eine Weise immer noch, in meinem Herz und in meiner Erinnerung. Ich dachte, er hätte mich verlassen, aber das hat er nicht. Ein Teil von ihm lebt in mir weiter und es tut gut, das zu wissen.

Eins habe ich gelernt. Einen geliebten Menschen zu verlieren, tut immer höllisch weh, aber man darf sein Leben nicht dem Verlust und dem Schmerz überlassen. Bis man soweit kommt, dass man damit leben kann, dass ein geliebter Mensch nie wieder kommt, ist ein sehr langer und beschwerlicher Weg, das weiß ich jetzt. Aber ich weiß auch, dass man es schaffen kann. Und ich wünsche jedem, der so eine Erfahrung machen muss, dass er Menschen hat, die ihn auf seinem Weg begleiten, so wie meine Freunde und meine Familie mich begleitet haben, und dass er irgendwann mit diesem Verlust leben kann und nicht an seinem Schmerz und seinem Verlust zerbricht. Lassen wir die Menschen, die wir durch den Tod verloren haben, in unseren Erinnerungen und Herzen weiterleben, denn so sind sie immer bei uns und begleiten uns auf unseren Wegen!

Samstag, 04 Juni 2011 20:34

Geometrie in Bildern

Aus dem WPF Kunst 10 unter der Leitung von Frau Laube (05.05.2005 21:12)

Die großflächigen Bilder, die der Wahlpflichtbereich Kunst der Jg.-Stufe 10 ausgestellt hat, sind durch geometrische Elemente als Strukturgrundlage gekennzeichnet. Die künstlerischen Ausführungen sind dabei zum Teil so perfekt gelungen, dass mehrfach die Frage aufgetaucht ist, ob die Künstler ihre Kunstwerke überhaupt verkaufen. Vielleicht wäre eine Anfrage bei Ebay ein gangbarer Weg.



Ausstellungsort im Foyer, 1. Etage

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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