Lust & Leben

Lust & Leben (252)

Janina Schmidt (03.10.2007)

Es ist früh morgens: Junge Menschen in Sportoutfits dehnen sich, nehmen Anlauf und rennen los. Doch anstatt gemütlich zu joggen, lassen sie ihrer Kreativität und Akrobatik an Mauern und Geländern freien Lauf. Auf ihrem eigenen Spielplatz tauchen sie in ihr Element ein und wagen Sprünge- halsbrecherisch, akrobatisch, atemberaubend - einfach nur Parkour.

 

Schwungvoll und dynamisch: So sehen Traceure bei ihrer Arbeit aus.

 

Von David Belle, dem Sohn eines ehemaligen Vietnam-Soldaten begründet, wurde Parkour vorerst nur in dessen Heimatland Frankreich betrieben, bevor es auch weit jenseits der Landesgrenze Anhänger fand. In Anlehnung an die Szenarien der Flucht, des Rettens anderer Personen oder des Fallens, wie sie auch in einem Krieg an der Tagesordnung sind, lernen die Traceure (die Läufer des Parkour) die richtigen Techniken, um sicher zu Landen. Dabei stehen „cool“ Aussehen und tolle Showeffekte nicht im Vordergrund, sondern die kontrollierten Bewegungen und das schnellstmögliche Überwinden des Hindernisses.

 

Zu den Grundtechniken des Parkour zählt man heutzutage zum Beispiel den „saut de chat“, einen Katzensprung über ein Hindernis, doch allgemein sind die Traceure (zu Deutsch: Der-den-Weg-ebnet) in ihren Bewegungsabläufen völlig frei und können somit ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Dem entsprechend gibt es eine Vielfalt von Bewegungen, wo die Sicherheit höchste Priorität hat. Doch da die Traceure sehr selbstbewusst sind und eine ziemlich genaue Vorstellung ihrer Fähigkeiten haben, kommt es selten zu schweren Unfällen.

 

Sie versuchen immer den schnellsten Weg zu finden.

Das Ziel des Straßensports ist die kontinuierliche Selbstverbesserung und das Wissen, wie man mit seinem Körper umgehen und ihn kontrollieren kann. Des Weiteren verbindet er die verschiedenen Faktoren Sport, Disziplin, Technik und Bewegungskunst mit einander verbunden, so dass man Parkour vielmehr als eine Art kreative Kunst betrachten kann, wobei als Ziel nicht das Beeindrucken anderer im Vordergrund steht, sondern eher die Förderung des Selbstbewusstseins und der Körperkontrolle. Deshalb legen die Traceure auch nicht viel Wert auf ein „Entertaining“ des Publikums, eher auf elegante und flüssige Bewegungsabläufe. Und gerade deswegen ist es nur "Bewegung- rein und einfach", wie Jerome, ein Traceuer aus Lisse, den Parkour beschreibt.

 

Inzwischen fand Parkour auch schon Einsatz in den ersten Kinofilmen oder auch in Musikvideos, unter anderem von Madonna. Doch auch bei solchen Aufsehen erregenden Stunts geht die Sicherheit der Traceure vor. Ramon, 22 Jahre und Traceur aus Bern sagt: "Bei nur 1% Selbstzweifel springe ich nicht".

 

Momentan mangelt es jedoch an weiblichen Traceurinnen, denen sich ganz neue und unbekannte Herausforderungen bieten und die ihre körperliche und geistige Fitness verbessern können. Auch in Kassel gibt es verschiedene Gruppen und Vereine, in denen man die Grundtechniken des Parkour erlernen kann, damit man sich nicht an anderen Menschen orientieren muss, sondern dem Sport Schritt für Schritt näher kommt. Darunter befinden sich der Dynamo Windrand und der FSV Dörnhagen, bei denen man erfahrene Fachkräfte zur Hand hat.

Samstag, 04 Juni 2011 23:44

Wer schön sein will muss frieren

Christine Phieler (25.09.2007)

Wo war der Sommer dieses Jahr bloß? Gerade warm war es ja nicht. Und jetzt kommt immer mehr das typische Herbstwetter; abends wird es früh dunkel, morgens ist es eiskalt, und den ganzen Tag ist nur Regen angesagt. Hinzu kommt das Gerücht, dass der Winter dieses Jahr früh kommen soll. Da wird es doch langsam Zeit die warmen Klamotten rauszuholen, oder?

 

Das sehen manche wohl gar nicht so. Bauchfrei, dünne Pullover, Miniröcke und Ballerinas, auch bei 10°C am Morgen. Frei nach dem Motto "Wer schön sein will, muss leiden", oder wohl eher "Wer schön sein will, muss frieren". Jeder sollte wissen, dass bei zu leichter Kleidung bei solchen Temperaturen aus einer harmlosen Erkältung schnell mal eine Lungenentzündung werden kann.

 

Egal ob Sommer oder Winter, bauchfrei geht immer.

Vor allem die bauchfreie Kleidung kann im Herbst und vor allem im Winter gefährlich werden. Schnell entstehen Blasen- oder Nierenentzündungen, die sehr schmerzhaft sein können. Da sollte man sich doch wirklich fragen, ob es das wert ist.

 

Der Gedanke vieler Mädchen ist jeden Morgen wieder der gleiche: "Bauchfrei und schick, oder lieber dicker Pulli und langweilig?" Am Schluss entscheiden sie sich für die bauchfreie Variante, denn die halbe Stunde bis zur Schule wird das schon gehen. Falsch gedacht! Denn wenn man das jeden Tag so macht, kann das später mal zu einem wirklichen Problem werden. Denn eine Folge von dem ewigen Bauchfrei sind zum Beispiel Rückenschmerzen.

 

Doch auch eine dicke Jacke über das dünne Top reicht nicht. Denn erst wird geschwitzt, und sobald die dicke Jacke runter ist, heißt es frieren. Und so entsteht noch schneller eine Unterkühlung und somit auch eine dicke Grippe. Ärzte empfehlen das "Zwiebelprinzip": viele dünne Schichten übereinander, denn so kann man ruhig auch mal die dicke Jacke ausziehen ohne gleich frieren zu müssen.

 

Das Gleiche ist es mit den Schuhen, hauptsache in.

Aber nicht nur die bauchfreien Jacken sind gefährlich, auch die zu leicht bekleideten Füße sollte man lieber dicker einpacken. Denn auch hier lauert die Gefahr der Erkältung. Anstatt der dünnen Ballerinas sollte hier auf warme Socken und Turnschuhe zurückgegriffen werden. Wahrscheinlich hören das viele der Mädchen jeden Tag schon oft genug von ihren Eltern, aber irgendwann sollte jeder merken, dass nicht alles was einem cool erscheint auch so cool ist. Denn ist es wirklich cool am Wochenende mit Grippe zu Hause im Bett zu liegen, während alle anderen feiern gehn und ihren Spaß haben?

Samstag, 04 Juni 2011 23:43

Exciting Physics

von unserer Redakteurin Anja Anbarchian (15.09.2007)

Gespannt hören die Schüler ihrem Lehrer zu. Schon als der bloße Titel "Exciting Physics" fiel, waren sie sofort Feuer und Flamme. So fackelten die vier Schüler auch nicht lange und nahmen das Angebot von Herr Ache an.

 

Magdalena und Christina mit ihrem Heißluftballon

Nun erzählen mir Magdalena Kesper und Phillipp Breul von ihren Erfahrungen, von dem aufregenden Physikwettbewerb und dem langen Weg dort hin. „Ich mag Physik wirklich gerne, deshalb habe ich mich sofort mit meiner Freundin Christina zusammengesetzt und an einem der vier Themen getüftelt.“ erzählt Magdalena. „Was uns besonders gereizt hat war, dass es nicht nur darum ging die Idee bestmöglich umzusetzen, sondern auch sie optisch gut aussehen zu lassen.“ Begeistert erzählt sie von ihrem Projekt einen Heißluftballon zu schaffen, der möglichst viel Auftriebskraft, aber dennoch Stil besitzt. Da waren die beiden nämlich richtig clever. Sie haben nicht wie die Anderen einfach eine Tüte genommen, sondern eine Alufolie aus der Apotheke. „Die haben wir in Quadrate geschnitten und jeweils abwechselnd mal Silber, mal Gold miteinander vernäht.“ Die Arbeit zahlte sich aus. „Es brachte uns nicht in die ersten Plätze, aber wir bekamen einen Preis für die beste Verarbeitung,“ freute sich Magdalena.

 

Während die Mädchen hier mit ihren näherischen Künsten punkteten, versuchten sich die zwei Jungs der Vierergruppe an einer Maschine. „Was wir behandelten, war der schiefe Wurf. Dazu sollte eine Maschine gebaut werden, die einen Ball auf eine 1 m große Scheibe zielen konnte.“ Natürlich war die Feder eines Autos zu groß, dass wussten Phillipp und sein Freund. So gelang es den beiden nach langem Tüfteln dennoch die Maschine fertigzustellen.

 

Hier ist die tolle Wurfmaschine zu sehen.

Nun war der große Tag des Wettbewerbs endlich da. Vom 29.–31. August fand in Frankfurt der „Exciting Physics“–Wettbewerb statt. Es gab auf der Hinreise schon kleine Unfälle. So entstand zum Beispiel im Heißluftballon der Mädchen ein kleiner Riss. Dennoch fuhren alle mit großen Erwartungen hnach Frankfurt und ihnen wurde klar, dass die anderen um einiges besser waren. „Da war eine Wurfmaschine, da musstest du nur auf den Knopf drücken und schon flog der Ball. So was konnte der niemals alleine hergestellt haben,“ empört sich Phillipp. Doch da die vier ihr Herzblut in ihre Arbeiten gesteckt hatten, wollten sie nun damit auch nicht hinter dem Berg halten. Dennoch reichte es am Ende nicht, um unter die besten Drei zu gelangen. „Wir waren nicht wirklich traurig, dass wir nicht gewonnen haben,“ sagt Phillpp. „Was uns super viel Freunde bereitet hat, war die Entwicklung dort hin."

 

Die stolzen Physiker zeigen gern ihre Urkunden.

Magdalena stimmt ihm da zu. „Sich alles selber auszudenken war echt klasse. Ich hoffe, dass es noch mehr Physikbegeisterte wie uns gibt, die diese Chancen ebenfalls ergreifen," schließt sie mit einem Lächeln ab, „denn wir können das nur weiterempfehlen.“

 

Bald wird es eine Ausstellung geben, bei der die Entwicklungen der Gruppe zu sehen sind.

Samstag, 04 Juni 2011 23:43

Skateboarding als neuer Jugendstyle

von unserer Redakteurin Luisa Jung und Martin Beinhoff (09.09.2007)

Skatboarding ist kein einfacher Freizeitsport, wie einige Eltern vielleicht denken, und Skater keine ruhestörenden Randalierer, wie Anwohner z.B. am Scheidemann-Platz behaupten. Skater haben ein gemeinsames Hobby zu einem großen Lebensinhalt gemacht.

 

Kasseler Skater und ihre Boards

 

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Skateboarden, auch Skaten genannt, zu einer Sportart entwickelt, die in einer Vielzahl von Kunststücken betrieben wird. Meistens sind das Sprünge, die oft in Kombinationen mit Drehungen des Boards und des Körpers, auch Tricks genannt, ausgeführt werden.


Heutzutage ist das Streetskaten eine der beliebtesten Varianten des Skatens. Hier werden die Tricks an den im städtischen Raum vorzufindenden Hindernissen wie Mauern, Treppen und Geländern ausgeführt oder in einer künstlich angelegten Hindernislandschaft wie dem Skatepark ausprobiert. Ein geeignetes Skategelände nennt man auch Spot; in Kassel kann man die Skater an folgenden Spots antreffen: an der Hall of Fame, auf der Marbachshöhe, vor dem Dock 4 und neuerdings auch auf dem Philipp-Scheidemann-Platz.

 

Tricks sind nicht immer ungefährlich

"Dieser Spot ist erst neuerdings zu einem Anziehungspunkt für die Skater geworden. Denn dieser Platz wurde renoviert und von der Stadt Kassel finanziert. Weil dieser Platz vom Design der Sitzgelegenheiten und vom Platz her auch sehr gut fürs Skaten geeignet ist, gehen dort viele Skater hin.", wie Patrick O., einer der dortigen Skater, zu berichten weiß. Weiterhin berichtet er: "Der Verein Mr.Wilson, hat sich mit dem Bürgermeister über diesen Platz unterhalten und er war damit einverstanden, dass sich hier Skater treffen können."

 

Doch das wird von den Anwohnern nicht gern gehört. Eine Frau, die sich des öfteren dort aufhält, sagt: "Sie machen unnötig viel Lärm und stören den Frieden der Menschen, die sich dort auf den Platz hinsetzen wollen um sich zu entspannen. Wenn sie ihre Tricks, oder was auch immer sie machen, tun und auf dem Boden landen, machen sie ein ungeheuren Lärm damit." Raimon G., ein weiterer Skater wie Patrick O., bestätigt: "Es kommen öfters ältere Menschen vorbei und beschweren sich, wir wären zu laut, oder machten den Platz kaputt und verschandelten ihn."

 

Außer dem Streetskaten gibt es auch noch das Vertskaten (vert=vertikal). Hier wird in einer speziell dafür geschaffenen Halfpipe gefahren. Die Tricks werden im Vertskaten entweder als Flugtricks (airs) oberhalb der Steilwand, oder an der meistens mit einem Stahlrohr (coping) versehenen Abschlusskante der Steilwand (liptricks) gemacht. Eine andere beliebte Abwandlung der Halfpipe ist die Miniramp, ohne vertikalen Anteil der Steilwand.


Da es beim Skateboarden an Ligen oder Verbänden fehlt, kann man es kaum mit anderen Sportarten vergleichen. Die Organisation „Mr.Wilson" ist der erste Kasseler Skateboardverein und beschäftigt sich mit den Interessen der Skater und setzt sich für deren Möglichkeiten ein. Als die alte Skaterhalle 2006 unter den trauernden Augen der Skater abgerissen wurde, machte sich die Organisation „Mr.Wilson" daran Sponsoren zu finden, damit die Skater auch für den Winter etwas finden, wo sie ihr Lebensgefühl ausleben können.

 

Für die Meisten ist Skaten kein sportlicher Wettkampf, sondern ein „Fun-Hobby" mit unglaublich hohem Spaßfaktor. "Es ist einfach schön, seine Zeit zusammen mit anderen netten Skatern draußen an der frischen Luft zu verbringen, ohne Stress oder Anforderungen", sagt Skater Kevin R. (Name ist der Redaktion bekannt). Trotzdem ist es auch für Skater immer wieder eine Herausfordung neue Tricks zu lernen, zum Beispiel Flip Tricks, Grabs, Slides oder Grinds. Es gibt nämlich auch nationale und internationale Contests, bei denen man sein Können vergleichen kann. In Deutschland gibt es unter anderem den „Mastership" in Münster, welcher eine Art Weltmeisterschaft ist, oder die X-Games in Kalifornien. Das Team "Horny Housewifes" aus Kassel hat z.B. die nationale Ausscheidung des Red Bull Skate Shot gewonnen und wird dieses Jahr vom 1.-5. November nach Istanbul zum internationalen Finale fahren. Auf Wunsch des IOC-Präsidenten Jacques Rogge soll auch das Skateboarden 2012 in London bei den olympischen Spielen eine Wettkampfdisziplin werden.

Samstag, 04 Juni 2011 23:43

Der neue Trend: Shisha rauchen

Von unserer Redakteurin Isabell Jung (09.09.07)

Für die chillige, orientalische Atmosphäre sorgen Kissen und dämmriges Licht. Damit wird ein entspannendes Freizeitvergnügen erzeugt, wie uns Shisha-Raucher bestätigen: „Es macht einfach Fun“ sagt Christian B. und Janis R. fügt hinzu: „Das Feeling ist einfach geil und der Geschmack, aber man macht es auch, weil es in einer Gruppe einfach cool ist!“ Auf jeden Fall sind sich beide einig, dass es mit mehreren zusammen viel mehr Spaß macht.

 

Entspannt Dampf ablassen?

 

Eine Shisha (auch Sheesha; deutsche Transkription: Schischa) ist eine Wasserpfeife arabischen Ursprungs. Wasserpfeifen oder Shishas, wie sie heutzutage genannt werden, erfreuen sich vor allem bei Jugendlichen immer größerer Beliebtheit. Mitlerweile werden sie sogar schon in einigen Lokalen und Kneipen in Kassel zum Rauchen angeboten.

 

Der Arzt und Gesundheitsexperte des Berliner Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg Johannes Spatz sagt, dass Wasserpfeifen dieselbe Wirkung auf Jugendliche wie Alkopops haben:

Das Erschreckende ist, dass nach einer Umfrage in Berlin fast doppelt so viele Jugendliche regelmäßig Wasserpfeife rauchen als Zigaretten. Das sind 31 Prozent von 140 befragten Schülerinnen und Schülern. Laut BZgA Studie rauchen bundesweit 14 Prozent der Jungendlichen mindestens einmal im Monat Wasserpfeife.

 

Während einer Shisha-Sitzung wird so viel Rauch inhaliert wie durch 100 Zigaretten.

Viele Jugendliche denken, dass Wasserpfeifen eine harmlose Alternative zur Zigarette sind, da der eingeatmete Rauch nicht streng nach Tabak schmeckt, sondern nach dem jeweils beigefügten Fruchtaroma.

Doch nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Köln ist der Nikotingehalt im Rauch einer Wasserpfeife sogar höher als der einer Zigarette.

Außerdem enthält der Rauch in Wasserpfeifen die gleichen ebenfalls gesundheitsschädlichen und Sucht auslösenden Stoffe wie Teer und Kohlenmonoxid, die auch in Zigaretten vorhanden sind. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge wird während einer Shisha-Sitzung so viel Rauch inhaliert wie durch 100 Zigaretten.

 

Messungen des Berliner Bezirksamtes fanden in Shisha-Kneipen so hohe Feinstaubwerte wie sonst nur in stark mit Zigarettenrauch belasteten Discotheken. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung gibt zusätzlich zu Bedenken, dass der aus dem Ausland importierte Tabak häufig verunreinigt ist oder die zulässigen Höchstwerte, wie z.B. für Teer, darin überschritten werden. Als weiteres Risiko können durch den Gebrauch eines Mundstückes mit mehreren Freunden gemeinsam Infektionskrankheiten leichter übertragen werden.

Man sollte sich also genau überlegen, ob "einfach fun" haben und in einer Gruppe "cool" sein dieses Risiko wert ist.

Samstag, 04 Juni 2011 23:43

Auf großer Reise

von unserem Redakteur Tobias Aschenbrenner (02.09.2007)

Montag bis Freitag jeden Morgen das Gleiche. Frühstücken, duschen, für die Schule fertig machen und auf zu der Bushaltestelle. Jeden Morgen begebe ich mich aufs Neue auf einen Weg, den ich mittlerweile mit geschlossenen Augen gehen könnte, meinen Schulweg.

 

Mit Bus und Bahn reisen unsere Schüler fast alle an

 

Fünfmal in der Woche verlasse ich das Haus um 7:10 Uhr, um zur Haltestelle „Ziegenhagener Straße“ der Linie 29 zu laufen. Wenn ich an der Haltestelle stehe, kann ich die Lange Straße (den Umbachsweg) sehen. Sobald der Motor des Busses aufheult, da dieser gerade von der Endhaltestelle losgefahren ist, kramen alle ihre Busfahrkarten heraus, um sie dem Fahrer zu zeigen. Wenn ich dann im Bus sitze und aus dem Fenster sehe, dann sehe ich, während der Bus die holprige Straße entlang fährt, das ein oder andere Haus meiner Freunde.

 

Kassel lädt fröhlich ein...

Schon am Leipziger Platz angekommen, kann ich das Blumenbeet bewundern, in dem das Wort Kassel mit Blumen geschrieben wurde. Wenn ich daraufhin meinen Blick von den Blumen abwende, um einige Sekunden später auszusteigen, fühle ich mich fast wie in Wilhelmshöhe, denn auf dem Bahnsteig des Leipziger Platzes steht eine Nachbildung des Herkules. Die Nachbildung soll an den „Schloss-Herkules“ in Wilhelmshöhe erinnern, der 1701 bis 1717 in Bettenhausen /Messinghof gestanden hat. Die Nachbildung des Giganten wurde auch im Ortsteil Bettenhausen angefertigt und wurde von der Werbegemeinschaft – Bettenhausen e.V. gestiftet. Ich selber komme auch aus Bettenhausen, ein Stadtteil Kassels, welcher durch Industriebranchen gekennzeichnet ist; das macht uns Bettenhäuser auch teilweise ein wenig stolz. Stolz auch in dem Sinne, eine so schöne Nachbildung des weltbekannten Herkules zu haben.

 

...mit Kultur auf dem Schulweg...

Vier Minuten nachdem der Bus uns zum Leipziger Platz befördert hat, kommt auch schon die Linie 8. Mit dieser Bahn fahre ich dann Richtung Altmarkt. Doch bis ich dort hinkomme, erreiche ich erst einmal ein paar Plätze und Gebäude, deren Geschichte mir manchmal durch den Kopf geht. Der Platz der Deutschen Einheit ist einer dieser Plätze. Er erinnert mich immer an meinen ehemaligen Erdkundelehrer, mit dem ich früher einmal die DDR durchgenommen habe. Dieser Platz wurde Platz der Deutschen Einheit genannt, nachdem die Russische Armee den Aufstand am 17. Juni 1954, der durch die Bevölkerung aus Ostdeutschland ausgelöst wurde, beendet hatte. Der Grund für diesen Aufstand war, dass die Ostdeutschen wieder mit Westdeutschland vereint sein wollten. Aus eben diesem Grund gibt es nicht nur in Kassel, sondern auch in vielen anderen Städten wie Stuttgart, Braunschweig und Wiesbaden Gedenkplätze zur deutschen Einheit. Es bleibt aber nicht genug Zeit, all die Gedanken über diesen Platz auszuführen, denn ungefähr eine Minute später passiere ich die Unterneustadt, die früher das Messegelände von Kassel war. Ich kann sagen, dass man förmlich von dem Gedanken an den Platz der deutschen Einheit weggerissen wird, denn die früheren Erlebnisse auf dem Messegelände waren sehr schön.

 

...und mit Erinnerungen an frühere Reisen.

Als ich noch ein paar Klassenstufen tiefer war, bin ich die Strecke Richtung Altmarkt auch gefahren, aber dort hat man keine Baustelle direkt nach der Fuldabrücke erblicken können, sondern ein altes Polizeipräsidium, wo Anfang der 30er Jahre noch ein Hochzeitshaus stand, welches für Festlichkeiten und Versammlungen genutzt wurde. Doch genau wie das Hochzeitshaus wurde das Polizeipräsidium abgerissen und ein neueres Gebäude gebaut. Heute wird dort an dieser Stelle ein Finanzzentrum gebaut, welches sich zwischen Altmarkt und dem Flusslauf der Fulda befindet.

 

Die Luftaufnahmen wirken spektakulär

Der Altmarkt, der direkt an das Gebäude angrenzt, war früher sehr wichtig und wird oft als historische Keimzelle Kassels bezeichnet. Wahrscheinlich auch weil der Altmarkt eine der ersten modernen Straßenkreuzungen Deutschlands war. Das in absehbarer Zeit hoffentlich ansprechend gestaltete Finanzzentrum wird ca. Ende 2008 fertig sein, so dass Anfang 2009 schon die ersten Finanzämter ihren neuen Platz am Altmarkt einnehmen können.

All diese Dinge gehen mir manchmal durch den Kopf, wenn ich auf meinem Schulweg an dem einen oder anderem Gebäude vorbeikomme, und dann muss ich immer an die Vergangenheit zurückdenken, wie es früher, als ich noch ein Kind war, ausgesehen hat.

Samstag, 04 Juni 2011 23:42

Kickboards = gefährlich?

von unserer Redakteurin Ramona Pormetter (27.06.2007)

Jeder kennt sie und viele benutzen sie täglich. Oft sieht man sie durch die „City“ flitzen zwischen Menschen und Verkehr. Die Rede ist von Cityrollern/Kickrollern oder auch Kickboards genannt. Dieser Trend ist uns seit 2001 bekannt und immer noch aktuell. In verschiedensten Farben und immer günstiger sind sie im Handel zu erwerben. Fast jeder hat schon mal einen Ritt auf dem "Scooter" gewagt ohne einmal darüber nachzudenken, ob das Kickboarden eigentlich gefährlich sein könnte.

 

der Cityroller ganz farbenfroh

Mit dem Kickboard ist man fast so schnell wie mit einem Fahrrad. Warum aber verzichten viele auf die angemessene Schutzkleidung? Ein Schüler aus dem sechsten Jahrgang, der im Sommer täglich mit dem Kickboard zur Schule kommt, meint dazu: „Das würde ja blöd aussehen. Mit einem Cityroller will man besonders cool wirken, da würden Schützer nur das Gesamtbild stören.“ Diese Meinung ist unter den Schülern unserer Schule sehr verbreitet. Auch Erwachsene fahren mit dem praktischen Roller. Anders als Schüler wollen sie nicht cool wirken, sondern schnell von A nach B kommen. Da sind selbst einzelne Lehrer nicht abgeneigt, zumal die meisten täglich zwischen zwei Gebäuden wechseln müssen. Außerdem ist der Roller praktisch, da man ihn zusammenklappen und überallhin mitnehmen kann. Er ist klein, man darf auf dem Bürgersteig fahren und trotzdem hohe Geschwindigkeiten erreichen.

 

Alles in allem wohl eine gute Erfindung, oder etwa nicht? Nein. Erschreckend ist es, dass sich niemand über das hohe Unfallrisiko im Klaren ist. Ein Beispiel: Ein Junge aus der siebten Klasse fährt auf dem Gehweg zur Schule. Das kleine Vorderrad seines Kickrollers rollt durch die schmale Vertiefung des Gehweges. Darin wird es dann festgehalten und bleibt abrupt stehen. Der unvorbereitete Junge fliegt entweder direkt über den Lenker oder der Roller dreht sich seitlich um den Lenker und der Junge fällt seitlich auf den Gehweg oder sogar auf die Straße.

 

Diese Situation ist nicht ungewöhnlich. Öfter als man denkt, kommt es zu solchen Unfällen. Grund dafür sind meist die kleinen Räder in Verbindung mit hoher Geschwindigkeit des Cityrollers. Fakt ist, dass ein Kickroller hohe Geschwindigkeiten erreicht. Deshalb ist es wichtig, dass man mit entsprechender Schutzkleidung und Vorsicht handelt. Auch sollte man auf dem Gehweg Passanten im Auge behalten, da der Roller weder eine Klingel noch geeignete Bremsen hat. Deshalb warnt die Hamburger Landesunfallkasse, dass Eltern ihre Kinder lieber nicht mit dem Roller zur Schule fahren lassen sollen, wenn diese keine Schutzkleidung besitzen wie beispielsweise beim Inline-Skaten (Helm, Protektoren für Ellbogen, Knie und Handgelenke).

 

zu kleine Rollen = erhöhtes Unfallrisiko

Ein weiteres Argument gegen den Cityflitzer ist seine Angewohnheit „immer im Weg herumzustehen“, wie es die Lehrer sagen würden. Meist liegen sie zusammengeklappt als „Stolperfallen“ im Klassenraum, sodass es für den Lehrer manchmal schwierig ist, an ihnen vorbei zu kommen. Auch Busfahrer und Einkaufszentren sind nicht gerade begeistert, dass in ihrem Laden achtlos herumgefahren wird. Also, eine Bitte an alle Kickboarder oder Cityroller-Fahrer: fahrt vorsichtig und immer mit unfallverhindernder Kleidung.

Samstag, 04 Juni 2011 23:42

Verliebtsein mal ganz anders

Von unserer Redakteurin Christine Phieler (18.06.2007)

Fast jeder war bestimmt schon mal verliebt, doch wo kommen die Schmetterlinge im Bauch eigentlich her? Und wieso bei dieser bestimmten Person und keiner anderen? Und wer macht den anderen zuerst an?

 

Aus dem biologischen Blickwinkel könnte man "Verliebtsein" auch als Rausch oder sogar Zwangskrankheit bezeichnen. Eigentlich ist Verliebtsein ja keine Krankheit, doch es entsteht sozusagen ein Zwang, an diese eine Person zu denken. Und das mindestens vier Stunden am Tag.


Im Gehirn werden sämtliche Bereiche ausgeschaltet, die zum Beispiel Schmerzempfindungen hervorrufen, dafür sind nur die Bereiche im Gehirn aktiv, die glücklich machen wie zum Beispiel das Belohnungszentrum. Unser Adrenalin-Spiegel steigt stark an und dadurch haben wir wenig Appetit und empfinden Schmerz als nicht so schlimm. Auch der evolutionsbiologische Sinn wird vorerst ausgeschaltet. Dieser hat eigentlich das Ziel, Angst vor fremden Leuten und Situationen entstehen zu lassen.

 

Der hier rot markierte Bereich ist das ventrale Tegmentum.

Der Bereich des ventralen Tegmentums wird wiederum sehr aktiv und setzt einen Stoff frei, der auch durch Kokain freigesetzt wird. Dieser beeinflusst das Verhalten der verliebten Personen. Doch mit der Zeit wird die neue Situation des Verliebtseins wieder normal für uns und alles funktioniert wieder wie vorher. Unser Gehirn funktioniert wieder normal.


Doch wieso verlieben wir uns in diese eine bestimmte Person? Wenn man es so sagen möchte, erriechen wir unseren neuen Partner. Der Körpergeruch eines Menschen wird durch die so genannten MHC-Gene bestimmt und diese dienen hauptsächlich der Immunabwehr. Je stärker sich diese Gene von unseren unterscheiden, um so anziehender wirkt diese Person auf uns. Denn um so unterschiedlicher die MHC-Gene zweier Menschen sind, um so besser ist das Immunsystem der Kinder, die gezeugt werden könnten. Vielleicht gibt es ja deswegen auch diese Theorie, dass Unterschiede sich anziehen. Dafür, dass Mann und Frau sich treu sind und auch eine längere Beziehung stand halten, sorgt das Hormon Oxytocin. Oxytocin ist ein Hormon, dass auf uns beruhigend und auch euphorisierend wirkt. Es wird vor allem beim Tausch von Zärtlichkeiten ausgeschüttet und ist dafür verantwortlich, dass wir Nähe zu einem anderen Menschen aufbauen können.

 

Das chinesische Schriftzeichen für Liebe.

Und nun zu einer Frage, auf die wahrscheinlich die meisten falsch antworten würden. Wer spricht eigentlich wen als erstes an? Die meisten würden jetzt sagen: Der Mann ergreift eher seine Chance und spricht die Frau an. Doch das ist falsch gedacht. Meistens macht die Frau den ersten Schritt. Denn Männer achten erstmal hauptsächlich auf die Flirtsignale der Frau und dann erst auf das Aussehen. Ist die Frau aufgeschlossen und lächelt den Mann nicht nur an, sondern gibt auch deutliche Hinweise wie das Streichen durchs Haar, dann sprechen 60% der Männer die Frau an. Nur 20% sind es wiederum, wenn die Frau nur ab und zu mal rüberlächelt. Und gar kein Mann spricht eine Frau an, wenn diese keine Merkmale aufweist, sich auf einen Flirt einzulassen. Dies bewies der Versuch zweier Forscher.

 

Die Frau muss im Gegensatz zum Mann auf vieles mehr achten. Denn wenn wirklich mehr aus einem Flirt werden sollte, ist es für Frauen natürlich viel gefährlicher, sich von dem Falschen verführen zu lassen. Männer können im Falle einer Schwangerschaft einfach weglaufen, Frauen nicht so leicht. Deswegen reichen den Frauen nicht einfach nur ein paar Flirtsignale vom Mann, sie müssen mehr über ihn erfahren. Also gehen sie eher zum Mann hin und und sprechen ihn an, auch wenn er nur mal verschämt rübergeschaut hat.

Samstag, 04 Juni 2011 23:42

Stomp the Yard

Von unserer Redakteurin Nelli Frank (28.5.2007)

Im Ghetto von Phoenix, wo feindliche Gangs die Straßen beherrschen und ihr Revier verteidigen, finden regelmäßig Tanzduelle statt. Aber hier geht es um mehr als nur um Kampf. Hier geht es um Ehre, Ruhm und Anerkennung. Mit einem Battle startet der Film „Stomp the Yard“. DJ und seine Crew fordern die Champignons heraus, besiegen sie und machen sich mit ihrem Geld davon. Doch auf ihrem Nachhauseweg lauern die Champs schon auf sie um ihr Geld zurückzufordern. Es kommt zu einer blutigen Schlägerei, die für DJ´s Bruder Daron tödlich ausgeht.

 

Noch sind die Pytons im Vorteil, aber...

 

Unter den Fittichen seines Onkels lernt DJ, was es heißt, hart zu arbeiten. Geplagt von den Erinnerungen an seinen verstorbenen Bruder fällt DJ der Einstieg ins neue Semester an einer Universität für Afroamerikaner schwer. Doch in seinem Zimmergenossen Rich findet er einen neuen Freund. Auch die bildhübsche April verdreht ihm mächtig den Kopf und versüßt ihm somit seinen Start. Schade nur, dass sie schon an den Ersatzcoach der Wulf-Steppmannschaft, Grant, vergeben ist. Die besagte Truth- University ist für ihr Traditionsbewusstsein genauso wie für den Stepptanz berühmt. Die Fatus´ Phytons und die Wulfs sind seit Jahren eiserne Konkurrenten. Doch mit Neu-Zugang DJ erhoffen sich die Phytons einen großen Erfolg. Derweil schafft der attraktive Tänzer es mit Hartnäckigkeit, Intelligenz und Charme, April zum Essen auszuführen. Doch der Ärger mit ihrem Verlobten Grant blieb ihm nicht erspart. Da es zu heftigen Auseinandersetzungen kommt, nimmt DJ kein Blatt vor den Mund. DJ´s Charakterstärke beeindruckt April in großem Maß. Somit häufen sich ihre Verabredungen mit DJ, bis Grant keine Rolle mehr in Aprils Leben spielt und sie schließlich seinen Heiratsantrag ablehnt.

...angespornt von der hübschen April...

Nun stehen die Meisterschaften im Steppen vor der Tür und so trainieren beide Teams härter denn je. Die bissigen Rivalen sehen in DJ einen würdigen Gegner und spionieren ihn aus, um seine Moves zu stehlen. Außerdem haben sie von DJ´s krimineller Vergangenheit Wind gekriegt und versuchen mit allen Mitteln, ihn aus dem Weg zu räumen. Auch für Aprils Vater, ein bedeutender Mann, ist DJ ein Dorn im Auge. Da er mit dem wohlhabenden Grant als zukünftigen Schwiegersohn rechnet, ist er gegen jegliche Verbindung zwischen seiner Tochter und „Dem Ghetto-Jungen“. Somit erpresst er DJ. Wie es aber der Zufall so will, kriegt der talentierte Stepper am Ende dennoch beides: die Frau, die er liebt, und einen attraktiven Studienplatz. Denn Gerechtigkeitsfanatiker wie DJ haben auch Freunde und Verwandte, die ihn lieben und unterstützen.

...gewinnt der attraktive DJ Chris Brown...
Ein typischer Tanzfilm, gefüllt mit ein bisschen Dramatik, Liebe und der Power to surprise. Hinzu kommen noch die Verschwörungen, ohne die der Film nicht das gewisse Etwas hätte. Eine moralische Botschaft: „Geld macht nicht glücklich!“ steckt auch dahinter und veranlasst den Zuschauer zum Nachdenken. Diese Nuance von Humor ist genau richtig. Außerdem werden die einzelnen Charaktere gut dargestellt. Von Chris Brown, der den ermordeten Bruder von DJ spielt, bis zu Ne-Yo, der dem Zimmergenossen des Tänzers eine Gestalt gibt. Auch der Hauptdarsteller DJ, der von Columbus Short gespielt wird, hat gezeigt, was in ihm steckt. Alles ist bis ins kleinste Detail perfekt aufeinander abgestimmt, von den bemerkenswerten Kerlen bis hin zu den atemberaubenden Moves. Das absolute Highlight des Films war aber die Meisterschaft. Die Kostüme sind ein echter Hingucker und die Tänze setzen sich aus Akrobatik, Stepp und Freestyle zusammen. Beide Teams, sowohl die Wulfs als auch die Phytons, legten eine so krasse Show hin, dass einem einfach nur die Spucke wegbleibt. In diesen Szenen stimmte alles: Musik, Choreographie, Kulisse und was sonst noch dazu gehört. Im Großen und Ganzen war die Qualität einfach fantastisch. Ein typischer Tanzfilm eben, aber trotzdem etwas ganz besonderes. Also wer Ne-Yo & Chris Brown mag und Tanzfilme liebt, sollte sich diesen Film unbedingt mal ansehen.

... April, das Publikum und die Kinozuschauer.


Samstag, 04 Juni 2011 23:42

Ich bin verliebt in meinen Lehrer

Namen sind der UMLAUFOnline-Redaktion bekannt (26.04.2007)


Ich schlage die Augen auf und mein Blick wandert auf meine Wanduhr. 6:17 Uhr. In 10 Minuten müsste ich aufstehen, wäre ich denn mal ausgeschlafen. Doch ich bin es nicht. Schon lange kann ich nicht mehr schlafen, zumindest nicht mehr tief, denn egal was ich tue, er scheint mich zu verfolgen, egal was ich träume…

 

Deprimiert richte ich mich auf. Schnell gehe ich ins Bad und mache mich erstmal mit ordentlich viel Wasser wach. Später vor dem Kleiderschrank denke ich wieder nur an ihn.

 

Verliebt zu sein ist wunderbar, ...

Vor allem bei meiner Kleiderwahl passe ich besonders auf, seit er einmal fast wie nebenbei bemerkte, dass er gelb besonders bevorzuge. Somit trage ich diese Farbe jeden Tag, zwar nicht auffällig, aber mal im Haarreif oder in der Haarspange.

 

Mit immer lauter klopfendem Herzen nähere ich mich der Schule und somit auch ihm. Zu meinem Glück habe ich ihn sogar jetzt drei Stunden lang. Der Gedanke zaubert sofort ein Lächeln auf meine Lippen. Die Klingel läutet und ich renne schnell die letzten Meter zu meinem Klassenzimmer, aber natürlich nicht all zu schnell und das hat seine Gründe.

 

Zaghaft klopfe ich an die Tür. Mit einem verlegenem, aber lauten "Guten Morgen" betrete ich die Klasse. Sofort richten sich seine blauen Augen auf mich. Meine Knie werden in Sekundenschnelle weich wie Pudding. Lächelnd sieht er mich an. Ich bin perplex von der Wärme, die er ausstrahlt und bekomme natürlich kein Wort mehr heraus. „Guten Morgen, warum stehst du hier wie bestellt und nicht abgeholt? Du weißt doch, wo dein Platz ist.“ Die Klasse kichert und ich werde rot. Wie peinlich das ist. Zum Glück schaltet sich mein Gehirn wieder ein und ich finde meinen Sitzplatz.

 

...auch wenn andere Gedanken unmöglich sind.

Jetzt beginne ich zu träumen: Wie er mich angelächelt hat! Ob er wohl die Worte ausgewählt hat, um mir etwas mitzuteilen? Ob er sich sogar vielleicht ein bisschen gefreut hat mich zu sehen.

 

Alle diese Gedanken schwirren durch meinen Kopf, während er etwas von Evolution doziert. Ach ja… die Biologie. Zwischen uns ist sie gewaltig vorhanden, da bin ich mir sicher. Sonst würde ich ihn ja auch nicht so mögen, oder? Egal was er mit uns im Unterricht macht, er macht es mit der größten Leidenschaft. Sei es die Biologie oder die Chemie. Aber am liebsten mag ich ihn ’chemisch’. Vor allem bei seinen Versuchen. Und wenn sie dann hin und wieder einmal schief gehen, tut mir dies ja immer fürchterlich Leid. Aber die süße Miene, die er dann zieht, ist einfach zu knuffig.

 

Seit ich mich in ihn verliebt habe, bin ich fürchterlich eifersüchtig auf alles und jede. Die anderen Mädchen aus meiner Klasse stören, da mich immer wieder die Angst befällt, dass sie ihm besser gefallen als ich. Und sei es nur, wenn er jemanden dran nimmt. Ich beobachte ihn aufs genauste, ob sich die Mimik ändert oder sich nur ein kleinstes Lächeln auf sein Gesicht schleicht. Passiert dies, dann brodelt es sofort in mir und ich könnte laut losschreien.

 

Auch habe ich so meine Eigenarten entwickelt. Ich bin nicht länger mehr ein Ass in Biologie. Ich lasse mich gehen und lerne nicht mehr, denn so ist mir seine Aufmerksamkeit gewiss. Und als ’Sorgenkind’ bekommt man diese zuhauf. So bin ich schon am Ende der einen oder anderen Stunde mit ihm allein, denn seine Schüler liegen ihm am Herzen. Jemanden scheitern zu sehen bricht ihm wohl das Herz. Ebenso habe ich versucht Kekse zu backen, da er immer davon schwärmt, wie toll seine Mutter Plätzchen backen könne. Nun, da will ich in nichts nachstehen.

 

Warten auf die große Liebe

Ja, traumhaft wäre es, wenn er mich einmal in die Arme nehmen würde, aber dies wird niemals so sein. Diese unüberwindbare Distanz macht mich innerlich krank, denn niemals kann ich ihm gestehen, dass ich mich in ihn verliebt habe. Und so lebe ich in den Tag hinein. Am Morgen mit einer Depression durch die schlaflosen Nächte, am Nachmittag in Hochstimmung, weil ich ihn wieder sehen durfte. Und dann wieder der Abend mit seiner alltäglichen, unendlichen Trauer.

 

Ich weiß, dass diese Zeit vorübergehen wird. Er wird dann nicht mehr die unerreichbare Nummer eins in meinem Leben sein. Irgendwann wird jemand kommen, der genau so toll ist und ihn ersetzen wird.

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