ZeitPunkte

ZeitPunkte (307)

Mittwoch, 24 August 2011 19:23

Auch ohne Alkohol Spaß beim Feiern?

Von unserem Redakteur Michael Brehme (14.02.2006 19:55)

Man stelle sich vor, man könne eine kostenfreie Party veranstalten, bekäme dafür neben 1.500 Euro Planungsgeld auch Thekenpersonal, Technik, Security und Verpflegung bezahlt. Nur eine Wunschvorstellung? Nein, denn dahinter steckt mehr. Genauer gesagt: Es ist der Hauptgewinn eines Wettbewerbs der Kasseler Kampagne CHOOSE. Der einzige Haken am Ganzen: Die Party muss alkoholfrei ablaufen.



Diese Drogendepots sind gegenwärtig noch üblich.


Bis zum 24. März haben alle neunten und zehnten Schulklassen in Kassel die Möglichkeit, ein "kreatives Konzept" mit allem Drum und Dran für eine solche Feier einzuschicken. Dabei geht es laut CHOOSE insbesondere um Planung und Gestaltung: Musik, Dekoration, Getränke. Spätestens am 7. April soll von einer ausgewählten Jury eine Entscheidung über die siegreiche Klasse getroffen werden. Am 24. Mai geht die alkoholfreie Party dann schließlich in den Kasseler Nachthallen über die Bühne. Zugang haben neben den Siegern auch alle anderen Schüler aus dem gleichen Jahrgang.

Wenn die alten Ägypter tranken, waren die Folgen relativ gering, im Gegensatz...

Ermöglicht wird die Veranstaltung durch den Kasseler Arbeitskreis "Suchtprävention", der die Kampagne CHOOSE im Dezember 2004 ins Leben rief. "Ausschlaggebend dafür waren damals die Ergebnisse einer europäischen Studie zum Alkohol- und Drogenkonsum 15- bis 16-Jähriger", erklärt Salome Möhrer-Nolte von der Fachstelle für Suchtprävention. Die Hälfte aller Befragten hätten danach bereits mit 14 Jahren ihre ersten Rauscherfahrungen mit Alkohol gemacht. Zusätzlich wurde der Arbeitskreis von Vorfällen direkt vor der eigenen Haustür alarmiert: Bei einem Autounfall in Kassel mit einem Fahrer unter Alkoholeinfluss starben drei Jugendliche.

...zu modernen Gesellschaften, wo Alkoholkonsum...

Ziel des Projekts ist eine "langfristig angelegte lokale Kampagne für einen bewussten und maßvollen Alkoholkonsum von Jugendlichen", heißt es auf der Homepage. Dabei geht es vor allem um die "Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Alkohol und ein bewusster Umgang damit", ergänzt Möhrer-Nolte. Auch wolle man Jugendliche anregen, sich selber mit dem eigenen Alkoholkonsum auseinanderzusetzen.

Dennoch wird die Veranstaltung am 24. Mai zunächst eine einmalige Aktion bleiben. "Die Auseinandersetzung darüber, ob es möglich ist, ohne Alkohol Spaß auf einer Party zu haben, soll auch über dieses Ereignis hinaus fortgesetzt werden", so Möhrer-Nolte. Aus diesem Grund erhofft sie sich auch einen Dialog mit der Gastronomie. "Es wäre schön, ein ausgewogenes Angebot an nichtalkoholischen Getränken zu bezahlbaren Preisen zu haben." Auf Niedrig-Preis-Aktionen für Alkoholika sollte in Zukunft verzichtet werden.

...häufig mit Schmerz und Tod verbunden ist.

Ob CHOOSE auf längere Sicht gesehen eine Zukunft hat, ist noch offen. Möhrer-Nolte: "Eine Auswertung der Wirksamkeit der Kampagne steht in diesen Monaten an". Im Klaren ist sie sich darüber, dass die Alkoholproblematik nicht über Nacht gelöst werden kann. Es fehle nicht nur an Vorbildern beim maßvollen Umgang mit Alkohol, sondern auch allgemein an genügend Erkenntnis: "Wir leben in einer Gesellschaft, die Alkohol als Droge unterschätzt, die vor illegalen Drogen warnt und Alkohol verharmlost", bilanziert die Expertin.

Aus der aktuellen Kampagne:

 

 

 

 

 

Mittwoch, 24 August 2011 19:23

Lernen, lernen, lernen...

Aus unserer UMLAUF Online-Redaktion (03.02.2006 22:19)

"Das letzte Halbjahreszeugnis habt ihr am letzten Freitag erhalten, der nächste Leistungsnachweis wird euer Abitur sein. Daher folgende Fragen an Euch:
Wie fühlt ihr euch zur Zeit, wie bereitet ihr euch auf die nächsten Monate vor und was erwartet ihr beruflich und persönlich?"



Silke Grund


Meine Vorbereitungen für die nächsten Monate sind bereits größtenteils getroffen. Seit Dezember wird gelernt, der Studiengang ist gewählt und die Reisevorbereitungen so gut wie abgeschlossen. Zunächst geht es nämlich in die weite Welt. Ich werde für neun Monate nach Neuseeland fliegen und dort arbeiten und herumreisen. Mein Abi-Zeugnis ermöglicht es mir dann hoffentlich - vielleicht mit zwei Wartesemestern - Biologie zu studieren und schließlich in ein Arbeitsleben als Gerichtsmedizinerin einzutauchen. Was jetzt aber erst einmal auf mich zukommt sind die üblichen Bauchschmerzen vor den Klausuren und lernen, lernen, lernen...

Ich bin sehr entspannt. Noch fehlt mir die richtige Einstellung zum Lernen. Zwar habe ich noch genug Zeit, um mich auf das Abi vorzubereiten, jedoch denke ich, dass zwei Monate ausreichen. ich werde spätestens vier Wochen vorher anfangen. Beruflich habe ich einige Vorstellungen, warte aber erst mein Jahr beim Bund oder beim Zivildienst ab, bevor ich mich endgültig entscheide.

Ramona Meister

Zur Zeit bin ich ein wenig aufgeregt und habe etwas Angst, dass nicht alles so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich bereite mich so vor, dass ich die Inhalte der einzelnen Fächer kurz zusammenfasse, so dass ich diese kurz vor den Prüfungen nochmals schnell durchgehen kann. So hoffe ich, dass ich den Numerus Clausus (NC) für Psychologie schaffe und das Fach dann auch studieren kann. Doch nach dem Abitur möchte ich erst einmal ein Jahr im Ausland verbringen.

Anahita Ghanavati

Ich fühle mich zur Zeit nicht so gut, da ich mit meinem Zeugnis sehr unzufrieden bin. Dennoch versuche ich das Beste daraus zu machen und bereite mich gründlich auf das Abitur vor. Da meine Noten nicht meinen Erwartungen und meinen Zielen entsprechen, werde ich wohl den Beruf, den ich seit meiner Kindheit anstrebe, nicht realisieren können. Daher überlege ich mir im Moment eine neue berufliche Perspektive und bin ein bisschen deprimiert.

Gerrit Gries

Wenn als letzter Leistungsnachweis das Abitur auf mich zukommt, werden bei mir keine besonderen Gefühle geweckt. Ich werde so weitermachen wie bisher und dann werden die Abi-Prüfungen schon klappen. Zwar werde ich an der einen oder anderen Stelle etwas kürzer treten und mich verstärkt im Unterrichtsstoff vertiefen müssen, aber erst einmal konzentriere ich mich auf die schriftlichen Prüfungen. Wenn diese hinter mir liegen, kann ich mich dann ruhig auf das mündliche Abitur vorbereiten. Bis dahin hoffe ich, dass ich einen Ausbildungsplatz als Mediengestalter erhalte. Und falls das nicht eintritt, werde ich mich voraussichtlich für ein Studium in einem künstlerischen Bereich einschreiben. Im privaten Bereich hoffe ich, dass alles so bleibt, wie es ist.

Stephanie Menger

Zur Zeit fühle ich mich mit meiner jetzigen Situation - privat und schulisch - etwas überfordert. Ich lerne in jeder freien Minute und habe bisher für die jeweiligen Prüfungsfächer unterschiedliche Ordner angelegt. Da ich aber nebenbei noch arbeiten gehe, um mein Auto zu finanzieren, bleibt jedoch nicht viel Zeit übrig. Ich bereite mich allerdings so gut wie möglich auf mein Abitur vor. Zu meiner beruflichen Situation kann ich mich noch nicht äußern, da ich bis jetzt auf meine Bewerbungen nur Absagen erhalten habe. Ich hoffe aber trotzdem auf einen erfolgreichen Abschluss.

Ich habe zur Zeit ein flaues Gefühl im Magen, habe Angst vor dem Abitur und der Zeit danach, ob sich meine zukünftigen Vorstellungen erfüllen oder nicht. Damit ich meine Ziele erreiche, gehe ich bis zur den Abi-Prüfungen nicht mehr in die Disco, treffe mich nur noch selten mit Freunden - einmal pro Woche - und versuche jeden Tag, für das Abitur zu lernen.

Christoph König

Zur Zeit fühle ich mich noch gut. Mitte Februar werde ich in diverse Lerngruppen einsteigen und mich danach nochmals eigenständig in meine Unterrichtsmaterialien vertiefen. Beruflich erwarte ich, an der Uni angenommen zu werden, an der ich mich beworben habe. Persönlich lasse ich mich überraschen, da eh alles anders kommt, als man es erwartet.

Vor meinem Abi fühle ich mich nicht anders als als die Jahre zuvor. Schließlich ist ein großer abschließender Test das, auf was die ganzen Jahre gezielt hingearbeitet wurde. Ich bin der Ansicht, wer sich jetzt erst noch umfangreich vorbereiten muss, sei es vom Wissensstand her oder psychisch, ist zu spät dran und wird es schwer haben. Ich werde mein Abitur schaffen, dessen bin ich mir sicher. Dann studiere ich und werde Lehrer, um den Jugendlichen meine persönlichen Erfahrungen weiterzugeben und ihnen beim Start in ein ausgefülltes Leben ein Stück weit Unterstützung anbieten zu können, was ich selbst erfahren habe und somit weitergeben möchte. Meine persönlichen Erwartungen an mein zukünftiges Leben behalte ich bei mir.

Mittwoch, 24 August 2011 19:23

Bitte nicht wecken!

Aus unserer UMLAUF Online-Redaktion (20.01.2006 22:17)

Der frühe Schulbeginn raubt Teenagern den Schlaf und macht sie zu schlechteren Schülern. Ursache ist ein biologisch verankerter Tagesrhythmus bei Heranwachsenden, der sie erst im Laufe des Tages zu voller Form auflaufen lässt, wie US-Forscher im Fachjournal »Pediatrics« berichten. Zumindest Klassenarbeiten sollten ihrer Meinung nach nicht am frühen Morgen geschrieben werden.



Morgenstund' hat Gold im Mund, ...


Generell brauchen junge Leute zwischen 13 und 22 Jahren mehr Schlaf, im Durchschnitt neun bis zehn Stunden pro Nacht, betont das Team um Margarita Dubocovich von der Northwestern University in Evanston bei Chicago. In den Morgenstunden berichteten die Schüler, müder und weniger aufmerksam zu sein und sich mehr anstrengen zu müssen als am Nachmittag. Auch eine spezielle Tageslicht-Bestrahlung am Morgen änderte daran nichts. Als mögliche Lösungen schlagen die Forscher vor, den Schulbeginn zu verlegen sowie Prüfungen und Klassenarbeiten erst später am Tag schreiben zu lassen. Der Drang junger Leute, den Morgen durchzuschlafen, habe nichts mit Faulheit oder Ablehnung der Familie zu tun, sondern entspreche ihrem so genannten zirkadianischen Rhythmus, besänftigen die Forscher betroffene Eltern und Erzieher laut einer dpa-Meldung vom 7.6.2005. Dies entspricht auch einer aktuellen Forderungen des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Günther H. Oettinger (CDU), der einen generellen Unterrichtsbeginn ab 9 Uhr fordert.

... wer länger schläft, bleibt auch gesund.

UMLAUF Online wollte einmal konkret von unseren Schülerinnen und Schülern hören, was sie von dieser Forderung halten und interviewte die Klassse 11 b. Einige prägnante Aussagen, die natürlich nicht repräsentativ sind, wollen wir an dieser Stelle vorstellen.

Felix Möller

Am Morgen bin ich sehr müde und brauche ein bisschen Zeit, um wach zu werden. Aber ab 8 Uhr bin ich eigentlich schon bei meinem durchschnittlichen Leistungsniveau; nachmittags geringer und abends wieder steigend.
Die eine Stunde kann man sich auch schenken! Wenn ich eine Stunde länger schlafen kann, gehe ich automatisch später ins Bett. Nach meiner Leistungskurve würde die Nachmittagsverlängerung nicht allzuviel verändern.

Katja Vaupel

Meine Leistungskurve ist in der Schule erst gegen 9 Uhr am höchsten; dann bin ich richtig wach. Wenn ich aus der Schule komme, bin ich müde und muss mich erst ein bisschen ausruhen.
Ich persönlich finde die Forderung von Herrn Oettinger angemessen, denn auch ich bin erst ab 9 Uhr richtig wach. Dafür sollten aber weniger Hausaufgaben aufgegeben werden, da man später zu Hause eintrifft.

Florian Ortmann

Ich persönlich bin am Morgen viel fitter und aktiver als am Mittag bzw. Nachmittag, wo ich relativ unruhig werde. Ich würde es sogar begrüßen, wenn die Schule noch früher beginnen würde. Dies bedeutet, dass ich zu dem Zeitpunkt, wo meine Konzentration nachlässt, die Schule schon beendet wäre.
Ich halte den Vorschlag für nicht besonders effektiv. Durch die abnehmende Konzentration um die Mittagszeit herum wäre es ungünstiger, noch eine weitere Stunde anzuhängen. Schon jetzt fällt es vielen Schülern schwer, sich bei einer Arbeit in der 6. Stunde zu konzentrieren.

Vanessa Speer

Allgemein kann ich von mir sagen, dass meine morgentliche Stimmung von meinem letzten Schlaf in der letzten Nacht abhängt. So gegen 10.30 Uhr bin ich jedoch hellwach, am nachmittag hingegen meist sehr erschöpft und müde.
Ich stehe diesem Vorschlag kritisch gegenüber. Zwar ist es schön, mal länger schlafen zu können, jedoch bedeutet dies nur eine Verschiebung, was ich nicht gutheiße.

Sam Stör

Meine Leistungskurve hängt stark von "äußerlichen" Faktoren ab wie z.B. Sonnenschein oder Regen. Ich persönlich habe kein Problem damit, um 8 Uhr konzentriert den Schulunterricht zu beginnen.
Von dem Vorschlag halte ich persönlich sehr wenig! Mir ist es lieber, am Nachmittag früher zu Hause zu sein und fange dafür morgens gerne eine Stunde früher an. Sonst geht mir viel zu viel Zeit verloren.

Natalie Kube

Eigentlich bin ich morgens immer relativ fit, obwohl ich ziemlich früh aufstehen muss. Ich werde dann jedoch im Laufe des Vormittags immer müder, weshalb ich auch denke, dass der Nachmittagsunterricht anstrengender ist.
Ich halte nicht sehr viel von dieser Forderung, da der Unterricht am Nachmittag meiner Meinung nach viel anstrengender ist.


Wenn auch die Forderung nach einem späteren Schulbeginn immer wieder im Jahres-Rythmus aufgegriffen wird, fällt doch auf, dass die Betroffenen selten befragt werden. Diese Spontanbefragung zeigte, dass mit Dreiviertel der Befragten eine deutliche Mehrheit gegen eine Verschiebung des Schulbeginns ist.

P.S.: Auch Ministerpräsidenten Günther Oettinger ist von seiner Partei zurückgepfiffen worden. Wir warten auf das nächste Jahr.

Mittwoch, 24 August 2011 19:22

Triumph der weiblichen Boshaftigkeit

Von unserer Redakteurin Esther Milojkovic (29.01.2006 12:10)

"Not even in the legions of horrid Hell can come a devil more damned in evils than Macbeth."
Theateraufführungen sind wir an unserer Schule - dank unserer DS-Kurse - schon gewohnt. Nun wurde zum zweiten Mal ein Stück auf Englisch aufgeführt. Die AG “Englisches Theater“ führte in den vergangenen zwei Wochen an fünf Terminen William Shakespeares “Macbeth” auf.

...das nötige Pathos fehlte selbstverständlich nicht.

Shakespeares Drama spielt im Schottland des elften Jahrhunderts. Es handelt von Macbeth, dem nach einer siegreichen Schlacht drei Hexen prophezeien, er solle König werden. Von seiner machtgierigen Frau angestachelt, ermordet er daraufhin den König und muss weitere Morde begehen, um nicht entdeckt zu werden, wobei ihn seine Schuldgefühle in den Wahnsinn treiben. Obwohl er sich dank der Hexenprophezeiungen für unbesiegbar hält, wird er schließlich in einer Schlacht gegen den Sohn des ermordeten Königs durch Macduff getötet.

Die Darsteller wussten auf ganzer Linie zu überzeugen.

"Eine so große anerkennende Resonanz von allen Seiten hat sich keiner der Gruppe vorstellen können.", kommentiert Lazar Backovic, der die Rolle des Macduff spielte, die Reaktion des Publikums. Die Schüler der von Herrn Beuchel geleiteten AG haben seit Sommer 2005 an der Umsetzung des Stücks gearbeitet. Die Originaldialoge wurden zwar inhaltlich größtenteils übernommen, sprachlich jedoch oft vereinfacht. Dadurch war das Stück für die meisten Zuschauer zum großen Teil verständlich. "Die Darsteller haben aus wenig viel gemacht.", lobt Jennifer Hildebrandt, Schülerin der 13. Klasse. "Trotz weniger Requisiten kam die Stimmung gut rüber." Vor allem die Verwendung verschiedenfarbigen Lichts sorgte für Atmosphäre, zum Beispiel wenn der tote König, dessen Erscheinung nur Macbeth sieht, mit blauem Licht angeleuchtet wurde.

Macbeth wird von seinen seherischen Hexen bedrängt.

Neben der Inszenierung beeindruckten vor allem die sprachlichen Leistungen. In dem Stück spielten Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13. Dass schon Schüler der neunten oder zehnten Klasse ein Theaterstück auf Englisch aufführen können, und dabei so lange Dialoge fließend vortragen, wie sie zum Beispiel die Rolle des Prinzen Malcom verlangte, ist sicherlich vor allem dem Konzept des bilingualen Unterrichts zu verdanken.

Für den Zuschauer, der das Drama schon kannte, war vor allem der Schluss eine Überraschung. Dass nicht Macbeth, sondern seine Frau der eigentliche Teufel ist, macht sie mit folgendem Rat klar: ?To fool the world look like the innocent flower, but be the snake under it." Shakespeare lässt Lady Macbeth im Wahnsinn enden, ihren Mann sterben, den rechtmäßigen Thronerben König werden und damit das Gute siegen. In der Aufführung unserer Schüler heiratet Malcom jedoch eine der drei bösen Hexen und wird von den restlichen zwei ausgelacht. Ein kleiner Triumph der weiblichen Boshaftigkeit über den männlichen Edelmut.


Mittwoch, 24 August 2011 19:22

The Canterville Ghost

Von der Klasse 6 d und ihrem Englisch-Lehrer Sascha Burgstedt (14.01.2006 16:53)

Eine amerikanische Familie kauft ein altes englisches Schloss, obwohl viele Furcht erregende Geschichten über ein Schlossgespenst erzählt werden. Nach einiger Zeit, die sie bereits im Schloss wohnen, wird der Vater durch ein unerklärliches Geräusch geweckt ...



Die Klasse 6 d


Die Geschichte "The Canterville Ghost" wird von der drama group der Haywood School aufgeführt. Allerdings läuft während der Aufführung nicht alles glatt. So trägt es sich zu in einer Geschichte, die im Englischbuch des 6. Schuljahres steht. Vielleicht erinnert sich ja der oder die ein/e oder andere noch an diese Zeit zurück.

Can Imgrund, Jan Ritz, Gerd Geschwind, Fabian Adam Schmidt (v.l.)

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6d unserer Schule haben sich in einem Schreibprojekt mit der Aufgabe beschäftigt, als Zeitungsreporter über die Veranstaltung auf Englisch zu berichten. Das ist keine leichte Aufgabe, denn erstens ist die Aufführung als Geschichte geschrieben und zweitens haben die Schülerinnen und Schüler noch nicht viel Erfahrung mit der Umsetzung einer solchen Aufgabe auf Englisch gesammelt. Am Ende haben die Arbeitsgruppen insgesamt sehr schöne Artikel verfasst, von denen die drei gelungensten hier vorgestellt werden sollen.

Dominika Apostel, Lisa Brückmann, Berit Raben (v.l.)

Angelika Giesbrecht, Fabia Ljatifi, Nejla Süer und Anna-Lena Siemon verfassten den Artikel "The funny play". Dominika Apostel, Lisa Brückmann, Miriam Gerstel und Berit Raben schrieben "The Canterville Ghost". Michelle Knierim und Tamika Odhiambo schließlich sind die Verfasser von "The Canterville Ghost and the funny mistakes".


Congratulations to all the winners and enjoy the articles!



Mittwoch, 24 August 2011 19:21

Es war ganz schön was los

Aus unserer UMLAUF Online-Redaktion (28.12.2005 06:20)

Für unsere Schulzeitungs-Homepage werden täglich digitale Fotos erstellt. Die Ereignisse, Veranstaltungen und Erfolge an unserer Schule sind vielfältig und von Außenstehenden kaum wahrnehmbar, selbst für unsere Schüler und auch für viele Lehrer.






Deshalb wollen wir mit diesem Jahresrückblick 2005 einen kleinen Eindruck vom Leben am Goethe-Gymnasium geben. Wir versichern, dass dies nur ein kleiner Ausschnitt ist.

Hans-Joachim Prauß
Ressortleiter UMLAUF Online

P.S.: Die Schrift ist etwas schwach geraten, weil es sich um Katalogblätter handelt



Mittwoch, 24 August 2011 19:21

Keep the Promise

Von unserer Redakteurin Ramona Meister (09.12.2005 19:56)

Südlich der Sahara leben nach Aussagen von "Unaids" schätzungsweise 29.400.000 Menschen, die HIV-positiv sind, das entspricht ungefähr der Einwohnerzahl Kanadas. In Südafrika infizieren sich pro Tag 1700 Menschen, das sind jährlich 620.000 Fälle. In Botswana und Lesotho ist ein Drittel der Bevölkerung infiziert. In Süd-Ostasien infizierte sich eine Millionen Menschen mehr als noch im Jahr 2003. Selbst in Deutschland sind 43.000 Menschen HIV-positiv.



Französische Aids-Warnung


Der erste Dezember eines jeden Jahres ist der Tag der Solidarität für all diese Menschen. Ein Tag, an dem aber auch deutlich wird, dass für Menschen mit HIV jeder Tag ein Aids-Tag ist. 1988 wurde der Welt-Aids-Tag von der Weltgesundheitsorganisation WHO in Leben gerufen. Die UN-Organisation "Unaids" gibt seit 1996 das jährliche Motto aus. 2005 lautet es: "Stop Aids: Keep the Promise".

Allgemein steht dieser Tag in Deutschland unter dem Motto: "Gemeinsam gegen Aids: wir übernehmen Verantwortung für uns selbst und andere". Es wird deutlich, dass dieser Tag nicht nur eine Mahnung an die Bevölkerung ist, sondern vor allem auch an die Politiker, sich ihrer Verantwortung einer Aids-Politik bewusst zu werden, denn in Deutschland wird Aids immer noch nicht als gesellschaftliches Problem angesehen. Dies ist wohl vor allem auf die Stabilisierung der Infektionsrate in den 90er Jahren zurückzuführen. Die sich immer weiter verbessernden Behandlungsmethoden weckten Hoffnungen, obwohl das Ziel eines Impfstoffes vorerst wohl noch unerfüllt bleiben wird. Aber auch die zunehmenden politischen Auseinandersetzungen seit dem 11. September 2001 hatten zur Folge, dass die Aufmerksamkeit für Aids verloren ging.

Daher ist es wohl auch kein Wunder, dass nach Berichten des Robert-Koch-Instituts etwa ab dem Jahr 2000 die Zahl der Neuinfizierten weiter steigt. Fakt ist leider aber auch, dass vor allem Homosexuelle die Gefahr unterschätzen. Laut Statistik ergibt sich, dass etwa 20% der heterosexuellen und 80% der homosexuellen Menschen an Aids erkrankt sind. Das kann aber keine Entwarnung für heterosexuelle Jugendliche und Erwachsene sein. Sogar der Papst ist daher sehr besorgt. Doch inwieweit sein angeblich sicherer Weg der traditionellen Kirchenlehre folgend das Aids-Problem löst, ist mehr als fraglich.

In den Entwicklungsländern ist die hohe Zahl der positiven Testergebnisse vor allem auf fehlende Aufklärung zurückzuführen, da Aids zu den Tabu-Themen gehört und immer noch ein weitverbreiteter Irrglaube besteht, dass Aids beispielsweise durch eine gesunde Ernährung zu heilen sei. Aber auch die mangelnde Versorgung mit Medikamenten bleibt ein weiteres Problem. Nur rund eine Millionen Menschen haben momentan in den Entwicklungsländern Zugang zu Medikamenten. Ziel war es eigentlich, bis Ende diesen Jahres drei Millionen Menschen Zugang zu Therapien zu verschaffen. Aus diesen Gründen hat die Bundesregierung das Engagement für die globale Aidsbekämpfung deutlich erhöht. Seit 2002 stellt Deutschland internationalen Organisationen und Projekten in 50 Ländern durchschnittlich 300 Millionen Euro pro Jahr für erfolgsversprechende Handlungskonzepte zur Verfügung. Es ist also noch nichts entschieden und noch ist es spät.

Französische Aids-Warnung

Mittwoch, 24 August 2011 19:21

Herr Gries, ich warte auf ihren Anruf

Von unseren Redakteuren Clarissa Sinning und Marco Sivori (17.12.2005 15:03)

Es war schon ein ungewohntes Bild, das sich am vergangenen Montag, dem 12. Dezember, in der Mensa des Goethe-Gymnasiums bot. Wo sich sonst nur Schüler tummeln und zu Mittag essen, saßen an einem großen Tisch bei Kerzenschein, Kaffee und Kuchen fast dreißig ältere Damen und Herren zusammen - die Pensionäre des Goethe-Gymnasiums.



Herr Keßler eröffnet das jährliche offizielle Pensionärstreffen


Wer glaubt, dass Lehrer, wenn sie einmal pensioniert sind, nie wieder einen Fuß in ihren ehemaligen Arbeitsbereich setzen, der irrt. Dies bewiesen all diejenigen, die der Einladung von Herrn Kratzke, Deutschlehrer am Goethe-Gymnasium, und Herrn Keßler aus dem Kreis der ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer, gefolgt waren. Ebenso anwesend waren Schulleiter Waldemar Grieß und Frau Jochheim, die sich in ihrer Eigenschaft als Leiterin der Cafeteria für die Verpflegung der Gäste bereit erklärt hatte.

Schulleiter OStD Gries begrüßt die Pensionäre

Pünktlich um halb vier trafen die ersten Gäste einzeln oder in kleinen Gruppen ein. Allen stand die Freude auf dem Gesicht geschrieben. Da wurden fleißig die Hände geschüttelt, wurde auf die Schultern geklopft und sich umarmt. Zu den Gästen zählte unter anderem auch die ehemalige Schulleiterin Frau Margitta Thümer, deren Augen aufleuchteten, als sie sah, wie viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen der Einladung gefolgt waren. Bald traf dann auch Herr Grieß ein, der es sich nicht nehmen ließ, die Anwesenden auf das Herzlichste zu begrüßen und allen einen kurzen Überblick über die Veränderungen und Erfolge des Goethe-Gymnasiums zu verschaffen.

Herr Gries berichtet über den Stand der Schulentwicklung

Einen ersten witzigen Höhepunkt überbrachte dann Herr Schindler, ehemaliger Physik- und Mathematiklehrer, den Anwesenden mit einem weihnachtlichen Gedicht über die "Metamorphose des Lamettas". Die fröhliche Stimmung ließ alle Beteiligten für einen kurzen Zeitraum den üblichen Pensionärsstress vergessen, sodass noch viel erzählt und gelacht wurde.

Da UMLAUF-Online den Ehrgeiz hat, über alle Bereiche unserer Schulgemeinde zu berichten, nutzten wir dieses Treffen, um endlich einmal Freud und Leid unserer ehemaligen Lehrerinnen und Lehrer in Erfahrung zu bringen.

Marco Sivori, Frau Thümer, Clarissa Sinning, Herr Ungruhe (v.l.) und Herr Wagner (o. Bild)

UMLAUF Online (UO): Waren Sie nach Ihrer Pensionierung noch einmal in der Schule?

Herr Wagner: Sogar noch für längere Zeit. Ich habe bei der letzten Theateraufführung von Lars Grenzemann eifrig mitgemischt, da er ein älteres Stück aus meiner Zeit aufführen wollte. Da habe ich die Gruppe gerne noch etwas beraten. Ebenso war ich zweimal als Zeitzeuge in der Schule und habe ein wenig über das Ende des Krieges berichtet.

Herr Trebing in seinem Bücher-Reich

UO: Wie empfanden Sie Ihre Zeit als Lehrer?

Herr Trebing: Ich bin immer sehr gerne in die Schule gegangen. Selbst wenn im dicksten Winter bei minus zehn Grad morgens um halb sieben der Wecker rappelte, bin ich raus und nichts wie hin zur Schule. Ich habe immer so gerne die jungen Leuten unterrichtet. Ein weiterer Vorteil war, dass ich durch die Bibliotheksarbeit nicht auf das Lehrerzimmer angewiesen war. In der Bibliothek hatte ich für mich und meine eigenen Bücher viel mehr Platz als ich brauchte.

Herr Ungruhe wurde von unserem Schulleiter 2005 offiziell verabschiedet

UO: Gab es Momente, an denen Sie sich wünschten wieder Lehrer zu sein?

Herr Ungruhe: Dazu kann ich etwas besonderes beitragen: Gleich nachdem ich weg war, habe ich in der Zeitung gelesen, dass insgesamt 20.000 Lehrer fehlen. Als ich bald darauf zufällig Herrn Grieß traf, sagte ich ihm: "Herr Grieß, ich warte auf Ihren Anruf. Ich bin ja gerade 'raus aus dem Geschäft. Ich nehme an, dass in irgendeiner Klasse Englisch ausfallen wird und dann stehe ich bereit." Das war zwar nur spaßig gemeint, doch da steckt schon drin, dass ich es bedauert habe, nicht mehr zu unterrichten.

Frau Thümer, ehemalige Schulleiterin, an ihrem früheren Arbeitsplatz

UO: Wie empfanden Sie den ersten Tag Ihrer Pensionierung?

Herr Trebing: Als ich pensioniert wurde, da hab ich mir folgenden Gag erlaubt: An meinem ersten "freien" Tag habe ich den Wecker auf acht Uhr gestellt, bin dann im Bett liegen geblieben, habe ihn rappeln lassen und zu mir gesagt: "Zum ersten mal in meinem Leben brauche ich jetzt nicht aufzustehen, aber die anderen, die müssen jetzt alle mit dem Unterricht anfangen."

Herr Perlick: das war sein letzter Gang

UO: Gab es nach Ihrer Pensionierung noch Kontakt untereinander?

Frau Thümer: Die gab es natürlich. Großen Dank gebührt dafür Herrn Keßler, der, und das ist schon sehr lange her, bei seiner Pensionierung den Ehemaligenverein ins Leben gerufen hat. Dabei hat Herr Kratzke, dem ich auch danken möchte, die Verbindung aus der Schule heraus gesteuert und Herr Keßler hat unter den Ehemaligen für die Kontakt gesorgt. Ihnen ist dieser lebendige Kreis zu verdanken, der sich über Jahre hinweg jeden Advent getroffen hat und der auch gemeinsam wandern geht oder ähnliches veranstaltet. Es ist schließlich keine Selbstverständlichkeit, dass man sich so sehr dafür aufopfert. An dieser Stelle möchte ich noch einen letzten Namen erwähnen, und das ist Frau Schiffmann, der wir ebenso viel zu verdanken haben, denn sie war es, die regelmäßig zusammen mit Herrn Keßler und Herrn Kratzke alles organisiert.

UO: Wir danken ihnen für das Gespräch

Mittwoch, 24 August 2011 19:18

Jugendliche im Widerstand

Von unseren Redakteurinnen Jasmin Nikolaus und Julia Pfannkuch (14.11.2005 01:05)

Die Brüder Karl und Peter leben in Köln und sind Mitglieder der Widerstandsgruppe Edelweißpiraten. Die Edelweißpiraten sind im Gegensatz zum Studenten-Geheimbund "Die Weiße Rose" und anderen Widerstandsgruppen keine Organisation, sondern eine intuitiv entstandene Bewegung, die über 300 Mitglieder umfasste.



Die Edelweispiraten


"Rio di Schanereo - Eheu Kapalero" - Edelweißpiraten sind treu.
(Einritzung in einer Zelle des Gestapo-Gefängnisses in Köln)

In der Nachkriegszeit wurden sie als kriminell bezeichnet, weil sie manchmal zu Diebstählen gezwungen waren um zu überleben. Erst im Sommer des Jahres 2005 wurden sie in Deutschland als Widerstandskämpfer offiziell anerkannt - also 60 Jahre zu spät.

Karl und Cilli

Die Jugendlichen finden bei ihren Streifzügen einen verwundeten KZ-Häftling namens Hans, den sie bei Cilli verstecken und gesund pflegen. Cilli, die zwei Kinder mit Karls älterem Bruder hat und der an der Front gekämpft und gestorben ist, wird vom Jugendamt bedrängt, ihre angeblich verwahrlosten Kinder in dessen Obhut zu geben. Als Hans wieder gesund ist, plant er mit den Jugendlichen einen Sabotageakt gegen die Gestapo. Außerdem kommt es zum Konflikt zwischen Hans und Karl, da sich beide in Cilli verliebt haben und für die Familie sorgen wollen.

Bombenhans

Die Pläne fliegen schon bald auf und die Edelweißpiraten werden von der Gestapo verfolgt, verhaftet und gefoltert. Ihnen droht die Todesstrafe durch Erhängen. Karl weiß nicht weiter und ist hin und her gerissen zwischen Überlebenswillen, Verantwortungsgefühl und Loyalität zu den Edelweißpiraten.
Eine nervöse Handkamera, schnelle Schritte, spannungssteigernde Hintergrundmusik - das sind die Mittel, mit denen Vito von Glasow die Geschichte der Edelweißpiraten verfilmt. Eine Geschichte, die bisher vollkommen vergessen war, sich jedoch nicht vor dem Vergleich mit Filmen wie "Sophie Scholl" oder "Napola" scheuen muss. Kiki von Glasow stellt in ihrem Drehbuch nicht Kriegshelden aus den Geschichtsbüchern, sondern Menschen in den Mittelpunkt, die sich für den Frieden einsetzen und für Liebe, ihre Träume und das nackte Überleben kämpfen.

Karl und seine Freunde

Die Besetzung mit bekannten Schauspielern wie Anna Thalbach ("Der Untergang"), Jochen Nickel ("Schindlers Liste") und Jan Declair ("The World Is Not Enough") und Newcomern wie Simon Taal, Iwan Stebunow und Bela B. Felsenheimer (Mitglied von "Die Ärzte") ist ebenso ungewöhnlich wie erstklassig. Das Drama spiegelt die Situation der Jugend zur Zeit des Dritten Reiches wieder und ist ein ungeschönter Blick auf das Nazi-Deutschland, das von brutalen und blutreichen Kämpfen geprägt ist. Durch die Zusammenarbeit von Kiki von Glasow mit dem 75-jährigen Edelweißpiraten Jean Julich ist der Film besonders authentisch und gefühlvoll. Der Film "Die Edelweißpiraten" ist keine Komödie und kein Aktionfilm mit Hollywoodbesetzung, er ist jedoch ein Teil unserer Geschichte, der für Jung und Alt verständlich auf die Leinwand gebracht wurde.

Die Hauptdarsteller

Insgesamt ist der Film "Die Edelweißpiraten" ein gelungener Mix aus einem Drama, einem Kampf- und einem Liebesfilm, basierend auf geschichtlichem Hintergrund. Einziger Minuspunkt ist, dass das Finale des Film zum Ende etwas hinausgezögert und langgezogen wird.

P.S.: Mit dem Start dieses Filmes wurde der Widerstand der Edelweispiraten nach 60 Jahren quasi bundesweit bekannt gemacht. Kurz vorher wurde der 75-jährige Edelweißpirat Jean Julich, der in Schulen eingeladen unermüdlich von den letzten Jahren des Hitlerfaschismus berichtete, vom Regierungspräsidenten in Köln offiziell geehrt. Aber es stellt sich auch die abschließende Frage, wer diejenigen sind, die 60 Jahre lang immer wieder diesen Widerstand als Jugendkrawall abgetan haben.

Mittwoch, 24 August 2011 19:18

Angela, eine Frau geht ihren Weg

Von unserem Redakteur Sebastian Szczpaniak (25.11.2005 17:25)

Seit letztem Dienstag ist Angela Merkel die erste Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. "Eine Frau!" Als ob Frausein ein Makel, eine Schwäche wäre, stöhnen viele männlichen Vertreter der deutschen Wählerschaft über die neue Regierungschefin. Dabei ist die 51-jährige Naturwissenschaftlerin als DDR-Vorzeigefrau und politische BRD-Seiteneinsteigerin mit einer Blitzkarriere von der Bundesministerin für Frauen und Jugend (1991 bis 1994) über das Umweltressort zur Vorsitzenden der CDU (ab 2000) aufgestiegen und nun Regierungschefin. Damit steht Frau Merkel in einer Reihe mit Golda Meir, Indira Gandhi und Julia Timoschenko.



Gola Meir, Indira Gandhi und Julia Timoschenko (v.l.)


Dennoch zieht sich der Diskurs über dieses leidige Thema "Frau als Kanzlerin" durch verschiedenste Unterrichtsstunden und Gesprächsrunden. Da werden mal plumpe sexistische Statements geäußert, mal die Ossi-Keule geschwungen, hin und wieder gibt es auch Verteidigungsplädoyers nach dem Schema "Frau = sensibel = bessere Politik". Dass dieses Thema von gewisser Wichtigkeit und Diskussionsberechtigung ist, sieht man an der Existenz dieses und vieler anderer Artikel.

Ihr größter Triumpf, die Vereidigung

Gewiss ist die Wahl Merkels ein Meilenstein in der Bundesrepublikanischen Geschichte. Doch die Fragen, die sich die Wähler und Diskutanten stellen sollten, sind nicht, ob Angela Merkel als Frau fähig ist, ihr Amt zu meistern, vielmehr stellen sich weitere Fragen: Warum ist es nach über 80 Jahren Frauenwahlrecht und mehreren Jahrzehnten aktiver Beteiligung von Politikerinnen erst jetzt zur Wahl einer BundeskanzlerIN gekommen? Wieso spielt dieses Diskussionsthema in unserer angeblich gleichberechtigten Gesellschaft überhaupt eine Rolle.

Ihr Verbündeter, Bundespräsident Horst Köhler

Die Diskussion um Angela Merkel zeigt erneut, dass unsere Gesellschaft wirkliche Gleichberechtigung noch nicht erreicht hat. Zu fest ist noch die Idee, dass ein Land eine starke, bestimmende, durchsetzungsstarke, ergo männliche Führungsperson braucht, im Bewusstsein unserer Gesellschaft verankert. Dieses Denkschema wurde exemplarisch im Jahr 2002 deutlich, als Merkel zugunsten Edmund Stoibers auf ihre Kanzlerkandidatur verzichtete.

Ihre Mannschaft, mehr SPD als CDU-Minister


So gerechtfertigt auch eine Kritik an Angela Merkel, ihren politischen Zielen und dem Programm ihrer Partei ist, so illegitim und unsinnig ist eine Diskussion über die Tatsache, dass sie eine Frau ist. Gut, dass es endlich einen weiblichen Regierungschef gibt! Nicht, dass sie etwas besser machen würde, nur weil sie eben eine Frau ist. Dennoch kann Angela Merkels Kanzlerschaft ein weiterer Schritt in eine Gesellschaft sein, in der die Gleichberechtigung der Geschlechter nicht Zielvorstellung, sondern Normalität wird. Dorthin ist es noch ein langer Weg, auf dem die Gesellschaft, besonders ihre männlichen Mitglieder, einige eingerostete Wertvorstellungen über Bord werfen sollte.

Ihre größte Aufgabe, Angela Merkel am Kabinettstisch

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