ZeitPunkte

ZeitPunkte (307)

Mittwoch, 24 August 2011 19:15

Überall fehlen Menschen

Von unserem Religionslehrer Michael Kräbs (06.11.2005 16:47)

Meine Klasse 7 aus dem Goethe-Gymnasium hat sich Gedanken gemacht, was der Mensch noch alles ist. Hört euch einmal diese Definitionen an:



Diakon Michael Kräbs


Der Mensch .....

.......ist ein egoistisches Wesen. (Yannick)

...... ist ein Mensch, weil er reden und Gefühle ausdrücken kann.

...... ist ein Auto ohne Motor. (Daniel W.)

...... ist eine Gefahr und eine Hoffnung. (Sebastian + Michele)

..... ist ein Egoist der die Umwelt vernichtet. (Daniel K.)

..... ist wie ein Fisch und schwimmt im Leben. (Anna Katharina)

..... ist wie ein Ball, der über die Erde rollt. (Nina)

..... ist leider auch ein Terrorist, der den Krieg will. (Daniel G.)

..... spielt auch Fußball. (Jana)

..... klaut den Tieren die Heimat. (Philipp)

..... kann mit allen mithalten, ist aber nirgends der Beste. (Daniel K.)

..... ist einzigartig, weil sich alle unterscheiden. (Thomas)

..... muss nicht wirklich viel tun, aber er muss sterben. (Sebastian)

..... ist ein kleiner Punkt im Universum. (Torben)

Das Altarbild der Bonifatiuskirche

Der Text von Kurt Tucholsky (Text siehe Link) ist dagegen eine Satire. Eine Satire ist meist lustig, aber oft gefriert einem das Lachen, wenn man selbst etwas "abbekommt". Dann tut eine Satire weh.

Ich bin sicher, dass der Text von Tucholsky weh tut. Mindestens an einer Stelle, mindestens den Mädchen. Natürlich können auch Mädchen und Frauen denken und wer das nicht begreift, der will eben nicht denken. Kurt Tucholsky aber will, dass die Menschen denken. Er will sie aufrütteln mit seiner Satire und Ironie. Schauen wir uns ein paar Aussagen gemeinsam an:

Menschen hören gerne Schmeicheleien.
Stimmt das? Hört ihr lieber Komplimente oder einen Tadel?
Die Frage ist blöd, weil jeder gerne Komplimente hört, am liebsten drei Nummern gröber als noch zulässig. Auch schlechte Lehrer hören zum Beispiel gerne, dass sie guten Unterricht machen. Und Schüler? Welches Kompliment glauben Schüler gerne ohne es zu prüfen? Vielleicht: die Hausaufgabe hast du aber gut gemacht?

Eine zweite Aussage von K. Tucholsky:
Menschen sind Geschöpfe, die sich zu Klumpen ballen. Ein jeder Klumpen hasst die anderen, weil sie die anderen sind und er hasst die eigenen, weil sie die eigenen sind.
Stimmt das? Wenn man über die Schulhöfe geht, könnte man das meinen. Manche wollen um Gottes Willen nicht mit ihrer Klasse gesehen werden, lieber zeigen sie sich mit anderen Freunden. Und mit der Familie ist es manchmal leider ähnlich. Es kommt vor, dass man sich seiner Familie schämt. Fürchterlich. Ist euch aufgefallen, dass Tucholsky kein gutes Haar an uns Menschen lässt? Wir geben keine Ruhe, wir machen Krach, wir streiten, wir gönnen den anderen nichts, wir hassen die anderen, wir kämpfen gegen die anderen, wir werden alt und wollen das Ganze ewig mitmachen.... Na super! Ein tolles Leben! Ein "toller" Mensch".
Und das allerschlimmste: Hat er nicht Recht? Ist es nicht irgendwo tatsächlich so? Waren die Aussagen der Klasse 7 so anders?

Menschen

Gibt es Ausnahmen? Seid ihr die großen Ausnahmen? Ich wünschte es mir! Aber ich fürchte, ich müsste uns ein Kompliment machen, dass unverdient ist. Sicher, ihr würdet es alle sofort glauben, weil ihr eben auch nur "Menschen" seid. Ich würde es auch glauben: wenn man behauptete:
"Alle Menschen sind so, du bist die große Ausnahme!" Wenn wir heute aber Allerheiligen feiern, dann feiern wir solche Menschen! Heilige!
Dann geht es um die Ausnahme von der Regel, dann geht es um Vorbilder, die es auch verdienen Vorbilder zu sein.

Ich glaube sehr wohl, dass wir alle - auch ich - unsere guten Seiten haben. Wir haben tatsächlich unsere "heiligen Momente"! Immer dann, wenn wir uns gegenseitig helfen! Auch den anderen "Klumpen. Immer dann, wenn wir jemanden zeigen, dass wir ihn mögen und sogar lieben! Auch den anderen, fremden, Unbekannten. Und immer dann, wenn wir einander verzeihen können! Auch demjenigen, der uns feindlich gegenüber steht

Und wo immer wir dies auch tatsächlich tun, und nicht nur die Möglichkeit dazu haben und auslassen, sind wir allen Heiligen die doch nichts anderes waren als wirkliche Menschen tatsächlich auf der Spur und ihnen ähnlich.

Wo immer aber wir uns verstecken hinter Ausreden, dass wir eben nicht dem anderen helfen können oder eben nicht mögen können, wie er ist und ihm schon gar nicht verzeihen können, verpassen wir die große Chance, Mensch zu sein.

Menschen

Tuchholsky hat behauptet: Menschen miteinander gibt es nicht.

Zeigen wir, wo wir können, dass das Gegenteil der Fall ist. Nämlich überall dort, wo wir sind. Du, und du und ich!
Zeigen wir uns dort als Mensch, wo Menschen fehlen: In der Klasse. In der Schule. Im Verein. In der Familie. In der Straßenbahn und im Bus. Überall fehlen Menschen: Ihr fehlt! Ich fehle! Du fehlst!- Amen.

Der Mensch heißt Mensch, weil er schwärmt und liebt, weil er mitfühlt und vergibt, sich anlehnt und vertraut, weil er lacht und weil er lebt.
Immer dann ist der Mensch: Mensch!

Michael Kräbs ist Katholischer Diakon und Religionslehrer am Goethe-Gymnasium Kassel

Mittwoch, 24 August 2011 19:15

Deutschland hat gewählt - und nun?

Von unserem Redakteurt Sebastian Szczepaniak (25.09.2005 16:24)

Nun war es endlich so weit. Nach fünf Monaten Abwägen der Parteiprogramme, Bestimmung der persönlichen Sympathie und beinahe exzessiven Polittalk-Konsums traten wir gut vorbereitet den Urnengang an. Schließlich ist die Teilnahme an der Wahl ja eigentlich unsere Pflicht als Staatsbürger.



So sieht kein Sieger aus


Für die meisten Schüler, die die Oberstufe des Goethegymnasiums besuchen, war die Wahl zum 16. Deutschen Bundestag am letzten Sonntag auch die erste. Dass die zwei Kreuze, die wir jeweils für den Direktkandidaten und die Partei unseres Vertrauens auf den Wahlzettel niederschrieben, solche Verwirrung stiften könnten, war fernab jeder Vorstellung.

Dementsprechend unvorbereitet stürzen sich die Parteien in den Nach-Wahlkampf: Die Union, die eigentlich als strahlender Sieger aus der vorgezogenen Bundestagswahl hervorgehen wollte, stellt mit sagenhaften 0,9 Prozentpunkten Vorsprung die größte Bundestagsfraktion und verfehlt das Ziel einer schwarz-gelben Mehrheit deutlich. Gerhard Schröder lässt sich vom Verlust der Wahl, die die Verhältnisse in Deutschland eigentlich klären sollte, nicht beeindrucken und ruft sich in der Berliner Runde am Wahlabend schon mal prophylaktisch zum alten und neuen Bundeskanzler aus. Die Grünen verlieren leicht und werden mehr oder weniger freiwillig zum Protagonisten abenteuerlicher Koalitionsvorschläge (Stichwort: Schwampel oder Jamaika). Als Gewinner stellen sich die FDP und die Linkspartei heraus, wobei eine Regierungsbeteiligung dieser Parteien nach Vorgesprächen schon jetzt unwahrscheinlich ist.

Die große Koalition mit Kiesinger und Brandt

Nach einer guten Woche stellt sich die geschmähte Große Koalition als einzige realistische Variante heraus. Damit bewahrheiten sich die Befürchtungen der beiden Volksparteien, ihre Macht miteinander teilen zu müssen. Hierzu wurden schon im Wahlkampf allerlei Ängste bei den Wählern geschürt. Von Stillstand war da die Rede, von zu großen Kompromissen, die Deutschland nicht voranbringen könnten.

Sind diese Aussagen berechtigte Sorgen oder Wahlkampfkalkül? Fakt ist, dass sich SPD und Union in ihrer Politik ähnlicher sind als sie es selber wahrhaben möchten. Die Agenda 2010 ist ein Geschöpf beider Parteien. Überdies sollte nicht vergessen werden, dass die bislang einzige große Koalition auf Bundesebene, die mit dem Führungsduo Kiesinger-Brandt von 1966 bis 1969 regierte, für Wachstum und mehr Freiheiten sorgte und damit auch die moderne Bundesrepublik entscheidend mitgestaltete.

Fast zu Dosenfleisch verarbeitet?
Wahlkampfplakat an der Druseltalstraße
Foto: Prauß


Ob die nächste große Koalition, die voraussichtlich die Regierung stellen wird, den inflationär häufig beschworenen "Wechsel" oder "Aufschwung" bringen kann, bleibt abzuwarten. Schließlich zeigt der deutliche Stimmverlust bei beiden Volksparteien vor allem eins: Dass die Wähler mit der gemachten Politik nicht zufrieden sind. So stellt sich die spannende Frage, was in den nächsten Wochen und Monaten folgen wird: Folgen Reformen oder der befürchtete Stillstand? Wie viel Gewicht wird der Opposition beigemessen? Wie stabil ist eine mögliche große Koalition? Wer wird eigentlich Kanzler? Also: Wohin steuert das Schiff Deutschland? Und inwiefern bestimmen wir Wähler jetzt eigentlich noch den Kurs? Zur Zeit sind mehr Fragen offen als Antworten gegeben werden können. Warten wir es ab. Oder noch besser, machen wir uns selber auf die Suche nach Antworten.

Das waren noch Zeiten!

Mittwoch, 24 August 2011 19:14

Gesund mit Wohlgefühl

Von unserem Redakteur Marco Sivori (01.10.2005 15:22)

Es gab Zeiten, da strömten die Schüler des Nebengebäudes Schützenstraße mit dem Pausengong auf den Schulhof oder den Tischtennisplatten auf dem Sportplatz. Nun, daran hat sich bis heute nicht viel geändert, nur, dass es seit einiger Zeit auch einen weiteren Ort gibt, der dem Sportplatz und dem Schulhof an Beliebtheit in nichts nachsteht: die Cafeteria.



Unser Speisesaal


Seit Mai gibt es nun für Schüler und Lehrer neben dem Mittagstisch die Möglichkeit, sich ihr Frühstück in der Cafeteria zu erwerben. "Ich wollte, dass die Kinder ein gesundes Frühstück angeboten bekommen", so Frau Jocheim, welche für die Leitung der Cafeteria verantwortlich ist. Und um dies zu verwirklichen, steigert sich die Chemie und Biologie-Lehrerin auch gewaltig in die Sache hinein. "Ich kaufe jeden Tag das ein, was ausgeht und zweimal die Woche mache ich einen Großeinkauf."

Man kriegt einfach Hunger

Eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass Frau Jocheim neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin auch noch Vertrauenslehrerin und somit in der SV tätig ist. Meistens käme sie erst gegen fünf Uhr nach Hause und selbst dort gehe die Arbeit für die Cafeteria weiter, denn neben dem Einkaufen muss auch noch die Abrechnung gemacht und der Waffelteig für den kommenden Tag angesetzt werden. "Wir verbrauchen bis zu zehn Liter Teig pro Tag." Da bleibt nicht mehr viel Zeit für Privatleben, denn auch ihre Aufgaben als Lehrerin wollen erfüllt werden. Auch in ihren Freistunden während des Vormittags ist Frau Jocheim in der Cafeteria zu finden. Hier stehen ihr sechs ehrenamtliche Helfer und manchmal auch Schüler aus dem Haupt- und Nebengebäude zur Seite. "Wir freuen uns über jeden, der mithelfen will", so Frau Jocheim weiter, denn "Spaß haben wir hier immer dabei." Frau Jocheims größte Errungenschaft hierbei ist die Kasse. "Die habe ich selbst bei E-bay ersteigert", sagt sie stolz.

Frau Jochheim (r.)

Wenn es dann zur großen Pause läutet, fängt die Arbeit richtig an. "Wir haben bestimmt an die 150 Leute in den Pausen. Das ist echt Wahnsinn!" Doch das ist ja auch kein Wunder, denn schließlich ist die Auswahl riesig. Da gibt es Brezeln, Brötchen, Schokobrötchen und Fladenbrote, welche immer frisch geliefert werden, sowie Frikadellen, Würstchen, verschiedene Säfte und Milch, aber auch Sprite, Fanta und dergleichen. "Wir wollen gesundes Essen, aber auch nicht zu gesundes", meint Frau Jocheim augenzwinkernd, "aber zu einer gesunden Schule gehört auch, dass sich die Schüler wohl fühlen." Praktisch ist auch, dass man selbst Dinge für den Schulbedarf in der Cafeteria erhalten kann. Und natürlich gibt es hier auch die Möglichkeit, Goethe-T-Shirts nachzubestellen oder auch Goethe-Tassen und Goethe-Anhänger zu erwerben.

Frau Jochheims größter Stolz: die ersteigerte Kasse

Ein Motto, um den Schulalltag und dazu auch noch die Cafeteria zu überstehen, hat Frau Jocheim nach eigener Aussage nicht. "Ich bin einfach nur der Lehrer für eine gesunde Schule." Ihr einziger Wunsch für die Zukunft wäre die Renovierung der Küche, welche sich derzeitig in nicht so gutem Zustand befände und dringend einer Renovierung bedürfe. Da bleibt nur noch zu hoffen, dass sich ihr Wunsch auch erfüllt und sie sich auch noch weiterhin derartig für die Schüler am Goethe-Gymnasium einsetzt.

Mittwoch, 24 August 2011 19:14

Gegen linke Spießer und Pauker!

Aus unserer UMLAUF Online-Redaktion (09.10.2005 16:55)

Seit September 2005 verteilt die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) im Rahmen ihres Bundestagswahlkampfes kostenlos Musik-CDs an Jugendliche und junge Erwachsene. Diese CD trägt den Titel "Schulhof-CD" mit dem Zusatz "Der Schrecken aller linken Spießer und Pauker!". In einer Pressemitteilung spricht die Partei davon, dass sie vorhabe, bis zu 200.000 Exemplare des Tonträgers in Umlauf zu bringen.



Das Cover der NPD-Schulhofs-CD


Zwar hat die NPD im letzten Wahlkampf ihre Wahlziele nicht erreicht, aber auch die beiden großen Parteien besitzen nicht mehr die Integrationsfähigkeit früherer Jahre, so dass Wachsamkeit durchaus erforderlich ist.

Die "Schulhof-CD" der NPD besteht aus vierzehn Liedern, bei denen es sich teils um Rockmusik, teils um Balladen handelt, sowie der deutschen Nationalhymne in allen drei Strophen. Die Texte sind gut verständlich und transportieren die extrem rechten Botschaften der Partei. Mit der Musik, einer direkten Bezugnahme bzw. Ansprache, rebellischem Gestus und sozialer Demagogie, versuchen die Partei und die Musiker an die Lebenswelt Jugendlicher anzuknüpfen und sich als deren Stimme und als die Interessenvertretung des "kleinen Mannes" darzustellen.

Text und Bild aus dem NPD-Begleitheft

Ein Comic illustriert das Begleitheft zur CD. Die Kurzgeschichte über den ersten Wahlgang des jugendlichen Protagonisten "Alexander" spielt auf und vor dem Arbeitsamt. In Gesprächen mit einem älteren Bekannten und einem Unbekannten werden erste Eckpfeiler der politischen Programmatik der NPD benannt. Vertieft werden sie dann von "Tina", einer jugendlichen Freundin, die er vor dem Arbeitsamt an einem Info-Stand der NPD trifft. Sie erklärt ihm, warum es wichtig sei, die rechtsextreme Partei zu wählen.

Das Selbstverständnis der NPD zeigt sich besonders deutlich in dieser letzten Bildsequenz des Comics. Dabei steht die Betonung, die NPD sei keine Partei wie jede andere, bewusst an erster Stelle. Ihr Selbstverständnis ist von der Vorstellung geprägt, sie agiere als "systemoppositionelle" Partei allein gegen ein angebliches Interessenkartell aus Medien und den "Altparteien". Der Verweis auf das "konsequente Weltbild" charakterisiert die NPD dabei als Weltanschauungsgemeinschaft, welche die Demokratie abschaffen will. An deren Stelle soll eine hierarchische Volksgemeinschaft treten, in der eine demokratische und soziale Teilhabe oder der entsprechende Ausschluss von diesen Rechten nach rassistischen Kriterien geregelt würde. Die im Folgenden verwandte Floskel: "Wir sind eine verschworene Gemeinschaft, die gemeinsam etwas verändern will", sieht die NPD als eine nationalistische Kampfpartei, deren politische Praxis auf die Durchsetzung einer "nationalen Revolution" zielt. Dabei orientiert sich die NPD am Vorbild der NS-Diktatur in Deutschland, deren Politik sie in wesentlichen Punkten rechtfertigt.

NS-Wahlplakat

Mit der "Schulhof-CD" möchte die NPD gezielt junge Leute ansprechen und diese für sich gewinnen. Die letzten Landtagswahlen und Testwahlen in Schulen hätten gezeigt, erklärte die Partei in einer Pressemitteilung vom 1. September 2005, dass unter diesen jungen Menschen ein erhebliches Potential für die NPD existiere. Bewusst setzt die NPD dabei auf den Rechts-Rock. Musik ist ein zentraler Bestandteil im Leben von Jugendlichen. Gefällt ihnen diese, hören sie genauer hin. Entsprechend orientieren sich die ersten Lieder am durchschnittlichen Geschmack eines jugendlichen Publikums. Hinzu kommt, dass Musik anders und häufiger konsumiert wird, als beispielsweise ein Flugblatt oder ein Parteiprogramm. Musik ist direkt mit Gefühlen und Stimmungen verbunden. Inhalte vermitteln sich durch Musik, wenn diese eingängig ist, ohne kritische Prüfung.

Foto: Plaßmann, FR

Originäres Vorbild für die CD-Aktion der NPD ist eine Kampagne aus dem Spektrum der neonazistischen "Freien Kameradschaften" aus dem Frühjahr 2004. Geplant war, kurz vor den Sommerferien eine CD mit dem Titel "Anpassung ist Feigheit - Lieder aus dem Untergrund" kostenlos vor Schulen und Jugendeinrichtungen zu verteilen. Allerdings stoppte die Staats- anwaltschaft Halle a. d. Saale Anfang August 2004 mit ihrem Beschlagnahmebeschluss die massenhafte Verbreitung des Tonträger. Dennoch wird er bis heute unter der Hand verbreitet.

Die NPD weiß das politische Potential des Rechts-Rock mittlerweile zu nutzen, sie veröffentlichte nicht nur diese CD mit rechter Musik, sondern sie organisierte in den letzten Monaten auch mehrere Konzerte mit rechten Bands. Entsprechend war einer der Höhepunkt im Wahlkampf der NPD der bundesweite Schulhof-Aktionstag am 12. September in Riesa sein, auf dem neben verschiedenen Rednern der Partei und aus ihrem Umfeld auch einige Musiker auftreten sollen.

Quelle: unbekannt

Unseres Erachtens ist es wichtig, sich mit den Inhalten der CD auseinanderzusetzen, um Fragen von Jugendlichen begegnen zu können. Der rechtliche Rahmen wird es zwar teilweise erlauben, den Tonträger an Schulen oder in Jugendeinrichtungen einzuziehen, doch Erfahrungswerte der letzten Jahre belegen, dass die CD trotzdem bei Jugendlichen kursieren wird. Dem Weltbild der NPD und ihrer nationalistischen und rassistischen Agitation gilt es daher argumentativ entgegenzutreten. Es muss Jugendlichen vermittelt werden, welche extrem rechten Inhalte hinter den Liedern stecken und welches Gesellschaftsbild sie verbreiten.

Foto: Rauch

Weitere Information bei der
Arbeitsstelle Neonazismus
Fachhochschule Düsseldorf
Universitätsstr. 1 Geb. 24.21
40225 Düsseldorf
Argumente & Kultur
gegen Rechts e.V.
Pf. 102948
33529 Bielefeld

Mittwoch, 24 August 2011 19:13

Verrückt mit Spaß

Von unserem Mitarbeiter Florian Roßbach (23.07.2005 16:51)

Das Ziel der Klasse 10a und 9b schien klar - der zweite Wandertag sollte in Richtung Heide-Park gehen. Die Busfahrt verlief zuerst kurzweilig. Lag aber auch an der guten Unterhaltung. Ein Joke hier und ein Spaß da. Alle nahmen die Streiche mit Humor. So muss es auch sein, wenn man zusammen etwas unternimmt.



Das unglaubliche Panorama des Heide Parks


Der erste Bus erreichte den Parkplatz am Heide-Park. Aber hineingehen durfte noch keiner. Wir musste auf den zweiten warten. Es schien ewig zu dauern. Einige Schüler waren so aufgeregt, dass sie den zweiten Bus anrufen mussten. Doch da erfuhren sie nur, dass der zweite Bus gleich nachkäme. Der Grund: Einige Lehrer brauchten eine Raucherpause. Stress?

Ein Informationsplan ist schon notwendig

Aber dann: Der Bus kam und die Schüler strömten heraus. Die Lehrer holten die Eintrittskarten und die Schüler warteten gespannt. Ein Getümmel, als die Karten verteilt wurden. Und alles strömte endlich in den Heide-Park. Der eine oder andere hatte seine Ängste. Aber ein paar "arme Irre" ließen sich von nichts abschrecken, weder von dem Geschrei, das von einzelnen Bahnen und Geräten kam, noch von dem atemberaubenden Gerüst des "Colossos", der größten Achterbahn der Welt. Der Colossos war schon von weiten faszinierend anzusehen, 70 Meter hoch, dabei 120 km/h schnell bei den Abfahrten.

Der Colossos

Einige Schüler kamen kreidebleich wieder heraus, andere fröhlich und hatten Lust auf mehr. Doch um diesen Spaß oder die Ängste mitzuerleben, mussten wir wohl oder übel bis zu einer, manchmal sogar bis zu zwei Stunden anstehen. Dies war bei den meisten der atemberaubenden Bahnen vonnöten. Aber schließlich fand jeder seinen Favoriten im Park und hatte viel Spaß.

Raddampfer und Freiheitsstatue dürfen nicht fehlen.

Einer der Höhepunkte war der eben erwähnte Colossos. "Danach gibt es nichts mehr, was man damit übertreffen kann", ließ ein Schüler verlauten. Und viele schlossen sich dieser Meinung an. Aber die Hardliner des Tages waren anerkannt diejenigen Schüler, die im "Free Fall Tower" waren. Free Fall Tower, ein Turm von über 70 Metern, von wo man einfach fallengelassen wird. Ein Schüler aus der 10a meinte: "Willst du den Kick, musst du da rein. Da lernst du den freien Fall in Richtung Erde kennen. Es kribbelt im ganzen Körper, der Adrenalinspiegel steigt, das Herz klopft wie wild und du hältst den Atem an. Aber nach drei Sekunden ist das Fall-Spektakel leider vorbei."

Das flaue Gefühl im Bauch muss zum Schluss beseitigt werden.

Die Zeit im Park ging sehr schnell zu Ende. Wenn auch die pädagogische Zielsetzung nicht so ganz deutlich geworden ist, so ist ein Jahresabschluss mit viel Spaß ja auch ein Ergebnis. Das zeigten auch die Wünsche nach einem weiteren Besuch des Heide-Parks, die von vielen Schülern geäußert worden sind

Mittwoch, 24 August 2011 19:13

Spieglein, Spieglein an der Wand...

Von dem 12er Grundkurs Kunst unter Leitung von Klaus-Peter Krück (01.09.2005 22:49)

Das fiktive Titelbild des Spiegels zeigt ein Bild von Gerhard Schröder. Er hält gerade eine Rede und hat einen energischen, nachdenklichen Blick. Die Faust ist geballt, womit er sein Argument kämpferisch verdeutlichen will. So begründet Aram Latif exemplarisch für alle anderen Schüler des Kurses seinen Entwurf eines SPIEGEL-Titelbildes und fährt fort:



Noch Bundeskanzler: Gerhard Schröder


Die Überschrift ist im unteren Drittel des Bildes plaziert und lautet" Die Vertrauensfrage/ Kampf um Neuwahlen". Ich habe dieses Thema gewählt, weil es ein politisch sehr aktuelles Thema ist und die ganze Nation betrifft. Deshalb glaube ich auch, dass der Spiegel dieses Thema auf jeden Fall ansprechen und auf die Titelseite bringen wird. Es ist m.E. wichtig, das deutsche Volk über die Geschehnisse der Neuwahlen zu informieren, damit jeder weiß, mit welcher Absicht er versucht die Vertrauensfrage zu stellen.

Titelthema: Die Herausforderin

Ich habe dieses Bild ausgewählt, weil Gerhard Schröder in einer kritischen Haltung zu sehen ist. Es soll seine Ungewissheit gegenüber den zukünftigen Veränderungen zeigen. Das Bild vermittelt aber auch kämpferischen Elan. Seine Faust ist geballt und man sieht die Falten über seiner Stirn, was zeigt, wie sehr er sich in die Umsetzung seiner Idee hineinsteigert und überzeugen will. Das Bild zeigt die aktuelle Lage des Kanzlers und seinen Willen die Neuwahlen zu gewinnen.

Titelthema: Aids und Streik


Die Schrift habe ich bewusst weiß gewählt, da der Hintergrund meist dunkel ist. Die Überschrift habe ich nach unten gesetzt, da ich sie nicht mitten auf Schröders Kopf setzen konnte. Außerdem sollte die Aufmerksamkeit zuerst auf den Gesichtsausdruck Schröders gerichtet werden und erst dann auf den Titel. Die Schrift ist in seriöser, altmodischer Serifenschrift verfasst, um die Ernsthaftigkeit zu vermitteln.

Ebenso wie Aram Latif mussten die übrigen Titel begründet werden und sind auch spiegelreif, oder?

Titelthema: Gesundheit

 

Titelthema: Bio-Technologie und Religion

 

Titelthema: Urlaub

 

Titelthema: Mode und Neuwahlen

Mittwoch, 24 August 2011 19:12

Einigkeit und Recht und Arbeitslosigkeit

Von unseren Mitarbeitern Lukas Rychlik und Patrick Youffef (19.06.2005 16:06)

Nach mehrfacher Terminverschiebung war es endlich soweit. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) der Länder Hessen und Thüringen, Stefan Koerzell, ist am 3. Juni 2005 von den Schülern des PoWi-Leistungskurses 12 zu einer Diskussion über die aktuelle Wirtschaftspolitik eingeladen worden. Ausgangspunkt war ein LK-Projekt unter dem Slogan "Einigkeit und Recht und Arbeitslosigkeit".



PoWi-Lehrerin Frau Lühmann, Stefan Koerzell und Magali Moussa (v.l.)


Vier Leitfragen, moderiert von Magali Moussa und Navid Eskandari, sollten unser Thema aus gewerkschaftlicher Sicht beleuchten:

- Wie sieht für junge Menschen von heute mit höherem bzw. niedrigerem Bildungsabschluss die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt aus?
- Welche Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen schlagen Sie vor?
- Halten Sie Hartz IV für sinnvoll, um die soziale Sicherung von Sozialhilfe- und Arbeitslosengeldempfängern zu gewährleisten?
- Mit welcher Wirtschaftspolitik könnte die Konjunktur angekurbelt werden?

Bild: Staeck

Der 42-jährige angelernte Elektrotechniker Stefan Koerzell, der sich nach einem Jahr Studium aus persönlichen Gründen für eine Umorientierung seines beruflichen Werdeganges entschied und letztendlich zum DGB-Vorsitzender der Länder Hessen und Thüringen gewählt wurde, ist ein besonders engagierter Vertreter der Arbeitnehmer.
Bezüglich unserer ersten Frage ist Stefan Koerzell, der sich und seine Handlungsweisen als überparteilich betrachtet, der Auffassung, dass die Zukunftsperspektive für die jungen Leute hinsichtlich einer Ausbildung unabhängig von ihrem Bildungsabschlusses relativ düster aussieht, da die verfügbaren Ausbildungsplätze in Relation zu den Bewerbern viel zu rar sind. Die Studienplatzanwärter warnt er vor der Einführung von Studiengebühren von seiten der zukünftigen schwarz-gelben Regierung, so dass sich ein Studienplatz als Privileg der Besserverdienenden erweisen könnte.

DGB-Landeschef Stefan Koerzell

Besonders bei unserer zweiten Frage kristallisierte sich Koerzells grundlegende Position als Vertreter der weniger verdienenden Arbeitnehmer heraus. Er plädiert vehement für eine deutliche Erhöhung der Vermögenssteuer, denn seiner Meinung nach geht es den "Reichen" unseres Landes immer noch viel zu gut. Dieser reichen Minderheit unserer Gesellschaft müsse mehr Geld "weggenommen" werden, sodass mit diesen finanziellen Mitteln mehr Investitionen getätigt werden könnten, was zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen führen würde.

Foto: Mester

Ein anderes Problem der hohen Arbeitslosigkeit sieht Stefan Koerzell, der im Verlauf der Diskussion emotionaler wurde, darin, dass die Binnennachfrage unseres Landes praktisch am Boden liegt. Diese könne nur wieder in Schwung gebracht werden, wenn die Steuern der Wenig- und Normalverdiener, die nun mal den größten Anteil der Konsumenten bilden, drastisch gesenkt werden. Auch von Hartz IV hat der DGB- Vorsitzende eine Meinung, die er mit vielen Menschen unseres Landes teilt: "Hartz IV ist ein typisch deutsches Gesetz, dass durch den Bundesrat musste und wobei am Ende nur Schrott herauskam!" Ähnliches hält er von 1-Euro-Jobs: "Alle diese Maßnahmen führen letztendlich zu einer zukünftigen Verschärfung der Kluft zwischen Arm und Reich!"

Aufmerksame Gesichter

Zum Abschluss der lebhaften Diskussion schilderte uns Stefan Koerzell einige seiner Reiseerfahrungen in Sao Paolo, einer Millionenstadt in Brasilien, in der die Ghettos der armen, hungernden und verzweifelten Bevölkerungsmehrheit nur wenige Meter von den prachtvollen Villen der Multimillionäre entfernt sind. Einen wirklichen Mittelstand gebe es nicht. In keinem anderen Land sei die Schere zwischen den Armen und den Superreichen so weit gespalten wie in Brasilien. Seine Warnung vor solch einer Gesellschaftsordnung war auch zugleich das Schlusswort unserer Diskussion, in der uns eine Sichtweise geschildert wurde, der sicherlich die meisten von uns aufgrund der überzeugenden und nachvollziehbaren Argumentationsweise von Stefan Koerzell übereinstimmen

Mittwoch, 24 August 2011 19:12

Wahl der besten Schülerzeitung 2005

Aus unserer UMLAUF Online-Redaktion (02.07.2005 17:50)

Die "Glocke" vom Johann-Philipp-von-Schönborn- Gymnasium im fränkischen Münnerstadt hat den "Spiegel"-Wettbewerb um die beste deutschsprachige Schülerzeitung gewonnen. Die dreiköpfige Chefredaktion der "Glocke" wurde am Montag in Hamburg vom Chefredakteur des Nachrichtenmagazins, Stefan Aust, ausgezeichnet.



Die siegreiche Redaktion


Sie fliegt zur Belohnung in den Herbstferien eine Woche nach Madrid. 953 Schülerzeitungen hatten sich in acht verschiedenen Kategorien - von Reportage über Foto bis Online-Auftritt - um Redaktionszuschüsse, Recherche-Reisen und Praktika beworben, rund 10.000 Schüler agierten als Reporter, Blattmacher und Redakteure. 26 Redakteure von zehn Schülerzeitungen nahmen im "Spiegel"- Verlagshochhaus die Preise entgegen. Überdurchschnittlich erfolgreich waren wieder die Blattmacher aus dem Süden Deutschlands: Sechs der zehn besten Gazetten werden an bayerischen Gymnasien herausgegeben.

Das Johann-Philipp-von-Schönborn- Gymnasium

Die "Glocke" ist Gesamtsieger und wurde ebenso für die beste Reportage mit dem Titel "Ein ganz normaler Schulalltag", das beste Foto, den zweitbesten Heftinhalt und das drittbeste Titelbild ausgezeichnet. Auch 35 im Ausland erscheinende Schülerzeitungen beteiligten sich am Wettbewerb; "Glasnost" der Deutschen Schule in Paris war mit der fünftbesten Reportage erfolgreich. Die Schulzeitung UMLAUF kam auf den 5. Platz.

Bei den Online-Auftritten gab es nur eine Prämierung. »hasepieler.de« von der Hauptschule im Georg-Friedrich- Kolb-Schulzentrum in Speyer ist ein frisches Internet-Magazin, das sich in erster Linie dem Schulleben verschrieben hat. Die Seite ist aktuell, übersichtlich und lädt mit einer ganzen Reihe origineller Features zum Klicken ein.
Die Umlauf Online hatte sich am Wettbewerb nicht beteiligt, weil die dringende Überarbeitung der Homepage nicht vorangekommen ist. Dennoch wurde sie lobend erwähnt, d.h. wir sind immer im Gespräch, und wollen im nächsten Jahr wieder einen Preis holen. Drückt uns die Daumen.

Mittwoch, 24 August 2011 19:11

Kassel 2050

Von unserem Mitarbeiter Kalle Reichert (18.07.2005 15:28)

In ungefähr 40 Jahren sollen die fossilen Brennstoffe der Erde verbraucht sein. Woher sollen wir in 40 Jahren unseren Strom beziehen? Womit sollen unsere Autos fahren? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die 2. Schüler-Uni, welche ihre Ergebnisse am 14. Juli 2005 im Kulturzelt Kassel an der Drahtbrücke vorstellte.



Das Wissenschaftszelt an der Drahtbrücke


Die SchülerInnen des Physik-LK 12 der Jakob-Grimm-Schule und einer Klasse 11 des Goethe-Gymnasiums Kassel, die von Studenten als Tutoren betreut und unterstützt wurden, beschäftigten sich zwei Wochen vor den Präsentationen intensiv mit regenerativen Energiequellen wie z.B. Biomasse, Brennstoffzellen, Photovoltaik und Solarthermie. In den Vorträgen wurde deutlich, dass die fossilen Brennstoffe viel zu schade sind, um sie einfach nur in Heizungen oder Autos zu verbrennen.

Wenn die Erde weint...

In einer anschließenden Podiumsdiskussion mit mehreren Experten aus verschiedenen Bereichen wurde darüber diskutiert, ob die regenerativen Energiequellen überhaupt schon die nötige Funktionalität besitzen, um sie den umweltbewussten Bewohnern unserer sich immer mehr erwärmenden Erde nahe zu bringen.

...wenn die Erde brennt, dann...

Herr Hesselbach, Professor für Maschinenbau und Leiter der Schüler-Uni (upp-Kassel) erklärte, dass der Energieverbrauch in Mitteleuropa heutzutage noch viel zu hoch sei und dass man ihn in der nächsten Zeit erheblich senken müsse, um eine Zukunft mit regenerativen Energiequellen zu ermöglichen. Leider gebe es keine einzelne Energiequelle als Erfolgsrezept der Zukunft. Laut Prof. Hesselbach kann nur ein Mix aus verschiedenen regenerativen Energiequellen erfolgreich sein und die Energieversorgung in der Zukunft sichern. Auch die Eröffnungsrede des zukünftigen OB Bertram Hilgen bestätigte dies. Er habe selbst eine Solaranlage auf seinem Haus und möchte alternative Energien in seiner zukünftigen Amtszeit fördern.

...müssen Lösungen gesucht werden.

In diesem Projekt, das unter dem Motto "Kassel 2050: Schöne Aussichten durch Energiewende?" stand, wurde die nahe Zukunft der Erde mit konkreten Zahlen und Beispielen veranschaulicht. Beispiel: Ohne eine Reduzierung der Schadstoff-Emissionen würde die durchschnittliche Erdtemperatur durch den Treibhauseffekt von 9 auf 13°C ansteigen. Dazu wurden von allen Gruppen unterschiedlich Energiequellen auf ihre Eignung überprüft und deren Einführung für die Kasseler Region durchgerechnet.

Der Vorplatz des Wissenschaftzeltes

Die Aufgabe unserer Arbeitsgruppe bestand z.B. darin, die Anwendung der Wasserstoff-Technologie zu untersuchen unter der Fragestellung: Kassel 2050 - Ist Wasserstoff DIE Lösung?

In Kassel und Landkreis gibt es 87.000 Autos
Im Durchschnitt fährt jede Person 15.000 km pro Jahr.
Für 100 km benötigt man 1,2 kg Wasserstoff.
So müsste man für Kassel 15.660 t Wasserstoff im Jahr herstellen.
Um eine Tonne Wasserstoff herzustellen benötigt man 53.333 kWh elektrischen Strom.
Um 15.660 t Wasserstoff herzustellen benötigt man 835.200.000 kWh elektrischen Strom.
Um das wiederum zu ermöglichen müsste man in Kassel Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von 1.044.000 kW installieren.
Die dazu benötigte Fläche ist 10.440.000 qm groß, das entspricht einer Fläche von 3,2 km x 3,2 km (reine Kollektorfläche).
Diese Kollektoren würden Kosten in Höhe von ca. 6,26 Milliarden Euro verursachen.

Sehr interssiert schauen Herr Gries, Frau Kühn, Frau Gehrke, Herr Kilian und Herr Waldrich zu (v.l.)

An diesem und allen anderen vorgetragenen Beispielen wird deutlich, dass die Schwerpunktslegung auf eine einzige Energiequelle volkswirt- schaftlich unsinnig ist. Nur eine Vielfalt verschiedenster technischer Möglichkeiten wird erfolgreich sein, wobei der einfachste Weg, nämlich das individuelle Energiesparen, häufig unterbewertet wird.
(Quelle: Präsentation von Nadja Mooshage, Stefan Billerbeck, Kalle Reichert im Kulturzelt Kassel 14.7.2005)

Diese Veranstaltung war nicht nur für die teilnehmenden Schüler sehr lehrreich und wird im Jahr 2006 erneut stattfinden.
















Mittwoch, 24 August 2011 19:11

Wir haben Glück gehabt

Von unserer Mitarbeiterin Anna-Lena Reibold aus der 6c (26.05.2005 01:53)

Der Gedenktag zum 60-igsten Jahrestag des Kriegsende am 8. Mai 1945 liegt zwar schon fast drei Wochen zurück, aber wir wollen trotzdem über die Erlebnisse mit einem Zeitzeugen berichten, der unsere Klasse, die 6c, besuchte.

Herr Scholz wird befragt

Frau Stück gab uns schon einige Wochen vorher die Aufgabe, Omas, Opas oder andere Bekannte, die den Krieg miterlebt hatten, zu befragen. Wir hatten das Glück, dass Herr Scholz, der 77-jährige Opa von Daniel, sich bereit erklärt hatte, uns an diesem Tag "live" von seinen persönlichen Erlebnissen zu berichten.

Alte Pässe und Dokumente aus der NS-Zeit

Herr Scholz wurde 1928 geboren - kurz vor der Weltwirtschaftskrise - und hat uns viel von seiner Kind erzählt. Im Alter von 11 Jahren erlebte er am 1. Sepember 1939 den Kriegsausbruch. Bald musste er wegen der Fliegerangriffe aus Berlin weg und wurde in einem Landheim ausgebildet. Kurz vor Kriegsende wurde er in einem "letzten Aufgebot " als Flakhelfer eingesetzt und musste Angst und schreckliche Dinge erleben. Nach den Erzählungen von Herrn Scholz haben wir uns gemeinsam den Film "Die Kinder und die Stunde Null" angesehen.

Die Kinder konnten in dem Film nur in Schutt und Asche spielen, was ziemlich gefährlich war. Sie kamen mit Bomben oder Ähnlichem in Berührung oder konnten von Häusern, die gerade einstürzten, verschüttet werden. Viele Kinder waren sich selbst überlassen, weil die Erwachsenen mit dem Wiederaufbau und dem Wegräumen der Trümmer beschäftigt waren. Nach diesem Film hat Herr Scholz noch über seine Erlebnisse nach dem Ende des Krieges berichtet. Er meinte, dass es nur wenig Lebensmittel gab, dass man sich Schuhe aus alten Autoreifen gebastelt habe und die alten Uniformen schwarz einfärbte, weil alle militärischen Kennzeichen ablehnt wurden. Spannend war auch zu hören, dass es eine "Zigarettenwährung" gegeben hat.

Herr Scholz mit Schülern der 6c

Anschließend durften wir ihm noch ein paar Fragen zum 2. Weltkrieg und zur Schule stellen oder ob er Adolf Hitler auch mal in echt gesehen hätte. Als wir keine Fragen mehr hatten und Herrn Scholz auch nichts mehr einfiel, verabschiedete er sich. In der 6. Schulstunde haben wir unsere Mitbringsel wie Spielzeug, Ausweise, Pässe und noch viel mehr aus der damaliger Zeit angesehen. Anschließend fragte Frau Stück, wie denn die Omas und Opas auf solche Fragen reagiert hätten. Bei den meisten Kindern haben die Großeltern positiv reagiert und gerne über diese Zeit berichtet. Sie haben sich gefreut, dass wir uns dafür interessiert haben. Ich selber konnte leider keine Pässe oder Ähnliches von damals mitbringen, weil von meinem Opa das ganze Haus abgebrannt war und er nichts als seine eigene Haut mehr retten konnte.

Am besten fand ich den Film, den wir gesehen haben. Denn vorher konnte ich mir gar keine richtigen Bilder von damals machen. Jetzt erst weiß ich, wie es damals war, vor allem, welches Glück es war, ein Stück Brot zu haben. Daniel`s Opa war für mich auch sehr beeindruckend, weil er sehr ernst war und es ihm offen sichtlich nicht viel ausmachte, uns von seinen Erlebnissen zu erzählen. Insgesamt war dieser Tag sehr schön, und jetzt weiß ich auch, wie gut es uns doch geht !

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