ZeitPunkte

ZeitPunkte (307)

Mittwoch, 24 August 2011 20:24

Limes rockt Kasseler Stadtfest

von unserer Redakteurin Kristina Batzel (08.06.2009)

Laut, rasant und mit einer einmaligen Performance rockte die Schulband Limes auf dem Kasseler Stadtfest die Bühne. Egal ob Schlagzeug, Gitarre oder Bass, jeder Handgriff saß und auch Frontsängerin Paradies Bathaee brachte mit ihrem Gesang das Publikum zum toben. Ein einmaliger Auftritt vier junger Musiker, die nun nicht mehr Schulband sind, sondern stolz den Bandnamen „Limes“ tragen.

 

 

Kaum betraten Paradies Bathaee, Jonathan Bock, Simon Kniffert und Lennart Ritz die Bühne, fing das Publikum an zu toben. Nicht ohne Grund, denn gekonnt fingen sie an ihren ersten Song „take me away" zu performen. Selbstbewusst und mit einem breiten Grinsen griff Paradies zum Mikro und in null Komma nichts verflog jede Anspannung und Aufregung. Mit sieben Songs kämpfte Limes um den 1. Platz, der einen Hauptgewinn von 500 Euro versprach. Mit diesem Gewinn erhoffte sich die Band einen neuen Proberaum zu finanzieren, um zukünftig nicht mehr in den Musikräumen der Schule proben zu müssen.

 

 

 

Aber genau hier war die Wiege von Limes. Im Oktober 2008 fanden sich die vier und probten regelmäßig mit Musiklehrer Tillmann Scheer, der großes Potenzial in ihnen sah und sie daher beim Bandcontest anmeldete. Obwohl es gerade einmal ihr zweiter Auftritt war, spielte Limes mit so viel Begeisterung, dass das Publikum völlig aus dem Häuschen war. Ein sagenhafter Auftritt, der auch für die Band einmalig war. „Es war ein unbeschreibliches Gefühl auf der Bühne zu stehen. Ich wollte gar nicht mehr runter", so Frontfrau Paradies.

 

 
Die Fanbase war da  

Auch auf die Frage, ob sie aufgeregt waren, reagierten die Bandmitglieder cool: „Nachdem wir die Bühne betreten und unseren ersten Song gespielt haben, verflog jede Aufregung." Das Publikum hatten sie auf ihrer Seite, aber eine Jury musste auch überzeugt werden. Die Konkurrenz war hart und drei weitere Mitstreiterbands kämpften auch um den 1. Platz, den die Band One Target schließlich ergatterte.

Obwohl Limes nicht gewann, sind die vier trotz allem sehr stolz auf sich: „Traurig sind wir nicht, vielmehr stolz darauf teilgenommen zu haben, denn wir haben unser Bestes gegeben."

 

Für die Zukunft planen die vier weiterhin zu proben, ihre Songs selbst  zu schreiben und ihre Leidenschaft, die Musik, völlig auszuleben.

von unserem Redakteur Schahin Saket (13.05.2009)

Nach BSE und der Vogelgrippe wird die Menschheit wieder einer neuen Krankheit ausgesetzt. Einer Krankheit, die momentan mehr Aufwind verursacht, als ihre Vorgänger es taten. Das Influenza Viru-Typ A H1N1, besser bekannt als die Schweinegrippe, bedroht nun nicht mehr nur das so weit entferntes Mexiko, sonder auch unser Europa. Die neue Devisen: Mundschutz und Prävention oder aber der Panikmache standhalten.

 

Eine Atemmaske, deren Kauf nur dem Herrsteller und nicht dem Käufer dient.

 

Googelt man den Begriff "Schweinegrippe", werden einem abertausende von Artikeln, die sich alle mit dem neuen Grippevirus beschäftigen geboten. Die Medien berichten im Stundentakt über die mögliche Pandemie und über Präventionsmöglichkeiten. Die Medienmaschinerie läuft auf Hochtouren.

 

 

 

Genauere Daten über den Verlauf sind den Menschen nicht bekannt. Für den Einen gab es schon 149 Tote in Mexiko und für den Anderen waren es gerade mal 9. Die neusten Informationen bezüglich der Schweinegrippe werden auch in unserer Schule in Pausen-Konversationen oder im Biologie-Unterricht ausgetauscht. Hierbei spalten sich die Meinungen über den Gefährdungsgrad, die Auswirkungen und die Präventionsmöglichkeiten. Fraglich ist jedoch, wie nützlich die Medienberichte für die Mensch sind.

 

 

 

„Andauernd hört man von allen Seiten das Wort Schweinegrippe, selbst wenn man niest, wird man sofort verdächtigt die Schweinegrippe zu haben. Ich finde nicht, dass der Medienterror wirklich hilfreich ist. Als das lässt die ganze Situation ein wenig lächerlich erscheinen. Es kam ironischerweise sogar schon mal vor, dass man gehört hat, dass jemand bewusst auf Schweinefleisch verzichtet hat aus Angst vor der Grippe, wobei das Fleisch genau so harmlos ist wie jedes andere."

 

 

 

Dass die Schweinegrippe, ebenso wie eine normale Grippewelle, gefährlich sein kann, steht außer Frage. Jedoch sind bis jetzt beispielsweise in einem Land mit etwa 110 Million Einwohnern gerade mal 29 Menschen gestorben. Die Grippe verläuft wie jede andere: plötzliches Krankheitsbild, sehr hohes Fieber. Aber sie ist derzeit nicht mehr oder minder gefährlich als eine normale. Die Medien berichten über Personen, die sich mit diesem Virus angesteckt haben und über immer mehr eintretende Fälle in der ganzen Welt, von Mexiko bis nach Asien. Aber was ausgelassen wird ist, dass sich von den 6 Personen, die sich beispielweise in Deutschland angesteckt haben, keiner in Lebensgefahr schwebt und die meisten die Krankheit wohlauf überstanden haben - mit Medikamenten und Ruhe. Die WHO bestätigt derweil, dass die Todesopfer der Schweinegrippe alle vorher schon mit schweren gesundheitlichen Problemen kämpften. Die neue Grippe war da  wohl nur der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

 

 

Die Präventionsmöglichkeiten gegen eine Infektion sind die üblichen: gründlich und oft Hände waschen und Kontakt mit größeren Menschenmengen meiden. Dennoch scheint es absurd, dass Apotheken einen Ausverkauf von Atemmasken melden, die, wenn sie nicht gerade Spezialanfertigungen sind, überhaupt nicht helfen. Die Geldmache ist trotzdem enorm. Die vermeintlichen präventiv wirkenden Atemmasken gibt es nun schon in allen Formen und Farben und die Panikmache füllt die Kassen. Ob man nun der Panikwelle folgt und sich mitreißen lässt, ist jedem selbst überlassen. Eins ist jedoch klar, noch besteht kein Grund zur Sorge.

Mittwoch, 24 August 2011 20:24

Red Purse Day

Von unserer Redakteurin Kim Kraft (05.05.2009)

Seit dem Zeitalter der Aufklärung kämpfen Frauen um ihre Rechte. Aber wie viel Gleichberechtigung gibt es im 21. Jahrhundert? Wie sieht es um die Chancengleichheit im deutschen Schul- und Berufsleben aus?

 

 Frauen in Deutschland fordern: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!"

 

Wenn es um die Notenvergabe einiger Lehrer geht, runzeln viele Jungs die Stirn und schieben die Bewertung auf den Vorbau der benoteten Schülerin. Aber auch den Mädchen fällt auf, dass sie bei einigen Lehrern weniger leisten müssen als ihre Klassenkameraden. „Es ist wirklich so, dass man bei einigen Lehrern keine Gleichberechtigung erfährt. Aber es ist Lehrerabhängig", so Sabrina Gombert, Schülerin der Jahrgangstufe 12. Nicht nur Lehrer, sondern vor allem auch fachabhängig findet es Jana Block: „Bei Naturwissenschaften denken die Lehrer, das Jungs mehr drauf haben."

 

 

Red Purse - die rote Tasche steht für

die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen 

 

Sobald es allerdings ins Berufsleben geht, ändern sich die Positionen und plötzlich haben Männer klar den Vorteil auf ihrer Seite. Sowohl in Sachen Bezahlung als auch in Sachen Aufstiegschancen ist noch längst keine Gleichberechtigung zu erkennen. Die Entgeld-Ungleichheit zwischen Männern und Frauen liegt nach jüngsten Angaben bei 23%. Aufgrund dieser Ungerechtigkeit wurde der internationale Aktionstag Equal Pay Day letztes Jahr auch bei uns in Deutschland eingeführt. BPW Germany (Businesss and Professional Women Germany e.V.) führte bereits 2007 den Red Purse Day ein, ein Symbol für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen. Diese zwei Aktionstage, die ursprünglich aus den USA stammen, fanden dieses Jahr am 20. März statt. Dieser Tag markiert den Zeitraum, den Frauen mehr arbeiten müssen um auf das Gehalt ihrer männlichen Kollegen des Vorjahres zu kommen. Genau wie der Weltfrauentag nützen diese Tage aber nichts, wenn an den restlichen Tagen des Jahres keine Gleichberechtigung herrscht.

 

Ein Grund für die geringeren Aufstiegschancen einer Frau sind biologische bedingt. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft und somit einer längeren Arbeitspause schrecken viele Arbeitgeber ab. Dazu kommt die Mutterschutzfrist, in der der Frau weder gekündigt werden darf und in der sie auch weiterhin von ihrem Arbeitgeber einen Teil ihres Lohnes erhält.

 

 

 The Equal Rights Amendment

 

„Es ist nun mal so, dass Männer nicht schwanger werden können! Außerdem sagt die Bundesregierung doch ständig, dass wir mehr Leute brauchen", argumentiert Sabrina Gombert. Viele Frauen stecken genau wegen diesen Fakten in einem Zwiespalt, entweder Beruf oder Familie. Beides ist nur schwer zu vereinbaren, auch wenn die Bundesregierung versucht den Frauen den Einstieg zurück in die Berufswelt zu vereinfachen indem sie beispielsweise die Elternzeit eingeführt hat, die es beiden Elternteilen ermöglichen soll, sich sowohl an der Erziehung des Kindes zu beteiligen als auch ihren Beruf weiter auszuüben.

 

Um die ganze Sache der Gleichberechtigung auf den Punkt zu bringen: „Die Gleichberechtigung in Italien ist erst dann erreicht, wenn auch einmal eine total unfähige Frau in eine verantwortliche Position aufgerückt ist." (Agata Capiello, ital. Frauenrechtlerin, Turin)

Mittwoch, 24 August 2011 20:23

Chaos im Mathe-Abitur

von unserer Redakteurin Atlanta Eckhardt (26.04.2009)

Aufgebrachte Schüler an hessischen Schulen, Empörung in den Medien, sowie entsetzte Eltern sind die Folge der fehlerhaften Mathe-Aufgaben in den Leistungs- und Grundkursen im Abitur. Wie konnte dieser Fehler überhaupt passieren und wer trägt die Schuld an der Sache? Ein Interview mit Katharina Horn, der Landesschulsprecherin von Hessen, soll Klarheit schaffen.

 

 Schülerin lernt für die Wiederholungs-Prüfuung

 

Die erste Frage, die ich Katharina stellte war, wer überhaupt für diesen schwerwiegenden und auch sehr peinlichen Fehler verantwortlich zu machen ist und wie man solche Fehler ihrer Meinung nach in Zukunft verhindern könne.

 

 

Schuldig ist hier das Ministerium. In Zukunft sollte man die Fachlehrer anderer Bundesländer zur Unterstützung heranziehen oder unseren Fachlehrern vertrauen, dass sie die Aufgaben nicht an die Schüler weitergeben. Optimal wäre natürlich aus Sicht der Landesschülervertretung die Abschaffung des Zentralabiturs, da dieses unserer Meinung nach keine Vergleichbarkeit darstellt, da jeder Lehrer anders unterrichtet und die Schüler somit ganz andere Voraussetzungen haben. Außerdem denken wir, dass die Schüler und Schulen mit dem Zentralabitur nur Stress haben und Lernen auch anders funktionieren kann.

 

 

 

 Katharina Horn

Quelle: bildungswerk.de
 

Eine weitere Frage war, ob dieser Fehler früher auch passiert wäre und was der Grund dafür war.

 

 

Diese Fehler wären sicher früher auch passiert, dann aber durch den Lehrer, der die Prüfung erstellt hat, direkt vor Ort geklärt worden. In dem „Zentralabifall" waren natürlich alle Lehrer an den Schulen irritiert und wussten nicht, wie sie mit dem eventuell erkannten Fehler umgehen sollen. Natürlich verlässt man sich erst einmal auf das Ministerium und denkt. Leider holt sich das Ministerium keine aktuell unterrichtenden Lehrer in dem speziellen Fachgebiet zur Hilfe, da die Angst besteht, dass die Lehrer ihren Schülern die Aufgaben vor der Prüfung mitteilen. Deshalb kommt es dann zu solchen Fehler.

 

 

Sind viele Schüler für die Abschaffung des Zentralabiturs oder gehen da die Meinungen auseinander? Und was ist die aktuelle Lösung des Problems?

 

 

Die Meinung zur Abschaffung des Zentralabiturs ist sehr verschieden. Es kommt immer darauf an, wie das Abitur an den Schulen läuft.
Das Ministerium wird sich nicht noch einmal zu den Fehlern (es gab ja auch keine Fehler in Physik, Biologie, Französisch,...) äußern. Sicher überlegt das Ministerium nun, wie sie Fehler im Zentralabitur vermeiden können. Über eine Abschaffung des Zentralabiturs und über das Zentralabitur im Allgemeinen wurde im Landtag nach der „Mathepanne" diskutiert. Ein Ergebnis der Diskussion gibt es jedoch nicht.
Für dieses Jahr hat die Landesschülervertretung zumindest ihr Ziel erreicht, dass alle Schüler das Matheabitur wiederholen dürfen. Die bessere Note zählt dann für das Abitur.

Mittwoch, 24 August 2011 20:23

Google is watching You!

von unserem Redakteur Schahin Saket (28.03.2009)

Die Medienbranche boomt und immer mehr neue superschlaue elektronische Hilfsmittel werden den Konsumenten angeboten, um ihr Leben noch schneller und bequemer zu gestalten. So fing es einst mit den ersten Handys mit Übergröße an, die neben telefonieren keine weiteren Funktionen besaßen, und hört nun mit so genannten „Smartphones“ – kleinen Alleskönnern - auf. Die Etablierung des Internets und die rapide Entwicklung neuer Technologien bringen uns Schnelligkeit, Informationen und vor allem Bequemlichkeit. Fraglich jedoch zu welchem Preis wir, die Konsumenten, den bequemen Luxus bezahlen müssen.

 

Google- und das aufgebaute multimediale Monopol

 

„Wenn ich im Internet suche, das tue ich auch sehr oft, dann benutze ich eigentlich immer Google als Suchmaschine. Aber jegliche Gedanken über Privatsphäre oder Ähnliches mache ich mir nicht. Für mich ist Google sicher und ich hatte bisher keinen Grund Misstrauen zu bekommen", so beschreibt Stefan Klaas, Schüler der 12. Klasse, sein Surfverhalten mit der Suchmaschine Google.


Google ist der zur Zeit dominateste und mächtigste Gigant in Thema Medien und Internet.

 

Mit der Erfindung der Suchmaschine schaffte es Google, das noch nicht so stark etablierte Internet zu dominieren. Es war der Sprung zum Erfolg. Mit neuen Matrix-Technologien schaffte es Google, dem User innerhalb kürzeste Zeit tausende von Suchvorschlägen zu bieten, die nach Relevanz sortiert wurden. Der User konnte daher, die für ihn wichtigen Seiten bequem finden und war somit vollkommen zufrieden. Google gewann das Vertrauen der User. Seither ist Googles Suchmaschine, die am häufigsten aufgerufene Seite der Welt.

 

 

 

Google auf dem Weg zur Weltmacht

Schnell war klar, das Google nicht auf dem Erfolg der hauseigenen Suchmaschine sitzen bleiben würde. Expandieren und Entwickeln wurden zu Googles neuen Devisen.

 

Die Google-Suchmaschine wurde nebensächlich, denn pfiffige und durchaus interessante Weltneuheiten brachte Google innerhalb kürzester Zeit heraus.

 

Google-Mail, Google-Desktopbar, Google-Youtube, Google-Earth, Google Maps, Google-Video, Google-Chrome, Google-Talk, Google-Picasa, Google-Blogger und Google-Texte und Tabellen bieten dem User abertausende von hilfreichen Funktionen: Chatten mit Freunden, Mails versenden, im Internert browsen, Videos oder Fotos hochladen, Texte im Internet abspeichern, Routen planen, die Welt aus dem Weltall betrachten oder per Google die eigenen Dateien auf dem Computer zu durchsuchen. Und all das kostenlos - zumindest ohne Bezahlung mit Geld. Denn das Monopol, das Google sich in den letzten Jahren aufgebaut hat, finanziert es sich durch Werbung. Aber nicht irgendeine Art von Werbung, sonder spezialisierte, auf den User abgestimmte Werbung. Nur wie schafft es Google Werbung auf den User abzustimmen? Die Antwort: Datenspeicherung und Userprofilerstellung. Die Kosten für den User: persönlicher Informationen.

 

 

 

Seit Jahren ist die Diskussion über Datenschutz im vollen Gange. Die Telekom-Affäre, Lidls Videoüberwachung, Vorratspeicherung oder der Bundestrojaner setzten Beispiele für die stark anwachsende Transparenz des Users. Google ist das nächste Beispiel. So legt es von jedem User ein Profil an und speichert darunter häufige Suchbergriffe, die Dateien auf dem PC eines User, seine Mails und Texte, die er oder sie auf dem Server von Google abgespeichert hat. Denn Google darf auf alle Informationen zugreifen, die es durch die hauseigenen Programme erfahren kann. Alles legitim und auf Kosten der Privatsphäre.

 

Daher ist die neuste aller Entwicklung Googles auch stark diskutiert und fraglich: das Google-Handy.

 

 

Das G1 - Googles neuste Erfindung

(Quelle: www.big-screen.de)

Der User, der das Handy überhaupt zu benutzen versucht, braucht zunächst einen Google-Mail-Account. Und dann beginnt das Leben mit einem Handy, das mehr Freund als Elektronik zu scheinen vermag. Das Google-Handy kann nämlich nicht nur fotografieren, texten, telefonieren oder organizen, sondern redet mit einem. So sagt es einem welches Cafe sich gerade in der nähe befindet, w ie man eine Sehenswürdigkeit auf kürzestem Weg erreicht kann oder ruft einem auch ein Taxi per Knopfdruck. Eine mobile Sekretärin könnte man meinen.

 

Und das wieder auf Kosten der Transparenz des Users. Der neueste Alleskönner von Google steht nämlich dauerhaft in Kontakt mit dem Konzern und sendet ihm alle möglichen Informationen zu. Google weiß also, welche Dateien ein User auf dem PC besitzt, was für Texte er hochlädt, welche Freunde er hat oder welche Lieblingsseiten ein User so besitzt und noch vielmehr: Google weiß, wo man ist.

 

 

 

In einem Interview von Eric Schmidt, Vorstandschef des Konzerns mit der „Zeit" heißt es: „Wäre es nicht schön, wenn Google die Bedeutung eines Satzes verstehen würde und nicht nur die Wörter in diesem Satz?" Die semantische Auswertung der gesammelten Daten ist also nicht mehr weit.

 

Die Antwort von Stefan Klaas, der zuvor nicht über die Umstände bei Google Bescheid wusste: „ Für mich ist das vollkommen unverständlich. Es ist doch dreist, wie transparent man ohne sein Wissen wird, und das nur weil Google eine Monopolstellung hat und diese auch auszunutzen weiß. Für mich ist das Spionage und dem Kunden gegenüber unfair. In Zukunft heißt es wohl: Umsteigen auf andere Anbieter."

Mittwoch, 24 August 2011 20:23

Der Amoklauf und die Reaktionen

von unserem Redakteur Schahin Saket (21.03.2009)

„Ein Zufall war es eigentlich. Ich wollte meine E-Mails checken, das muss so gegen 10 Uhr gewesen sein, und da erfuhr ich von der schrecklichen Nachricht. Ein Amoklauf in Winnenden. Im ersten Moment fühlte ich einen Schock und tiefste Betroffenheit für die Angehörigen“, erzählt Herr Krück, Religions- und Kunstlehrer des Goethe-Gymnasiums betroffen.

 

Jeder verarbeitet die schockierende Nachricht anders (Quelle: www.n24.de)

 

Es ist mittlerweile einige Tag her, seit in Winnenden ein 17-jähriger Ex-Schüler an seiner Schule Amok lief, dennoch ist an den meisten deutschen Schulen das Thema noch längst nicht abgeschlossen. Genauso wenig wie an unserer. Lehrer, Schüler und Eltern reden und denken noch immer darüber nach. Für alle war die Nachricht ein Schock und für jeden hatte sie einen ganz persönlichen Stellenwert.

 

 

Was fühlten unsere Lehrer, Schüler und Eltern, als sie von der Nachricht erfuhren und wie gingen sie damit um, dass sie oder ihre Kinder morgen wieder in die Schule gehen werden, einen Ort, der scheinbar nicht mehr sicher zu sein scheint? Müssen wir uns Sorgen um unser Leben und das unserer Angehörigen machen? Sollten wir nun Angst vor unseren eigenen Mitschülern haben? Besteht für unsere Lehrer begründete Angst Opfer einen Attentats zu werden? Kann man der eigenen Schule also nicht mehr vertrauen? Was für persönlicher Erkenntnisse zogen wir - Schüler, Eltern und Lehrer - aus dem Amoklauf von Winnenden?

 

 

 

„Ich saß im Auto und erfuhr durch das Radio die grausame Nachricht, die sich als noch grausamer erweisen sollte, da es am Anfang ja noch hieß, es gäbe wenig Tote. Die erste Frage, die einem da durch den Kopf geht: Was ist mit meinen eigenen Kindern? Die Angst um die Kinder und auch die Hilflosigkeit prägen einen in einem solchen Moment." So beschreibt es Olga Hoppe, Mutter zweier Kinder am Goethe-Gymnasium. „Man kann ja nie wissen, wo so etwas passieren kann: im Krankenhaus, im Supermarkt oder eben in der Schule, daher ist für mich die Schule jetzt nicht gleich ein unsicherer Ort. Vielmehr ist es wichtig, mit den Kindern zu reden. Man sollte sie so weit erzogen haben, dass sie nicht mobben oder im Internet ‚bösartige' Seiten anschauen. Und für mich ist es selbstverständlich mit Luisa über Computerspiele und das Internet zu reden, außerdem muss man gerade jetzt mit den Kindern über die Geschehnisse reden, damit sie das auch richtig verarbeiten können."

 

 

 

Luisa Hoppe, ihre Tochter und Schülerin der 5. Klasse, beschreibt ihre Gefühle und Gedanken zu dem Thema: „Nachdem ich das erfahren habe, bekam ich schon Angst. Es war so ein mulmiges Gefühl zu wissen, morgen auch in eine Schule gehen zu müssen, die vielleicht auch Ziel eines Amoklaufes werden könnte. Genauso kann ich aber auch sagen, dass ich in den letzten Tagen im Schulalltag nicht auf die Gedanken kam, Mitschüler auszuchecken und zu prüfen oder Angst vor unserer Schule zu haben. Ich sehe sie immer noch als sicher. Die Erkenntnis, die ich daraus gezogen habe, ist wohl, dass ich versuchen werde in Zukunft niemanden absichtlich auszugrenzen, um zumindest so einem vermeintlich weiteren Attentat vorzubeugen."

 

 

 

„Meine Mutter hatte mich so gegen Mittags angerufen und mir die Nachricht erzählt. Ich fand es im ersten Moment krass und empfand, wie womöglich viele, einen tiefen Schock. Die Frage, dir mir durch den Kopf ging, war: Warum? Ich konnte und kann nicht verstehen, wie ein Mensch so vielen anderen das Leben nehmen kann", berichtet Mareike Panther, Schülerin der 12. Klasse. „Ich mache mir aber keine Sorgen, dass uns das hier am Goethe-Gymnasium auch zustoßen kann. Ich mache mir zwar Gedanken, und klar ist man ein stückweit verunsichert, aber man sollte jetzt schleunigst versuchen gegen einen weiteren Amoklauf anzugehen."

 

 

 

Philipp Imhof, Informatik- und Mathematiklehrer verdeutlicht: „Die Tat ist unfassbar. Ich dachte mir im ersten Moment: Wieso schon wieder? Am Tag zu vor war ja schon ein Amoklauf in den USA und nun erneut? Ich fand es so unreal. Aber unsicher fühlte und fühle ich mich nicht. Ich denke, wir als Schule müssen uns keine Sorgen machen. Ich finde momentan ist das Wichtigste, dass die Medien versuchen die Tat nicht so darzustellen, dass sie für Nachahmungstäter interessant wird."

 

Eins ist jedenfalls klar: Der Schock sitzt tief.

Mittwoch, 24 August 2011 20:23

Der E-Book-Reader ist da!

von unserem Redakteur Schahin Saket (15.03.2009)

Viele multimediale Weltneuheiten prägten unseren Markt. Die nächste Neuheit: ein E-Book-Reader. Nachdem Amazon 2007 den hauseigenen Reader für amerikanische Kunden auf den Markt brachte, wird nun auch deutschen Kunden die Möglichkeit geboten, das gute alte Buch weg zu legen und mit einem Hightech-E-Book-Reader Bücher zu lesen. Sony ist die Marke, die dies für uns ermöglicht hat. Buchdruck ade, denn Gutenberg 2.0 ist da.

 

Der in Amerika etablierte E-Book-Reader Kindle von Amazon

 

Die nahe Zukunft für etliche Bäume sieht gänzlich gut aus, da Millionen von Bücher nun den Buchdruck nicht mehr passieren werden müssen. Lesen heißt in Zukunft nicht mit einer Tasse Tee vor dem Kaminofen in dem schönen, gemütlichen Lesesessel zu sitzen und das Gefühl eines Einschlags und frisch gedrucktem Papier zu spüren, sondern viel mehr zwischen Hightech-Supermarkt und selbstparkenden Autos auf einen hochauflösenden Bildschirm zu schauen, der einem die Auswahl von tausenden von Büchern bietet.

 

 

Genau dies ermöglicht neben anderen Sony. Das Gerät ist gerade mal 260g schwer und so groß wie ein etwas größeres Taschenbuch. Mit dem Preis von 300 Euro ist es nicht gerade ein Schnäppchen, doch bietet es dem Leser so einige Funktionen. Das vermeintliche Multitalent kann nämlich neben Büchern auch Musik und Kurzfilme wiedergeben und kann ebenfalls als Kalender oder Uhr dienen.

 

 

 

Vanessa Seitz, Schülerin der 12. Klasse beschreibt: „Ich finde die Idee sehr gut! Ich nehme eigentlich nie Bücher mit auf den Weg, weil sie immer sehr umständlich zu tragen sind. So ein Gerät erleichtert einem das ja erheblich. Außerdem hab ich eine große Auswahl für Unterwegs. Aber zu Hause bevorzuge ich dann doch das Buch. Klingt komisch, aber ich finde zum Lesen gehört auch das Gefühl von „echtem" Papier dazu."

 

 

 

Die Digitalisierung von Medien ist nicht Neues. Es war erst vor Kurzem, als der Apple-Gigant mit dem iPod neue Maßstäbe setzte. Der Walk- und Diskman wurde durch das Mp3-Format vom Markt getrieben. Digitalisierte Musik ist heute Alltag. Abertausende von Musiktiteln wurden allein 2008 in Deutschland online verkauft. Der Online-Markt boomt und das wissen viele Entwickler zu nutzen. Das neue Ziel der Digitalisierung ist also das wohl traditionellste Medium: das Buch.

 

 

 

Kerstin P., 24 Jahre alte Auszubildende in der Traditions-Buchhandlung „Büchereck" in Vellmar beschreibt: „Auch wir haben schon von den neuen Formaten gehört und uns dementsprechend erkundigt. Das System ist eigentlich leicht zu erklären. Der Kunde kauft Chips, die wir als Buchhandel vertreiben können, auf denen e-Bücher vorhanden sind. Diese überträgt er dann auf sein Gerät und schon kann er das Buch überall lesen."

 

 

 

Die Digitalisierung von Büchern bringt neben Bequemlichkeit für den Nutzer auch Konsequenzen für den Buchmarkt mit sich. Online-Vertriebe wie Amazon oder Libra profitieren natürlich von dem E-Book-Reader, doch müssen immer mehr Buchhandlungen durch die neue Konkurrenz um ihre Existenz bangen. Buchhandlungen können die e-Bücher zwar vertreiben, doch besitzt jedes Gerät eine kostenlose WLan-Verbindung, durch die der Verbraucher jedes Buch innerhalb kürzester Zeit herunterladen kann. Der Gang zur Buchhandlung scheint also überflüssig und somit auch die Buchhandlung selbst.

 

 

 

„Bedingt durch unser spezielles Publikum, das Stöbern im Buchladen für den Einkauf als wichtig empfindet und das Gefühl ein Bücherregal voll mit eigenen Bücher zu haben, die man gelesen hat, benötigt, sehen wir unsere Zukunft nicht als unsicher und den E-Book-Reader von Sony auch nicht als Konkurrenz," so die Buchhändlerin weiter, „für viele Menschen ist die Technik zu umständlich und das Gerät zu teuer, und wie gesagt das „Greifbare" am Buch spielt für viele ebenfalls eine große Rolle. Das Lesegefühl leidet unter der Elektronik und daher denke ich, werden uns die Kunden nicht so schnell abhanden kommen. Anderseits bildet der Reader besonders für junges Publikum eine gute Option und auch die Wissenschaft oder Schulen und Universitäten können sich das Gerät zu nutzen machen."

 

 

 

Der E-Book-Reader ist ein kleines Gerät, das einem tausende von Büchern anzeigen kann und dabei noch gestochen scharf ist. Ebenfalls gibt es keine Einschränkung in dem Format, und der Preis eines elektronischen Buches ist meist günstiger. Genauso wie am Anfang für Apple muss sich ein neues Format auch erst noch durchsetzen und am Markt etablieren. Formatkriege müssen enden und auch der Preis muss noch erheblich sinken. Das Konzept und die Idee sind jedoch marktreif und der E-Book-Reader hat eine Zukunft in unserer Gesellschaft, die immer mehr von neuen Technologien geprägt wird. Denn selbst eine Auszubildende in einer traditionellen Buchhandlung gibt mit kurzem Lachen zu: „Auch für mich sind die E-Book-Reader von Sony oder Amazon eine Option. Sollte der Preis des Gerätes noch sinken und die Auswahl an Büchern wachsen, kann ich mir gut vorstellen in naher Zukunft auch Besitzer eines solches Readers zu sein."

Mittwoch, 24 August 2011 20:23

Hörst du schlecht?

von unserer Redakteurin Christine Phieler (02.03.2009)

Diese Frage würden sicher einige gerne denjenigen stellen, die schon morgens in der Straßenbahn oder im Bus so laut Musik hören, dass man auch einige Plätze entfernt noch hört, welche Musikrichtung die scheinbar schwerhörige Person bevorzugt.

 

 

Oft fragt man sich dann, wie es auszuhalten ist so laut Musik zu hören, und dann auch noch beide Stöpsel in den Ohren zu haben. Doch wahrscheinlich merken es viele schon gar nicht mehr, wie laut ihre Musik eigentlich ist, weil sie schon längst an irreparablen Hörschäden leiden, ohne davon zu wissen.

 

 

 
 Ob vom Handy oder vom MP3-Player - zu laute Musik schadet dem Ohr.  

Erst kürzlich erschienen wieder neue Berichte, zum Beispiel in der HNA, dass immer mehr junge Menschen an Hörschäden leiden, die hauptsächlich durch zu laute Musik vom MP3-Player ausgelöst werden. Schon eine Stunde zu laute Musik von tragbaren Musikplayern pro Tag kann diese Schäden hervorrufen. Trotz einer EU-Richtlinie, laut der MP3-Player nicht die 100-Dezibel-Grenze überschreiten dürfen, hören viele Menschen mit einer Lautstärke von bis zu 120 Dezibel. Dies fanden Brüsseler Wissenschaftler heraus.

 

 

Andreas Knöpfel, Musik- und Mathematiklehrer am Goethe-Gymnasium, sieht das Problem schon bei den Schülern der Klasse fünf. Sobald er mit seinen Schülern mittels eines Dezibelmessgerätes misst, wie laut die jeweiligen MP3-Player sind, entsteht nahezu ein Konkurrenzkampf, wessen Gerät denn nun lauter sei.

„Das Problem mit der Lautstärke haben viele Menschen aber noch gar nicht erkannt. Spätere Generationen werden sich wahrscheinlich wundern, welcher Lautstärke wir uns mehr oder weniger freiwillig aussetzen“, sagt Herr Knöpfel. Generell, findet er, wird dem Lärmproblem noch nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt.

 

Akustik beeinflusst den Menschen eigentlich in fast jeder Situation und deswegen hat auch die Wirtschaft dieses Thema jetzt für sich entdeckt: „Chips müssen immer lauter knuspern und anhand des Motorengeräusches muss man hören, wie viel PS ein Auto hat“, erzählt Andreas Knöpfel. So werden wir durch Geräusche auch beim Einkaufen beeinflusst. „Vielleicht entwickelt sich daraus ja auch in der Gesellschaft ein größeres Interesse für das Lärmproblem“, fügt Herr Knöpfel hinzu.

 

 

 
 Ein Dezibelmessgerät
 

Um wieder auf das Problem mit dem Lärm zurück zu kommen, es entsteht nicht nur durch zu laute Musik oder Pressluftbohrer auf Baustellen, sondern ist auch auf den Fluren des Goethe-Gymnasium ganz allgegenwärtig. Vor allem im Nebengebäude toben die Schüler in den Pausen durch das Schulgebäude und produzieren dabei natürlich viel Lärm. Um genau zu sein herrscht auf den Fluren des Nebengebäudes, wenn die Schüler nach der Pause wieder in ihre Klassen toben, eine gemessene Lautstärke von etwa 100 Dezibel und das ist sicher noch nicht ihre Bestleistung. Auf den Schulhof des Nebengebäudes verteilt sich der ganze Lärm dann etwas und es herrscht ein Lautstärkepegel von knapp 90dB.

 

Herr Knöpfel findet, dass ein gemeinsames Gebäude den Lärmpegel senken könnte: „Wären alle Jahrgangsstufen zusammen in einem Gebäude, so würden sicher die höheren Jahrgangsstufen den jüngeren Schülern auch mal sagen, sie sollen nicht so laut sein. Durch die zwei Gebäude können aber nur wir Lehrer den Jahrgangsstufen 5-8 sagen, sie sollen nicht so toben.“

 

Nebenbei bemerkt er noch, dass, wenn man im Nebengebäude direkt unter der Pausenklingel steht, man einer Lautstärke von 92db ausgesetzt ist, während schon ab 85db ein Hörschutz empfohlen wird.

Mittwoch, 24 August 2011 20:22

Arm und chancenlos?

von unserem Redakteur Steffen Engelbrecht (01.02.2009)

Die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland klafft immer weiter auseinander. Ungefähr 60 Prozent des gesamten deutschen Kapitals liegt auf den Konten der reichsten 10 Prozent der Bundesbürger. Doch hat das Einkommen nicht nur Auswirkungen auf die Wahl der Kleidung, sondern leider auch auf die Wahl der Schule sowie der späteren Ausbildung.

 

 

 

 Teurer Mp3-Player oder Schulheffte? Für manchen Schüler ist sogar das

Letztere Luxus

 

 

Mit guter Laune, schicken Klamotten und den neusten Macbooks sitzen sie auf dem Campus ihrer Universität. Die Elite. Die Schlausten der Schlausten bekommen hier ihre bestmögliche Ausbildung. Doch sitzen sie da, weil ihr Abi das Beste der Schule war oder weil Papa drei goldene Uhren besitzt und den ordentlichen Betrag für die Uni zahlen kann? Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer und leider schrumpft neben dem Kontostand auch die Chance auf eine gute Ausbildung.

 

 

 

 

 Kinder müssen unabhängig

vom Einkommen der Eltern

zur Schule gehen können

 

Vergleicht man den sozialen Hintergrund eines Hauptschülers mit dem eines Gymnasiasten, lässt sich feststellen, dass das Einkommen der Eltern häufig auch für die Wahl der Schule für ihre Kinder entscheidend ist. Faktoren die häufig eine Rolle spielen können, sind dass die Eltern das Potential ihrer Kinder nicht fördern und ihre eigene Chancenlosigkeit auch bei ihren Kindern sehen. So wird die Schule in einem sozialen Brennpunkt selbst zu einem Brennpunkt.

 

 

 

Arm ist man, wenn man gemessen am Durchschnittseinkommen der Gesamtbevölkerung weniger als die Hälfte verdient. Reich kann aber auch ganz anders definiert werden, wie in unserer aktuellen UMLAUF-Umfrage gezeigt wird: 61% der Befragten sind der Meinung man sei reich, wenn einem Geld egal sei.

 

Darüber hinaus herrscht bei leerem Portmonnaie nicht immer geistige Armut. Leider ist aber der Teufelskreis aus einer schlechten Ausbildung und anschließender Arbeitslosigkeit nur schwer zu durchbrechen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass man mit weniger Geld auch schlechtere Chancen auf Bildung hat. Ich würde mir in einer solchen Situation auch die Frage stellen, ob ich Abi machen sollte, oder mit zum Einkommen des Haushalts der Familie beitragen sollte", sagt Nils Appel aus der 11a. Häufig ist ein geregeltes Einkommen direkt nach dem Schulabschluss aber nicht möglich.

 

 

 

Ansätze dieses Problem zu bekämpfen sind vor allem in der Steuerpolitik möglich. Der Geringverdiener muss im Gegensatz zu seinem reichen Mitbürger Vergünstigungen erhalten. Das Existenzminimum muss gesichert werden und Arbeitslose müssen wieder in Arbeit kommen. Schüler betreffend muss eine bessere Beratung bei der Wahl der Schule gewährleistet sein, sowie eine zusätzliche finanzielle Unterstützung.Vielleicht kann das milliardenschwere Konjunkturprgramm der Bundesregierung an diesem Punkt eindeutige Impulse geben.

 

Mittwoch, 24 August 2011 20:22

Es lebe die Demokratie!

Von unserer Redakteurin Kim Kraft (22.01.2009)

Wählen gehen, Auto fahren, endlos Feiern gehen. In etwa dieser nach Priorität geordneten Reihenfolge habe ich mir das 19. Lebensjahr herbeigewünscht. Für viele meiner Freunde oder Bekannten in meinem Alter war diese Reihenfolge nie verständlich. Während ich das Teilnehmen an Wahlen als einen der tollsten Gründe 18 zu werden ansah, hatten sie nicht einmal daran gedacht, dass sie nun als Teil der Erwachsenenwelt eine Stimme hatten. Vergangenes Jahr bin ich nun volljährig geworden. Das Auto fahren ist schon Routine für mich und das endlose Feiern habe ich auch schon einige Male zelebriert. Nur mit dem Wählen musste ich vier Monate warten. Vergangenen Sonntag, den 18.01., habe ich meine ersten Kreuze gemacht.

 

 

 Zwei Stimmen für jeden Bürger ab 18

 

Bereits seit Wochen hing die Wahlberechtigung an meiner Pinwand und den Sonntag hatte ich dick im Kalender angestrichen. Für mich war es ein sehr besonderer Tag, auf den ich mich sehr freute, und den ich mir immer wie einen Staatsakt vorgestellt hatte. Ich dachte, die Wahlhelfer wären chic gekleidet und würden förmlich reden, die Wahlzettel und die Wahlurne sähen irgendwie nach etwas besonderem aus und die vielen Menschen, die sich in den Wahllokalen begegnen würden, wären glücklich gerade ihre Stimme geäußert zu haben.

Aber es kam ganz anders.

 

 

 Der alte und neue Ministerpräsident

Roland Koch

 

So gegen 15 Uhr bin ich dann mit meiner Familie in unser Wahllokal im Landkreis Kassel gefahren. Auch wenn wir keine Arbeitsklamotten anhatten, außergewöhnlich chic waren wir doch nicht gekleidet. Nach einer ca. fünf minütigen Fahrt kamen wir an unserem Wahllokal, der örtlichen Grundschule, an. Wir wurden von den Wahlhelfern, die wir alle vier kannten, mit einem Scherz begrüßt. Unsere Namen wurden von der Registrierung gestrichen, uns wurde ein Stimmzettel in die Hand gedrückt und wir wurden auf die drei vorhandenen Kabinen verteilt.

 

Auch wenn ich bereits wusste, wen ich wählen wollte, lies ich mir doch alle Wahlvorschläge noch einmal durch und blieb bei einer Partei hängen. Die NPD! Ich weiß, dass wir in einem Land freier Meinungsäußerung leben und das finde ich auch sehr gut, aber dennoch scheint es sehr absurd, dass ein Land mit unserer Vergangenheit eine solche Partei auf den Stimmzetteln stehen hat und ihr somit die Möglichkeit gibt, mit welchen Mitteln auch immer, an Macht zu kommen.

 

Nachdem ich nun endlich meine ersten zwei Kreuze auf staatlichem Papier gemacht hatte, ging ich zur Wahlurne. Die Wahlurne, die ich mir als Urne aus schlichtem Stein oder Metall vorgestellt hatte, war eine blaue Mülltonne mit Schlitz im Deckel.

 

 
 Die Qual der Wahl  

Die vielen Menschen, die ich erwartet hatte, die mit den glücklichen Gesichtern, blieben aus. Stattdessen liefen einige ältere, chic gekleidete Bürger auf dem Rückweg an uns vorbei. Sie schienen es bei jeder Wahl so zu machen: einen nach dem anderen abholen und dann gemeinsam, egal bei welchem Wetter, zum Wahllokal pilgern um ihre Stimme abzugeben. Allerdings sahen sie dabei dieses Mal nicht glücklich aus. Vielleicht war es etwas anderes, was ihnen ihre Laune verdarb, vielleicht aber war es die Tatsache, dass sie bereits zum zweiten Mal für den Landtag ihre Stimmen abgeben mussten.

 

Von vielen Freunden und Schulkameraden ließ sich bereits vor den Wahlen ein Stöhnen vernehmen. Für viele waren es die ersten Wahlen und sie wussten lange Zeit nicht, wen sie wählen sollten, oder ob sie überhaupt wählen gehen sollten. Die Probleme und Unstimmigkeiten in und zwischen den verschiedenen Parteien haben viele Hessen unsicher gemacht. Diese Unsicherheit schlägt sich meiner Meinung nach auch in den Zahlen nieder. Die FDP und die Grünen haben deutlich an Wählerstimmen zugelegt, wobei die CDU leicht und die SPD deutlich an Wählerstimmen verloren haben. Aber die schockierenste Zahl ist die Zahl, die die Wahlbeteiligung angibt: 61%. Ganz abgesehen von Krankheit oder unerwarteter Verhinderung verstehe ich nicht, dass knapp 40% es anscheinend nicht schätzen in einem demokratischen Land zu leben und die Möglichkeit zu haben die Politik mit zu beeinflussen.

 

Schließlich wurde gerade der erste afroamerikanische Mann zum Präsident der Vereinigten Staaten ernannt. Ich für meinen Teil weiß, dass ich dieses Jahr noch drei Mal Kreuze machen darf und diese Möglichkeit werde ich auf jeden Fall wahrnehmen.

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