ZeitPunkte

ZeitPunkte (307)

Mittwoch, 24 August 2011 20:16

Kein Kind bleibt zurück?

Von unserem Redakteur Tim Schaale-Freyth (15.12.2007)

Im nächsten Jahr sind Landstagswahlen in Hessen, und die SPD setzt alles daran die CDU zu stürzen. Aus diesem Grund hat Andrea Ypsilanti, hiesige SPD-Chefin, Rainer Domisch gebeten nach Hessen zu kommen.

 

 

Rainer Domisch arbeitete im finnischen Bildungsministerium und soll im Falle eines Wahlsieges der SPD den Posten des Kultusministers besetzen. Seine Aufgabe wäre dann, das hessische Bildungssystem zu reformieren. Vorbild ist das finnische Bildungssystem, in dem alle Kinder von 8 bis 15 Jahren eine Gesamtschule besuchen, erst dann wird entschieden, ob sie im Anschluss eine Berufsfachschule oder ein Gymnasium besuchen. Nach dem Pisaschock scheint die Idee, vom Bildungstitan Finnland Nachhilfeunterricht zu bekommen bei den Wählern gut anzukommen.

 

Am 03. Dezember stellte Rainer Domisch seine Ideen im Anthroposophischen Zentrum Kassel vor. Während der anschließenden Diskussion wurde viel erklärt, geklatscht, gelacht und das finnische Bildungssystem wie ein päpstliches Dogma gehandelt, wobei das deutsche Schulsystem schon mal als menschenrechtsverletzend abgetakelt wurde.

 

 
Rainer Domisch mit Herrn Grieß (Quelle: vdlia.de)  

Doch auch in einem von Sozialdemokraten durchsetzten Publikum wurde die Frage gestellt, ob der Ausländeranteil an deutschen Schulen nicht ein Hindernis im Reformkurs sei. Leider wurde diese Frage nicht beantwortet. Domisch verwies lediglich auf die verpasste Integration der Gastarbeiter.

 

An dieser Stelle sollte man sich die Frage stellen, ob man Finnland mit Deutschland vergleichen kann. Angefangen bei den Bevölkerungszahlen bis hin zum Regierungssystem könnten Finnland und Deutschland kaum unterschiedlicher sein. Finnland wird zum Bespiel zentralistisch regiert, wogegen Deutschland ein durch und durch föderalistischer Staat ist. Ob sich also das finnische Schulsystem auf Deutschland übertragen lässt, ist zu Recht umstritten.

 

Der Plan der SPD einer weitgehenden Reformierung des Bildungssystems ist noch lange nicht so sicher, wie er schon gehandelt wird. Die Wahl ist noch nicht gewonnen, und ob die Sozialdemokraten allein regieren können, steht noch in den Sternen. Erst dann wird sich zeigen, ob die Ideen des Herrn Domisch in Hessen greifen können.

Mittwoch, 24 August 2011 20:16

Von Kurden und Türken

Tim Schaale-Freyth und Özlem Isikalp (03.12.2007)

Seit einigen Wochen droht der anhaltende Konflikt zwischen Kurden und der Türkei wieder zu eskalieren. Die Türkei droht in den Nordirak einzumarschieren um PKK Stützpunkte zu vernichten. Die Kurdische Arbeiterpartei sagt, sie sei für den Kampf bereit und greift ihrerseits türkische Soldaten an, die an der Grenze zum Irak aufmarschieren.

 

PKK-Kämpfer auf ihrem Marsch

 

Vom Hass, mit dem dieser Konflikt ausgetragen wird, bekommen Deutsche nur wenig mit. Oft kann man gar nicht zwischen Kurden und Türken unterscheiden. Es ist auch keine Seltenheit, dass Türken und Kurden befreundet sind. „Meine Freund und ich haben keine Probleme mit Kurden,“ erzählt Cem E. aus der 11 Klasse. „Schon seit dem Kindergarten bin ich mit Kurden befreundet und das wird sich auch nicht ändern. Natürlich kennt man auch Türken und Kurden, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben wollen.“ Das waren früher oft ältere Immigranten, aber seit türkische Soldaten im Kampf gegen die PKK sterben, wächst der Hass auch unter den Jugendlichen. Immer mehr junge Türken nehmen an Demonstrationen gegen die PKK teil. Auch hier in Kassel gab es letzte Woche eine Demo. „Ich war nicht da,“ berichtet Cem. „Solche Demos enden meist damit, dass gegen Kurden gehetzt wird. Und sie sind nicht unsere Feind. Die PKK schon.“

 

 
Siedlungsgebiet der Kurden
 

Dass immer weniger junge Türken so denken, kann man daran erkennen, dass sich aus einer Demonstration gegen die PKK schnell eine Anti Kurdistan Demo entwickelt. Wie zuletzt auch in Frankfurt sind vor allem Mitglieder oder Sympathisanten der türkisch-ultranationalistischen Grauen Wölfe dran beteiligt, aus einer Friedensdemo ein Sprachrohr für ihre rassistischen Parolen zumachen.

Viele türkische Jugendliche sehen es als Pflicht an, nach der Beendung ihrer Schulzeit ihren Militärdienst in der Türkei anzutreten, vor allem jetzt, da sich ein türkischer Waffengang abzeichnet.

Auf der anderen Seite wird ähnlich vorgegangen. Kurdische Kulturvereine rufen zu Kundgebungen auf, die anfangs unter dem Slogan „Ein friedliches Kurdistan" stehen. Doch sofort sind PKK Mitglieder und Sympathisanten in der Menge und rufen antitürkische Kampfparolen.

 

Die verschiedenen radikalen Organisationen nutzten die Verbundenheit der Jugendlichen zu ihrer Herkunft aus, indem die andere Seite als Schuldiger, als Kriegstreiber und Verbrecher dargestellt wird. „Türken und Kurden sind zwar unterschiedliche Völker, aber sie leben in einem Land und sollten auch als eine Nation agieren! " erzählt Cem.

Im Moment sind die Fronten verhärtet. Nicht nur die zwischen der Türkei und der PKK, sondern auch die zwischen Kurden und Türken. Da es zu wenige gemäßigte Organisationen gibt, die das Miteinander von Türken und Kurden fördern, ist es noch ein langer Weg bis zum Frieden.

Mittwoch, 24 August 2011 20:16

Zwei mal drei macht vier

Von unserer Redakteurin Maxine Metzger (25.11.2007)

Schon zu Lebzeiten war sie eine Legende: Astrid Lindgren. Fast jeder kennt ihre Geschichten, viele sind damit aufgewachsen. Kinder, Eltern, ja sogar Großeltern haben als Kinder und Jugendliche schon Bücher wie Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertochter oder Karlsson vom Dach gelesen. Doch wie steht es heute um ihre Geschichten, werden sie immer noch gelesen, oder gehören sie vielleicht schon zu dem verstaubten Kram auf dem Dachboden? Wir fragen nach...

 

Am besten fängt man bei unseren Kleinsten an, den Fünftklässlern des Goethe-Gymnasiums. Auf dem Flur erklären sich auch sofort einige Jungs aus der 5a bereit ein paar Fragen zu beantworten, doch als sie dann wissen, dass es um Astrid Lindgren geht, schwindet ihre Begeisterung. "Ach nein, dafür sind wir doch schon zu groß, so etwas lesen wir nicht mehr," geben sie zu verstehen, bevor sie wieder in ihren Klassenraum verschwinden. Die Geschichten von Astrid Lindgren sind ihnen einfach zu "uncool". Sie lesen heut zu Tage lieber Science-Fiction oder Fantasy. Oder sie nutzen Medien wie das Fernsehen oder den Computer. Das ist natürlich viel bequemer als lesen. Denn wer will schon ein Mädchen, das ein Pferd hebt, wenn er einen Superhelden haben kann, der die Welt vor dem Untergang bewahrt, indem er ein paar hundert Aliens ins All zurück befördert?

 

Schülerinnen der Klasse 5c lieben Pippi Langstrumpf

 

Drei Mädchen aus der 5d können dem jedoch keines Falls zustimmen. Angelika, Nina und Kristina finden, dass Lindgrens Geschichten zeitlos sind und außerdem für jedes Alter geeignet. Sie würden die Bücher der schwedischen Bestsellerautorin auch heute noch lesen.

Auch Anna-Lena, die die 5c des Goethe-Gymnasiums besucht, wurde von den abwechslungsreichen Erzählungen der Schriftstellerin geprägt. Sie berichtet zum Beispiel davon, wie sie sich als kleines Kind immer die Nase an der Autoscheibe platt gedrückt hat, wenn sie an einem bunten Haus vorbei fuhr und rief:“Guck mal Mama, da wohnt Pippi!“

 

Mara aus der 10b möchte die Geschichten auch gern noch einmal lesen. Jedoch würde sie das nicht auf die gleiche Weise tun wie früher. Sie würde die alten Bücher nur wieder rausholen um mal wieder in ihren Kindheitserinnerungen zu schwelgen. Dem können auch Bianca und Sarah aus der 10d nur zustimmen. Sie sind begeistert vom fantasievollen Schreibstil Lindgrens. "Pippi Langstrumpf ist der Knüller," schwärmt Sarah. Laura, ebenfalls aus dem zehnten Jahrgang, bedauert, dass ihre Mutter die Bücherkisten schon auf den Dachboden geräumt hat. "Sonst würde ich sie ganz bestimmt noch lesen," erläutert sie.

 

Zwar machen beim Mathematiklehrer Herrn Koch zwei mal drei immer noch sechs, doch auch er hätte die abwechslungsreichen Abenteuer von Astrid Lindgrens Charakteren gerne gelesen. "Wir im Osten durften das nicht lesen. Das war nicht erlaubt. Aber ich und meine Freunde haben uns heimlich auf dem Dachboden die Pippi Langstrumpf-Filme angesehen. Da haben wir unterm Dach eine Antenne aufgestellt, damit man von außen nicht sieht, dass sie in die falsche Richtung ausgerichtet ist, denn in Ostdeutschland lief so etwas nicht, und dann ging‘s los."

 

 

 
"Pippi Langstrumpf ist der Knüller"  

Aber was ist das Erfolgsgeheimnis? Was machte die Bücher von Astrid Lindgren, der Frau aus dem kleinen schwedischen Dorf, zur Weltliteratur? Nun, eine wirklich befriedigende Antwort ist darauf wohl nicht zu geben, dennoch gibt es klare Merkmale, die Lindgrens Erzählweise auszeichnen. "Ihre Geschichten wirken einfach so realistisch und direkt aus dem Leben gegriffen, trotz fliegender Kinder, Piraten und Mädchen mit Superkräften. das macht sie so unglaublich schön," versucht Laura aus der Klasse 10c das Phänomen zu erklären.

 

Herr Scheer, Lehrer am Goethe-Gymnasium, will die "heile Welt, fern ab von allen Großstadt-Gettos" für Lindgrens Erfolg verantwortlich machen. Denn Action und Gewalt gibt es im Fernsehen schon genug. Da wird Astrid Lindgrens Einladung zum Träumen doch immer gerne angenommen. "Die Geschichten sind fantasievoll, lustig, spannend und nachvollziehbar. Da ist für jeden etwas dabei, für Jung genauso wie für Alt," stellt Herr Koch fest. Jaqueline aus der 10d fügt hinzu, dass viele Kinder die Figuren aus Lindgrens Geschichten als Vorbilder sehen. Dann will man "so ein Pferd wie Pippi" oder will "fliegen können so wie Karlsson".

 

 

Astrid Lindgren schrieb Geschichten, die Menschen bewegten

 

Viele Ansätze, doch kein einfaches Erfolgsrezept. Fakt ist nur, das Astrid Lindgren es geschafft hat, Generationen zu verbinden, millionen Menschen zu begeistern und mit ihren Geschichten zu berühren. So hat sie in 94 Jahren mehr als 70 wunderbare Bücher geschrieben und gelernt wie seltsam das Leben doch ist: "Es ist so verschwindend kurz wie ein einziger Tag und dauert doch so elend lange."

Mittwoch, 24 August 2011 20:15

Das Spiel mit dem Alkohol

von unseren Redakteurinnen Maxine Metzger und Ramona Pormetter (11.11.2007)

1. Vorbereitung: Zuerst wird eine passende Räumlichkeit ausgewählt, dabei spielt es keine Rolle, ob diese sich im Innen- oder Außenbereich befindet. Dann werden die Gäste eingeladen. Die Zahl derer ist jedem Gastgeber selbst überlassen. Ist das erledigt, kann damit begonnen werden, sich um ausreichende Getränke zu kümmern. Dabei ist darauf zu achten, möglichst Hochprozentiges zu beschaffen. Das übernehmen in der Regel ältere Freunde oder Bekannte.

 

2. Durchführung: Wenn alle Mitspieler anwesend sind, darf mit dem Trinken angefangen werden. Es wird um die Wette getrunken. Alle Spieler trinken gleichzeitig möglichst viel Alkohol in möglichst kurzer Zeit. Wer ohnmächtig wird oder kollabiert, scheidet frühzeitig aus.


3. Ziel des Spiels: Ziel des Spiels ist es, am Ende des Abends so betrunken wie möglich zu sein. Der Spieler, der am wenigsten gerade gehen kann, den größten Mist lallt und sich am besten blamiert, hat gewonnen.

 

 

Harter Alkohol bei unserer Jungend

 

Nun, leider hat dieses Spiel auch diverse Risiken, welche natürlich nicht in der Anleitung aufgeführt werden. Denn von den fatalen Folgen, die Alkohol bei Jugendlichen aufweist, ist in der Spielanweisung keineswegs die Rede.

Auch in der Beschreibung der Getränke tauchen Sätze wie „Kann zu Leberschwellungen, Abschwächung des Immunsystems, Kreislaufproblemen, Stoffwechselstörungen, Nierenentzündungen, Stimmungsschwankungen, Konzentrationsstörungen und Antriebslosigkeit führen“ nie auf, denn das würde die jungen Kunden doch vom Kauf des Produkts abbringen. Da werden meist Stichworte wie „erfrischend“, „belebend“ oder „spritzig“ bevorzugt, denn dann bekommen die potentiellen Kunden auch gleich Lust auf ein kühles Bier. Dies verleitet Jugendliche schließlich zum Kauf. Sie werden neugierig ob der Alkohol hält, was er verspricht und testen die kühle Versuchung.

Folgt daraus also, dass die Werbung Schuld am Alkoholkonsum Minderjähriger ist

 

Fakt ist jedenfalls, dass die deutschen Jugendlichen viel zu früh viel zu viel Alkohol trinken. Die EU-Kommission schlägt ein Gesetz vor, nachdem es Jugendlichen erst ab 18 ermöglicht werden soll, Bier und Wein käuflich zu erwerben. Bis jetzt ist dies bereits ab dem Alter von 16 Jahren möglich, doch das soll sich schon bald ändern. Eine entsprechende Verordnung ist zurzeit in Vorbereitung. Doch es gibt auch Zweifel daran, ob diese Maßnahme wirklich den Alkoholkonsum von Jugendlichen vermindern würde. CDU-Verbraucherschutzexpertin Julia Klöckner meint zum Beispiel, dass ein solches Gesetz nur das Interesse steigere. Und IHK-Präsident Richard Weber befürchtet, dass es vermehrt zu unvernünftigem Alkoholkonsum bei über 18-jährigen kommen könnte, da die Jugendlichen nicht genug Gelegenheit hätten, den verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu erproben.

 

 

Jede Menge Spirituosen in den Einkaufsregalen

Aber was bringt die Jugendlichen denn jetzt zum Trinken? Ist wirklich die Werbung Schuld, oder hat es vielleicht viel mehr etwas mit dem Umfeld der Konsumenten zu tun? Unter Jugendlichen oder sogar schon unter Kindern im Alter von 11 Jahren gilt heutzutage der Konsum von Alkohol als „cool“, und wer mal „einen Absturz“ hatte, wird zum Helden. Dies könnte eine weitere Erklärung für das ausgeprägte Trinkverhalten Jugendlicher sein. In vielen Fällen betrinken sich Jungendliche, um bei ihren Freunden besser anzukommen. Dabei verlieren sie meist jedes Maß aus den Augen und überschreiten ihre Grenzen, was immer häufiger zum Einsatz von Sanitätern führt. Doch ganz unschuldig ist unsere Konsumwelt auch nicht. Mit so genannten Flatrate-Partys werden auch die Jüngsten beworben, ohne Rücksicht auf Verluste. Da wird dann schon mal der ein oder andere Bewusstlose in kauf genommen. Hauptsache die Einnahmen stimmen.

 

 

Auf den Flatrate-Partys füllen sich die Kids gegenseitig ab.

 

Aber wo soll man schlussendlich nach der Ursache für dieses Debakel suchen? Bei den Eltern, die ihre Kinder mangelhaft aufklären und ihnen damit nicht die Gefahren des Trinkens vermitteln? Bei der Regierung, die keine ausreichenden Gesetze durchsetzt um zu verhindern, dass Jugendliche an Alkohol kommen? Oder doch bei den Jugendlichen selbst, die einfach nicht einsehen wollen, was sie tun und zu stur sind damit aufzuhören? Fragen über Fragen, aber keine befriedigende Antwort.

 

Doch eins ist klar, wenn nicht bald etwas unternommen wird, wird es zu immer mehr Ausfällen kommen, nun sogar schon bei Kindern! Und das ist doch nun wirklich nicht erstrebenswert.

Mittwoch, 24 August 2011 20:15

Keine LUSD auf Schule

von unserem Redakteur Marco Sivori (01.10.07)

Nichts entfachte zu Beginn des Schuljahres so viele Diskussionen wie die neue Version der Lehrer- und Schülerdatenbank, kurz LUSD. Zu den bisher bekannten Problemen gesellt sich nun die nächste Frage: Wie gläsern dürfen Schüler sein?

 

So ähnlich muss sich die LUSD momentan scheinbar verhalten

 

„Zentralisierung“ lautet das Zauberwort, wenn von der neuen Lehrer- und Schülerdatenbank gesprochen wird, die sämtliche Schüler und Lehrer Hessens erfasst. Ziel dieser Datenbank ist es, die Verbindung zwischen den Schulen untereinander und zum Kultusministerium zu vereinfachen.

 

 

 

Das Prinzip der LUSD, das hinter diesem Aufwand steckt, ist ebenso einfach wie bedenklich: Schüler- als auch Lehrerdaten werden nur einmal in das zentrale Netzwerk eingegeben und sind bei Bedarf jederzeit von den Schulen wieder abrufbar. Dies würde beispielsweise einen Schulwechsel vereinfachen, da die zukünftige Schule die Daten über die neuen Schüler direkt online einsehen könnte. Könnte wohlgemerkt, wenn das System funktionieren würde, wie es sollte.

 

 

 

 
Karin Wolff vertraut auf die LUSD
 

„Die neue LUSD wird die Datenverwaltung in Hessens Schulen vereinfachen“, versprach Kultusministerin Karin Wolff im Jahr 2004 und verwies auf die Zukunft und eine geplante Verbesserung der bereits damals kritisierten zentralen Datenbank hessischer Schüler. Diese neue Version, die zu Beginn des jetzigen Schuljahres ihren Dienst aufnahm, entspricht jedoch noch immer nicht dem, was sich die betroffenen Schulen wünschen. Das System neige noch immer zu Abstürzen und langen Ladezeiten, so die derzeit häufigsten Beschwerden. Zeitgleich steigt der Unmut in den Sekretariaten, weil bereits im letzten Jahr schon vieles nicht funktionierte, wie es eigentlich hätte funktionieren sollen. Zeugnisse konnten bisweilen nicht ausgedruckt werden und auch korrekt eingegebene Schülernamen wurden vom System falsch wiedergegeben. Dies mag vielleicht auch daran liegen, dass insgesamt über 2000 hessische Schulen an dieses System gebunden sind, eine Zahl, die es unglaubhaft macht, dass alle zugleich damit arbeiten können.

 

 

 

 
Sind zugängliche PCs in der Schule ein Sicherheitsrisiko?  

Zu den technischen Problemen ertönt nun scharfe Kritik von Sicherheitsexperten, die sich Sorgen bezüglich der Probleme machen, die ein zentralisiertes System mit sich führt. Größte Sorge gilt dabei der vertrauenswürdigen Handhabung der gesammelten Daten. Diese umfassen den schulischen Werdegang eines jeden Schülers, einschließlich seiner Schulnoten und Zulassungen. Die Sorge gilt dabei nicht der regulären Nutzung einer solchen Datenbank, sondern Vielmehr der Gefahr von beabsichtigten Einbrüchen ins System, um sich unerlaubt Informationen zu verschaffen. Auch die Gefahr, dass ein Computervirus durch einen Schul-PC in das Netzwerk kommt, sei nicht zu verachten. Dieser könnte im schlimmsten Falle über den Zentralserver verteilt und an die Zentralrechner aller hessischen Schulen gesandt werden, was zu einem Totalausfall führen würde. Natürlich ist das System mittels modernsten Sicherheitsvorkehrungen gegen Einbrüche wie auch Viren geschützt, doch ist es schwer einem System zu vertrauen, das für seine Fehler berüchtigt wurde.

 

 

 

Allgemein gäbe es jedoch „keine vernünftige Alternative zu dem zentralen Schulverwaltungssystem LUSD, um den antiquierten Diskettenaustausch an 2.000 Schulen abzulösen“, so die Staatssekretäre Joachim Jacobi und Harald Lemke. Man sei sich bewusst, dass das System noch längst nicht ausgereift sei, jedoch sei man für die Zukunft zuversichtlich. Dabei wird erneut auf das kommende Schuljahr verwiesen mit der Zusicherung, dass das bisherige System noch einmal vollständig überarbeitet wird. Bis dahin müssen Hessens Schulen erst einmal weiterhin mit der fehlerhaften Version Vorlieb nehmen und hoffen, dass sich nächstes Jahr einiges zum Besseren wendet.

Mittwoch, 24 August 2011 20:15

Zu Jung zum Sterben

von unserem Redakteur Steffen Engelbrecht (29.09.2007)

Mit offenem Mund saß ich am 11. September 2001 vor dem Fernseher. Eine Mischung aus Entsetzen und Beklemmung lag im Raum. Ohne ein Wort zu sagen, lauschten alle Personen dem Nachrichtensprecher, der mit aller Sachlichkeit versuchte, das Geschehene zu berichten. War das ein Kinotrailer oder waren da wirklich zwei voll besetzte Passagierflugzeuge in das New Yorker World Trade Center gerast? Das Zweite, schier Unvorstellbare, schien die Wahrheit zu sein.

 

 
Franz Josef Jung (CDU) will einen handlungsfähigen Staat.  

Herr über Leben und Tod. In dieser Position sieht sich anscheinend Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). Dieser plant nämlich einen neuen Gesetzesentwurf, nachdem er im Falle einer Flugzeugentführung den Befehl zum Abschuss durch Kampfjets geben darf. Das Problem: Das Bundesverfassungsgericht hat Jungs Vorschlag bereits 2006 abgelehnt. Das höchste Gericht der Bundesrepublik argumentiert, dass Passagiere nicht als Objekt einer Rettungsaktion zum Schutze anderer Behandelt werden dürfen. Aber was, wenn man durch den Abschuss die Leben tausender Menschen am Boden rettet?

 

 

 

 
Das Leben von 3000 Menschen hätte in N.Y. gerettet werden können.  

Jung wird am 11. September 2001 auch Fernsehen gesehen haben. Obwohl er noch kein Verteidigungsminister war, wird dieser Anschlag nicht spurlos an ihm vorüber gegangen sein. Die Bilder aus New York sind für ihn das Szenario, dass er mit allen Mitteln von Deutschland abwenden will. In diesem Extremfall will er über Leichen gehen, wenn Menschen am Boden in Gefahr wären. Um den Abschussbefehl zu geben, würde er sich auf den so genannten „übergesetzlichen Notstand" berufen. Diesen gibt es aber gar nicht. Im Grundgesetz ist lediglich der „rechtfertigende Notstand" aufgeführt, der es dem Bürger gestattet eine Straftat zu begehen, wenn er damit sein eigenes oder das Leben anderer Personen rettet. Also müsste sich Herr Jung in diesem Fall einen privaten Kampfjet zulegen, um die entführte Maschine vom Himmel zu holen. Trotz dieser Gesetzeswidrigkeit beharrt Jung stur auf seiner Idee. „Der Staat muss handlungsfähig bleiben", so Jung in zahlreichen Interviews.

 

 

 

Das es zu diesem Standpunkt überhaupt Diskussionen gibt, ist unter den Industriestaaten eine Ausnahme. Egal ob Frankreich, England oder die USA; diese Länder würde das entführte Flugzeug sofort abschießen. Ob es unsere düstere Vergangenheit verbietet, überhaupt ein Flugzeug anzufassen? Auch wenn ein Rückfall in Zeiten wie die des dritten Reiches ein absolut absurder Gedankengang ist, scheint Deutschland, eines der einzigen mächtigen Länder zu sein, das der moralischen Idee hinter dem Abschuss keine Priorität vor dem „braven" deutschen Grundgesetz gibt.

 

 

 

 
Werden bald deutsche Kampfjetpiloten entführte Flugzeuge abschießen?  

Wie vor kurzem bekannt geworden ist, gab es bereits zur Fußball-WM im letzten Jahr Pläne, die im Falle eines Angriffs aus der Luft auf ein voll besetztes Stadion den Abschuss der Maschine beschrieben. 200 Menschen opfern, um das Leben tausender zu retten. Das moralische Verständnis, das dahinter steckt, wurde zum Teil in einer Studie erklärt, die am 30.07.2007 in einem SPIEGEL-Bericht zur Biologie von Moral und Unmoral veröffentlicht wurde. Zu folgendem Szenario wurden mehrer Personen gefragt: Ein Schienenwagen rast führerlos auf fünf Gleisarbeiter zu. Sie wären zu retten, indem man die Weiche umstellt. Allerdings nur zum Preis eines anderen Gleisarbeiters. Bei diesem Szenario würden die meisten gesunden Menschen die Weiche umstellen; egal ob Männer, Frauen, Kinder, Deutsche oder Chinesen. Ist das Verhalten von Jung dann nicht nachvollziehbar?

 

 

Das Bundesverfassungsgericht sieht das anders, und auch der Koalitionspartner SPD und die Opposition sind empört. Die Grünen fordern sogar den Rücktritt Jungs, der beim heutigen Standpunkt eine Straftat begehen würde, würde er den Befehl zum Abschuss geben. Die Streitfrage wird wohl erst einmal ein heikles Thema für Deutschland bleiben, mag das Modell noch so realitätsnah sein. Fest steht, dass das Bundesverteidigungsministerium auch widergesetzlich handlungsfähig sein wird. Bleibt nur zu hoffen, dass der Ernstfall nicht eintritt und dass sich die Terrorbekämpfung weiter erfolgreich am Boden der Tatsachen abspielt.

aus der UMLAUF-Redaktion (16.09.07)

Traditionsgemäß wurde die Rudersaison des Schülerrudervereins des Goethe-Gymnasiums am Samstag, dem 15.09.2007 mit der Vereinsmeisterschaft erfolgreich abgeschlossen.

 

Zusätzlich zum Spaß am Rudern...

 

Der Höhepunkt des Vereinslebens unseres Schüler-Rudervereins sind stets die internen Ruderregatten, an denen alle Interessierten und Freunde des Goethe-Gymnasiums teilnehmen können. Dieser Tag stand unter besonders günstigen Bedingungen, denn endlich hat „Rasmus“ der Wettergott nach einigen Jahren mal wieder sein Bestes gegeben. So kamen bei milden Temperaturen und strahlendem Sonnenschein Jung und Alt auf ihre Kosten, sei es als aktiver Ruderer, oder als interessierter Zuschauer.

 

 

 
kommt das fröhliche Beisammensein  

Da gab es noch eine Gruppe, die sich stets einmal im Jahr zu diesem Zeitpunkt zum Fußballspielen treffen: Ehemalige Ministranten mit den Zwillingsbrüdern Kräbs. „Wir haben davon gehört, dass die ehemaligen Messdiener, wenn sie sich hier auf unserem Bootshausgelände trafen, stets gutes Wetter hatten“, so Protektor des Schülerrudervereins Jens Pflüger. „Da haben wir einfach beschlossen, dass wir uns diesmal mit unserem Vereinsfest zu deren Termin anschließen“, fügt Betreuerin Frau Göbel hinzu.

 

So konnte die gesamte Schulgemeinde des Goethe-Gymnasiums ein gelungenes Saisonende mit erfolgreichen Ergebnissen erleben.

 


 

Mittwoch, 24 August 2011 20:14

Massagekurs für Anfänger

Von unserer Redakteurin Nelli Frank (16.09.09)

Die Massage ist eine Heilbehandlung durch mechanische Beeinflussung der Körpergewebe mit den Händen. So steht es im Wörterbuch, doch stimmt die Theorie immer mit der Praxis überein?

 

Die Massage-AG verspricht pure Entspannung

 

„Jeder Masseur entwickelt mit der Zeit seine eigenen Techniken“, erklärt die gelehrte Masseurin. Seit 25 Jahren geht sie ihrem Beruf nach und bereute es keine Minute ihres Lebens. Ihre Patienten behandelt sie mit großer Vorsicht und Behutsamkeit. „Zu Beginn der Behandlung muss sich der Patient an den Masseur gewöhnen und umgekehrt. Diese Basis des gegenseitigen Vertrauens ist für alle folgenden Behandlungen von großer Wichtigkeit.“, sagt Sabine mit bestimmendem Ton.

 

 
25 Jahre Erfahrung...  

Von ebenso großer Wichtigkeit ist, dass man mit sanften Bewegungen die Massage startet. Sobald sich diese Handgriffe eingespielt haben darf es auch mal etwas grober werden. Mit Begriffen wie der „Hobelgriff“ oder „Zirkelgriff“ können sogar die Anfänger der Massage AG am Goethe Gymnasium etwas anfangen. „Doch vor dem Zirkelgriff sollt ihr gewarnt sein!“, so ein Mitglied der AG. Sebastian war das Versuchskaninchen von Sabine, als sie uns grundlegende Griffe an ihm demonstrierte. Ansonsten empfand er die Massage als angenehm. Das typische Schultern-Kneten, das man in Filmen immer zu sehen bekommt, hat mit entspannender Massage recht wenig zu tun.

 

 

 
...werden an die Schüler weitergegeben  

Ziel einer Massage ist es, die Muskeln zu entspannen und der täglichen Belastung Einhalt gebieten. In besonders seltenen Fällen ist die Haut mit den Muskeln „verklebt“. Dann ist es an der Zeit diesen Vorgang so gut es geht rückgängig zu machen, indem man die betroffenen Muskelpartien lockert. Außerdem kann es passieren, dass sehr beanspruchte Muskeln sich zu einem „Klumpen“ verspannen. Bevor das zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führt, sollte man sich schleunigst und regelmäßig einer Massage unterziehen.

 

 
Übung macht den Meistermasseur  

Wie Sabine aus eigener Erfahrung sagt, ist es keine Pflicht sich an die vorgeschriebenen Handgriffe zu halten. „Viele improvisierte Handgriffe von mir sind ebenso effektiv wie die aus dem Handbuch oder noch besser“, bemerkt sie lächelnd. Schließlich durften wir alle einmal in den Genuss der Massage kommen. Denn so eine Massage für lau ist was entspannendes und tut Seele und Körper gut.

von unserer Redakteurin Ramona Pormetter (12.09.07)

Dass wir das noch erleben dürfen! Herr Ache setzt seinem Ruf als langhaarigster Lehrer ein Ende.
Seit Beginn des neuen Schuljahres sehen wir einen ganz neuen Herr Ache. Nach neun Jahren ist die „Matte“ ist nun endgültig ab.

 

 

Nichts erregte in den letzten Tagen soviel Aufmerksamkeit wie der neue Kopfschmuck unseres Physiklehrers Herrn Ache. Doch wie kommt es zu solch einer Veränderung? Sein Kommentar dazu: „Von Zeit zu Zeit begegnet man auch heute noch Menschen, die bis ins hohe Alter lange Haare tragen. Dies ist im Falle einer hinreichend hohen mittleren Haardichte auf dem Kopf auch sicher eine schöne Sache. Wenn man als Langhaariger aber das Zeitintervall im Leben verpasst, in dem sich eventuelle Geheimratsecken entwickeln, hat man entweder einen sehr ausgefallenen Geschmack oder es fehlt einem die nötige Aufmerksamkeit“. Ernst fügt er noch hinzu: „Doch von Geheimratsecken bin ich noch weit entfernt!“

 

Zu der Frage, warum er sich die Haare denn überhaupt erst hat lang wachsen lassen, meint er schlicht: „Mir fehlte stets die Zeit, Friseure aufzusuchen. Es hatte definitiv nichts mit inneren Überzeugungen und schon gar nichts mit politischen Ansichten zu tun.“ Seit Beginn seines Studiums trug er die Haare lang, jedoch ohne sie jemals zu färben. „Ich warte nach wie vor ungeduldig auf meine grauen Haare“, wirft er schmunzelnd ein. Auch von Gel oder Haarspray lässt er lieber die Finger. „Ich hab es zwar versucht, empfinde diese Anwendung jedoch als außerordentlich komplex“, erklärt Herr Ache. Da pflegt er seinen „Haarrest“ doch lieber mit seinem Lieblings-Shampoo. Von Hausmitteln zur Verbesserung der Haarkonsistenz rät er aber ab. „Generell würde ich die Haare von den meisten Hausmitteln lassen.“

 

Der Reaktion von Freunden und Familie auf seine neue Frisur steht Herr Ache skeptisch gegenüber: „Wie viele Menschen kennt man, die einem wirklich die Wahrheit sagen würden?“ Insbesondere bei seinen Schülern sorgt Herrn Aches neue Haarpracht für hitzige Diskussionen. Während eine Schülerin des elften Jahrganges meint, dass er so nun weitaus besser aussehe, zeigt sich besonders in der Mittelstufe eine vollkommen andere Resonanz: "Herr Aches Erscheinungsbild „rockt“ nun nicht mehr so“, so ein Schüler der achten Klasse. Doch ironischerweise scheint seine neue Frisur ausgerechnet im Kollegium nicht jedem aufgefallen zu sein, wie er enttäuscht angibt.

 

Und wie sieht es denn nun mit anderen Veränderungen im Leben unseres Physikers aus? Er selbst meint nur: "Ich werde auch weiterhin meine Kleidung nach dem Kriterium "passt/passt nicht" aussuchen müssen. Kontaktlinsen sind mir momentan zu unpraktisch und auch sonst werde ich keine weitere Veränderung vornehmen." Wir können also annehmen, dass sich an Herrn Aches Erscheinungsbild in nächster Zeit wohl nicht mehr viel ändern wird.

Mittwoch, 24 August 2011 20:12

Wilhelm Busch

Von unserer Redakteurin Marie Thiede (27.08.2007)

„Ach, was muss man oft von bösen
Kindern hören oder lesen?
Wie zum Beispiel hier von diesen,
Welche Max und Moritz hießen;
Die anstatt durch weise Lehren
Sich zum Guten zu bekehren,
Oftmals noch darüber lachten
Und sich heimlich lustig machten.
- Ja, zur Übeltätigkeit,
Ja, dazu ist man bereit! –
   

Ein Auszug aus der berühmtesten Bildergeschichte - Max und Moritz.

 

Max und Moritz ist das Werk von Wilhelm Busch, welches viel zu seiner heutigen Popularität beigetragen hat. Daneben hat er noch weitere lustige Geschichten, wie z.B. Hans Huckebein und Die fromme Helene geschrieben. Seine Verknüpfung von Bilderfolgen und Texten fand schnell viele Freunde und Nachahmer.

W. Busch ist für diese Geschichten, in denen er die Scheinmoral der bürgerlichen Gesellschaft und das Spießbürgertum lächerlich macht, sehr bekannt. Doch hatte er auch noch viele weitere Seiten an sich, er schrieb auch Erzählungen und Gedichte, doch seine Leser waren von seiner lustigen Seite auch sehr begeistert. Auch heute wird er noch gerne zitiert; sehr bekannt ist zum Beispiel „Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.“

Eine weitere große Leidenschaften war das Malen. Er malte sehr viel, doch seine Gemälde wurden nie veröffentlicht: W. Busch war sehr selbstkritisch und hielt seine eigenen Malereien für nicht gut genug um sie einem breiten Publikum zu präsentieren.

W. Busch erblickte im April 1832 das Licht der Welt. Er hatte 7 Geschwister, und musste sehr früh von Zuhause ausziehen, da der Platz nicht für alle reichte. Er wuchs bei seinem Onkel auf, der ihm Privatunterricht gab.

Seite 6 von 22