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Mittwoch, 24 August 2011 19:42

Hannover ist nicht das Ende der Welt

Von unserer Redakteurin Anja Anbarchian (19.10.2006 00:18)

Mit der Oberstufe beginnt ein neuer Lebensabschnitt für jeden Goethe-Gymnasiasten - so auch für mich, also eine neue Klasse und ein neuer Stundenplan. Etwas hart ist mein neues Leben schon und so freute ich mich wirklich darauf, dem Schulalltag durch die sogenannten Integrationstage zu entfliehen. Drei Tage lang nur mit meiner Klasse in einer anderen Stadt. Das schien mir eine gute Möglichkeit, die vielen Schülerinnen und die ziemlich wenigen Schüler der 11 b näher kennen zu lernen.



Hannover, eine Stadt nördlich der Mitte von Europa


Nach relativ spontaner Entscheidung fuhren wir am 9. Oktober 2006 um Punkt 8:27 Uhr vom Kasseler Hauptbahnhof Richtung Hannover, der Expostadt 2000. Nach eineinhalbstündiger Fahrt ging es nach einer nicht eingeplanten kleinen Wanderung am Maschsee vorbei in unsere moderne Jugendherberge direkte ins vier Stockwerk mit Rundum-Balkon und sonnigem Ausblick auf einen Sportpark. Über 200 Zimmer und in jedem auch noch eine Dusche - das war einfach beeindruckend.

Die Jugendherbergs-Mensa

Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es sofort zum "Kröpke", dem Herzen Hannovers, um mit unserer Stadt-Ralley anzufangen. Hoch motiviert und mit Stadt- und Busfahrplänen bepackt, um sich in einer fremden Stadt zurecht zu finden, ging es auch schon den "Roten Faden" entlang. Ein roter Strich auf den Straßen Hannovers, der an allen Sehenswürdigkeit vorbeiführt: vorbei am alten Rathaus, am Historischen Museum und dem Hannover Zoo konnten wir viel von der Schönheit der Stadt und vor allem vom alten Baustil der Häuser mitbekommen.

Unsere Nachtschattengewächse waren...

Schnell verging die Zeit und schon waren wir mit der U-Bahn wieder in der Jugendherberge und machten es uns erst einmal gemütlich. Doch schon machten wir uns (Mädchen!) für den Abend zurecht, denn da ging es darum, das Nachtleben zu erkunden. Vor allem die Cocktailbars haben es mir angetan. Schnell war entschieden, in welche wir uns setzten und ein regen Treiben herrschte an insgesamt vier Tischen. Jeder redete mal mit jedem und ich erkannte schnell, mit wem ich mir eine Freundschaft vorstellen könnte. Somit endete der erste Tag für mich sehr erfreulich.

...tagsüber manchmal lichtscheu.

Am nächsten Tag war wiederum ein herrliches Wetter. Die Sonne strahlte mit uns um die Wette. Die Hauptattraktion an diesem Vormittag war der Hannover Zoo, von allen Biologielehrern wärmstens empfohlen. Auf den hatte ich mich schon die ganze Zeit gefreut. Eine Menge Tiere auf einem riesigen Gelände - so groß, dass man Tage verbringen könnte. Um Zeit zu sparen stieg ich einfach in ein Rundfahrt-Bötchen und tuckerte automatisch (!) und langsam in einem schmalen Fluss an Antilopen und Giraffen vorbei. Weitere Highlights waren die Wildtierfütterungen und Tierpräsentationen für die ganz Kleinen oder ganz Erwachsenen.

Das Rathaus von Hannover

Und dann ging es noch mal zum "Kröpke". Jetzt sollte jede Gruppe eine Sehenswürdigkeit aussuchen, ansehen und dokumentieren. Wir entschieden uns für das "Neue Rathaus" mit dem schrägen Aufzug. Das war eine wirklich beeindruckende Sache, denn wir fuhren mit einer Neigung von 17 Grad 100 Meter hinauf in die Kuppel. In dieser angekommen stiegen wir die Wendeltreppe hinauf und hatte in jeder Himmelsrichtung einen atemberaubenden Ausblick auf Hannover. Am Abend ging ich dann mit der Klasse in die zur Jugendherberge angehörende kleine Bar, in der wir etwas aßen und tranken.

Optisch waren die Mädels immer im Vordergrund.

Der Vormittag des dritten Tages war für alle Mädchen und Shoppingsüchtigen unter den Jungen reserviert. Ich durfte endlich alle Läden unsicher machen, denn die lange Shoppingmeile von Hannover ist berühmt und wartet nur darauf, dass ich mein Geld dort lasse. So vergingen auch die letzten Stunden in Hannover.

Ein Sack Flöhe hüten ist ein Kinderspiel.

Wie sagt Harald Schmidt: Hannover ist nicht das Ende der Welt, aber von da aus kann man es besser sehen. Dem würde ich aus schulischer Sicht nicht zustimmen. Hannover lohnt sich für einen Schulausflug alle Male, die Jugendherberge immer und der Zoo außerordentlich. Wenn die Wegstrecken etwas kürzer gewesen wären, hätten wir uns vlelleicht noch besser kennengelernt, oder?



Mittwoch, 24 August 2011 19:40

Mein Leben als Bücherwurm

Von unserer Redakteurin Julia Pfannkuch (02.09.2006 21:03)

Im Gegensatz zu anderen Ländern existiert in Deutschland kein einheitliches Schulbibliothekssystem. Zwar besitzen die allermeisten Schulen eine Bücherei, diese genügt aber in höchstens 10% der Fälle den Ansprüchen an eine moderne, multimediale, pädagogisch orientierte Bibliothek mit Schülerarbeitsplätzen, Leseecken, Computern und digitalem Katalog. Über die positiven Lerneffekte von Schulbibliotheken wird in internationalen Studien berichtet. Allerdings sind die dort zugrunde gelegten Schulbibliotheken besser und anders ausgestattet als in Deutschland und weitergehend in den Unterricht eingebunden. UMLAUF Online hat Frau Horn über den Stand unserer Schulbücherei befragt.



Frau Horn in ihrem Bücher-Reich


UMLAUFOnline: Frau Horn,wie kamen Sie dazu, Herrn Trebings Stelle in der Bücherei zu übernehmen?
Frau Horn: Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen liebe ich Bücher und bin ein Bücherwurm. Zum anderen wollte ich mich auch zusätzlich außerhalb des Unterrichts an der Schule engagieren. Die Funktion in der Bibliothek stellte so eine perfekte Möglichkeit dar beides zu verbinden.

Zu Beginn des Schuljahres ist die Hektik besonders groß

UO: Welche Veränderungen haben Sie in der Bücherei vorgesehen?
Frau Horn: Wir wollen zum Schulbeginn die gesamte Bücherei auf elektronische Datenverarbeitung umstellen, sodass alle ausgeliehenen Bücher elektronisch registriert sind. Als ich mit meiner Arbeit in der Bibliothek begann, war der Buchbestand uralt. Sowohl in letzter Zeit, als auch zukünftig, sind wir damit beschäftigt, die alten Bücher auszusortieren und den Bestand zu modernisieren. Ein Grund dafür ist auch G8. Denn mit dem Konzept von G8 ist verbunden, dass die Arbeit mit aktuellen Büchern garantiert sein muss. Des weiteren würde ich gerne eine Art Basar oder einen Büchertausch organisieren. Das kann man so verstehen, dass von den Schülern gekaufte Bücher an die nachfolgenden Klassen zu einem angemessenen Preis weiterverkauft werden. Diese Aktion kann für beide Seiten Vorteile bieten. Zum einen müssen die jüngeren Schüler nicht den vollen Buchpreis für ein neues Buch bezahlen und zum anderen bekommen die älteren Schüler einen Teil ihres Kaufpreises wieder zurück.

UO: Gibt es Probleme oder Defizite, mit denen Sie sich in der Bücherei auseinandersetzen müssen?
Frau Horn: Ja, die ganze geleistete Arbeit ist lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ich habe allein ein Jahr gebraucht, um das komplette elektronische Equipment zu bekommen. An dieser Stelle muss ich mich auch herzlich beim Förderverein bedanken, der zwei hohe Buchspenden für die Präsensbücherei an uns überreicht und die elektronischen Geräte bezahlt hat. Das Geld ist rar und die Bücherei hatte bisher einen nicht allzu hohen Stellenwert. Somit war es schwer, das nötige Geld für Modernisierung und Erweiterung des Büchereibestandes zu bekommen. Ein weiteres Problem stellt die Größe der Schule dar. Durch die Verteilung auf zwei Gebäude wird die Organisation und die Kommunikation zwischen der Bücherei, den Schülern und dem Kollegium erheblich erschwert. Dies wirkt sich wiederum auf die Belastung aller beteiligten Personen aus.

Mit Beginn des Schuljahres werden alle Bücher eingescannt.

UO: Ist es problematisch Schüler für die Bibliotheks-Ag zu finden?
Frau Horn: Das stellt überhaupt kein Problem dar. Wir sind ein sehr engagiertes Team und es kommen immer mehr Schüler hinzu. Obwohl die Arbeit sowohl körperlich als auch psychisch besonders bei der Bücherumstellung sehr stressig ist, arbeitet das ganze Team gut zusammen und es sind immer genügend Schüler da, um mir bei der Arbeit zu helfen. Dabei muss man auch erwähnen, dass sie für ihre Arbeit im Grunde nichts bekommen, außer vielleicht ab und zu Süßigkeiten. (sie lacht) Auch die Aktion des letzten Abiturjahrganges ist da zu erwähnen. Sie haben Bücher, die sie aus eigener Tasche bezahlt haben, nach ihrem Abitur der Bücherei geschenkt. Darüber habe ich mich sehr gefreut!

Die neuen Strichcodes sind eingeklebt

UO: Macht Ihnen die Arbeit Spaß oder gibt es auch Momente, in denen Sie die Arbeit hinwerfen wollen?
Frau Horn: Nein. Mir ist es noch nie passiert, dass ich einfach aufhören wollte. Natürlich ist es auch im menschlichen Bereich sehr anstrengend. Doch ich bin überzeugt, dass diese positive Einstellung auch an der Zusammenarbeit unseres Teams liegt. Jeder von uns hat ab und zu einen schlechten Tag oder erlebt gerade einen Tiefpunkt, jedoch wird man direkt wieder von den anderen aufgebaut und unterstützt. In diesen Momenten bin ich immer wieder glücklich über unsere engagierte Schülerschaft.

Immer eifrig bei der Sache

UO: Was genau versteht man unter der Präsenzbücherei?
Frau Horn: Die Präsenzbücherei stellt eine Art Bibliothek dar. Die dort vorhandenen Bücher müssen zwar im Raum bleiben, können jedoch von der gesamten Schülerschaft und den Lehrern genutzt werden. Die Präsenzbücherei soll drei Aufgaben erfüllen. Zum ersten soll sie zum Nacharbeiten und zur Unterrichtsvorbereitung dienen. Die zweite Aufgabe ist die Weiterbildung. Den Schülern stehen auch Computer mit Internetanschluss und Computerprogrammen wie z.B. Lexika zur Verfügung. Außerdem soll dort für die Schüler nach und zwischen den Unterrichtsstunden eine Möglichkeit zum Entspannen gegeben werden. Es werden auch Romane und Zeitungen sowohl in deutsch als auch in englisch und französischer Sprache vorhanden sein. Materialien wie Fachbücher zu jeglichen Bereichen und Nachschlagewerke werden zu finden sein, aber auch Materialien zum spielerischen Übungen, fremdsprachliche Hörbücher und aktuelle Kinder- und Jugendbücher. Außerdem ist eine Zusammenarbeit mit der Stadtteilbücherei geplant.

Ein Blick von oben auf das Büchereiteam

UO: In wie fern sind sie zufrieden mit dem aktuellen Bücherbestand und welche Wünsche haben sie für die Zukunft der Bücherei?
Frau Horn: Ich bin noch längst nicht zufrieden. Bis zu meiner Pensionierung hoffe ich die Bücherei auf einen modernen Stand zu bringen. Und da habe ich ja noch etwas Zeit. Außerdem möchte ich das Ausleihen und die Rückgabe von Büchern weiterhin durch Elektronik vereinfachen. Auch die Präsensbücherei liegt mir sehr am Herzen. In dieser Hinsicht wünsche ich mir, dass ich die Ausstattung ständig erweitern kann und sie zu einem Ort wird, den Schüler und Lehrer sowohl zum Entspannen als auch zum Lernen gerne nutzen.

Frau Horn an ihrem "Befehlsstand"

UO: Frau Horn, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen noch viel Erfolg bei Ihrer weiteren Arbeit!

Mittwoch, 24 August 2011 19:28

Wie spart man Energie?

Aus unserer UMLAUF-Online Redaktion (02.07.2006 14:28)

In einen "Wissenschaftssaal" hat sich das Gießhaus der Universität Kassel (UNIK) am Donnerstag, 29. Juni verwandelt und dem interessierten Publikum eine spannende Plattform zum Entdecken, Experimentieren und Diskutieren geboten.



Die Wissenschafts-Mannschaft des Goethe-Gymnasiums und...


Der Höhepunkt der diesjährigen Kasseler Schüler-Uni findet bereits zum dritten Mal statt. Unter dem Motto "Der Letzte macht das Licht aus! - Konzepte zum Energiesparen" haben in diesem Jahr 30 Kasseler Oberstufenschülerinnen und -schüler drei Monate lang mit Studierenden und Mitarbeitern der UNIK in kleinen Teams zusammengearbeitet und sich mit Forscherdrang und Visionen den Herausforderungen komplexer Umweltprobleme gestellt.

...die aufmerksamen Fans.

Anhand wissenschaftlicher Herangehensweisen an Themen wie Wärmedämmung, Heizsysteme, Mobilität, Umweltverhalten, Stromfresser im Haushalt und Energiebilanz von Frischeprodukten versus Tiefkühlkost analysieren die TeilnehmerInnen den häuslichen Energieverbrauch einer durchschnittlichen Kasseler Familie und wagen sich an Hochrechnungen und Zukunftsszenarien für Kassel.

Die Schülerinnen und Schüler bei ihren Vorträgen und...

In einer Region wie Nordhessen, in der Umweltschutz und umweltfreundliche Technologien in Forschung, Dienstleistung und Industrie einen Schwerpunkt bilden, werden Schülerinnen und Schüler auf diese Probleme aufmerksam gemacht, um sie mit Projekten, Experimenten und Fragestellungen dafür zu begeistern. Das theoretisch Erlernte und mit wissenschaftlichen Methoden erarbeitete Wissen wird praktisch auf die Probe gestellt und zum krönenden Ende der Öffentlichkeit präsentiert.

der Leiter der Veranstaltung, Prof. Hesselbach

Begonnen hat die Schüler-Uni vor zwei Jahren mit dem Thema "Nachhaltigkeit und Technik". Es folgte 2005 ein Blick in eine ferne Zukunft: "Kassel 2050: Schöne Aussichten durch Energiewende?" Organisiert und durchgeführt wird die Schüler-Uni von dem UNIK-Fachgebiet "Umweltgerechte Produkte und Prozesse" (upp). Das upp unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jens Hesselbach wurde im Jahr 2002 im Zuge der Schwerpunktbildung Umwelt an der Universität Kassel gegründet und ist in das Institut für Produktionstechnik und Logistik integriert.

Mittwoch, 24 August 2011 19:28

Mallorca am Edersee?

Von unserer Redakteurin Julia Pfannkuch (09.07.2006 16:06)

Nach einem stressigen Arbeitstag kurzerhand in die Kasseler Auen-Landschaft fahren, um unter Palmen mit Freunden den lauen Sommerabend zu genießen und in das erfrischende Nass einzutauchen, statt allein zu Hause vor dem Fernseher zu sitzen, volle Strandcafes, Sandburgenwettbewerbe und nörgelnde Kinderscharen an der Fulda?



Urlaub am Edersee, aber...


Kein unwirkliches Szenario, denn laut einer Studie des Instituts für Atmosphäre und Umwelt der Universität Frankfurt wird die Jahresdurchschnittstemperatur in Hessen um circa 4,5 Grad ansteigen. In den vergangenen 50 Jahren hingegen wurde es um lediglich 0,9 Grad wärmer. Doch welche Folgen zieht dieser Klimawandel nach sich und welche Konsequenzen lassen sich daraus speziell für Hessen ableiten? Das Hessische Umweltministerium wird in den nächsten Jahren überschaubare Klimaveränderungen für unsere Region darlegen, denn der Treibhauseffekt zeigt bereits jetzt schon seine Auswirkungen.

...auch Umweltkatastrophen

Natürlich zieht dieser Wandel Umweltkatastrophen wie Hochwasser und Über- schwemmungen durch ein höheres Maß an Niederschlägen, aber auch langanhaltende Trockenperioden nach sich. Wenn man jedoch von diesen negativen Umweltproblemen absieht, könnte sich auch ein gewaltiger Aufschwung in der Tourismusbranche abzeichnen. Wieso nach Mallorca fliegen, wenn die Sonne doch so nah ist? Die Nordseeküste wird plötzlich zum Reiseziel Nr.1 und ein verlängertes Wochenende wird nicht mehr in Tunesien, sondern am Edersee verbracht. Und da die Benzinpreise immer mehr in die Höhe schießen, werden auch gleich die Kosten für den langen Reiseweg gespart.

Sand und Palmen an der Fulda?

Durch diese Veränderung würde sich höchstwahrscheinlich das Ambiente in Hessen komplett verändern. Der Tourismus stellt dann eine ganz neue Einnahmequelle dar und würde zum Mittelpunkt des Arbeitslebens vieler arbeitsloser Bauern und Gewerbetreibenden werden. Neue Hotelanlagen an Seen und Flüsse mit großzügigen Promenaden müssten hochgezogen werden. Animateure würden benötigt werden, ebenso die in südlichen Ländern so bekannten Straßenverkäufer. Lebensstil und Mentalität der Hessen würde sich grundsätzlich ändern.

Die Prognose der Hessischen Landesregierung...

Doch wäre diese Vorstellung wirklich so traumhaft? Nein, denn natürlich würden die Probleme, die in südlichen Länder anzutreffen sind, auch in Hessen auftreten. Was ist mit Tropenkrankheiten wie Malaria oder Heuschreckenplagen? Und was passiert mit den heimischen Pflanzen und Tieren? Können sie sich dem Klimawandel anpassen? Auf diese Fragen müssten Antworten gefunden werden und auf alle Probleme eine Lösung. Sieht man sich den Klimawandel von dieser Seite an, scheint es doch keine so paradiesische Wunschvorstellung zu sein. Da ist es doch fast schöner ist, sich auf den Sommerurlaub in Spanien zu freuen, um nach zwei Wochen wieder nach Hause fahren zu können, ohne an Probleme wie Malaria oder Wasserknappheit zu denken.

...verheißt steigende Temperaturen und immer weniger Schneesicherheit

Außerdem freuen sich viele Wintersportler am Ende des Sommer bereits auf ihren langersehnten Schnee, um wieder die Pisten hinuntersausen zu können und lange Après-Ski Parties feiern zu können. In dieser Hinsicht können uns Länder wie Spanien und die Türkei doch nicht das Wasser reichen. Da können wir doch richtig froh über unsere jetzigen Temperaturen sein und schauen dem Klimawandel schon fast skeptisch entgegen. Aber gibt es Alternativen?

Mittwoch, 24 August 2011 19:27

Auf der Flucht

von unserem Redakteur Marco Sivori (24.06.2006 14:12)

Zur Zeit reisen Millionen von Menschen von allen Kontinenten nach Deutschland in das Mekka der Fußballweltmeisterschaft, freiwillig und meist finanzkräftig. Aber was muss es für ein Gefühl sein, wenn Menschen gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen und alles Hab und Gut zurückzulassen, was ihnen bisher lieb und teuer gewesen ist? Ein Gefühl, das wahrscheinlich keiner von uns kennt, denn zuhause am heimischen Herd erfährt man nur wenig von dem Leid dieser Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Um Ihnen zu gedenken, wurde im Jahr 2000 der 20. Juni von Seiten der UN-Vollversammlung zum offiziellen "Weltflüchtlingstag" erklärt.




Derzeitig befinden sich mehr als 40 Millionen Menschen auf der Flucht. Sie fliehen vor Krieg, Hunger und Verfolgung. Dabei ist die Anzahl von Flüchtlingen, die aus ihrem Heimatland in westliche Industrieländer fliehen, weltweit gesunken. Viel eher handelt es sich um eine "Binnenflucht", bei welcher die Flüchtlinge von einem Teil ihres Landes in ein anderes vertrieben werden, so zum Beispiel im Sudan oder Zentralafrika. Dies hat zur Folge, dass mittlerweile rund 80 Prozent der Flüchtlinge in Entwicklungsländern leben, auf sich selbst gestellt oder durch internationale Hilfsorganisationen geschützt.

Eine dieser Organisationen ist das Flüchtlingskommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR), das sich seit 1951 für Schutz und Hilfe von Flüchtlingen einsetzt. Diese sammeln Flüchtlinge zumeist in Flüchtlingslagern, in denen sie zumindest das Nötigste zum Überleben erhalten. Einst als eine kurzzeitige Zwischenstation errichtet, sind diese "Camps" mittlerweile zu einem Heim für Millionen von Vertriebenen geworden, während beständig nach einer langfristigeren Lösung geforscht wird.

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Doch wo Hilfsorganisationen unermüdlich im Einsatz sind, öffnet sich nebenher ein abscheulicher Absatzmarkt für profitsüchtige Händler. Es scheint, als hätten die Flüchtlinge längst ihren menschlichen Wert verloren und wären für ruchlose Unternehmer nur noch eine Möglichkeit schnell an Geld zu kommen. Die Zeiten des Handels mit Gold und Edelsteinen ist vorüber; "Trinkwasser" heißt das nun begehrteste Handelsgut und gehört neben Nahrung und medizinischer Versorgung zu den wertvollsten Produkten, die Marktchancen eröffnen. Ähnlich wie in Deutschland dem tierlieben Hundehalter die unterschiedlichsten Behausungen für sein Haustier angeboten werden, wird auch aus dem Leid und der Heimatlosigkeit von Flüchtlingen Profit geschlagen, sei es durch den Verkauf von Rohstoffen zum Bau von Hütten oder durch den Handel mit ebensolchen, die fertig errichtet eingeflogen werden.

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Daher ist es traurig zu wissen, dass täglich Menschen sterben müssen, nicht weil sie unheilbar erkrankt sind, sondern viel mehr, weil sich ihre Rettung finanziell nicht lohnen würde. Wer würde bei so einer menschenverachtenden Haltung nicht auch fliehen wollen? Doch wohin will man schon gehen, wenn es die Gesellschaft selbst ist, vor der man fliehen müsste?

Mittwoch, 24 August 2011 19:27

Trinken im Unterricht

Von unseren Mitarbeitern Bircan Porsuk und Ömer-Pars Sahin (28.04.2006 23:19)

Entgegen der Empfehlung von Ernährungswissenschaftlern wird vielen deutschen Schülern nach wie vor verboten, während des Unterrichts zu trinken. Eine forsa-Umfrage hat ergeben, dass fast alle Lehrer den Zusammenhang zwischen ausreichendem Trinken und Konzentrationsfähigkeit kennen.



Die Arbeitsgruppe Wasser
Bircan Porsuk, Ömer-Pars Sahin und Marcel Franz (v.l.)


Aber nur knapp die Hälfte erlaubt den Schülern, im Unterricht zur Wasserflasche oder zum Wasserglas zu greifen. Ein Viertel der Lehrer setzt sich mit der Trinkerlaubnis sogar gegen ein Verbot an ihrer Schule hinweg. Von allen deutschen Schulen erlauben nur zwölf Prozent das Trinken im Unterricht offiziell, an 42 Prozent der Schulen ist es verboten.

Wasserläufe

Ernährungsexperten bestätigen seit langem, dass Flüssigkeitsmangel bei Schülern zu Konzentrationsstörungen führen kann. Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) sollen 7 bis 13-Jährige mindestens 1,2 Liter und 13 bis 15-Jährige mindestens 1,3 Liter pro Tag trinken. Aufgrund dieser Erfahrungen hat der DGE gemeinsam mit dem Aid-Informationsdienst die Initiative "Trinken im Unterricht" gestartet, die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, verschiedenen Kultusministerien und dem Bundeselternrat unterstützt wird. Die Initiative wird in den kommenden Jahr noch breiter über das Thema informieren und beispielsweise weitere Lehrer-Fortbildungen dazu anbieten.

Wassergewalten

Ein Grund dafür, dass viele Lehrer das Trinken im Unterricht dennoch verbieten, ist offenbar die Sorge vor zu großer Unruhe im Klassenzimmer. Zwei Drittel der Lehrer, die das Trinken verbieten, gehen davon aus, dass davon ihr Unterricht gestört wird. Dem widersprechen die Erfahrungen der Kollegen, deren Schüler sich etwas zu trinken mit in den Unterricht bringen dürfen. Drei Viertel von ihnen haben keinen negativen Einfluss auf den Ablauf des Unterrichts festgestellt. Sie bestätigen damit eine Studie des Instituts für Ernährungswissenschaft der Universität Bonn, wonach sich Trinken im Unterricht problemlos in den Schulalltag eingliedern lässt. Bonn (ots)

Wasserräder

Im Rahmen der Projekttage der Jg.-Stufe 11 zur Agenda 21 hat unsere Gruppe das Thema "Wasserversorgung in Kassel" gewählt. Da dieses Thema aber sehr komplex ist, haben wir uns für den Aspekt "Trinken im Unterricht" entschieden, was wie oben angegeben sehr umstritten ist. Ein Teil unserer Untersuchung war daher eine nicht repräsentative Befragung von Schülern und Lehrern unserer Schule zum Trinkverhalten während des Unterrichts.

Anna Finke (17), 11a

Ich trinke gerne Wasser, weil Wasser sehr gesund ist. Dabei kommt es auch schon mal vor, dass ich mehr als zwei Liter pro Tag trinke. Im Unterricht ist Trinken verboten, allerdings wird bei Arbeiten dieses Verbot dann aufgehoben.

Christian Dittmar (17), 11c

Ich trinke am Tag mehr als zwei Liter. Mein Lieblingsgetränk ist Saft, weil mir dieses Getränk besonders gut schmeckt. In der Schule trinke ich eher weniger.

Florian Ortmann (18), 11b

Ich trinke mehr als zwei Liter am Tag. Mein Lieblingsgetränk ist Apfelschorle, weil es gut schmeckt und zu Hause am meisten davon vorhanden ist. Bei warmem Wetter trinke ich in der Schule auch mal mehr als sonst.

Johanna Werner (19), 12.4

Am Tag trinke ich zwei Liter. Mein Lieblingsgetränk ist Apfelsaft, weil es mir schmeckt. In der Schule trinke ich nicht so viel. Ansonsten aber nur in den Pausen.

Frau Keil-Fuhr, Lehrerin

Ich halte es nicht für nötig, dass Schüler während des Unterrichts Wasser trinken dürfen, da es genügend Pausen gibt, in denen die Schüler dann etwas trinken können. Außerdem werden die Schüler durch das Trinken vom Unterricht abgelenkt. In den Klassenarbeiten habe ich nichts dagegen.

Herr Prauß, Lehrer

Meinen Schülern würde ich aus ernährungsphysiologischen Gründen erlauben, im Unterricht Wasser zu trinken, da hätte ich überhaupt keine Probleme. Allerdings müssen klare Grenzen gezogen werden. Keine Getränke in naturwissenschaftlichen Räumen und nur Wasser! Eine klare Orientierung ist wichtig und Wasser ist auch immer noch das Beste.


Wir wollen dieses Thema zumindestestens weiterverfolgen und die SV beauftragen, dieses Thema zu diskutieren und gegebenenfalls in die Schulkonferenz einzubringen.

Mittwoch, 24 August 2011 19:27

Täglich bis zu 30.000 Besucher

Von Frau Angela Schulze (12.05.2006 14:06)

Kunst fängt bereits schon sehr früh an zu reifen, und vor allem die Schulen tragen mit ihren Kunsterziehungskursen dazu bei. Wie begabt Kassler Gymnasiasten sind und welche Potentiale in den Schulen stecken, soll Ihnen die Ausstellung "Young Arts - Schüler machen Kunst" präsentieren. Diese Aktion liegt uns sehr am Herzen, zeigt sie doch ganz deutlich, dass Schülerinnen und Schüler nicht politikverdrossen sind, sondern ganz im Gegenteil sich intensiv mit ihrer Umwelt auseinandersetzen, führte Frau Angela Schulze, die Centermanagerin des Citypoints, in ihrer Eröffnungsrede am 4. Mai 2006 aus.



Ausstellungseröffnung von "Young Arts"


"Young Arts" stellt einen repräsentativen Querschnitt der künstlerischen Praxis dar, die Schüler in den Kunstkursen unserer Gymnasien durch das Erlernen unterschiedlicher Gestaltungs- und Ausdrucksmittel erworben haben. Beim Durchstreifen der Ausstellung werden Sie staunen und überrascht sein, was für Talente sich in unseren Gymnasien verbergen. Und ich bin ganz sicher, dass bei dieser Vielfalt für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Wir hier im City-Point sind stolz, Ihnen, liebe Schülerinnen und Schüler, diese Plattform bereits zum zweiten Mal bieten zu können und auf diesem Wege das Thema Kunst auch den Menschen näher zu bringen, die sich vielleicht sonst nicht damit auseinandersetzen. Insofern passt die Aktion "Young Arts" in unsere Philosophie, mit den Aktionen viele unterschiedliche Menschen zu erreichen und ein Treff- und Kommunikationspunkt zu sein, denn täglich werden hier bis zu 30.000 Besucher mit Ihren Kunstwerken konfrontiert.

An dieser Stelle möchte ich ihnen, liebe Schülerinnen und Schülern, liebe Lehrer ein großes Kompliment aussprechen: Denn durch Ihr Engagement und ihren Einsatz können wir hier zum zweiten Mal diese Ausstellung präsentieren. Ich erinnere mich noch gut, wie wir vor einem Jahr die Idee der "Young Arts" das erste Mal präsentiert haben. Damals waren es schon auf zwei Etagen ca. 150 Kunstwerke von 100 teilnehmenden Schülern, die es zu bestaunen gab. In diesem Jahr können 300 Kunstwerke aus den verschiedenen Kunstkursen von der Albert-Schweitzer Schule, der Engelsburg, des Friedrichsgymnasiums, des Goethegymnasiums, der Georg-Christoph-Lichtenberg Schule, der Herderschule, der Jacob-Grimm Schule und des Wilhelmsgymnasiums in den kommenden 10 Tagen bestaunt werden.

Wir hatten wirklich Mühe, all die phantastischen Kunstwerke aus den verschiedenen Kategorien wie Malerei/Graphik, Fotografie, Architektur und Objektdesign unterzubringen. Denn nach der anfänglichen Zurückhaltung im vergangenen Jahr war die Resonanz auf unseren Aufruf 2006 überwältigend. Um soviel Kunst wie möglich zu zeigen, haben wir die Ausstellung auf vier Ebenen ausgedehnt. Insgesamt präsentieren wir Ihnen damit 300 Werke von 250 Schülern aus den Jahrgängen 11 bis 13 aller 8 Kassler Gymnasien.

Abschließend möchte ich noch all denen danken, die auch dieses Mal dazu beigetragen haben, diese Ausstellung und diese Vernissage zu verwirklichen.

Angela Schulze, Center-Managerin



Mittwoch, 24 August 2011 19:26

3. Preis für den Heftinhalt

Aus der UMLAUF Online-Reaktion (29.05.2006 23:00)

Preisträger beim Wettbewerb "Beste Schülerzeitung des Jahres 2005/06"
des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL






"Gute Themenideen sind schon an der Titelgeschichte zu erkennen. ...

... Insgesamt schafft der UMLAUF eine gute Balance zwischen Schulthemen und allgemein
interessierten Stoffen!"
(Der SPIEGEL, Würdigung zum 3. Preis für den Heftinhalt)

Wir gratulieren der UMLAUF-Redaktion für ihre erfolgreiche Arbeit!

Die Schulleitung und die Schulgemeinde
des Goethe-Gymnasiums

Mittwoch, 24 August 2011 19:26

Vielleicht ein Stück erfahrener

Von unserer Redakteurin Anja Anbarchian (01.04.2006 20:54)

Ein WPU Kurs bietet viele Möglichkeiten sich Themen zu widmen, die nicht im Lehrplan vorgeschrieben sind. So nahmen wir diese Möglichkeit auch wahr und entschieden uns für das immer aktueller werdende Thema "Drogen" .




Natürlich musste erstmal geklärt werden, welche Drogen den Schülern bekannt sind, wie sie heißen und welche Wirkungen sie haben. So nutzten die Schüler der WPU-Kurse 9 (Biologie) und 10 (Chemie) zwei Stunden des Unterrichts, um Definitionen und Informationen im Internet zu finden. Dann wurden die Klassen in Gruppen eingeteilt, um sich mit jeweils einer Droge zu beschäftigen und um ein Plakat innerhalb von drei Wochen herzustellen. Diese konnten dann ab März 2006 in der ersten Etage unserer Schule bewundert werden. Themen waren Extasy, Heroin, Kokain, Marihuana, LSD und das Azteken-Salbei. Letztere ist eine ganz neue Droge und auf den Deutschen Markt sogar immer noch erlaubt, obwohl es ein starkes Halluzinogen ist. Aber auch die Statistiken eines Oldenburger Gymnasiums ließen uns stutzen, da dort mehr Mädchen Erfahrungen mit Drogen gemacht hatten als Jungen.

Ein Teil der ausgestellten Plakate


Jedoch waren die Plakate nicht das einige Ergebnis. Da es keine Seltenheit mehr ist, dass immer mehr Jugendliche schon mal eine Zigarette oder einen Joint geraucht haben, stellte jeder Schüler außerdem eine Droge seiner Wahl in Form eines Referats in seiner Klasse vor und erstellte ein dazu gehöriges Thesenpapier. Frau Gehrke, die Lehrerin beider Kurse, ließ es sich nicht nehmen, den Schülern auch eine alltägliche Erfahrung mit Drogen machen zu lassen. So wurde mit der Alltagsdroge Koffein experimentiert, die sich in Kaffee und fast allen Energiedrinks befindet. Zutaten wurden bestimmt und diskutiert, ob denn Koffein eine wirkliche Droge sei. Ebenso wurde über die Gefährlichkeit der Arzneimittel gesprochen, denn diese scheinbar harmlosen Medikamente wie z.B. Aspirin, Hustenlöser, Eisenpräparate usw. können Menschen ebenso abhängig machen wie der Gebrauch der üblichen Drogen.


Eine Frage, die alle Schüler beschäftigt hatte, war, wie man den Drogen entgehen könne? Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, ließen sich die Schüler nicht von der Lektüre "Wir Kinder vom Bahnhofzoo" der Christine F. und dem dazugehörigen Film abschrecken. Dieser Film zeigte ohne Scheu alle Seiten des Drogenmilieus und wie tief man hineinrutschen kann, sodass man selten die Kraft hat, wieder herauszufinden. Diese Ausweglosigkeit regte die Schüler bei der Abschlussdiskussion enorm an und machte sie vielleicht ein Stück erfahrener, um dieser Hölle zu entgehen.

















Mittwoch, 24 August 2011 19:26

Engagement lohnt sich

Von unserer Mitarbeiterin Ümmühan Ciftci (09.04.2006 00:28)

Deutschland ist ein Einwanderungsland und wird auch künftig auf Einwanderung angewiesen sein. Seit 1955 sind rund 31 Millionen ausländische Arbeitskräfte, Familienangehörige, Spätaussiedlerinnen und Flüchtlinge nach Deutschland eingereist. Heute leben 7,3 Millionen Ausländer in Deutschland. Dass Menschen nach Deutschland kommen, ist lange von den politisch Verantwortlichen nicht zur Kenntnis genommen worden.



Ümmühan Ciftci, die dritte Hertie-Stipendiatin des Goethe-Gymnasiums in Folge



Schlägt man den Brockhaus auf, so wird Integration im soziologischen Sinn als "Prozess der bewusstseinsmäßigen oder erzieherischen Eingliederung [...] oder ihre Anpassung an allgemein verbindliche Wert- und Handlungsmuster" definiert." Integration ist also ein komplexer Prozess, der sehr viel Engagement und Einsatz erfordert und eine große Herausforderung bedeutet. Das Festhalten am Dogma "Wir sind kein Einwanderungsland" hatte schwerwiegende negative Folgen sowohl für die gesellschaftliche Anerkennung der Einwanderer als auch auf deren notwendige Integration.

Ümmis Vorgängerin: Mehrnoosch Akhavanpoor

Die Fragestellung, wie Integration gelingen kann, ist also von zentraler Bedeutung, vor allem, wenn man bedenkt, dass über 60 Prozent der Zuwanderern seit mindestens acht Jahren in Deutschland leben. Integrationsmaßnahmen über Fragebögen sind daher wenig geeignet.
Einen anderen Weg geht die "Gemeinnützige Hertie-Stiftung", die auf das Lebenswerk des 1972 verstorbenen Stifters Georg Karg, Inhaber der Hertie Waren- und Kaufhaus GmbH, zurückgeht. Neben seinem Unternehmen und dessen Mitarbeitern fühlte er sich vor allem dem Allgemeinwohl verpflichtet. Mit einem Vermögen von rund 820 Mio. Euro und einem jährlichen Fördervolumen von durchschnittlich rund 20 Mio. Euro gehört die Hertie-Stiftung zu den größten privaten Stiftungen Deutschlands.

Anastasia Kluter erhielt den 1. Preis im Essay- wettbewerb der START-Stiftung

Wesentliches Ziel der Stiftung ist die Erziehung zur Demokratie, weil das Zusammenleben in demokratischen Gesellschaften hohe Anforderungen an den Einzelnen stellt.
Zwei Schwerpunkte sind besonders wichtig:
Erstens die sprachliche Bildung für die demokratischen Meinungs- und für die Persönlichkeitsbildung des Einzelnen und zweitens die Integration von Zuwandererkindern in Deutschland.

Mehrnoosch Akhavanpoor (rotes T-Shirt) in der BILD-Zeitung als eher...

Aus diesen Gründen rief die Hertie-Stiftung das START- Stipendien- programm ins Leben, um besonders begabten und engagierten Kindern und Jugendlichen von Zuwanderern verstärkt die Möglichkeit zu einer höheren Schulbildung und - damit verbunden - bessere Chancen für eine gelungene Integration bieten zu können. Das Goethe-Gymnasium bemüht sich seit Jahren, Stipendien dieser Stiftung unseren Schülerinnen und Schülern zugänglich zu machen - mit Erfolg. Anastasia Kluter war die erste START-Stipendiatin des Goethe-Gymnasiums und studiert heute Jura. Die zweite Zusage über ein START-Stipendium bekam bald darauf Mehrnoosch Akhavanpoor, die jetzt ihr Ziel, Medizin zu studieren, verwirklicht hat. Und seit einem halben Jahr gehöre ich nun auch zur START- Familie.

...seltener Fall einer konstruktiven Berichterstattung

Vorgeschlagen wurde ich von Herrn Prauß, bei dem ich Chemieunterricht hatte. Von Frau Dr. Klaus, meiner Klassenlehrerin, bekam ich daraufhin ein Gutachten. Hilfestellung bekam ich auch von Herrn Wiemeyer, der sich bereits um Mehrnoosch Akhavanpoor gekümmert hatte.
Ich kann mich sehr gut daran erinnern, wie ich vor dem PC saß und die angeforderte Bewerbung schrieb. Gespannt wartete ich auf die Antwort. Ich hatte die Hoffnung nach sechs Wochen schon fast verloren, als ich plötzlich einen Anruf von Frankfurt erhielt. Ich wurde zu einem Auswahlgespräch eingeladen! Den ersten Schritt hatte ich geschafft, jetzt musste ich das Auswahlteam noch einmal durch mein persönliches Auftreten überzeugen. Dass ich äußerst aufgeregt war, brauche ich wohl gar nicht zu erwähnen.

Ümmühan Ciftci während des Chemieunterrichts in der Klasse 10

Und dann saß ich am Tisch zusammen mit dem ganzen START-Team. Ich weiß nicht, wie ich es geschafft habe, aber das Team war beeindruckt über mein selbstbewusstes Auftreten und über meine konkreten Ziele. Meine Aufregung war plötzlich verschwunden und ich konnte gelassen Fragen beantworten, was z.B. Religion für mich bedeutet oder welche Rolle die Türkei für eine in Deutschland geborene und aufgewachsene Türkin einnimmt. Das Gespräch dauerte über eine Stunde. Leider erfuhr ich nicht sofort, ob ich angenommen worden war.

Dann nach zwei Wochen erhielt ich die glückliche Nachricht, dass ich nun auch als Start-Stipendiatin aufgenommen war. In der Deutschen Bibliothek in Frankfurt fand anschließend unsere Aufnahmezeremonie statt. Und bald darauf hatte ich auch mein erstes Seminar mit dem Thema Rhetorik. Nach diesem Seminar verdoppelten sich meine täglichen Telefonate, denn ich hatte so viele neue Schüler und Schülerinnen aus ganz Hessen kennen gelernt. Und seitdem ich zur Regionalbeauftragten für Nordhessen ernannt worden bin, habe ich neben meiner Schule ein zweites Arbeitsgebiet erhalten, das mir viel Freude macht. Das START-Stipendium ist also äußerst vorteilhaft für Zuwandererkinder. Es lohnt also, sich in der Schule anzustrengen und zusätzlich zu engagieren.

P.S.: Wer sich den preisgekrönten Essay von Anastasia durchlesen möchte, kann ihn hier als pdf-Datei herunterladen:

Essay von Anastasia Kluter

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