(24.03.2001 20:17)

Für gemeinsamen Religionsunterricht
evangelischer und katholischer Schüler ist nach Ansicht von Kardinal
Karl Lehmann die Zeit noch nicht reif.

Stuttgart (dpa) - Für gemeinsamen Religionsunterricht
evangelischer und katholischer Schüler ist nach Ansicht von Kardinal
Karl Lehmann die Zeit noch nicht reif. Ökumenischer Unterricht
sollte erst dann ausgebaut werden, wenn die evangelische und die
katholische Kirche sich stärker angenähert hätten, sagte der
Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz am Freitag
in Stuttgart auf einer Tagung zum Religionsunterricht. Allerdings
könne der Religionsunterricht für die Ökumene auch avantgardistisch
sein. Im Notfall nähmen Schüler auch am Unterricht der anderen teil.

(24.03.2001 20:18)

Die weltweit führenden Handy-Hersteller müssen
mit einer sehr gespaltenen Kundschaft leben.

Von Justus Demmer

Hannover (dpa) - Die weltweit führenden Handy-Hersteller müssen
mit einer sehr gespaltenen Kundschaft leben. «Es wird zwei Arten von
Handy-Nutzern geben: »Zeit-Totschläger» und »Zeitsparer»», sagt der
Ericsson-Spitzenmanager Torbjörn Nilsson.

Dieser Einsicht scheint sich keiner der großen Hersteller auf der
Computermesse CeBIT in Hannover zu verschließen: An ihren Ständen
stehen digitale Muskelpakete mit E-Mailfunktionen, Internetzugang und
Farbbildschirmen neben Anwendungen, denen die Aufforderung «Spiele
mit mir» deutlicher anzusehen ist als «Telefoniere mit mir».

Ericsson beispielsweise zeigt eine Aufsteckkamera für das Handy,
eine Idee, die Gameboy-Benutzern bekannt vorkommen dürfte - dort
gehört ein Mini-Fotoapparat zu den beliebtesten Zusatzgeräten. Nokia
protzt mit 169 verschiedenen Gehäusefarben und animierten
Bildschirmschonern. Motorola bietet für die «Mikro-Langeweile» eine
Handy-Version von «Wer wird Millionär».

Andererseits weisen die Flaggschiffe aller Hersteller schon in die
Zukunft der Mobiltelefonie. «3G» heißt die Zauberformel der Branche,
die «3. Generation» der Funknetze im UMTS-Standard. Mobiles Internet
und mobiler Handel sind die Schlagwörter, um die sich die Hoffnungen
der Hersteller ranken. Schon 2003, so schätzt man bei Ericsson,
werden mehr Menschen mobil ins Internet gehen als über den
herkömmlichen Leitungsweg. Fast scheint es, als sei auf dem Weg
dorthin nur noch die Frage der Marktführerschaft ungeklärt.

Dabei haben die Handyproduzenten Grund zur Sorge: Die schwache US-
Konjunktur drückt den Absatz. Gewinnwarnungen und Entlassungen in den
Unternehmen waren die Folge. Und vor «G3» steht «G2,5» - der
ebenfalls schnelle, aber durch den Milliardenpoker um die UMTS-
Lizenzen in den Hintergrund gedrängte GPRS-Standard (General Packet
Radio Service). Während die Handy-Hersteller übereinstimmend
schätzen, dass UMTS schon im Jahr 2003 den Massenmarkt erreichen
wird, sehen bei einer Expertenumfrage der Zeitschrift «connect» mehr
als die Hälfte der Befragten 2006 als realistisches Datum an.

So versucht auf der CeBIT beispielsweise Motorola ausdrücklich,
die Vorteile von GPRS wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu
rücken. «Das ist eine Revolution für die mobile Kommunikation», sagt
Vizepräsident Mike Zafirovski. Als einziger Hersteller können die
Amerikaner gleich fünf GPRS-Geräte anbieten - mit dem ersten waren
sie schon 2000 auf der CeBIT. Die Netzbetreiber tun das Ihre, um
Werbung für «G2,5» zu machen: E-Plus will Ende des Jahres «i- Mode»
aus der japanischen Internetwelt nach Deutschland bringen. Der über
GPRS erreichbare virtuelle Marktplatz bietet Handy-Nutzern eine
Vielzahl von Möglichkeiten vom Bankgeschäft bis zum Online-Spiel.

Ob die bisherigen Angebote aber ausreichen, sowohl die «Zeit-
Totschläger» als auch die «Zeitsparer» zu Investitionen in Hardware,
sprich neue Handys zu bewegen, ist unklar. Erschwerend kommt hinzu,
dass die Netzbetreiber ihre Subventionen für Mobiltelefone reduzieren
wollen, die Preise für den Endverbraucher also steigen. Aber Bange
machen gilt nicht, lautet die auch von Motorola-Chef Robert L.
Growney verbreitete Botschaft an den Ständen der CeBIT: «Die
Industrie steht an einem Scheideweg. Aber die Menschen haben das
Bedürfnis, zu kommunizieren.»

(06.04.2001 15:11)

Das Bangen um die Love Parade geht weiter. Die Veranstalter des weltweit größten Techno-Spektakels prüfen derzeit, ob sie gegen das Verbot vor Gericht ziehen. Berlin (dpa) - Das Bangen um die Love Parade geht weiter. Die Veranstalter des weltweit größten Techno-Spektakels prüfen derzeit, ob sie gegen das Verbot vor Gericht ziehen. Mehrere andere Großstädte und das Ruhrgebiet zeigten derweil Interesse an der Ausrichtung des Spektakels.
Berlins Innensenator Eckart Werthebach (CDU) hatte die für den 14. Juli geplante Love Parade auf ihrer traditionellen Strecke durch den Berliner Tiergarten verboten, weil eine Bürgerinitiative einen Monat früher eine Gegen-Demonstration am selben Ort angemeldet hatte.
Berlins Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) forderte im Berliner «Tagesspiegel», die Parade müsse zwingend am angestammten Termin stattfinden. «Verzichten wir auf eine Vorbereitung der Techno- Party, kommen die Leute trotzdem angereist und organisieren ihre Love Parade spontan. Ich mag mir gar nicht ausmalen, was im Tiergarten los ist, wenn 500 000 Raver aus aller Welt unorganisiert feiern.»
Die Zeitung «Die Welt» berichtete unter Berufung auf den Anwalt der Love-Parade-Veranstalter, jetzt werde die Justiz eingeschaltet, um das Verbot zu kippen. Love-Parade-Sprecher Enric Nitzsche sagte dazu jedoch der dpa, dies sei noch nicht entschieden.
Streit könnte es auch in den kommenden Jahren geben: Nach einem Bericht der Berliner Zeitung «Kurier» wollen die Behörden die Love Parade von 2002 an nicht mehr als politische Demonstration erlauben. Bereits in den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Diskussionen gegeben, ob die Parade vom Grundrecht auf Versammlungsfreiheit geschützt sei.
Interesse an der Parade wurde unter anderem in Hannover, Düsseldorf, Frankfurt und Leipzig geäußert. Nach einem Bericht der in Essen erscheinenden «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» (Freitag) bewirbt sich auch das Ruhrgebiet um die Love Parade. Das Ruhrgebiet sei ein idealer Ort für die größte Techno-Party der Welt, sagte Gerd Willamowski, Chef des Kommunalverbands Ruhrgebiet (KVR). Der KVR sähe es am liebsten, wenn sich mehrere Städte gemeinsam bewerben würden. Dabei denkt er an Essen, Gelsenkirchen und Bochum.

(06.04.2001 15:18)

Immer weniger Schüler im Osten Deutschlands lernen Russisch. Leipzig (dpa) - Immer weniger Schüler im Osten Deutschlands lernen Russisch. Statt der zu DDR-Zeiten obligatorischen Sprache bevorzugen die meisten Englisch, Französisch oder Italienisch, weil sie sich davon beruflich bessere Perspektiven versprechen. An der meist schwachen Motivation zum Russischlernen hat auch die bevorstehende EU-Osterweiterung kaum etwas geändert. Das ergab eine dpa-Umfrage bei ostdeutschen Kultusministerien und Schulämtern.
Nach der Wende 1989/90 brach die Zahl der Schüler, die Russisch lernten, stark ein. So verringerte sich in Berlin die Beteiligung am Russisch-Unterricht nach Senatsangaben in der Mittelstufe von 1991 bis 1996 auf etwa ein Zehntel. Aber der Trend geht weiter bergab: Lernten beispielsweise in Sachsen im Schuljahr 1995/96 noch 35 500 Schüler Russisch, sind es im laufenden Schuljahr nur noch 21 000. Einen Grund sieht Steffen Große, Pressesprecher des sächsischen Kultusministeriums in Dresden, in der Englisch-dominierten Umgebung der Schüler, so bei Filmen und Musik. «Wir würden es lieber sehen, wenn wieder mehr Schüler Russisch lernen», meinte er.
Die meisten ostdeutschen Gymnasiasten ziehen dem zu DDR-Zeiten meist ungeliebten Fach Russisch die Sprachen Englisch und Französisch vor. Als zweite Fremdsprache hat Russisch etwa die Wertigkeit von Französisch oder Latein, so in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Thüringen und Brandenburg.

Samstag, 16 April 2011 16:06

Der Herr der Ringe als Internet-Phänomen

(06.04.2001 15:32)

Hollywood macht das World Wide Web immer mehr zum weltweiten Werbemedium in eigener Sache. Zur Zeit findet eine Kampagne statt, die alles in den Schatten stellt, was Von Tilman Streif
Los Angeles (dpa) - Hollywood macht das World Wide Web immer mehr zum weltweiten Werbemedium in eigener Sache. Zur Zeit findet eine Kampagne statt, die alles in den Schatten stellt, was es bisher an Online-Reklame für ein Kinoereignis gab. «Der Herr der Ringe» kommt im Dezember auf die Leinwand, als Weihnachtsgeschenk für Millionen von Fans des Fantasy-Epos aus der Feder von J.R.R. Tolkien.
Und schon jetzt betreibt das amerikanische Studio New Line Cinema für alle Hobbit-Freunde eine überaus populäre Website. Unter der Adresse www.lordoftherings.net luden sich im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Websurfer innerhalb von 24 Stunden den ersten offiziellen Werbetrailer für den Film herunter. Damit wurde der Tagesrekord von einer Million gebrochen, den der Online-Trailer für die «Star Wars»-Episode I aufgestellt hatte. «Vom dem Moment an, als wir das Filmprojekt starteten, bin ich online gewesen und habe mit den Fans Informationen ausgetauscht», sagt der stolze Vater der New Line Cinema-Website, Gordon Paddison.
Paddison leitet in seinem Studio das «interaktive Marketing» und hat damit einen Posten, den es vor zwei Jahren in Hollywood noch gar nicht gab. Inzwischen aber hat die Filmmetropole erkannt, wie wichtig das Internet ist, wenn es darum geht, mit überaus preiswerten Methoden Millionen von potenziellen Filmzuschauern anzulocken. Die offizielle Website von New Line Cinema ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Gefördert oder zumindest geduldet wird auch die Explosion der inoffiziellen Internet-Gerüchteküche.
Hunderte von Internet-Seiten rund um die Welt verbreiten mehr oder weniger zutreffende Details über die im vergangenen Dezember in Neuseeland abgeschlossenen Dreharbeiten zur Kino-Trilogie «Der Herr der Ringe». Amerikanische Sites wie www.tolkienmovies.com oder www.theonering.net berufen sich auf Insiderinformationen und berichten seit Monaten unter Berufung auf ihre obskuren Quellen vor allem über die Filmlandschaften, die Darsteller und ihre Kostüme all dies sind Informationen, die New Line Cinema nicht offiziell verbreitet, aber auch nicht dementiert.
Solche Werbung ist schließlich unbezahlbar, gibt Gordon Paddison ganz offen zu. Die Gerüchte, die von den amerikanischen Sites publiziert werden, verbreiten sich dann in rasender Geschwindigkeit rund um den Erdball. Auch deutschsprachige Adressen wie www.herr-der- ringe-film.de oder www.tolkiens-welt.de gehören zu diesem weltweiten Verbund der Tolkien-Fansites.
Die Gerüchte-Lawine, die sich immer schneller und immer breiter im Internet ausbreitet, wird in Hollywood vor allem dann losgetreten, wenn es darum geht, Filme mit Fantasy-, Science Fiction- oder Horrorthemen bekannt zu machen. Gerade diese Streifen sind schließlich bei der Bevölkerungsgruppe beliebt, die traditionell die große Mehrheit der Websurfer stellt: Junge Männer mit Interesse an Technik.
Als Meisterstück einer Internet-Werbekampagne gilt in der Filmbranche immer noch die Arbeit des Verleihs Artisan Films, der 1999 den Horrorstreifen «The Blair Witch Project» zum Überraschungshit des Kinosommers machte. Artisan startete mit einer geschickt gestalteten eigenen Website, die gezielt den wahren Hintergrund des Spielfilms verschleierte und ihn als grausigen Dokumentarstreifen darstellte. Dutzende von Fan-Websites beteiligten sich als unbezahlte Mithelfer an der Reklamekampagne.

Auf einen ähnlichen Effekt hoffen nun auch andere Hollywood- Studios. Fox etwa tritt mit www.planetoftheapes.com an, um für das Remake des Science Fiction-Klassikers rund um den Affenplaneten zu werben. Der offizielle Trailer zu diesem Streifen kam erst mit Verspätung in die Kinos - zwei Tage, nachdem er bereits online präsentiert worden war.
Und George Lucas eigene Firma Lucasfilm versucht gezielt, im Internet die Aufregung um einen Film zu steigern, der erst im kommenden Jahr ins Kino kommt. Unter www.starwars.com gibt es schon jetzt Hintergrundinformationen zur Episode II der «Star Wars»-Saga.

(URL: Web-Site Studio New Line Cinema:
http://www.lordoftherings.net;
Infos über die Filmlandschaft: http://www.tolkienmovies.com,
http://www.theonering.net;
deutschsprachige Adressen:
http://www.herr-der-ringe-film.de, http://www.tolkiens-welt.de;
Web-Site von Fox zum «Planet der Affen»:
http://www.planetoftheapes.com;
Seiten der Firma Lucasfilm zu «Star Wars»:
http://www.starwars.com)

Samstag, 16 April 2011 16:06

Neue Perspektiven für Napster

(06.04.2001 16:06)

Drei der fünf größten Musikfirmen haben sich zur Online-Plattform MusicNet zusammengeschlossen. Neben Warner Music, Bertelsmann Music Group (BMG) un New York/Gütersloh (dpa) - Drei der fünf größten Musikfirmen haben sich zur Online-Plattform MusicNet zusammengeschlossen. Neben Warner Music, Bertelsmann Music Group (BMG) und EMI ist auch RealNetworks mit seiner digitalen Rechte-Technologie Partner in der neuen Allianz, die am Montag bekannt gegeben wurde. Künftig kann der Kunde gleich von mehreren Anbietern der Allianz Musik online herunter laden.
Die drei Musikkonzerne werden ihre Rechte nicht-exklusiv an MusicNet übertragen, die ihrerseits Lizenzen vergeben wird. Unter den ersten Kunden des neuen Rechtehändlers ist die umstrittene Musiktauschbörse Napster. Sie steht derzeit wegen der Verletzung der Urheberrechte vor Gericht.
Die Bertelsmann AG (Gütersloh) ist Partner von Napster und will in den nächsten Monaten eine legale Version der Tauschplattform mit Abonnementgebühren etablieren. Napster ist das am schnellsten wachsende Online-Angebot mit rund 60 Millionen Kunden weltweit. Mit der offiziellen Lizenzierung durch MusicNet ist Bertelsmann auf dem Weg der Napster-Legalisierung ein gutes Stück vorangekommen.
Im Zusammenhang mit der neuen Musikallianz MusicNet gaben die Partner bekannt, dass auch America Online (AOL) - mit 27 Millionen Mitgliedern weltweit der größte Online-Dienst - und auch RealNetworks jeweils eigene digitale Musikangebote etablieren werden.
Die neue Allianz ist auch eine Reaktion auf die Partnerschaft der beiden weiteren großen Musikfirmen Universal Music (gehört zu Vivendi-Universal) und Sony Music. Sie hatten im Februar dieses Jahres angekündigt, ihr Repertoire in einer eigenen Tauschbörse vertreiben zu wollen. Das neue Projekt mit dem Namen «Duet» soll ab Sommer Musiktitel beider Unternehmen exklusiv anbieten. Universal Music und Sony Music wurden von der neuen Allianz eingeladen, sich an MusicNet durch Lizenzvergabe ihres Repertoires zu beteiligen.

(06.04.2001 16:09)

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat für jeden Schüler einen Laptop gefordert. Die Industrie müsse sich deutlich stärker für die Ausrüstung von Schulen mit günstigen Computern engagieren, sagte Bulmahn am Mittwoch in Paris. Die Nutzung der neuen Medien als integraler Bestandteil des Unterrichte Paris (dpa) - Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) hat für jeden Schüler einen Laptop gefordert. Die Industrie müsse sich deutlich stärker für die Ausrüstung von Schulen mit günstigen Computern engagieren, sagte Bulmahn am Mittwoch in Paris. Die Nutzung der neuen Medien als integraler Bestandteil des Unterrichtes sei sonst nicht möglich, In Paris ging eine dreitägige Konferenz der Bildungsminister aus den OECD-Staaten unter Bulmahns Leitung zu Ende.
Derzeit seien 90 Prozent aller deutschen Schulen ans Internet angeschlossen, sagte die Ministerin. Damit liege die Bundesrepublik «im oberen Drittel» der 30 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD). In drei Monaten werde jede Schule in Deutschland den Schülern einen Zugang zum weltweiten Netz bieten. Der frühe Umgang mit Computern könne die drohende «digitale Spaltung» verhindern zwischen denjenigen, die Zugang zum Internet haben und anderen.

(23.02.2001 18:11)

Hannover (dpa) - Im Streit der Länder um die bundesweite Abwerbung von Lehrern in Mangelfächern hat Hessen am Donnerstag auf der Kultusministerkonferenz in Hannover einen Rückzieher gemacht. Die Länder verständigten sich auf «Spielregeln» beim Werben um die knapper werdenden Nachwuchspädagogen. Danach will man sich künftig nicht mehr Lehrer während eines laufenden Unterrichtsjahres gegenseitig abwerben.
Hessen hatte Ende vergangenen Jahres den Groll der anderen 15 Bundesländer auf sich gezogen, weil es in großen Zeitungsanzeigen auch in anderen Bundesländern um Lehrer für die Mangelfächer an Berufsschulen, auch für Informatik und Mathematik, geworben hatte.
Die Kultusminister verständigten sich bei ihrem Treffen auf eine große Werbekampagne, um den wachsenden Lehrerbedarf in allen Ländern in den nächsten Jahren sicherzustellen. So soll auch eine Imagekampagne gestartet werden, um für ein positives Lehrerbild in der Öffentlichkeit zu werben. Abiturienten sollen animiert werden, sich für die zukunftsträchtigen Lehramtsstudien zu entscheiden. Zudem wurde ein Nachqualifizierungsprogramm von Lehrern im Schuldienst beschlossen.

(23.02.2001 18:11)

Berlin (dpa) - Die Hochschulrektoren wollen zwischen 25 und 40 Prozent aller Studienanfängerplätze im Massenfach Jura streichen. Um die Qualität der Ausbildung zu erhöhen, sollten die Teilnehmerzahlen in Seminaren und Vorlesungen drastisch beschränkt und ergänzende Kleingruppen mit maximal 25 Teilnehmern eingeführt werden. In Jura nehmen jedes Jahr 16 000 bis 17 000 Anfänger ein Studium auf. Etwa 65 Prozent davon machen auch den Abschluss.
Die Universitäten seien «der denkbar ungeeigneste Ort, junge Leute, die für ein Studium nicht geeignet sind, von der Straße fern zu halten», sagte der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Klaus Landfried, am Mittwoch vor der Presse in Berlin. Der Deutsche Juristen-Fakultätentag unterstützt den Beschluss der Rektoren. Die Juristenausbildung ist auch Thema der Kultusministerkonferenz an diesem Donnerstag und Freitag in Hannover.

(23.02.2001 18:11)

München (dpa) - Um die Einstellung österreichischer Pädagogen zur Vermeidung eines Lehrermangels in Bayern ist Streit ausgebrochen. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) bezeichnete die Pläne als «Lehrer-Leasing» und forderte am Mittwoch in München die Einstellung arbeitsloser deutscher Pädagogen. «Es ist nicht nachvollziehbar, Lehrer aus dem Ausland auszuwerben, während in Bayern rund 300 arbeitslose Lehrer auf der Warteliste stehen», sagte BLLV-Präsident Albin Dannhäuser.
Bayern will mit 100 bis 200 Lehrern aus Österreich den ab 2002 drohenden Lehrermangel in dem Bundesland vermeiden. Eine entsprechende grenzüberschreitende Kooperation hatten Landes- Kultusministerin Monika Hohlmeier (CSU) und ihre österreichische Kollegin Elisabeth Gehrer vereinbart. Bereits von diesem Herbst an können demnach die ersten Lehrer aus der Alpenrepublik an bayerischen Hauptschulen unterrichten.

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