Samstag, 16 April 2011 15:30

Internet-Cafés an Bremer Schulen

(14.12.2000 19:01)

Bremen (dpa) - Neue Wege der Zusammenarbeit erproben seit Montag die Deutsche Telekom AG und Bremer Schulen. Als bundesweit einmaliges Kooperationsprojekt gehen in dieser Woche erste Internet-Cafes («Web.Punkte») in Betrieb, teilte die Bremer Senatspressestelle mit.
Die von der Telekom ausgestatteten Computerräume werden vormittags schulintern genutzt. Am Nachmittag können auch externe Besucher und Institutionen mit Anleitung durch das weltweite Netz surfen.
Speziell ausgebildete Schülerinnen und Schüler, so genannte Scouts, übernehmen die Einweisung in die Benutzung des Internets und helfen bei der Suche nach Reise- oder Stellenangeboten. Daneben bieten sie Unterstützung bei Verwaltungsdienstleistungen im Internet oder bei der Einrichtung von E-mail-Adressen.
In diesem und im kommenden Jahr werden nach den Angaben in Bremen und Bremerhaven bis zu 30 «Web.Punkte» eingerichtet, für die die Partner rund vier Millionen Mark aufwenden wollen. Die «Web.Punkte» sind mit bis zu 15 Computern ausgerüstet.
Inzwischen sind auch alle Schulen in Bremen und Bremerhaven an das Internet angeschlossen, schrieb Bildungssenator Willi Lemke (SPD) vom ersten Bremer «Web.Punkt» per E-mail an Bundeskanzler Gerhard Schröder. Die Zahl der Rechner an Schulen in der Stadt Bremen sei von gut 4 000 im Januar auf rund 6 000 gesteigert worden.

(14.12.2000 19:01)

Vorsicht vor elektronischen Glückwünschen in der Weihnachtszeit: Vor dem ungewollten Empfang von Computerviren per E-Mail hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gewarnt. Bonn (dpa) - Vorsicht vor elektronischen Glückwünschen in der Weihnachtszeit: Vor dem ungewollten Empfang von Computerviren per E-Mail hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gewarnt.
Immer häufiger werden Glückwunschkarten und Neujahrsgrüße per Internet als Anhang von E-Mails verschickt, teilte das BSI am Dienstag in Bonn mit. Bei diesen elektronischen Glückwünschen könnten häufig Animationen gestartet werden, die Viren und so genannte «Trojanische Pferde» enthalten können.
Ist die Datei einmal geöffnet, könnten diese Viren die Daten auf dem Computer verändern oder vernichten, teilte das BSI mit. Trojanische Pferde könnten Hackern als unerlaubter Zugang zum Rechner dienen. Außerdem bestehe die Gefahr, dass sich die Viren über die Adressbücher von E-Mail-Programmen wie Microsoft Outlook automatisch verteilen. Auf diese Art und Weise hatte im Mai der Virus «I Love you» erheblichen Schaden angerichtet.
Das BSI warnt daher vor dem Öffnen von E-Mails unbekannter Absender. Vorsicht sei besonders bei angehängten Dateien mit den Endungen «.vbs»,. «com», «.exe» und «.bat» geboten. Gefährlich kann auch der Eingang mehrerer E-Mails mit gleichlautender Betreff-Zeile sein. Das BSI empfiehlt den Einsatz aktueller Viren-Schutzprogramme.

(14.12.2000 19:01)

Hannover (gms) - Ein Großteil der Studienanfänger folgt noch immer dem Bildungsweg der Eltern. Zwischen 53 und 65 Prozent der Eltern von Studienanfängern in den Bereichen Medizin, Rechtswissenschaften, Kunst und Kunstwissenschaften haben ein Universitätsstudium absolviert. Das berichtet der von den Universitäten Bayreuth, Bochum und Clausthal betriebene Informationsdienst Wissenschaft (idw) unter Berufung auf eine aktuelle Befragung des Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover.
Hingegen kommen Studenten im Bereich der Ingenieur-, Agrar- und Ernährungswissenschaften sowie der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wesentlich seltener aus Elternhäusern mit akademischer Bildungstradition. Laut HIS setzen sich im Wettbewerb um höhere Ausbildung aber weiterhin Kinder aus Elternhäusern durch, in denen sich hohe Bildung sowie finanzielle und kulturelle Möglichkeiten bündeln. Kinder aus Arbeiterfamilien seien an den Hochschulen unterrepräsentiert, während Kinder aus Familien von Beamten, Selbstständigen, Freiberuflern und Angestellten überdurchschnittlich oft an eine Universität gingen.

(14.12.2000 19:01)

Bonn (gms) - Beste Chancen auf dem Arbeitsmarkt räumt die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) in Bonn Diplom-Kaufleuten und Physikern ein. Besonders gesucht würden Wirtschaftswissenschaftler etwa im Kreditgewerbe und der Beratung, teilt die ZAV in ihren aktuellen Arbeitsmarkt-Informationen mit. Großer Bedarf besteht demnach auch in den Branchen Elektrotechnik und Elektronik sowie Telekommunikation, wo Wirtschaftswissenschaftler vor allem im Finanz- und Rechnungswesen tätig sind.
Der Vorteil für Wirtschaftswissenschaftler sei, dass sie ihr Fachwissen mit vielen anderen Disziplinen verbinden können, etwa Marketing, Logistik oder einer Banklehre. Leicht rückläufige Absolventenzahlen und die günstige Konjunktur erhöhen laut ZAV auch die Karrierechancen für Studienabgänger ohne Berufserfahrung.
Physiker profitieren derzeit vom schnellen Wachstum in der Elektroindustrie und in der Datenverarbeitung. Durch ihre umfassende Ausbildung können Physiker hier den Mangel an Informatikern und jungen Ingenieuren ausgleichen, heißt es bei der ZAV. Zusätzliche Kenntnisse in Informatik, Elektrotechnik oder Medizin erhöhten die Erfolgsaussichten noch.
Informationen: Interessierte können zum Thema kostenlose Broschüren bestellen bei der ZAV, Arbeitsmarktinformationsstelle, 53107 Bonn, Stichwort Physiker oder Wirtschaftswissenschaftler (Tel.: 0228/713 12 92, Fax: 0228/713 14 12, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

(22.12.2000 14:23)

Düsseldorf/Hamburg (gms) - Jeder hat eine Vorstellung davon, wie Filme für Fernsehen und Kino gedreht werden. Wie aber das Equipment an den Drehort gelangt und woher alle Mitwirkenden wissen, wann sie welche Aufgabe erfüllen sollen, ist weniger bekannt. Diese Arbeiten hinter den Kulissen erledigt der Aufnahmeleiter. «Der Aufnahmeleiter trägt die Verantwortung für die Organisation einer Produktion am Set», erklärt Monika Praefke von der Abteilung Nord des Bundesverbands Produktion, der berufsständischen Vertretung von Film- und TV-Produktionsberufen, in Lübeck.
«Er besorgt alles von der Kaffeemaschine bis zu den Drehplänen für die Schauspieler.» Um die Abwicklung vor Ort zu gewährleisten, liest der Aufnahmeleiter das Skript, holt Drehgenehmigungen ein und kümmert sich um Hotelbuchungen und Verpflegung am Set. Und er muss ein Auge auf das Budget haben: Bei einer größeren Produktion kostet ein Drehtag etwa 20 000 Mark. Damit die kalkulierten Ausgaben nicht überschritten werden, muss der Aufnahmeleiter auch wirtschaften können. Eine staatliche Ausbildung für den Beruf gibt es nicht. Einige Produktionsfirmen bilden aber Nachwuchs aus.
Creatv in Hürth bei Köln etwa bietet ein zwölfmonatiges Volontariat an, in dem die Auszubildenden bei Talkshows und Fernsehfilmen eingesetzt werden. «Das Volontariat ist eine duale Ausbildung: Die angehenden Aufnahmeleiter sammeln praktische Erfahrung im Fernsehstudio und am Filmset. Grundwissen über Ton, Licht, Kamera und Regie werden an einer Medienschule vermittelt», sagt Sabine Worgitzki, Pressesprecherin bei creatv.
Bewerber sollen mindestens 20 Jahre alt sein, Abitur und Führerschein Klasse 3 haben. Eine kaufmännische Ausbildung und Praktika im Medienbereich sind erwünscht, aber keine Voraussetzung, so Worgitzki weiter. Für das zweijährige Volontariat bei der Arbeitsgemeinschaft zur Nachwuchsförderung für Film und Fernsehen sind Kenntnisse in Rechnungswesen und Buchhaltung hingegen eine Aufnahmebedingung. Die Arbeitsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss von öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und kommerziellen Fernsehbetrieben wie etwa Spiegel TV.
Die Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft liegt seit ihrer Gründung 1960 beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Hamburg, wo jedes Jahr im Januar 36 Volontäre ihre Aufnahmeleiter-Ausbildung antreten - so etwa Christine Neuhalfen, die unter rund 200 Bewerbern einen der begehrten Plätze bekam. Neuhalfen hat die Hälfte ihrer Ausbildung hinter sich und absolviert zurzeit den zweiten von drei Praxisblöcken. Hier lernen die Volontäre mehrere Sender und verschiedene Fernsehformate kennen. Darüber hinaus beinhaltet die Ausbildung zwei Seminareinheiten: Referenten aus der Berufspraxis unterrichten die angehenden Aufnahmeleiter über rechtliche Grundlagen, Technik, Kamera und Schnitt.
Planspiele sollen helfen, die aufwendige Organisation am Set zu üben. Für die Zeit nach der Ausbildung hat Neuhalfen noch keine festen Pläne: «Ich bin für alle Bereiche offen. Ob aktuelle Sendungen oder Film: Alles hat mir viel Spaß gemacht», sagt die Volontärin. Weil die Arbeitsgemeinschaft nach Bedarf ausbildet, ist der Berufseinstieg für Volontariatsabsolventen nicht schwer. Die meisten arbeiten nach ihrer Ausbildung für öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten.
Manche wählen aber auch eine Anstellung bei kommerziellen Fernsehsendern oder die Projektarbeit als Freier - so wie Markus Hoock aus Düsseldorf, der seit sieben Jahren als Aufnahmeleiter bei Fernseh-, Kino- und Werbeproduktionen beschäftigt ist. Nach einer Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann kam er während seines BWL-Studiums zu seinem jetzigen Beruf. «Ich bin da so reingeschlittert», sagt Hoock: Ein Aushilfsjob am Filmset habe ihm gezeigt, dass ein Produktionsberuf für ihn das Richtige ist. Deshalb brach er sein Studium ab, zog nach Berlin und wirkte bei verschiedenen Kurzfilmen mit.
«So konnte ich Kontakte knüpfen und mich dann von einem Projekt zum nächsten hangeln», erklärt der 33-Jährige. Bald kamen die ersten bezahlten Aufträge als Assistent der Aufnahmeleitung, bevor er genug Erfahrung gesammelt hatte, um selbst Produktionen abzuwickeln. Heute koordiniert er an Drehtagen ein gesamtes Filmteam. Dennoch wird seine Arbeit von den meisten am Set nicht bemerkt: «Ich trete ja erst in Erscheinung, wenn etwas schief geht», sagt Hoock.
Als Hauptverantwortlicher am Drehort muss er zum Beispiel Terminänderungen, Erkrankungen und technische Defekte in die Planung einbeziehen: «Das ist wie Schach. Ich spiele den Ablauf im Kopf durch und setze Sicherungsanker», so Hoock. Deshalb müssen Aufnahmeleiter ihm zufolge strategisch denken können und ein hohes Verantwortungsbewusstsein haben. Weiterhin gehört für ihn zum Beruf, unter großem Zeitdruck die Nerven zu behalten. Wenn gedreht wird, muss er außerdem lange Arbeitszeiten in Kauf nehmen: «Am Set komme ich morgens als Erster und gehe abends als Letzter», erzählt Hoock.
Informationen bietet die Internetseite des KoordinationsCentrums für Ausbildung in Medienberufen (aim) in Köln unter http://www.aim-mia.de. Ein Porträt der Arbeitsgemeinschaft zur Nachwuchsförderung für Film und Fernsehen sowie Bewerbungsfristen und Zugangsvoraussetzungen finden sich in der Service-Rubrik der Homepage des Norddeutschen Rundfunks (NDR) unter http://www.ndr.de/Ausbildung/Arbeitsgemeinschaft.

(22.12.2000 14:23)

Hamburg (dpa) - Nachrichten im Internet müssen nach Ansicht von Experten sorgfältiger geprüft werden als Meldungen klassischer Medien wie Zeitungen. «Medien, die sich im Internet präsentieren, prüfen ihre Quellen teilweise weniger genau», sagte der Kommunikationswissenschaftler Gernot Wersig in einem dpa-Gespräch.
In den vergangenen Tagen hatten im Internet verbreitete falsche Gerüchte vom angeblichen Tod des amerikanischen Rappers Eminem beim Musiksender MTV und mehreren Radiostationen für Aufsehen und Anrufe trauernder Fans gesorgt.
Neben Gerüchten um die Schicksale Prominenter würden vor allem Falschmeldungen über Unternehmen platziert, die die Entwicklungen der Aktienkurse an der Börse zum Teil erheblich beeinflussten, sagte der Professor der Freien Universität Berlin. Gewiefte Hacker können beispielsweise die Internet-Seiten des amerikanischen Nachrichtensenders CNN oder des Musiksenders MTV kopieren und so frei erfundene Meldungen mit dem entsprechenden Logo per E-Mail verschicken. Auf diese Weise ist laut MTV auch die Falschmeldung vom Tod Eminems entstanden.
«Bisher ist das Internet für die klassischen Medien lediglich ein Test-Bereich in einer großen Experimentierphase», sagte Wersig. Die Standards für Qualität müssten erst noch genau definiert werden. «Wir wissen noch nicht, was Qualität in diesem Bereich eigentlich heißt.» Etwas Neues müsse man eben erst erkunden.
Problematisch ist nach Ansicht des Wissenschaftlers, dass Medien im Internet unter einem enormen Zeitdruck stehen, um aktuell zu sein. «Deswegen schreiben weniger seriöse Medien auch eher schnell mal voneinander ab, ohne die Quelle genau zu prüfen. Damit stellten sich manche Journalisten die Fallen der Glaubwürdigkeit selbst. Eine größere ethische Diskussion steht nach Worten von Wersig erst noch bevor.

(22.12.2000 14:24)

Berlin (dpa) - Immer weniger ausländische Studenten wollen in Ostdeutschland studieren. Nach einer Umfrage des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) unter 149 deutschen Hochschulen verzeichneten 8,3 Prozent der Standorte im Osten einen Rückgang der Bewerberzahlen. «Wir haben da ein besonderes Problem», sagte DAAD-Generalsekretär Christian Bode am Freitag in Berlin. Fast ein Drittel der befragten Studenten empfand die Situation in den neuen Ländern und Berlin als bedrohlich. Ähnliche Rückmeldungen aus den alten Ländern gab es nicht. Die Probleme gebe es vor allem an jenen Orten, wo am wenigsten Ausländer lebten, teilte der DAAD mit.
Als eine «sichtbare» Aktion gegen ausländerfeindliche Tendenzen wurde ein ein Plakat vorgestellt. Darauf sind 64 Porträts ausländischer DAAD-Preisträger abgebildet, die in diesem Jahr einen Preis für Studienleistungen und soziales Engagement an ihrer deutschen Gasthochschule erhalten haben. Diese vom Auswärtigen Amt finanzierten Auszeichnungen erhalten jährlich 150 Studierende. In Deutschland gibt es 175 000 ausländische Studenten.
Erfolg und Qualität deutscher Hochschulen hängen nach Auffassung des DAAD - der weltweit größten Organisation für den akademischen Austausch - zu einem wesentlichen Teil davon ab, wie attraktiv das Lehr- und Forschungsangebot für ausländische Studierende, Wissenschaftler und Künstler ist. In einer globalen Wissensgesellschaft seien Spitzenleistungen nur möglich, wenn die Besten weltweit kooperierten. Wichtig sei, dass ausländische Studierende gute Erinnerungen mit nach Hause nähmen. Dann könnten sie zu wichtigen Ansprechpartnern mit Deutschlandkompetenz und Sympathie für ihr einstiges Gastland werden.

Samstag, 16 April 2011 15:25

Konsolen begeistern auch Erwachsene

(24.11.2000 20:19)

Die Spielekonsolen der neuen Generation haben sich längst von einfachen Spielzeugen für Kinder zu multimedialen Unterhaltungsgeräten gewandelt. Mit wachsender Funktionalität wecken die Geräte immer mehr Begeisterung auch bei Erwachsenen. Hamburg (dpa) - Die Spielekonsolen der neuen Generation haben sich längst von einfachen Spielzeugen für Kinder zu multimedialen Unterhaltungsgeräten gewandelt. Mit wachsender Funktionalität wecken die Geräte immer mehr Begeisterung auch bei Erwachsenen.
Die Hersteller zelebrieren die Markteinführung ihrer neuen Geräte mit mitternächtlichen Partys und Events und stoßen auf ein zunehmend erwartungsvolles Publikum. Beim US-Verkaufsstart der «Playstation 2» in Los Angeles im Oktober umlagerten Videospiele-Fans bereits Stunden vorher die Läden. Nach der Weltpremiere in Tokio vergangenen März hatten rund 5 000 Menschen die Nacht trotz eisiger Kälte vor den Geschäften ausgeharrt, um zum Verkaufsstart des Kultobjekts möglichst die ersten zu sein.
Spielekonsolen wie die «Playstation 2» des japanischen Elektronikkonzerns Sony wollen die Begehrlichkeit vor allem auch der kaufkräftigeren Zielgruppe der über 20-Jährigen wecken. Internetanschluss, Videoempfang, leistungsfähige Grafikprozessoren oder integrierte Abspielgeräte des CD-Nachfolgers DVD sollen die ehemaligen Kinderspielzeuge zu vielfältig einsetzbaren Alleskönnern der elektronischen Unterhaltung machen.
Das wachsende Marktsegment ist von den großen japanischen Konzernen Sony, Sega und Nintendo heiß umkämpft. Immerhin werden weltweit inzwischen 20 Milliarden US-Dollar mit Konsolen und den entsprechenden Spielen umgesetzt. Beim Wettbewerb um Marktanteile geht es aber nicht nur um die besten Geräte, sondern auch um Zeit. Immer wieder mussten die Hersteller ihre angekündigten Verkaufsstarts wegen Lieferproblemen oder Verzögerungen in der Entwicklung verschieben. Nintendo kündigte unterdessen für Mitte nächsten Jahres ein neues Geräte namens «Gamecube» sowie den Nachfolger seines «Game Boy» mit Online-Funktion an. Erster im Markt war das Unternehmen Sega, das bereits vergangenes Jahr seine Konsole «Dreamcast» mit integriertem Modem und ebenfalls mit Internet-Zugang auf den Markt gebracht hat.
Noch führt Sony in Deutschland und Europa den Markt der leistungsfähigen Spielekonsolen mit einem Anteil von 67,5 Prozent an und lässt seine Konkurrenten (Sega 2,5 Prozent, Nintendo 30 Prozent) weit hinter sich. Doch ein Neuling in dieser Branche steht schon in den Startlöchern: Software-Gigant Microsoft will Ende nächsten Jahres die «X-Box» mit einer Light-Version des Windows-Betriebssystems auf den Markt bringen und sich damit einen Anteil am lukrativen Markt sichern. Das Unternehmen aus Redmond (US-Bundesstaat Washington) hat bereits zahlreiche namhafte Spiele-Entwickler für sich gewinnen können und will mit einem Grafikprozessor, der die dreifache Leistung herkömmlicher Chips erzielt, den etablierten Konzernen das Fürchten lehren.

(Ausbildung)

Stuttgart (dpa) - Wer Betriebswirtschaftslehre studiert, sollte anschließend wissen, wie man einen Betrieb bewirtschaftet. Wer aber sagt einem, wie man ein Unternehmen gründet? Auch dieses «vergessene Lehrfach» ist mittlerweile Gegenstand deutscher Hochschulen: Seit Ende der 90er Jahre sind gut zwanzig «Gründungslehrstühle» im Aufbau.
An der Universität Hohenheim kümmert sich seit diesem Semester Christoph Müller um studentische Unternehmerpersönlichkeiten. Mit der dunkelblauen Wachsjacke über anthrazitfarbenem Anzug fällt der 32- jährige Dozent zwischen seinen Studenten kaum auf. Als Inhaber eines Lehrstuhls für Entrepreneurship ist er überraschend jung. Seine erste Firma hat er im Vergleich mit manchen Jungunternehmern jedoch erst spät, nämlich im vergangenen Jahr, gegründet.
Nun will er den Studenten den Übergang von der Uni ins eigene Unternehmen erleichtern. Die Erfahrung steht dabei im Vordergrund: «Wir wollen keine Luftnummern», sagt Müller. Die Studenten sollen eigenständig Lösungen für konkrete Probleme entwickeln. Statt einer Seminararbeit erarbeiten sie eher eine Kundenwertanalyse für Porsche oder ein Controlling-System für ein Biotech-Unternehmen. «Nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch Führungskompetenz muss an der Uni gelernt werden», sagt Müller. Mittelfristig will er an dem Lehrstuhl auch studentische Existenzgründungen betreuen.
Das Wahlfach «Entrepreneurship» steht allen Fachrichtungen offen. Derzeit besuchen jedoch fast ausschließlich «Wiwis» - Studenten der Wirtschaftswissenschaften - die Veranstaltungen. «Wir müssen an den anderen Fakultäten noch mehr Werbung machen», sagt Müller. Seine Studenten sind begeistert. «Wir werden hier mit echten Unternehmen konfrontiert und machen wichtige Erfahrungen», sagt Mustafa Erdal, der demnächst ein internationales Unternehmen gründen will. Sein Kommilitone Joachim, der ein mittelständisches Familienunternehmen erben wird, stimmt ihm zu: «Zum Glück wird hier nicht nur Lehrbuchwissen vermittelt.»
Wie die meisten anderen Gründungsprofessoren verdankt sich auch der Hohenheimer Stiftungslehrstuhl einer Privatinitiative. Der Unternehmer Karl Schlecht, der das Putzmeister-Werk gründete und zur ersten Umsatzmilliarde führte, finanziert das Projekt in den kommenden zehn Jahren über seine Stiftung. Wenn es sich bewährt, wird anschließend das Land Baden-Württemberg einspringen.

(01.12.2000 16:09)

Göttingen (dpa) - Fast jedes dritte Schulkind in Deutschland zeigt nach Schätzung von Wissenschaftlern Verhaltensstörungen und hört kaum noch auf Eltern und Lehrer. «Kinder ohne emotionale Bindungen werden in einer selbst gebastelten, egoistischen Welt groß. Hier liegen auch die Wurzeln für Gewalt und Ausländerhass», sagte am Freitag Prof. Gerald Hüther zum Auftakt des Kongresses «Im Teufelskreis der Selbstbezogenheit - Kinder ohne Entwicklungschancen?» in Göttingen.
Viele Eltern wüssten nicht, dass eine Vernachlässigung in den ersten Lebensjahren fatale Folgen für die Ausprägung des kindlichen Gehirns haben kann. «Das Gehirn entwickelt sich nicht an Routinen, sondern bei der Lösung von Problemen. Wird es nicht herausgefordert, werden bestimmte Vernetzungen für komplexes Denken und Handeln nicht ausgebildet», warnte der Neurobiologe und Kongresspräsident Hüther (Göttingen).
Die Auswirkungen mangelhafter Erziehung und das Fehlen kognitiver Fähigkeiten bekommt auch die Volkswirtschaft zu spüren. Nach einer amerikanischen Studie könnte das Bruttosozialprodukt weltweit drei Mal höher liegen, wenn die heutige Berufsgeneration bereits im Elternhaus «weiche Schlüsselqualifikationen» wie Kreativität, Menschenkenntnis und Kooperation gelernt hätte.
Die Tagung mit rund 900 Erziehungswissenschaftlern, Psychiatern und Medizinern über Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Liga für das Kind (Berlin) und gilt als erste fachübergreifende Veranstaltung dieser Art in Deutschland.

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