Früh am Montagmorgen des 15.09. sammelte sich die Klasse 10b, mit Koffern und Rucksäcken ausgestattet, an der Schule. Gegen halb sieben kam endlich unser Reisebus in Sicht. Nach einem kurzen Abstecher zu den Toiletten verabschiedeten wir uns von unseren Eltern, stiegen in den Bus ein und endlich ging die Reise in den Südenosten Englands los.
Die Stimmung im Bus war voller Vorfreude, es wurde Musik abgespielt und sich lautstark unterhalten. Wir hielten mehrfach an Raststätten, damit unser Busfahrer Jörg und auch wir Pausen machen konnten.
Aufgrund eines Sturmes hatte die Fähre von Dünkirchen nach Dover leider Verspätung, somit blieb noch ein bisschen Freizeit. Als Abendessen wurden auf der Fähre “Fish and Chips“ oder Pizza angeboten. Die Überfahrt fing gut an, doch nach der ersten halben Stunde begann die Fähre mehr und mehr zu wanken und aufgrund des starken Sturms auf dem Ärmelkanal verzögerte sich die Überfahrt. Statt den regulären zwei Stunden wurde es eine vierstündige Fahrt und da das Schiff konstant wankte, erlitten viele Schülerinnen, Schüler und auch Lehrkräfte Kopfschmerzen oder Übelkeit.

Als wir schließlich wieder festen Boden unter unseren Füßen hatten, war es bereits dunkel geworden und als wir endlich auf dem Campus der Universität Kent in Canterbury ankamen, suchten wir erschöpft und durchgefroren unsere Häuser.
Das Universitätsgelände von Canterbury ist in sogenannte „Courts“ eingeteilt, also Gruppen aus je mehreren Wohnhäusern. Wir waren im Purchase Court untergebracht, der jedoch so viele Häuser umfasst, dass wir uns auf der Suche nach den richtigen mehrfach verliefen. Kurz nach 24 Uhr waren die richtigen Häuser schließlich gefunden und wir machten uns müde auf den Weg zu unseren Zimmern.
Nach der abenteuerreichen Anreise mussten wir am Dienstag früh aufstehen, da bereits um 9 Uhr eine Stadtführung in Canterbury geplant war. Zuvor gab es jedoch ein typisches englisches Frühstück, bei dem Baked Beans, gebratene Champions und Erbsen, Würstchen, Speck und vegane Würste sowie Rührei, gegrillte Tomaten und Hash Browns zur Wahl standen. Zusätzlich gab es auch Müsli, Joghurt und unterschiedliche Getränke am Buffet.
Nach dem sättigenden und vor allem leckeren Frühstück ging es in 20 Minuten Fußweg nach Canterbury, wo uns der Stadtführer Terry bereits erwartete. Während der nächsten zwei Stunden führte er uns zu vielen historischen Gebäuden in der Altstadt und erzählte dabei interessante Fakten und Geschichten über die Stadt. So zum Beispiel die Ermordung von Thomas Becket, einem Erzbischof von Canterbury, der in der Kathedrale durch Schwerthiebe ums Leben kam. Die Kathedrale war leider nicht begehbar, da genau an diesem Tag die Abschlussfeier von den Absolventen der Universität dort stattfand. Dennoch gelang es Terry durch Fragen, Witze und eine anregende Erzählweise die zwei Stunden wie im Flug vergehen zu lassen. Anschließend konnten wir uns in Kleingruppen die vielen schönen Geschäfte, Cafés und Restaurants bei kühlem, aber sonnigen Wetter ansehen.



Um spätestens 17:30 Uhr sollten wir wieder auf dem Campus sein, um gemeinsam zum Abendessen zu gehen. Viele der Gruppen, die länger in der Stadt geblieben waren und ohne die Lehrer wieder zum Campus finden mussten, verliefen sich auf dem Weg zurück, der durch ein paar Hintergassen und Teile eines Waldes führte. Zum Glück schafften es dennoch alle pünktlich und unverletzt aufs Campusgelände zurück.
Den Rest des Abends verbrachten wir zusammen in den Häusern, wo wir spielten, redeten oder einfach nur die Zeit zusammen genossen. Um 22 Uhr war Bettruhe und alle zogen sich in die jeweiligen Häuser zurück. So endete der erste ereignisreiche Tag in England.
Am Mittwochmorgen nach dem Frühstück starteten wir um neun Uhr mit dem Bus nach London. Knapp zwei Stunden später kamen wir in Greenwich an, von wo aus es zu Fuß weiter zur Arena von O2 ging und dann mit der Tube ins Herz von London. An der Haltestelle Waterloo fing Herr Beuchel seine zweistündige Führung an: Erst durch die Jubilee Gardens, dann zum London Eye, weiter am Flussufer der Themse, wo es eine kurze Fotopause gab, über die Westminster Bridge, vorbei an den Houses of Parliament und dem Glockenturm des Big Ben. Von dort aus gingen wir durch den St. James‘ Park bis zum Buckingham Palace, weiter zum Trafalgar Square und anschließend durch das beschäftigte Soho bis zum Covent Garden. Dort verbrachten wir einige Zeit, bis wir zum Leicester Square aufbrachen und abschließend zum Piccadilly Circus gingen. Von dort aus konnten wir uns in Kleingruppen eigenständig in London umsehen und auch die kulinarische Vielfalt zum Mittagessen genießen.



Trotz der Stadtführung gab es noch viel zu sehen und zu tun: Einige Gruppen gingen in ein paar Museen, andere nutzen die Zeit zum Shoppen. Ab 16 Uhr wurden die sowieso schon geschäftigen Straßen Londons noch voller und wir mussten aufpassen, uns in dem Getümmel nicht zu verlieren. Nach dem Abendessen trafen wir unsere Lehrer am Leceister Square. Mittlerweile war es dunkel geworden und unter Herrn Beuchels Führung machten wir einen abendlichen Spaziergang am Ufer der Themse zurück zum Parkplatz, wo Jörg uns bereits erwartete. Angekommen in Canterbury fielen wir erschöpft, aber glücklich in unsere Betten.
Am Donnerstagmorgen ging es nach Brighton. Die kleine Stadt liegt an der Südküste Englands und auch hier gab Herr Beuchel uns eine kurze Tour der bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Wir liefen am Steinstrand vorbei zum Palace Pier, zum Royal Pavillon, und schließlich in Brightons Altstadt. Es war uns freigestellt, unsere restliche Zeit auf dem Palace Pier oder in Brighton selbst zu verbringen, doch alle entschieden sich, die Zeit in der Stadt zu nutzen.

In Brighton gibt es viele tolle Geschäfte, Cafés und Restaurants, die die Zeit schnell vergehen ließen. Früh am Nachmittag fuhren wir zurück nach Canterbury und durften den verbliebenen Nachmittag frei verbringen. Während manche erneut die Stadt oder die Gegend erkundeten, bevorzugten andere es, den letzten Nachmittag auf dem Campus zu verweilen. Nach dem Abendessen verbrachten viele die Zeit wieder zusammen, einige fingen jedoch auch bereits damit an, ihre Koffer zu packen.
Am Freitagmorgen wurde fertig gepackt, die Mülleimer geleert, die Zimmer gereinigt und gegen 10 Uhr verabschiedeten wir uns von Canterbury; die Heimfahrt begann. Im Bus herrschte wieder eine ausgelassene Stimmung, während wir durch Belgien und die Niederlande fuhren und bald die Grenze von Deutschland überquerten. Vier Stunden später kamen wir an der Schule an, wo uns unsere Eltern bereits erwarteten.
Die Zeit war sehr eindrucksvoll und die Klassenfahrt wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Vielen Dank an alle Beteiligten, besonders an unsere Lehrer und unseren Fahrer!

