Umlauf

Sprachentage: Russisch

22. Januar 2026

Kochen, filmen, sprechen, malen, lernen – vielfältig wurden die slawischen Kulturen bei den Sprachentagen Russisch am Goethe-Gymnasium am 29. und 30. Oktober gefeiert. 74 teilnehmende Schülerinnen und Schüler aus den Jahrgangsstufen 7-12 aus sieben Schulen in ganz Hessen kamen für die beiden Tage zusammen, um nicht nur die russische, sondern vor allem weitere slavische Sprachen kennenzulernen. Dabei wurde betont, dass auch die Sprache Russisch bei diesem Treffen in keinem Fall im Zusammenhang mit dem aktuellen Krieg stünde. „Die Schülerinnen und Schüler sollen sich nicht dafür schämen müssen, Russisch in der Schule zu lernen“, so Frau Beuchel, Russischlehrerin am Goethe-Gymnasium und Mit-Koordinatorin für die Sprachentage.

In der Auftaktveranstaltung gab es zunächst zwei musikalische Vorführungen von Schülern des Goethe-Gymnasiums. Und auch Herr Bollmann begrüßte alle Teilnehmenden in der Aula, bevor die Workshops begonnen, die von der Justus-Liebig-Universität in Gießen organisiert waren. Stefan Höhbusch, Vorsitzender des hessischen Russischlehrerverbands, erklärt, dass die Uni die einzige hessenweit sei, die noch Slawistik, also Sprach-, Kultur- und Literaturwissenschaft der slawischen Sprachen, anbiete. Höhbusch freue sich über die Unterstützung der Uni, ohne die die Sprachentage nicht realisierbar gewesen wären.

Das erste Angebot drehte sich rund um die slawische Küche. „Die Workshop-Leitenden der Uni haben Lebensmittel mitgebracht und mit den Schülerinnen und Schülern in der Küche gemeinsam gekocht“, erzählt Höhbusch. Die Teilnehmenden erinnern sich besonders positiv daran. „Mein Lieblingsworkshop war das Kochen. Vor allem die Blinys fand ich lecker“, berichtet eine der externen Schülerinnen über die russischen Pfannkuchen und erhält Nicken und Zustimmung von ihrer Arbeitsgruppe.
Eine beliebte russische Quizshow, die übersetzt „Was, wo, wann?“ heißt, wurde in einem weiteren Workshop nachgestellt. Drei Schülerinnen vom Goethe-Gymnasium erinnern sich am zweiten Tag lachend daran zurück. „Es war wirklich lustig und hat Spaß gemacht“, so eine der Zehntklässlerinnen.

Der dritte Workshop beschäftigte sich mit den Sprachen, ihrer Geschichte, Besonderheiten und auch den Zusammenhängen zwischen den verschiedenen slawischen Sprachen. Es gehe bei den Sprachentagen darum, den russischlernenden Schülerinnen und Schülern zu zeigen, welches Verständnis von anderen osteuropäischen Kulturen ihnen durch Russisch ermöglicht ist. „Natürlich gibt es Unterschiede“, so Stefan Höhbusch, „aber vor allem geht es um Gemeinsamkeiten, um verbindende Elemente zwischen den Ländern und darum, Russisch als einen Zugang zu anderen Sprachen zu benutzen” All das falle laut Höhbusch unter die Osteuropakompetenz, die man den Jugendlichen vermitteln wolle.

Um Sehenswürdigkeiten, Flaggen, Hautstädte und erste Worte der Landessprache ging es im Länderworkshop. Das Ergebnis wurde am zweiten Tag auf den Pinnwänden in der Aula ausgestellt: unter den gemalten Flaggen hingen die Namen der vielen Länder, mit denen die Teilnehmenden sich beschäftigten, geschrieben in der Landessprache.

Vor diesen Pinnwänden versammelten sich am zweiten Tag einige Teilnehmende, andere waren auf die weiteren Räume im Flur neben der Aula aufgeteilt. Aus vielen Gruppen war lautes Durcheinanderreden und Gekicher zu hören. Die Aufgabe am zweiten Tag bestand im Erstellen von Kurzfilmen zur russischen Kinderserie „Mascha und der Bär“. Jede Gruppe hatte dafür eine vorgegebene Szene und wählte einen Mascha- und einen Bärendarsteller aus, die dann in Kostümen nicht nur ihre Sprach-, sondern auch ihre Schauspielkünste beweisen mussten.
Auf dem Flur bildete sich eine Gruppe, in der eine Schülerin das Kommando zu haben schien: sie gab sowohl den beiden Schauspielenden als auch der Kameraführung deutliche Anweisungen, während der Bär aus dem Klassenzimmer laut und energisch gestapft kam.

Eine andere Gruppe mit ruhigerer Szene saß in einem der Räume an Tischen, lachte oft verlegen, als sie Handshake und Umarmung übten und versuchten, sich an ihre vorgeschriebenen und auswendig gelernten Texte zu erinnern.

„Alle Filmgruppen haben wir willkürlich aufgeteilt, sodass sich Schülerinnen und Schüler von unterschiedlichen Schulen kennenlernen“, erzählt Frau Beuchel, die sich sehr über den Erfolg der Sprachentage und die Bereitschaft der Teilnehmenden, sich intensiv mit den Themen zu befassen, freut.

Die Sprachentage fanden nun erst zum zweiten Mal statt; letztes Jahr war ihre Premiere in Bad Homburg. Sie sind der Nachfolger der Hessischen Landesolympiade Russisch, die seit 1977 jedes zweite Jahr stattfand und durch die Corona-Pandemie eingestellt wurde. Anstatt sie danach wieder in Leben zu rufen, entschied sich der Hessische Russischlehrerverband aufgrund des Krieges in der Ukraine gegen den kompetitiven Wettbewerbscharakter. Stattdessen entstand die Idee der Sprachentage als alternative, friedliche und kommunikative Lösung, um Russischlernende aus ganz Hessen dennoch untereinander zu vernetzten. Auch der Fokus auf die anderen osteuropäischen Länder soll den Teilnehmenden helfen, zu verstehen, dass es bei russischen und slawischen Sprachen und Kulturen um mehr als die aktuelle politische Lage geht und man seine Neugierde und Begeisterung, neue Sprachen zu lernen, niemals verstecken sollte.


  • Tamina Fohrmann



    Alle Beiträge ansehen


  • Archiv
  • Schulhomepage
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Kontakt
  • Redaktion
  • Kontakt
  • Archiv
  • Redaktion
  • Schulhomepage
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Print
  • TV