
Wer im ersten Stock des Goethe I Gebäudes aus den Fenstern schaut, dem sind Paneele auf den Dächern vielleicht aufgefallen. Bereits im Mai 2025 wurde auf dem Flachdach des ersten Standortes kräftig geschraubt, verkabelt und montiert und das von Schüler*innen persönlich. In wechselnden Gruppen arbeiteten die damaligen Schülerinnen und Schüler der WPU-Physikkurse von Herrn Budnick und Herrn Bednarek zwei Wochen lang unter der Anleitung des Vereins SoLocal Energy an einer Photovoltaikanlage auf dem Dach unserer Schule. Organisiert wurde das Projekt von Herrn Niederlücke, Herrn Bednarek, Herrn Budnick und dem Verein SoLocal. Dieser unterstützt in ganz Nordhessen Menschen dabei, Solaranlagen zu bauen. Zuvor hatten die WPU-Physikkurse sich im Unterricht bereits auf das gemeinsame Projekt mit SoLocal vorbereitet, indem sie beispielsweise drüber redeten, welche Vorteile Photovoltaikanlagen haben, wie wetterresistent sie sind, wie sie funktionieren und wie man sie am besten auf dem Schuldach anordnet.
Jeden Morgen um 9:00 Uhr traf sich eine Gruppe von ungefähr 12 Schülerinnen und Schülern (jeweils 5-6 Schüler pro WPU Physikkurs) des damaligen 9. und 10. Jahrgangs mit dem sechsköpfigem Team von SoLocal. Dieses gab ihnen nach der Begrüßung eine kurze Einführung, anschließend wurden die Schüler*innen in Kleingruppen von zwei bis drei Personen Aufgaben zugeteilt. Dazu gehörten Kabel nach Maß zuschneiden, die Module sowie Steine zur Beschwerung mit Hilfe eines bereits von dem SoLocal aufgebauten Lastenaufzugs aufs Dach zu holen oder auch die Gestelle, auf welchen die Solarmodule später befestigt wurden, auf dem Dach aufzubauen und in regelmäßigen Abständen an den richtigen Stellen aufzustellen. Es war besonders anstrengend, all die Gestelle und Steine vom Lastenaufzug zu den vorgesehenen Stellen auf dem Dach zu tragen. Später wurden auch die Solarmodule mithilfe des Lastenaufzugs aufs Dach geholt. Ein Modul besteht aus vielen miteinander verbundenen Solarzellen, die in einem stabilen Rahmen montiert sind. Mehrere Module bilden zusammen eine Photovoltaik-Solaranlage.

Bis um 12:00 Uhr waren die Schüler*innen mit ihren zugeteilten Aufgaben beschäftigt. In Kleingruppen von zwei bis drei Schüler*innen ging die Zeit schnell und ohne Zwischenfälle vorbei. Auf dem Dach herrschte eine konzentrierte, aber gelassene Atmosphäre. Die Schüler*innen führten ihre Aufgaben größtenteils selbstständig aus und tauschten zwischendurch untereinander die Aufgaben, um ein wenig Abwechslung zu bekommen. Lediglich bei einer kurzen Einleitung am Anfang oder bei Fragen half das Team von SoLocal, ansonsten arbeitete das Team mit, beaufsichtigte die Schüler*innen und war bei Fragen jederzeit ansprechbar. Nicht nur die Schüler*innen hatten die Möglichkeit, ihr praktisches Wissen zu vertiefen, auch Herr Budnick und Herr Bednarek arbeiteten auf dem Dach mit und packten tatkräftig an. Um 12 Uhr gab es eine einstündige Mittagspause, anschließend ging es noch für eine weitere, kürzere Runde auf das Dach, bevor gegen 13:45 Uhr alles zusammengeräumt und die Arbeiten für den nächsten Tag vorbereitet wurden.
Alle drei bis vier Tage wechselten die Schülergruppen, sodass alle Schüler*innen aus den WPU-Physikkursen die Möglichkeit hatten, auf dem Dach mitzuhelfen und Erfahrung zu sammeln. Nach den ersten Arbeitstagen in der prallen Sonne kamen noch einige Aufgaben dazu: die Module mussten nun auf den bereits montierten Gestellen befestigt werden. Anschließend wurden die bereits zurecht geschnittenen Kabel und die an den Modulen schon zuvor installierten Kabel miteinander verknüpft und mit Kabelbindern unter den Modulen befestigt. Die Module am Ende einer Reihe wurden mit den zugeschnittenen Kabeln mit einer der anderen Reihen verbunden. Als alle Reihen unter- und miteinander verbunden waren, wurden sie mithilfe eines anderen zugeschnittenen Kabels zusammengefasst, damit aus vielen dünnen Kabeln vier dicke Hauptkabel wurden. Diese Hauptkabel wurden dann an den Wechselrichter angeschlossen. Die Aufgabe des Verkabelns war auf Dauer anstrengend, weil dabei zwischen den Reihen gehockt werden musste, um die Kabelbinder unterhalb der Module miteinander zu verbinden und anzubringen.

Viele der Aufgaben waren anspruchsvoll und erforderten Präzision, doch nach kurzer Einweisung und selbständigem Ausprobieren konnte die Schüler*innen sich schnell hineinarbeiten. Während den letzten Projekttagen regnete es öfters, sodass der Großteil gezwungen war, im Aufenthaltsraum Pause zu machen. Nur das Verkabelungsteam und die Schüler*innen, die die Kabel zurechtschnitten, konnten weiterhin ihren Aufgaben nachgehen. Das Verkabelungsteam war durch die Reihen der Solarmodule größtenteils geschützt und diejenigen, die die Kabel zurechtschnitten, arbeiteten drinnen.
Mit dem gemeinsamen Einsatz der beiden WPU-Physikkurse der Jahrgänge 9 und 10 im letzten Schuljahr unter der Anleitung von SoLocal Energy konnte in den zwei Wochen eine Photovoltaikanlage von insgesamt 180 Modulen auf dem Schuldach des ersten Standortes montiert werden. Inzwischen ist die Anlage in Betrieb genommen. Sie deckt mit 70.000 Kilowattstunden ungefähr 60% des Stromgebrauches der Schule klimafreundlich ab. Danke an alle Beteiligten!
