Samstag, 28. Februar 2015

Medienkunde-Reihe, Teil 2: Pickel im Gesicht

Von 
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Von unserem Gastredakteur Steffen

Neben intensiven Filmanalysen bietet unser Medienkunde-Unterricht ebenfalls die Möglichkeit, verschiedene journalistische Formate auszuprobieren. Im Zuge der Vorfälle um Charlie Hebdo bekamen Schüler der Q2 die Aufgabe, einen Kommentar zu schreiben. In unserer Medienkunde-Reihe könnt ihr drei Beispiele von Jakob (Teil 1), Steffen (Teil 2) und Gökhan (Teil 3) lesen. 

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Elf Menschen sterben. Abgeschlachtet von zwei fanatischen Irren, die denken, für ihren Glauben gekämpft zu haben. Terroristen und auch einige Muslime sehen durch die Mohammed-Karrikaturen ihren Glauben und ihren Propheten beleidigt. Wobei Terrorist und Muslim strickt getrennt werden muss. Karikaturen gaben nun zwei Terroristen am 7. Januar 2015 den Anlass, in das Redaktionsgebäude des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo einzudringen. Darauf folgte ein Massaker an der Redaktion. Elf Menschen starben. Weitere wurden verletzt. Viele Menschen verurteilen nun den Islam für diese Untaten. Doch das ist falsch. Der Terrorismus der Djihadisten hat nichts mit dem Islam zu tun. Dummheit ist der eigentlich richtige Name des Terrors. Wie kann ein gläubiger Mensch der Meinung sein, dass es im Sinne seiner Religion, seines Gottes, sei, Menschen zu töten? Noch dazu, wenn die Religion, auf die man sich beruft, übersetzt „Frieden" heißt? Der Islam hat ein Problem. Der Terrorismus ist wie ein ekliger Pickel, den man nicht mehr los wird. Er schadet dem Körper, tut weh und sieht dazu noch extrem hässlich aus. Es bringt nichts, ihn mit Make-up zu überdecken. Dadurch geht er nicht weg und es wird immer schlimmer.

Und jetzt noch einmal an alle: Keiner hat freiwillig einen Pickel! Doch um ihn endgültig loszuwerden, muss man erst einmal akzeptieren, dass er da ist. Dann kann man sich überlegen, wie man ihn am besten behandeln kann. Ohne dass er Narben hinterlässt. Aber es kann einen noch schlimmer treffen: Zwei von diesen Pickeln. Es gibt Muslime, die sowohl die Dummheit als auch die Mohammed-Karikaturen verurteilen. Doch der zweite Pickel sollte schnell beseitigt sein. Die Karikaturisten wollten keinesfalls den Islam beleidigen. Die Mohammed-Karikaturen zeigen nicht den Mohammed der Muslime und so den Propheten des Islams, sondern Mohammed, wie die Dummen ihn sich vorstellen. Mohammed predigte den Islam, er predigte Frieden. Charlie Hebdo veröffentlichte also nie Zeichnungen vom wahren Mohammed des Islams. Sie weisen so nur auf die Falschauslegung der Djihadisten hin. Sie sagen dem Islam, dass er einen Pickel im Gesicht hat und nicht, dass er der Pickel ist. Auf eine Weise wie Satire es eben tut. Doch nicht nur der Islam hat Pickel im Gesicht. Satire ist der Spiegel, in dem wir sie entdecken. Diesen Spiegel hat Charlie Hebdo in der Vergangenheit nicht nur dem Islam, sondern auch anderen Religionen vorgehalten. Wir alle haben Pickel im Gesicht. Und gegen Pickel kann man etwas machen.

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