Montag, 09. März 2015

Medienkunde-Reihe, Teil 3: Märtyrer mit Bleistift

Von 
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Von unserem Gastredakteur Gökhan

Zwölf Menschen kamen ums Leben, weitere sind teils schwer verletzt. Vier Zeichner der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo" mussten sterben, weil sie den Propheten Mohammed aus der islamischen Religion zeichneten und Fanatiker damit verärgerten. Die Täter waren schwer bewaffnet flüchteten. Als sie sich zwei Tage später versuchten, sich zu verbarrikadieren, endete ihre Flucht in der französischen Gemeinde „Dammartin-en-Goële", wo sie erschossen wurden. Ihre Taten sind unendlich grausam und unmenschlich.

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„Im Namen des Allmächtigen" behaupteten die Islamisten zu handeln, doch mehr als ein Angriff voller Hass und Boshaftigkeit war es nicht. Die Zerstörung der Meinungsfreiheit war ihr Ziel und die Demokratie ihr Gegner. Dass die Karikaturen von Charlie Hebdo zu einem gewissen Grad provozieren, ist außer Frage. Doch das ist ihre Art, um auf Probleme aufmerksam zu machen und die Leser anzuregen, sich darüber Gedanken zu machen. Wer sich wehren will, kann das tun, aber dann nur mit den gleichen Mitteln wie die Zeichner, und zwar mit Stift und Papier.
Das Ermorden von Unschuldigen mit Kalaschnikows zeigt die fehlende Dialogbereitschaft, die fehlende Toleranz, die Eindimensionalität im Denken. Die Täter wollten uns zeigen, zu welchen Untaten sie im Stande sind, und vor allem wollten sie Angst verbreiten. Sie wollten sich in unseren Köpfen verewigen - und das ist ihnen gelungen. Nicht als „Kämpfer des Islam", wie sie sich oftmals betiteln, nein. Stattdessen sind die Anschläge von Paris zu einem Anlass geworden, dass sich unsere Gesellschaft im Kampf für unsere Freiheitsrechte neu vereint.
Jetzt ist die Zeit, um Stärke zu zeigen. Erst wenn wir den Kampf gegen den Terrorismus gewonnen und unsere Freiheit zurückerlangt haben, können wir uns darüber streiten, wie wir die Vielfalt der Zeichnungen werten und zu ihnen stehen. Doch bis dahin müssen wir zusammenhalten und den Frieden bewahren.

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