Montag, 08. Dezember 2014

Kunst? Das ist nicht nur Malen!!

Von 
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Von unserer Gastredakteurin Tina Iffert

Montagmorgen, 07.55 Uhr, Kunstunterricht in der 9a, heute etwas anders: Eine Schülergruppe steht vor ihren Klassenkameraden, die alle noch ziemlich verschlafen wirken, und hält eine Präsentation über „One minute sculptures" und Erwin Wurm, den Erfinder dieser Kunstwerke. Allmählich sind Schüler und Interesse geweckt, und so erfahren die Zuhörer viele spannende Dinge über die Ausstellung ONE MINUTE SCULPTURES, in der die Museumsbesucher die Ausstellungsstücke nicht nur betrachten, sondern für eine Minute selbst zu ihnen werden.

SculptureI

An zahlreichen Stationen liegen kurze Anweisungen und Skizzen bereit. So z.B. an der Station „Liegestütz auf Kaffeetassen". Daneben stehen die zur Befolgung der Anweisungen nötigen Gegenstände. Der Besucher verharrt eine Minute als Skulptur und wird dabei fotografiert und so selbst Kunstobjekt. Städle-Direktor Max Hollstein sagte über die Werke Erwin Wurms einmal, es seien „Anweisungen zum wieder menschlicher werden".

Die Präsentation ist beendet und nach anerkennendem Beifall ist die „Montagmorgenmüdigkeit" plötzlich verschwunden. Der Kunstkurs von Frau Binnenmarsch schwärmt aus, um in Gruppen selbst Skulpturen in und um das Schulgebäude herum zu kreieren und dabei auch andere Schüler miteinzubeziehen. Nach kurzem Annähern war die Aufgabenbewältigung recht unproblematisch und vor allem sehr amüsant. Zu Beginn „experimentierten" wir ein wenig mit den Gegenständen, um ihre bildliche Wirkung kennenzulernen. Einige Anfangsskulpturen verwarfen wir wieder, da sie zu viele Gegenstände enthielten und dadurch die Gefahr einer Überladung bestand. Im Vordergrund der Aufnahmen sollten schließlich die ausführenden Menschen und nicht die Gegenstände stehen. Nachdem wir unsere endgültige Skulptur gefunden und grob skizziert hatten, suchten wir nach einem geeigneten Ort für die Durchführung des Fotoshootings. Da man Musik in der heutigen Zeit nahezu an jedem beliebigen Aufenthaltsort hören kann, beschlossen wir dies dadurch zum Ausdruck zu bringen, dass wir die Passanten genau dort fotografierten, wo wir sie antrafen. Also im Foyer, auf dem Schulhof, in der Mensa...

SculptureII

„Die von uns angesprochenen Personen reagierten allesamt freundlich. Viele waren bereit, sich auf unser Projekt einzulassen. Die meisten wollten jedoch lieber das Radio halten, als in das Netzteil zu singen. Begründet liegt dies vermutlich in dem höheren Ungewöhnlichkeitsfaktor dieser Tätigkeit.

SculptureIIIFerner wurde bei der Projektumsetzung von allen Beteiligten viel gelacht. Hierzu stellte Tina fest: "Im Gegensatz zu gewöhnlichen Aufnahmen mussten wir keinen der Fotografierten zum Lächeln auffordern, wodurch sehr fröhliche und authentische Bilder entstanden."

„Viele Schüler an unserer Schule haben mitgemacht und uns geholfen. Am Anfang waren sie eher schüchtern und weigerten sich teilweise, aber dann fanden sie es ziemlich leicht und lustig. Sie konnten erst kaum stillhalten, da sie sehr darüber lachen mussten", resümiert Nishani. Aber auch die andere Gefühlsseite wurde bedient: Ich habe mich unwohl gefühlt, da ich nichts sehen konnte!", so  Marcels Schilderung seiner Erfahrungen.

Als Fazit eignet sich Timos und Chris' Aussage: „Anstrengend, lustig, komisch!" Kunst besteht eben doch nicht nur darin, zu malen!

 

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