Montag, 27. Juli 2020

Gottes kleine Faust - Kapitel 31: Das Böse

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„Du bist ein kluges Mädchen, Angie!“, sagte der Teufel. „Kompliment, dass du mich erkannt hast. Das tun nicht viele, denen ich begegne!“

Angie drückte sich ängstlich in den Sessel. Panik aber fühlte sie nicht. Sie hatte bloß überhaupt keinen Plan, wie es weitergehen sollte, jetzt, wo das „Böse“ da war. Wo war nur Matthias?

„Du musst dich nicht vor mir fürchten, Angie! Ganz im Gegenteil!“, sagte der Teufel und seine Stimme und seine ganze Art waren wieder voll Wärme und Zuneigung. „Meine Worte sind wahr und du weißt, dass sie wahr sind: Wo ist dein Engel gewesen, um deine Mutter zu beschützen? Wo ist der Gott der Liebe und des Heils, um deiner Mutter Heilung zu bringen? Und wer ist so grausam, die Welt jeden Tag neu in Katastrophen zu stürzen?

Ich sage dir, wie es ist: Das „Gute“, ist nur scheinbar gut!“

Der Teufel ging zum Fenster und schaute in die Nacht, bevor er weiter redete:
„Die Wahrheit ist: Gott ist die Ursache allen Übels.“ Er wandte den Blick zur Seite und dann hinüber zu Angie: „Ich habe das erkannt. Ich habe es immer schon gewusst, von Beginn der Schöpfung an. Und ich war immer ehrlich.“

Er schien nachzudenken, dann redete er weiter: „Und weil Gott meine Ehrlichkeit nicht ertragen konnte, hat er mich aus seinem Reich verstoßen. - Soll er doch! Ich kämpfe jetzt gegen ihn und es ist ein gerechter Kampf!“

Er kam wieder näher zu Angie: „Du musst dich nicht fürchten, Angie, denn wir werden mehr und mehr, jeden Tag! Und es dauert gar nicht mehr lang, dann werden wir IHN besiegt haben, den sie „Gott“ nennen und der die Menschen verrät. Wir müssen nur die Menschen überzeugen, dass sie das grausame Spiel, das Gott mit seinen unmenschlichen Forderungen an sie treibt, nicht mitmachen dürfen, hörst du? Wenn wir die Menschen überzeugen können, dass Gott die Menschen nicht retten, sondern leiden sehen will, dann verliert er an Macht. Dann verliert er den Einfluss auf seine Schöpfung und kommt selbst vor Gericht. Dann schmeißen wir ihn aus dem Himmel, den er nur besetzt hält, um die Menschen, die er geschaffen hat zu quälen und sich zu belustigen.“
Der Teufel stand jetzt aufrecht und stolz vor Angie, als er majestätisch ankündigte: „Ich werde die Menschen auf meine Seite ziehen und dann setze ich mich auf den Thron. Dann wird alles gut! Es ist gar nicht so schwer: Seine Herrschaft wird beendet sein, wenn kein Mensch mehr an das „Gute“ in Gott glaubt und an den ganzen Hokuspokus. Dann ist Gott tot und alles wird wirklich „gut“!“

Liebevoll und beinahe zärtlich schaute er nun auf Angie hinunter: „Glaube mir, Angie! Ich kann deine Mutter wieder gesund machen! Du musst nur zu mir kommen und dich auf mich verlassen. Glaube an mich! Verzichte auf den „Lieben Gott“, der deiner Mutter weh tut und dich im Stich lässt. Worauf wartest du noch? Komm zu mir, ich helfe dir. Du musst mir nur vertrauen!“

Der Teufel streckte die Hand nach Angie aus. Er erwartete, dass Angie seine Hand ergriff und einschlug. Die Versuchung war groß. Riesengroß sogar. Sollte das alles wahr sein? Konnte das alles wahr werden: die Mutter wieder gesund? Schon bald? Jetzt gleich?

Ihr Atem ging schneller. Immer heftiger sog Angie die Luft ein. Immer kräftiger atmete sie wieder aus. Es war wie bei einem Sportwettkampf, kurz vor dem Start. Die Anspannung war riesengroß und sie musste sich bemühen, nicht den Rhythmus zu verlieren. Sie wusste instinktiv, dass sie auch hier versuchen musste, die Kontrolle zu behalten. Sonst konnte sie nur verlieren. Ein Vertrag mit dem Teufel war gefährlich, auch wenn er sich noch so liebevoll gab. Sie durfte sich nicht das Tempo aus der Hand nehmen lassen, wenn der „Schuss nicht nach hinten“ gehen sollte. Wer zu früh das schnelle Tempo wählt, wird am Ende oft bestraft, warnte immer ihre Trainerin. Das hatte Angie schon erlebt. Also versuchte sie – trotz aller Versuchung – kühlen Kopf zu bewahren.

Angie sah dem Teufel in die Augen. Der lächelte freundlich und verheißungsvoll. Alles schien ganz einfach. Ihre Mutter konnte in wenigen Augenblicken wieder gesund sein. Aber Angie brauchte mehr Zeit! So einfach konnte es doch nicht sein....

 

 

Wieder dachte sie wie eine Sportlerin. Das half ihr oft. Sie musste sich konzentrieren auf das, was ihr richtig schien. Nur ging es diesmal nicht um eine Medaille oder Schulnote: Es ging um das Leben ihrer Mutter. Aber auch diesen „Wettkampf“ musste sie alleine bestreiten.
Kein Matthias und kein Trainer der Welt konnten ihr jetzt helfen: Der Startschuss war schon gefallen. Es ging um alles! Angie musste sich entscheiden!

Ihr fiel so vieles ein, was Matthias gesagt hatte. Und am Gesicht des Teufels, der wieder das angenehme Gesicht der Frau in Rot und ihre warme sympathische Art aufgesetzt hatte, erkannte sie, dass der Teufel noch immer ihre Gedanken lesen konnte. Die Frau lächelte abfällig bei jedem flüchtigen Gedanken, den Angie an Matthias prüfte. Sie schüttelte überheblich den Kopf, als könne sie jedes Argument der Gegenseite mit einem Fingerschnipp in Luft auflösen.

Angie schloss die Augen und dachte über Gott nach, der sie alleine ließ und nicht half. Und dann fiel ihr plötzlich der Traum ein, den sie von Jesus geträumt hatte, als Oma sie so früh geweckt hatte! Er hatte zu ihr gesprochen! Was war es noch gewesen? Mit aller Kraft versuchte sie, sich zu erinnern... Angie hatte nach Licht geschrien und Jesus hatte gesagt: „Komm schon Schwesterchen. Ich bringe dich zu Papa!“

Das war es gewesen, was Jesus gesagt hatte! War das ein Fingerzeig gewesen?

Sie öffnete wieder die Augen und ... sah, wie der Teufel sein hübsches Frauengesicht erneut zu einer hässlichen Fratze verzog . Da schien er verwundbar... Warum mochte der Teufel den Gedanken an Jesus nicht?

„Hör auf mit Jesus“, polterte die Frau in Rot, „und mach seinen Fehler nicht ebenfalls!“
Der Teufel nahm seinen Kopf zwischen die Hände und schrie verzweifelt: „ Der hat damals auch nicht auf mich hören wollen und sieh! Sieh doch selbst, was mit ihm geschehen ist!“

 

 

 

Angie zuckte zusammen. Durch ihre Brille sah sie auf einen großen Platz vor den Toren einer Stadt, die sie nicht kannte. Es musste lange her sein, was sie jetzt sah, denn die Menschen trugen merkwürdige Kleidung und auch sonst sah alles komplett fremdartig aus. Umringt von einer riesigen Menschenmenge standen drei Kreuze auf dem riesigen Platz. Und an dem mittleren Kreuz hing der Mann, der im Traum zu ihr gesprochen hatte. Angie schluckte erneut. Das musste Jesus sein: Sie sah mit ihren eigenen Augen die Kreuzigung Jesu!

Soldaten standen um ihn und sie sah die anderen beiden, die links und rechts von ihm am Kreuz hingen. Mit Mühe konnte Angie verstehen, was die Männer sprachen:

Ein Soldat fragte den Anführer: „Sollen wir dem in der Mitte auch die Beine zerschlagen? Es ist schon spät und morgen ist Feiertag. Wir müssen sehen, dass wir fertig werden, sonst werden die Leute noch unruhig. Das ist Pilatus nicht recht.“ Ein anderer Mann, der näher an Jesus stand als die anderen, mischte sich ein: „Sehr ihr denn nicht: Jesus ist schon tot.“

Der Anführer der Truppe trat entschlossen zu dem zweiten und nahm ihm den Speer ab. Was dann geschah war noch ekliger als das, was sie ohnehin abstieß. Der Mann stach Jesus mit dem Speer von unten in den Bauch! Sofort schossen Blut und Wasser aus der Wunde heraus. Angie schloss angewidert die Augen. Das war ja alles ganz schrecklich. Das wollte sie nicht sehen. Auf gar keinen Fall.

Doch sie musste hinsehen. Es ging gar nicht mehr anders, denn gerade sprach wieder der Anführer: „Ja du hast Recht!“. Er sagte es so laut, dass alle es hören konnten, „ Dieser Mann ist tot.“ Sofort erhoben die Frauen um das Kreuz ein lautes Weinen und Klagen. Sie fielen sich verzweifelt in die Arme. Manche sanken zu Boden.

Angie musste die Augen wieder schließen, so fürchterlich waren die Bilder. Als Angie sie wieder öffnete, sah sie die Frau in Rot triumphierend lachend. Ohne jedes Mitleid sagte sie: „Jesus hatte genau wie du die Wahl! Das ist dabei herausgekommen...“, sie lachte ein zweites Mal höhnisch auf. „Ich war bei ihm und hab ihm ein ähnliches Angebot gemacht wie dir. Aber er hat sich falsch entschieden wie du siehst! Jesus ist gestorben, ha, ha, ha...“

Angie hob den Kopf und sah ihn fragend an? Wann hatte Jesus die Wahl gehabt?

Die Frau in Rot antwortete sofort. „Ich will es dir erzählen, wie es war. Hat dir dein Freund Matthäus nicht davon erzählt? Das wundert mich allerdings. Er hat es so schön aufgeschrieben in seinem Evangelium. Du kannst es im vierten Kapitel von ihm nachlesen, dass es stimmt, was ich dir jetzt erzähle. Ich bin immer ehrlich!“

Er zog den Schreibtischstuhl heran und setzte sich Angie genau gegenüber und begann zu erzählen: „Jesus wusste nicht genau, was er machen sollte. Er spürte, dass er Gottes Sohn war, aber was das genau für ihn bedeutete, das wusste er nicht. Fast dreißig Jahre war er nun alt und noch immer unterschied er sich in nichts von den anderen Männern in seinem Alter. Ein ganz normaler Zimmermann war er, weiter nichts. Also musste er herausfinden, ob er bisher falsch gelebt hatte.

Jesus ging hinaus in die Wüste, um sich klar zu werden, was es heißt, Sohn Gottes zu sein.
40 Tage lang wanderte er durch die Einöde der Wüste. Hitze, Hunger, Durst. Ich habe mich halb kaputt gelacht, als ich ihn so sah und wie ihn Gott so alleine lassen konnte. Für was nahm er diese Entbehrungen auf sich? Das war doch wieder nur so ein gehässiges Spiel von seinem „Vater“.“

Die Frau in Rot lehnte sich zurück und schlug die Beine übereinander, so dass Angie jetzt deutlich das Bild auf dem silbernen Fußkettchen sehen konnte. Es zeigte eine Schlange, die auf einen nackten Mann und eine nackte Frau zuschlängelte. Angie meinte sogar, sie bewege sich tatsächlich. Aber da wurde sie wieder abgelenkt.

Die Frau sprach in verführerischem Ton weiter: „Wenn du der Sohn Gottes bist, dann befiehl doch, dass diese Steine zu Brot werden.“, sagte ich zu Jesus. Ich hatte es doch nur gut gemeint! Sein Vater im Himmel sollte ruhig sehen, dass Jesus, der litt, sich sehr wohl alleine versorgen konnte. Ich musste Jesus doch klar machen, dass er die Macht dazu besaß!“

„Und?“

„Jesus antwortete mir: „Es muss nicht Brot sein, wovon der Mensch lebt. Er kann von jedem Wort leben, das Gott spricht.“

Die Frau war bei diesen Worten aufgesprungen, als hätte ihr dieser Satz Schmerzen bereitet. Echte körperliche Qualen. Sie wand sich vor Schmerzen und schien benommen.

Angie verstand nicht warum. Sie wunderte sich. Noch mehr aber beeindruckte sie der Satz von Jesus: Der Mensch kann von jedem Wort leben, das Gott spricht. Darüber wollte sie nachdenken. Doch sie kam nicht dazu. Der Teufel hatte sich erholt. Er begann erneut, als fürchtete er, dass Angie zu lange über den Satz nachdenken könnte. Doch Angie nahm sich fest vor, diesen Satz nicht zu vergessen.

„Ich habe dann Jesus seine wahre Größe zeigen wollen und das Gefühl der Macht.“ Die Frau in Rot atmete jetzt schwer, als fühlte sie selbst diese Macht oder... bemerkte Angie, als vermisste sie diese Macht.

Dann erzählte sie weiter von dem Treffen mit Jesus in der Wüste: „Ich führte ihn aus der Wüste und stellte ihn hoch auf den Tempel in Jerusalem, der heiligsten Stätte der Juden überhaupt und sagte zu ihm: „Wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann springe doch hinunter. Denn in der Schrift steht: Gott wird seinen Engeln befehlen, dich auf seinen Händen zu tragen, damit du dich an keinem Stein stößt.“

Sie machte wieder eine Pause, als sei es erst gestern geschehen, von dem sie da berichtete. Sie schien selbst noch ganz gefangen von dem Erlebnis. „Ich dachte, wenn Jesus sieht, was die Engel alles für ihn machen, spürt er, welche enorme Kraft von im ausgeht und dann lässt er sich nichts mehr von Gott seinem Vater gefallen. Dann kämpft er mit mir Seite an Seite gegen ihn !“

„Und haben ihn die Engel aufgefangen?“ fragte Angie gespannt.

Die Frau in Rot heulte auf, ähnlich wie ein Wolf. Sie wand sich erneut als spüre sie schwere körperliche Schmerzen. Mit Mühe presste sie die Antwort hervor: „Es kam gar nicht dazu. Jesus antwortete mir: „In den heiligen Schriften heißt es auch: Du sollst den Herrn deinen Gott, nicht herausfordern.“

Die Frau zitterte jetzt vor Schmerzen. Vielleicht war es aber auch Wut. Angie konnte es nicht unterscheiden.
„Jesus war so dumm,“ fuhr die Frau bitter fort. „Hätte er auf mich gehört, hätte er nicht sterben müssen. Du hast gesehen, was mit ihm passiert ist. Er hat bis zuletzt auf Gott gehofft und er ist doch gestorben. - Für nichts! Die Welt ist nicht besser geworden seit dem. Im Gegenteil!“ Sie drehte sich zu Angie. „Und deiner Mutter wird es genauso ergehen, wenn du dich mir nicht anvertraust. Mach den Fehler, den Jesus gemacht hat, nicht ebenfalls, hörst du!“ Halb schaute sie Angie flehend, halb drohend an.

Den Satz hatte sie doch schon einmal gehört! Angie erinnerte sich schwach. Wer hatte ihn zu ihr gesagt? War es Oma gewesen? Mama? Matthias? Nein – Sie kam nicht drauf.

Die Frau in Rot war aufgestanden und zum Fenster gegangen. Es schien, als wollte sie Angie Zeit geben, sich endgültig für sie zu entscheiden. Für einen Moment kontrollierte sie nicht Angies Gedanken. Und Angie dachte angestrengt! Sie suchte intensiv nach dem, der sie gewarnt hatte... Und dann hatte sie ihn gefunden: Thomas! Der „ungläubige Thomas“ im Garten der alten Mamsell!

Thomas war so enttäuscht gewesen, dass Jesus „umsonst“ gestorben war! „Umsonst“, wie es jetzt auch die Frau in Rot behauptete. Thomas hatte vor lauter Enttäuschung nicht an die Auferstehung glauben können, bis... ja bis er Jesus selbst gesehen hatte! Und dann war doch noch alles gut geworden durch Jesus. Die Auferstehung war der Beweis, dass Gott es mit den Menschen gut meinte! Jesus war nicht „umsonst“ gestorben, wie die Frau in Rot behauptet hatte. Jesus hatte sein Leben eingesetzt für die Menschen, nicht gegen sie!

Angie erinnerte sich jetzt an alles: Der Teufel säte das Böse. Nicht Gott! Und jeder Mensch hatte die Freiheit alles zu tun, was er wollte. So groß war die Liebe Gottes, dass der Mensch frei wählen durfte, auch gegen Gott selbst. Jeder Mensch musste sich entscheiden, ob er sich mit Jesus für Gott entscheiden wollte oder aber, ob er sich dem Bösen zuzuwenden wollte. Am Ende aber würde Gott die Menschen, die sich Jesus anschlossen oder dem Bösen widerstanden, belohnen.

 

 

Angies Kopf arbeitete auf Hochtouren. Hatte sie in der Eile richtig überlegt? Wem konnte sie vertrauen? Sie wollte keinen Fehler machen. Und schon gar nicht den von Thomas!
„Hast du Jesus noch ein anderes Angebot gemacht, so eines wie mir?“ fragte plötzlich Angie.
Die Frau in Rot fuhr herum. Ihr souveräner Blick wechselte in Sekundenschnelle. Misstrauisch fragte sie: „Wie kommst du darauf?“

„Du hast doch bestimmt nicht locker gelassen. So hartnäckig wie du mich überzeugen willst, hast du es bestimmt auch bei Jesus versucht.“

Die Frau lächelte siegessicher: „Natürlich habe ich es noch ein drittes Mal versucht, kleine Angie. Ich bekomme immer, was ich will!“

Sie kam wieder näher und baute sich ganz dicht vor ihr auf. „Ich führte ihn auf einen sehr hohen Berg,“ erzählte sie weiter, „ und ich zeigte ihm alle Reiche der Welt in ihrer Größe und Schönheit und dann sagte ich zu Jesus: „Dies alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest!“

Sie schaute jetzt offen in Angies Gesicht. Auge in Auge. „Und so ein Angebot mache ich auch dir! Denk an deine Mutter, Angie! Ich habe die Macht, sie wieder gesund und glücklich zu machen.“

Dann erhob sie sich. Sie stand auf und streckte sich zur vollen Größe. Ihre Gestalt füllte auf einmal den ganzen Raum. Angie schien kaum noch atmen zu können, so sehr füllte ihre Gegenwart das Zimmer. Und als alles schon fast in rötlichem Licht erstickte, bedrängte die Frau in Rot Angie so eindringlich wie noch nie zuvor, hämmernd, hypnotisch: „Verzichte auf Gott! - Vertraue mir! - Mache nicht den gleichen Fehler, den Jesus begangen hat!“

Sie schaute majestätisch und streng. Und ihre Stimme klang wie die eines mächtigen Herrschers, als sie befahl: „Steh auf, Angie und komm jetzt zu mir!“

Und Angie stand auf und trat ihr entgegen.

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