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Türchen Nr. 5: Die Glasbläserin- eine Filmrezension über die Geschichte der Christbaumkugeln

5. Dezember 2025

Der Film „Die Glasbläserin“ spielt im Jahre 1891 in Lauscha, einem kleinen Dorfe im Thüringer Wald. Er basiert auf dem ersten Band der gleichnamigen Roman-Reihe von Petra Durst-Benning und handelt von den Schwestern Johanna und Marie, die nach dem Tod ihres Vaters ihr Überleben sichern müssen. Sie suchen sich ihren eigenen Weg in der von Männern dominierten Glasbläsertradition, um finanzielle Stabilität zu erreichen. Frauen ist diese Arbeit zwar damals verboten, aber Marie verwirklicht dennoch ihren Traum, in die Fußstapfen des Vaters zu treten und selber Glasschalen und Glaskugeln für Weihnachtsbäume zu blasen. Auf dem Weg zum Ziel müssen sie und ihre Schwester sich einigen Problemen und Vorurteilen der damaligen Gesellschaft, vor allem gegenüber Frauen, stellen.

Es ist zwar kein klassischer Weihnachtsfilm, entfaltet aber eine wunderbar winterliche Stimmung. Das warme Leuchten der Glasöfen, die funkelnden Kunstwerke und die ruhige Atmosphäre des Thüringer Waldes passen perfekt in die besinnliche Adventszeit. Die beiden charakterstarken Schwestern Johanna und Marie wirken durch ihre Hoffnung und ihren Zusammenhalt besonders festlich und herzerwärmend. Die verschneiten Landschaften, dunklen Werkstätten, leuchtenden Glasornamente, der festlich geschmückte Weihnachtsbaum und die historische Atmosphäre liefern zunächst genau die fröhliche und besänftigende Weihnachtsstimmung, die viele an Feiertagen mögen. Allerdings werden auch ernstere Themen aufgegriffen, auf die aufmerksam gemacht werden muss:

Achtung: Der Film enthält Szenen mit sexueller sowie häuslicher Gewalt durch einen alkoholkranken Ehemann, zudem Themen wie Tod, Armut und Traumata. Die Szenen sind realistisch dargestellt und können unter Umständen stark belasten. Sensible Zuschauer sollten pausieren, überspringen oder den Film zum eigenen Wohl nicht schauen.

Dennoch sind auch diese Themen wichtig, um die tatsächliche Situation darzustellen und nicht alles lediglich zu beschönigen.

Die Regie wurde von Christiane Balthasar im Jahr 2016 geführt und die beiden Hauptrollen der Schwestern werden von Maria Ehrlich, bekannt aus der Filmtrilogie „Rubinrot“ und Luise Heyer, aus „Der Junge muss an die frische Luft“, gespielt. Die Schauspielerinnen stellen die beiden Hauptcharaktäre besonders gelungen und glaubwürdig dar, zudem nutzt der Regisseur sorgfältig ausgewählte Requisiten sowie genaue Kameraarbeit. Die Mischung aus Tradition, Emanzipationsgeschichte und romantischen Elementen bietet viel emotionalen Wohlfühlstoff in Kombination mit jenen Gewaltszenen, die zum Nachdenken anregen.

Wer den Roman kennt, wird einige Straffungen und Vereinfachungen bemerken, aber die Grundstimmung des Buches bleibt weitgehend erhalten.

Als Weihnachtsfilm lässt sich „Die Glasbläserin“ insgesamt empfehlen: ideal für einen ruhigen Advents- oder Weihnachtsabend, wenn man ein emotionales, historisches Familiendrama mit viel Atmosphäre, etwas Romantik, einem versöhnlichen Schluss und ein gelungenes Kostümdrama mit Wohlfühlende sucht. Momentan kann man den Film beim ZDF-Herzenskino oder 3sat ansehen.


  • Tamina Fohrmann



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