Umlauf

Türchen Nr. 19: Der kleine Lord – eine Filmrezension

19. Dezember 2025

Verschneite Wälder, Kerzen, Weihnachtslieder und eine harmonische Atmosphäre – nicht jeder klassische Weihnachtsfilm beinhaltet diese doch sehr typischen Elemente. Auch Filme, die auf den ersten Blick wenig mit der Weihnachtszeit selbst zu tun haben und eher auf die eigentlichen Kernthemen der Weihnachtszeit wie Familie, Liebe und Güte anspielen, haben sich zu echten Klassikern entwickelt.

So auch die Verfilmung der Geschichte „Der kleine Lord“. Es handelt sich hierbei um eine Übersetzung der englischen Originalfassung mit dem Titel: „Little Lord Fauntleroy“, die unter der Regie von Jack Gold 1980 veröffentlich wurde. Ursprünglich wurde die Geschichte von Frances Hodgson Burnett geschrieben und als gesamter Roman 1886 mit großem Erfolg veröffentlicht.

Der kleine Cedric Errol (Ricky Schroder) lebt mit seiner Mutter (Connie Booth) und der Hebamme, die nach seiner Geburt als Freundin der Familie bei Ihnen geblieben ist, in New York. Dort werden sie von Herrn Havisham aus England besucht, der Ihnen mitteilt, dass Cedric der Nachfolger seines Großvaters, des Earl of Dorincourt (Alec Guiness) ist. Alle Söhne des Earl, auch Cedric’s Vater, sind bereits verstorben und somit ist es an Cedric, den Platz einzunehmen. Vor allem seiner Mutter fällt die Entscheidung schwer, Cedric nach England zu schicken. Von Beginn an wird ihre Abneigung gegen den Großvater deutlich und dennoch entschließt sie sich gemeinsam mit Cedric, der liebevoll nur Ceddy genannt wird, nach England zu ziehen.
Besonders die Größe des englischen Schlosses und der plötzliche Reichtum ist für Ceddy ungewohnt, da er vorher in eher ärmlichen Verhältnissen lebte. Auch die Trennung seiner Mutter, die zwar in der Nähe, aber nicht im Schloss des Großvaters wohnen darf, setzt dem kleinen Jungen sehr zu.

Der Earl selbst ist zu Beginn äußerst griesgrämig und geizig und bald stellt sich auch heraus, in welch unwürdigen zuständen die Leute leben, die auf seinem Land wohnen und arbeiten. Ceddy aber hat so einen tiefen Glauben an das Gute im Menschen, dass er von der Kühle seines Großvaters kaum Notiz zu nehmen schient. Er ist dankbar für alles, was er erhält, und sieht seinen Großvater als gütig und liebevoll.

Obwohl der Großvater Ceddy eigentlich zu einem strengen Earl erziehen will, verändert sich stattdessen der Earl selbst, beginnt, Mitleid für seine Arbeiter zu entwickeln und seinen Enkel und Nachfolger ins Herz zu schließen. Eine überraschende Wendung bedroht jedoch daraufhin Ceddy’s Position und seine Zukunft bei seinem Großvater. Wir wollen an dieser Stelle nicht zu viel verraten, wer also das Ende erfahren möchte, dem empfehlen wir, den Film selbst zu schauen. Aktuell ist er in der ARD Mediathek verfügbar.

So wie das Buch bei dessen Veröffentlichung, begeistert auch der Film mit der sorgsamen Auswahl der Kostüme, die sowohl in den ärmeren Gegenden New Yorks als auch der reichen Umgebung des Earls treffend gewählt sind. Der Kontrast zwischen dem fröhlichen, neugierigen kleinen Jungen und dem verbitterten Mann ist ebenfalls gelungen und für viele wird der Film aufgrund der Erweichung des großväterlichen Herzens durch die Gutgläubigkeit des kleinen Enkels zu einer herzerwärmenden und gemütlichen Geschichte.

Anfangs kann es vor allem durch die stark wechselnden amerikanischen und britischen Akzente und die mindere Tonqualität zu Verständnisproblemen kommen, doch meist kann man sich im Verlauf des Films allmählich an die Akzente gewöhnen. Den Schauspieltalenten gelingt es, die Charaktere mit einfacher Mimik und Gestik glaubwürdig und emotional zu verkörpern. Somit schaffen sie eine Film, der sowohl für Kinder als auch für Erwachsene eine schöne Weihnachtsbotschaft mit sich bringt und uns lehrt, dass Familie und Güte über Hass und Geiz stehen sollten.


  • Tamina Fohrmann

    Tamina spielt Basketball, Tischtennis und Geige, forscht und gärtnert. Sie interessiert sich sehr für Psychologie, Ernährung und Jura. Sie liebt es, zu lesen, zu schreiben und Zeit draußen mit Freunden zu verbringen. Ungerechtigkeit kann sie überhaupt nicht leiden.



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