
Wir vom Umlauf möchten in der Adventszeit die Lehrkräfte/das Schulpersonal und ihr persönliches Weihnachtsfest vorstellen. Herr Weinmann erzählt über seine Vorlieben und Traditionen:
Umlauf: Wie feiern Sie Weihnachten?
Herr Weinmann: „Das ist jedes Jahr unterschiedlich, aber in diesem Jahr weiß ich es noch nicht. Wir sind häufig sehr spät, die unterschiedlichen Bedürfnisse zusammenzubringen. Aber am Ende wird es sicherlich wieder ein Weihnachtsfest, das sehr viel mit Familie zu tun hat. Die Abstimmungen, wer wann wo ist, durchziehen immer die Vorweihnachtszeit. Irgendwann werden an diesem Weihnachten sicherlich meine Eltern bei mir sein und ich bekoche sie. Zusammen sein und essen ist sehr wichtig für uns an Weihnachten.“
Umlauf: Was ist ihr Lieblingsweihnachtslied?
Herr Weinmann: „Ich habe tatsächlich keines. Ich kann eher etwas mit Winterliedern anfangen, die Gefühle und die Stimmung der Winterzeit wiedergeben: „Schneeflöckchen Weißröckchen“ habe ich zum Beispiel immer im Kopf, wenn es das erste Mal im Jahr schneit. Ich hatte einen Schulfreund, dessen Opa Orgel gespielt hat. Die Familie hat ganz traditionell gemeinsam gesungen zu dem Orgelspiel. Das ist etwas, was mich als Kind unheimlich fasziniert hat und ich als Ritual schön fand. Das ist sicherlich eine Lücke bei uns. Wir singen nicht gemeinsam an Weihnachten.“
Umlauf: Hatten Sie als Kind einen Adventskalender? Oder gar mehrere?
Herr Weinmann: „Ich hatte regelmäßig Adventskalender, aber immer nur einen. Am besten fand ich den Adventskalender in der Zeit, als ich Panini-Fußballbilder gesammelt habe und jeden Morgen eine Aufreißpackung mit Fußballklebern hatte. Das war ein Adventskalender, mit dem ich sehr viel anfangen konnte. Heute verschenke ich übrigens gerne Adventskalender und freue mich, wenn Menschen um mich herum Freude am Tütchen auspacken haben.“
Umlauf: Ist Ihnen schenken oder beschenkt werden lieber?
Herr Weinmann: „Als Kind fand ich Geschenke natürlich super. Ich habe schöne Kindheitserinnerungen, stundenlang Lego neben dem Weihnachtsbaum aufzubauen. Das hat sich im Lauf der Zeit aber geändert. Dieselbe Freude in den Kinderaugen um mich herum zu sehen, macht Beschenken heute schöner. Zwischen mir und meinen Eltern spielen Geschenke eigentlich keine Rolle mehr. Das Schöne ist wirklich, und das klingt jetzt unheimlich kitschig, dass Weihnachten besinnlich ist: keine Arbeit, Zeit zum Nachdenken, und dass die Menschen um einen rum sind, die einem wirklich wichtig sind. Das betrifft nicht nur meine Familie. Ich bin einer von denen, die immer in Kassel geblieben sind oder besser: immer wieder zurückgekehrt sind. Das bedeutet, dass ich seit vielen Jahren Anlaufstation für einige langjährige Freunde um die Weihnachtszeit herum bin, die den Heimatbesuch immer auch nutzen, um zu mir zu kommen. Das ist mir sehr viel mehr wert, als Geschenke zu bekommen.“
Umlauf: Gehen Sie gerne auf den Weihnachtsmarkt?
Herr Weinmann: „Nein. Allerdings hat dieses Jahr der Weihnachtsmarkt am Ahoi aufgemacht. Das ist ein ehemaliger Bootsverleih, an dem ich als Kind Tretboote ausgeliehen habe und über die Fulda gefahren bin. Dieses Jahr ist dort zum ersten Mal ein Weihnachtsmarkt. Den fand ich hervorragend, weil er nicht so beliebig, trubelhaft und von klebrig süßem Glühwein dominiert ist, wie der sehr austauschbare Weihnachtsmarkt in der Innenstadt. Außerdem findet er an einem der schönsten Orte Kassels statt, dem Fuldaufer.“
Umlauf: Haben Sie da einen Lieblingsstand?
Herr Weinmann: „Ich habe dort Pommes mit Raclette-Käse und Preiselbeer-Soße gegessen. Das fand ich für ein Weihnachts- und Imbissessen simpel, aber raffiniert. Die ganz klassischen gebrannten Mandeln finde ich auch gut. Um die zu bekommen, gehe ich bestimmt auch mal auf den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt.“
Umlauf: Sie haben jetzt schon eine Erinnerung an Weihnachten erwähnt. Haben Sie denn eine Lieblingserinnerung an Weihnachten?
Herr Weinmann: „Ich habe einige Zeit in Lateinamerika gearbeitet. Dort musste ich dann plötzlich mitten in Chile bei 40 Grad ohne Familie Weihnachten feiern. Das hat sich ganz unwirklich angefühlt. Auch dort gab es Weihnachtsmänner, Tannenbäume, nette Menschen… Weihnachten bei 40 Grad ohne die Familie hat aber nicht funktioniert. Ich habe dann erst gemerkt, wie wichtig eigentlich so eine besinnliche Phase im Jahr ist, gemeinsam mit Familie, mit Freunden und mittlerweile auch einigen Kindern mich herum, die den Zauber beim Geschenke aufmachen in sich tragen, den ich als kleiner Legobauer auch erlebt habe. Ich habe erst gemerkt, wie wichtig mir Weihnachten ist, als ich es nicht hatte. Das ist für mich vielleicht nicht die schönste, aber eine sehr wichtige Erinnerung.“
Umlauf: Danke für Ihre Zeit.
Herr Weinmann: „Sehr gerne! Ich wünsche euch frohe Weihnachten.“
