Fichtelgebirge 2023 – endlich wieder Skilanglauf

Schnee, weiß bedeckte Bäume, friedliche Landschaften – und mittendrin ein Bus, gefüllt mit den gespannten Schülerinnen und Schülern aus unserer 6e auf dem Weg ins Bullhead Haus in Fleckl. 

Normalerweise findet diese Klassenfahrt jedes Jahr für die Sportklassen aus dem 6. Jahrgang statt. Ich bin inzwischen in der 10. Klasse und meine damalige 6e war die Gruppe, die vor diesem Jahr ins Fichtelgebirge gefahren ist, da in den letzten drei Jahren pandemiebedingt leider alles ausfallen musste. Deswegen war es dieses Jahr umso schöner, wieder dorthin fahren zu können. Denn auch wenn es die Klassenfahrt der 6e ist, ist es einigen Schüler:innen aus den Sportklassen der älteren Jahrgänge immer erlaubt, mitzufahren. 

Am 27.1.2023 ging es los. Neben der 6e nahmen 15 ältere Schüler:innen aus anderen Jahrgängen teil, zusätzlich Frau Haible, Frau Remes, Herr Pflüger und Herr Ruppert. 

Einmal angekommen, die Skier ausgeladen, die Zimmer bezogen, wurde die erste Tour in den Schnee gestartet. Die einen fuhren direkt wie die Profis – entweder, weil sie bereits vorher schon mal Langlaufen waren oder weil sie Naturtalente sind – die anderen fielen jedoch auch gerne mal in den Schnee, weil sie ausrutschten oder nicht genug bremsten. 

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich vor vier Jahren, als ich zum ersten Mal auf Langlaufskiern stand, das Gefühl sehr merkwürdig fand. Denn anders als beim Alpin-Ski ist der Schuh nur vorne am Ski festgemacht, die Verse kann man anheben. Es fühlt sich also eher wie Laufen als wie Skifahrern an und dennoch muss man bei jedem Schritt gleiten und nicht einfach nur Schritte machen. Meine Erleichterung war ziemlich groß, dass ich nicht allzu lange brauchte, um mich daran wieder zu gewöhnen. 

In den folgenden Tagen wurden alle in Ligen eingeteilt: die Kreis-, Regional- und Bundesliga sowie die Championsleague. Durch die so geschaffenen homogenen Gruppen konnte gezielter geübt werden und Unter- und Überforderung konnten weitestgehend vermieden werden. Schließlich macht das Langlaufen keinen Spaß, wenn man den anderen nur hinterherhechtet  oder ewig auf andere warten muss.

Bereits zu Anfang wurde von den Lehrkräften betont, dass alle sich im Laufe der Woche sehr darüber freuen würden, schlafen zu dürfen. Gefahren wurde regulär nach dem Frühstück für zwei Stunden und nach dem Mittagessen für 2,5 Stunden. Und vielleicht nicht von allen, aber doch von einigen wurde die Mittagspause gerne zum Schlafen oder Ausruhen benutzt. Die Lehrkräfte hatten also Recht. Ich habe die Zeit sehr gerne zum Ruhen genutzt, entweder zum Schlafen oder zum Reden mit meinen Zimmergenossinnen. Beim Langlaufen selbst und auch abends habe ich keine besonders große Anstrengung oder Müdigkeit empfunden, diese kam immer nur mittags und ich war für die Mittagspause tatsächlich sehr dankbar. 

Neben den Diagonalskiern gibt es auch Skating Ski, bei denen die Bewegung eher der des Inline- oder Eisskatings gleicht. Diese Skier sind jedoch weitaus rutschiger, die Technik ist ein wenig anspruchsvoller. Es gab eine gewisse Anzahl an solchen Skiern, sodass jede Gruppe diese häufiger benutzen konnte. Vielen gelang das auf Anhieb richtig gut, ich habe dennoch die Diagonalskier bevorzugt, da ich bei diesen beide Bretter konstant auf dem Boden hatte und nicht abwechselnd auf einem Ski gleiten musste. Trotzdem hat das Skaten durchaus Spaß gemacht, besonders, weil man damit so viel schneller war. Ich war erstaunt, wie gut die Sechstklässler damit gefahren sind, da viele von ihnen, im Gegensatz zu den Älteren, die bereits vor ein paar Jahren im Fichtelgebirge waren, zum ersten Mal diesen Sport ausprobierten. 

Nach dem Abendessen saßen viele in ihren Freundesgruppen zusammen im Aufenthaltsraum und spielten oder unterhielten sich. Schön war, dass wir neue Leute kennengelernt haben, sowohl die Sechstklässler als auch Schüler:innen aus anderen Jahrgängen. Es herrschte insgesamt eine sehr entspannte Stimmung. 

Am Mittwoch fand die Tagestour statt. Wir fuhren auf Diagonalskiern ins Bayreuther Haus, eine circa 10 Kilometer weite Strecke. Dort gab es Mittagessen und danach ging es wieder nach Hause. Diese Tagestour war toll, da es wirklich eine längere und anspruchsvolle Strecke mit Ziel gab und wir zum Mittagessen nicht wie an allen anderen Tagen einfach zurück ins Bullhead House gefahren sind. 

Eine der schönsten Sachen auf dieser Freizeit war jedoch die Freiheit, die ich hatte. So mussten viele der Älteren nicht immer mit einer Gruppe fahren. Mit einer Freundin war ich oft nur zu zweit unterwegs, wir konnten unser eigenes Tempo fahren, mussten auf niemanden warten, konnten uns nebenbei unterhalten und unsere eigenen Strecken entdecken. Diese Möglichkeit hatte ich damals in der 6. Klasse natürlich nicht, allein deshalb hat es sich bereits gelohnt, mitzufahren. 

Als wir am Freitag wieder nach Hause fuhren, war ich schon ein bisschen traurig. Tatsächlich war es ganz komisch, wieder zuhause zu sein, denn auch wenn ich mich gefreut habe, wusste ich gar nichts mit mir anzufangen. Der geregelte Tagesablauf war plötzlich weg, die festen Zeiten und Aktivitäten haben mir gefehlt. Die Klassenfahrt hat wirklich viel Spaß gemacht und wenn es möglich ist, fahre ich im nächsten Jahr bestimmt noch einmal mit. 


  • Tamina Fohrmann

    Tamina spielt Basketball, Tischtennis und Geige, forscht und gärtnert. Sie interessiert sich sehr für Psychologie, Ernährung und Jura. Sie liebt es, zu lesen, zu schreiben und Zeit draußen mit Freunden zu verbringen. Ungerechtigkeit kann sie überhaupt nicht leiden.



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