(16.06.2001 14:58)

Berlin/Paris (dpa) - Deutschland verfügt im Vergleich zu anderenIndustrienationen über einen hohen Bildungsstand in der Bevölkerung, hat aber viel zu wenig Studienanfänger und Hochschulabsolventen. Diese alarmierende Situation hat der am Mittwoch in Paris und in Berlin veröffentlichte Bildungsbericht 2001 der Industrieländer- Organisation OECD bestätigt. So nehmen in Deutschland nur 28 Prozent der jungen Erwachsenen ein Studium auf, im Durchschnitt aller OECD- Staaten sind es 45 Prozent.
Vor allem an mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern und an Ingenieurwissenschaften gibt es in Deutschland zu wenig Interesse. Vergleichbare oder noch niedrigere Studienanfängerquoten finden sich dem Bericht zu Folge lediglich in Belgien, der Tschechischen Republik, Mexiko und der Schweiz. In allen anderen Ländern studierten teilweise beträchtlich mehr junge Leute - bis zu zwei Drittel der gleichaltrigen Bevölkerung.
In Island, den Niederlanden, Norwegen und Ungarn nehme über die Hälfte der Jugendlichen ein Studium auf.
Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn und - als Vertreter der Kultusministerkonferenz (KMK) - Der Berliner Schulsenator Klaus Böger (beide SPD) beklagten die mangelnde Zahl an Studienanfängern und - absolventen in Deutschland. Da hervorragend ausgebildete Menschen entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft und die Sicherung des Wohlstandes seien, müssten die Anstrengungen im Bildungsbereich weiter
verstärkt werden. Die Vorsitzende des Bundestags-Bildungsausschusses, Ulrike Flach (FDP), meinte, weder Bulmahns geplante Reform des Hochschuldienstrecht noch die «mäßige Erhöhung» der Bafög-Sätze werde die Neigung zum Studieren in Deutschland erhöhen.
Bulmahn betonte, die OECD-Zahlen bezögen sich vor allem auf die Jahre 1998/99. Deshalb hätten sich die Anstrengungen der letzten beiden Jahre, die Bildungsinvestitionen erheblich zu steigern, in dem Bericht noch nicht niederschlagen können. Verstärkte Bildungsausgaben der rot-grünen
Koalition, die auf den Weg gebrachte Dienstrechtsreform für die Hochschulen und die Verbesserung der Ausbildungsförderung (Bafög) stärkten die Attraktivität der Hochschulen und bewegten mehr junge Leute zu einem Studium. Niemand müsse mehr aus finanziellen Gründen auf ein Studium verzichten.
Beim Anteil der Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt liegt Deutschland mit 5,5 Prozent leicht unter dem OECD-Durchschnitt (5,7 Prozent). Auf den absehbaren Fachkräftemangel in Deutschland vor allem in akademischen Berufen hatte dieser Tage auch eine Prognose der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung (BLK) aufmerksam gemacht. Ohne massive Änderungen in deutschen Schulen und Hochschulen würden bald noch mehr Naturwissenschaftler, Ingenieure, Informatiker und Lehrer fehlen, warnte die BLK. Dies drohe zu einer «gefährlichen Wachstumsbremse» für die deutsche Wirtschaft zu werden.
Der OECD-Bericht stellt dem Bildungsstand in Deutschland generell ein gutes Zeugnis aus: Hier hätten 81 Prozent der Bevölkerung mindestens einen Abschluss des so genannten Sekundarbereichs II - Abitur oder eine abgeschlossene berufliche Ausbildung mit Lehre und Berufsschule beziehungsweise an Berufsfachschulen (OECD-Durchschnitt: rund 60 Prozent). Lediglich die USA (87 Prozent), die Tschechische Republik (86 Prozent) und Norwegen (85 Prozent) wiesen höhere Werte auf.
Die Einkommenssituation von deutschen Lehrern ist nach dem Bericht im internationalen Vergleich sehr gut. Lediglich Lehrkräfte in der Schweiz
verdienten noch besser als ihre Kollegen in Deutschland. Allerdings seien die Lehrer in Deutschland wesentlich älter als im OECD-Durchschnitt: Mehr als ein Drittel sei älter als 50 Jahre.

Samstag, 16 April 2011 18:26

Bonner Forscher bauen Atom-Förderband

(16.06.2001 14:59)

Bonn/Washington (dpa) - Physiker der Universität Bonn haben einFörderband für einzelne Atome entwickelt. Die Mikro-Maschine kann Cäsium-Atome gezielt verschieben und beschleunigen, berichten die Forscher am Donnerstag in der Online-Ausgabe des US-Fachjournals «Science». Damit
rücke ein Speicher für künftige Quantencomputer einen Schritt näher, sagte der Bonner Physiker Victor Gomer.
Als Atom-Falle dienen den Physikern zwei entgegengesetzte Laser. «An dem überlagerten Laserlicht kleben die Atome in etwa wie Papierschnipsel
an einem elektrisch aufgeladenen Stück Kunststoff», erläuterte Gomer. Die Laser können die Cäsium-Atome in einem etwa 100 Milliardstel Meter kleinen Bereich einfangen. In der Laserfalle lassen sich die Atome mit hoher Präzision auch verschieben.
Prinzipiell funktioniere die Falle auch mit anderen Elementen, sagte Gomer aus dem Team um Stefan Kuhr und Prof. Dieter Meschede. Alle verwendeten Atome müssen allerdings zunächst auf wenige Tausendstel Grad über dem absoluten Nullpunkt (-273 Grad Celsius) abgekühlt werden.
Nach Gomers Worten sind elektrisch neutrale Atome sehr viel besser zum Speichern von Quanteninformationen geeignet als ihre elektrisch geladenen Geschwister, die Ionen. Ionen können schon länger einzeln und gezielt bewegt werden, reagieren aber sehr empfindlich auf Störungen. Das Atom-Förderband soll auch wichtige Experimente für die Grundlagenforschung ermöglichen.

(16.06.2001 15:00)

Berlin (dpa) - Die Berliner Love Parade wird am 21. Juli erstmalsnicht als politische Demonstration, sondern als kommerzielle Veranstaltung über die Bühne gehen. Die Berliner Wirtschaftsverwaltung erteilte den Parade-Machern am Freitag die Genehmigung für eine Sondernutzung im Tiergarten. Dennoch kämpfen die Parade-Macher weiter um ihren Status als politische Demonstration. Sie reichten deshalb beim Verwaltungsgericht Klage gegen das von der Innenbehörde erlassene Demonstrationsverbot ein.
Bislang war die Technoparty immer als Demonstration anerkannt worden, und die Stadt hatte die Kosten unter anderem für die Müllentsorgung übernommen. Wenn die Parade als kommerzielle Veranstaltung gefeiert wird, übernimmt Veranstalter Planetcom die Kosten für die Reinigung des Tiergartens (rund 350 000 Mark/179 000 Euro), die Müllbeseitigung an der Parade-Strecke (rund 200 000 Mark) sowie sonstige Kosten unter anderem für
Straßenabsperrungen und das Aufstellen von Toilettenhäuschen (ca. 120 000 Mark). Die Stadt will auch einen Teil der Kosten übernehmen. Einzelheiten dazu sind jedoch noch nicht bekannt.
Die Planetcom, Veranstalter der weltweit größten Techno-Parade, hofft immer noch auf die Durchsetzung der Veranstaltung als Demonstration. «Nachdem die Berliner Politik entschlossen ist, die Versammlungsfreiheit in der Hauptstadt einzuschränken, sind wir leider gezwungen, unser Grundrecht vor den Gerichten einzufordern», sagte Parade-Sprecher Enric Nitzsche. «Sollte es notwendig werden, gehen wir hierfür auch bis nach Karlsruhe.»

(20.08.2001 22:04)

Virus-Attacken, geheime Kommandozentralen, Mafia-Banden. Was sich wie der Inhalt eines spannenden Computerspiels liest, ist längst Ernst geworden. Software-Piraten entern das Internet, plündern das Know-how der Technologie-Konzerne und machen Milliardengewinne mit Raubkopien, die sie im World Wide Web anbieten.
Hamburg - Virus-Attacken, geheime Kommandozentralen, Mafia-Banden. Was sich wie der Inhalt eines spannenden Computerspiels liest, ist längst Ernst geworden. Software-Piraten entern das Internet, plündern das Know-how der Technologie-Konzerne und machen Milliardengewinne mit Raubkopien, die sie im World Wide Web anbieten.
Die Softwarekonzerne halten dagegen und schicken immer mehr eigene IT-Ermittler auf Streife ins Netz.

«Wir haben 15 Computerspezialisten an einem geheimen Ort in London sitzen. Mit Hilfe von Suchmaschinen durchkämmen sie rund um die Uhr das Internet nach verdächtigen Websites», sagt Georg Herrnleben, Europa-Chef des internationalen Industrieverbandes Business Software Alliance (BSA) in München. «Wird eine Site mit illegaler Ware entdeckt, gibt die BSA eine Warnung an den Betreiber heraus. Schließt er die Seite nicht innerhalb von 24 Stunden, werden die nationalen Behörden informiert.» Allein in diesem Jahr seien schon mehr als 2500 Websites geschlossen worden. Aber nicht jeder Fälscher ergibt sich kampflos. Herrnleben: «Unsere Experten mussten schon häufig Hacker-Angriffe auf die Computer abwehren.»

In 65 Staaten vertritt die BSA seit 1988 die Copyright-Interessen der führenden Software-Entwickler. Ein Kampf gegen Windmühlen, denn das Herr der Raubkopierer wächst: 37 Prozent der weltweiten Software sind Raubkopien. Der Schaden der Industrie beträgt mindestens 24 Milliarden DM (12,3 Mrd Euro), knapp 1,3 Milliarden DM allein in Deutschland - so lauten die Eckdaten einer BSA-Statistik für das Jahr 2000.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) mit Sitz in Hamburg schickt ebenfalls eigene Ermittler ins Netz. Seit 1984 bekämpft ein Team von ehemaligen Polizisten, EDV-Spezialisten und Juristen den illegalen Handel mit Entertainment-Software wie Computergames und digitalen Spielfilm-CDs. «Wir arbeiten aber nicht nur am Computer. Wenn wir auf verdächtige Angebote im Internet stoßen, beginnen verdeckte Ermittlungen vor Ort, zum Beispiel Testkäufe bei den Händlern. Ist die Ware illegal, werden die Behörden eingeschaltet», sagt GVU-Ermittlungsleiter Bernd Kulbe. Sein zehnköpfiges Team brachte im vergangenen Jahr rund 1000 Strafverfahren ins Rollen.

Der Branchen-Gigant Microsoft agiert an mehreren Fronten. Er unterstützt Organisationen wie die BSA und GVU bei ihren Ermittlungen, bietet Polizei und Zoll Piraterie-Workshops und hat eine eigene Anti-Piracy-Abteilung. In Europa managen fünf Chefermittler die Jagd nach Softwaredieben. Der Kopf der deutschen Microsoft-Ermittler hat zehn Privatdetekteien mit der Suche nach kopierten Firmenprodukten beauftragt. Namen nennt er nicht, auch nicht seinen eigenen: «Das Geschäft ist nicht ganz ungefährlich - vor allem bei Ermittlungen in Osteuropa.»

Trotz der Risiken haben viele Softwarefirmen und Detekteien das Aufspüren von Raubkopien als Marktlücke entdeckt. Unternehmen wie Software Army International, Novell, timeservice oder SECU-MA bieten Internetrecherchen und auch weiterführende Ermittlungen wie Observationen an. Die Behörden stehen dabei nicht im Weg. «Im Gegenteil, wir sind für jede Hilfe dankbar. Uns fehlt für eine wirklich professionelle Suche im Netz einfach das technische Equipment und das Personal», sagt Bernhard Witthaut vom Bundesvorstand der Polizeigewerkschaft GdP. Deshalb sei vor allem die Zusammenarbeit mit großen Organisationen wie BSA und GVU notwendig.


Hannover - Bis zu 450 000 Raver werden an diesem Samstag zur «Reincarnation Parade» in Hannover erwartet. 25 Wagen sollen am frühen Nachmittag durch die Innenstadt rollen, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Wer nach der Techno-Parade noch nicht genug von hämmernden Bässen und schnellen Beats hat, kann am Abend den Open- Air-Rave im Niedersachsenstadion besuchen. Prominente Discjockeys wieDJ Quicksilver, Gary D und DJ Tomcraft werden dort für Stimmung
sorgen. Aber auch drinnen wird bis in die frühen Morgenstunden gefeiert - in verschiedenen Clubs in und um Hannover.

Berlin - Der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Klaus Landfried, will künftig nicht nur die Professoren, sondern auch
alle anderen Hochschulangestellten nach Leistung bezahlen. Der gegenwärtige Bundesangestelltentarif (BAT) biete «keine Anreize zu höherer Leistung», sagte Landfried am Freitag bei einer gemeinsamen
Pressekonferenz mit den Bildungspolitikern der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin.
Neben mehr Geld für mehr Engagement denkt Landfried dabei auch an bessere Aufstiegsmöglichkeiten über die starren Grenzen des Laufbahnrechts hinweg, «Korridore» für höhere oder niedrigere Bezahlung von Mitarbeitern je nach Arbeitsmarktlage und die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten. Der HRK-Präsident stellt sich
dabei eine «Mischung» aus einem Rahmentarif von Bund und Ländern und Haustarifen der einzelnen Hochschulen vor.
Die für die rund 32 000 deutschen Professoren gedachte
Dienstrechtsreform, die ebenfalls neben dem Grundgehalt künftig finanzielle Leistungsanreize vorsieht, ist aus Sicht Landfrieds wie auch der SPD «auf gutem Weg». Die Stellungnahme des Bundesrates
zeige, dass die Meinungsverschiedenheiten mit den Ländern lösbar seien, sagten die SPD-Bildungspolitiker Jörg Tauss und Peter Eckardt.
Hilfreich sei dabei, dass es keine «Blockbildung» zwischen unions- und SPD-geführten Ländern gebe.
Landfried sagte, die geplanten Reformen könnten allerdings nur dann greifen, wenn die Ländern zumindest für eine Übergangszeit bereit wären, auf das Gebot der Kostenneutralität zu verzichten. Für
den Wechsel vom alten Besoldungsrecht mit den Zulagen nach Dienstalter und dem neuen Recht mit Zulagen nach Leistung müssten die Länder Fonds bilden, damit die Hochschulen auch Spitzenkräfte anwerben könnten. Für ein Land der Größe Thüringens sei dazu etwa ein
einstelliger Millionenbetrag erforderlich. Landfried: «Wir reden also hier über Summen, die für die Länder angesichts der Bedeutung der
Hochschulen verkraftbar sind.»


Genscher warnt europäische Jugend vor «Vor-Krieg in den Köpfen»
Düsseldorf - Bei einer internationalen Jugendbegegnung in Düsseldorf hat Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) an die über 500 Jugendlichen appelliert, die europäische Einheit aktiv
mitzugestalten. «Seien sie aktive Staatsbürger, überlassen sie Entscheidungen nicht anderen», sagte Genscher am Freitag im Düsseldorfer Landtag vor den jungen Diskussionsteilnehmern aus Frankreich, Polen und Deutschland. «Der Vor-Krieg beginnt in den
Köpfen und Herzen, mit Vorurteilen und dem Herabsetzen anderer Völker
... Nichts kann die Verletzung von Menschenrechten rechtfertigen.»

(20.08.2001 22:17)


Braunschweig - Wegen massiver Beleidigung seiner Lehrer im Internet hat das Amtsgericht Braunschweig am Donnerstag einen 18 Jahre alten Schüler zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Außerdem zog das Gericht den Tat-Computer ein.

«Die Beleidigungen fanden nicht auf dem Schulhof statt. Sie wurden weltweit verbreitet. Das hat eine andere Qualität», begründete der Richter das Urteil. Da der junge Mann zudem im April mit 1,3 Promille im Blut einen Verkehrsunfall verursacht hatte, wurde ihm auch gleich noch der Führerschein für ein Jahr entzogen.

Der Angeklagte hatte Lehrer als «Fachidioten» und «Arschlöcher» betitelt. Als besonders schwerwiegend bewertete der Richter die Beschimpfung eines Religionslehrers als «muslimischen Perserteppich». «Ein politischer, rassistischer Hintergrund ist nicht ganz von der Hand zu weisen», sagte der Richter. Auf den Internetseiten standen auch antisemitische und ausländerfeindliche Parolen.

Der 18-Jährige ist der einzige von mehreren verdächtigten Schülern, der sich vor Gericht verantworten musste. Er hatte gestanden und sich entschuldigt. Er gilt nur als Mitläufer. Dem Drahtzieher und anderen Schülern konnte die Polizei nichts nachweisen.

Samstag, 16 April 2011 18:25

"Krieg in den Köpfen"

(25.08.2001 15:05)

Genscher warnt europäische Jugend vor «Vor-Krieg in den Köpfen»

Düsseldorf - Bei einer internationalen Jugendbegegnung in Düsseldorf hat Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) an die über 500 Jugendlichen appelliert, die europäische Einheit aktiv mitzugestalten. «Seien sie aktive Staatsbürger, über- lassen sie Entscheidungen nicht anderen», sagte Genscher am Freitag im Düsseldorfer Landtag vor den jungen Diskussionsteilnehmern aus Frankreich, Polen und Deutschland. «Der Vor-Krieg beginnt in den Köpfen und Herzen, mit Vorurteilen und dem Herabsetzen anderer Völker ... Nichts kann die Verletzung von Menschenrechten rechtfertigen.»

(04.09.2001 18:39)

Menschen lassen sich nach Überzeugung von US-Forschern leichter klonen als Schafe, Kühe, Schweine und Mäuse. In der Fachzeitschrift "Human Molecular Geneties" vom Durham/New York - Menschen lassen sich nach Überzeugung von US-Forschern leichter klonen als Schafe, Kühe, Schweine und Mäuse. In der Fachzeitschrift "Human Molecular Geneties" vom Mittwoch begründen die Wissenschaftler der Duke Universität in Durham (US-Staat North Carolina) ihre These mit einem genetischen Unterschied zwischen Menschen und Tieren.

Dem Bericht zufolge haben Menschen und andere Primaten zwei aktive Kopien eines Gens in ihrem Erbgut, das als "Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor-II-Rezeptor" (IGF2R) bekannt ist, und an der Steuerung des Wachstums mitwirkt. Schafe, Schweine, Mäuse und fast alle anderen Säugetiere, die nicht zu den Primaten gehören, verfügen nur über eine aktive Kopie dieses Gens. Die zweite sei durch ein seltenes Phänomen, das so genannte Imprinting, außer Funktion gesetzt, erläutert das Duke-Team um Keith Kilian in dem Fachblatt.

Die Tiere haben in der Folge ein größeres Krebsrisiko, bekommen leichter Organ-Missbildungen, können unnatürlich groß werden und sind anfälliger für Krankheiten. Kilians Kollege, Duke-Professor Randy Jirtle, verglich das IGF2R-Gen mit einer Software, die über das Funktionieren oder Nicht-Funktionieren des gesamten Computers entscheiden könne. Die Tatsache, dass mehr als 90 Prozent aller geklonten Schafe, Kühe und Mäuse missgebildet geboren werden oder als Fötus sterben, ist ein wichtiges Argument von Kritikern gegen das Klonen von Menschen. (dpa vom 16.8.01)

(02.06.2001 14:18)

Es gibt eine Menge guter Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Denn Nikotinsüchtigen droht Schreckliches: Krebs an Lunge, Speiseröhre, Mundhöhle oder Magen, Berlin (dpa) - Es gibt eine Menge guter Gründe, mit dem Rauchen aufzuhören. Denn Nikotinsüchtigen droht Schreckliches: Krebs an Lunge, Speiseröhre, Mundhöhle oder Magen, erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt, Raucherbein.
Und Unappetitliches: tiefschürfende Hustenanfälle am Morgen, vulkanöser Rauchgeruch in allen Klamotten, Falten in aschfahler Haut, gemein gelbe Fingerkuppen. Und schließlich Peinliches: verstohlene Toilettengänge in Nichtrauchergebäuden, verzweifeltes Kramen nach Kleingeld, nächtliche Fußmärsche zum Automaten.
Rauchen kann nicht so schön sein. Zum Weltnichtrauchertag an diesem Donnerstag präsentieren die Experten drastische Zahlen. Nach Angaben verschiedener Organisationen beschäftigen sich von den etwa 18 Millionen Rauchern in Deutschland etwa 80 Prozent immer wieder mit dem Aufhören. Doch der Weg zur letzten Kippe ist lang und schwer - und gute Vorsätze an Silvester, im grippalen Krankenbett oder zum runden Geburtstag sind meist nicht von großer Dauer. Nur zwei bis fünf Prozent derer, die ohne Hilfe aufzuhören versuchen, bleiben schließlich Nichtraucher.
Aber Unterstützung gibt es in Mengen: Kaugummis, Pflaster oder Nasensprays mit Nikotin, Selbsthilfebücher und -gruppen, Hypnose und Akupunktur. Besonders das Internet überflutet werdende Nichtraucher geradezu mit Ratschlägen und Unterstützung von der Deutschen Krebshilfe über den kommerziellen Entwöhnungsanbieter bis zur Schachtelhalmteetherapie.
Die «Raucheruhr» auf etlichen Sites zeigt beispielsweise auf, dass man schon nach ein bis neun Monaten Nichtrauchen wieder viel besser atmen kann und nach fünf Jahren das Lungenkrebsrisiko merklich sinkt. Unter www.rauchen.de kann sich jeder die Zwillinge Gay und Gwyn anschauen - und damit auch den Unterschied zwischen Raucher- und Nichtraucherhaut. Wer schon immer mal tiefer in die Materie einsteigen wollte, führt sich unter derselben Adresse Informationen über die Giftstoffe im Zigarettenrauch von A wie Arsenverbindungen bis Z wie Zinkoxid zu Gemüte.
Zur strengen Mahnung findet sich eine Liste prominenter Tabakopfer mit Namen wie Louis Armstrong, Count Basie, Leonard Bernstein oder Humphrey Bogart. Ein Anwalt hat auf seiner Homepage einen Entwurf für eine Regressklage von Alfons Krebs in der Hustenstraße im Angebot. Wem massive Drohungen helfen, der kann einen grausamen Anti-Nikotin- Vertrag schließen - wer rückfällig wird, muss in fünf Minuten 500 Gramm Salzstangen essen.
Auch Nichtraucher, die nach erfolgreicher Entwöhnung ein unbezähmbarer Missionsdrang befallen hat, finden im Internet Munition. Natürlich gibt es alles zum Nichtraucherschutzgesetz, zu Klagen gegen Tabakkonzerne und den volkswirtschaftlichen Kosten des Rauchens. Beim Nichtraucherclub kann man sich beispielsweise an der Aktion Gurkenglas beteiligen, bei der arme Raucherkollegen angehalten werden, ihre Kippen in ein solches zu kippen und zu zählen. Bei der Nichtraucherinitiative Berlin können entschiedene Non- Nikotinisten sich auch mit Gerichtsurteilen zum Schutz vor rauchenden Nachbarn versorgen. Mietminderung und fristlose Kündigung sind gegen solche Unbilden möglich. Ansonsten rät der Anbieter zur Vereinbarung von Lüftzeiten mit dem Nachbarn. Wem das nicht reicht, der soll seine Fenster mit Silikonstreifen abdichten.

Samstag, 16 April 2011 18:24

Mehr Jugendliche am PC

(02.06.2001 14:19)

Der Computer hat dem Buch bei Jugendlichen nach einer Umfrage den Rang abgelaufen. Von 2000 Befragten im Alter von 14 bis 29 Jahren setzen sich 47 Prozent regelmäßig an den Computer, nur 43 Prozent dagegen lesen Bücher.
Hamburg (dpa) - Der Computer hat dem Buch bei Jugendlichen nach einer Umfrage den Rang abgelaufen. Von 2000 Befragten im Alter von 14 bis 29 Jahren setzen sich 47 Prozent regelmäßig an den Computer, nur 43 Prozent dagegen lesen Bücher.
Vor fünf Jahren habe es unter den Jugendlichen noch doppelt so viele Buchleser wie PC-Nutzer gegeben, teilte am Mittwoch das BAT- Freizeit-Forschungsinstitut in Hamburg das Ergebnis einer Medienanalyse mit. Dabei war aber auch die Kluft bei der Internet- Nutzung zwischen Gymnasiasten und Hauptschülern noch nie so groß wie heute.
Hauptschulabsolventen machten von Online-Diensten fast keinen Gebrauch (4 Prozent), während der Anteil der Surfer mit höherer Schulbildung mehr als sechs Mal so hoch sei (25 Prozent). «Die Info- Elite schafft sich ein neues Wissensmonopol wie früher die Priester im alten Babylon oder die Mönche im Mittelalter durch ihre Bibliotheken in den Klöstern», erklärte Institutsleiter Prof. Horst W. Opaschowski. Die alte Ständegesellschaft lebe in der neuen Zwei- Klassen-Gesellschaft des Informationszeitalters wieder auf. Mit einem Internet-Zugang ließen sich Bildungsmängel, also Defizite in Schule und Ausbildung, aber nicht ausgleichen.
Die «Generation @» lebt laut Befragung zunehmend nach der Devise «Mehr tun in gleicher Zeit». Sie sieht im Vergleich zu 1996 mehr fern und nimmt sich dafür genauso viel Zeit wie die übrige Bevölkerung (jeweils 96 Prozent). Zusätzlich und oft zeitgleich nutzen die Jugendlichen andere Medien: Die Hälfte der Befragten sieht Videos (Gesamtbevölkerung: 28 Prozent) und fast zwei Drittel hören CDs und Musikkassetten (42 Prozent). Hinzu kommen die Beschäftigung mit dem Computer und das Bücherlesen.
Das Buch wird trotz der Medienvielfalt nach Einschätzung der Wissenschaftler nicht aussterben. Der Anteil der Jugendlichen, die Bücherlesen zu ihren alltäglichen Lieblingsbeschäftigungen zählen, sei seit 1999 stabil geblieben. Die PC-Nutzung weise dagegen mit einem Anstieg von 19 Prozent auf 47 Prozent (2001) eine überdurchschnittlich hohe Wachstumsrate auf, hieß es.

(08.06.2001 18:27)

Berlin/Bonn (gms) - Sonne, Strand und Abenteuer - Australien gilt alsTraumreiseziel. Doch als Studienort fristet der Kontinent auf der Südhalbkugel in Deutschland noch ein Schattendasein: Lediglich 539 deutsche Studierende, so das australische Bildungsministerium, waren im vergangenen Jahr an Universitäten in Australien eingeschrieben. Zum Vergleich: Jeweils rund 10 000 Studierende aus Deutschland zog es in die USA und nach Großbritannien.
«Australien hat sich als Studienort in Deutschland noch nicht herumgesprochen», sagt Andreas Schleicher, Bildungsexperte bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. «Dabei ist der akademische Standard der Universitäten sehr hoch.» Besonders hervorzuheben seien die enge Verzahnung von Forschung und Lehre, das vielfältige Fächerangebot sowie die günstige Relation von Studierenden und Lehrkräften.
«Die australischen Hochschulen können problemlos mit denen in Großbritannien und den USA mithalten», urteilt auch Professor Gerd Dose, Australien-Experte am Institut für Anglistik und Amerikanistik an der Universität Hamburg. «Allerdings genießen sie in Deutschland nicht das gleiche Prestige.»
Das ist in anderen Ländern nicht so: Fast 13 Prozent aller Studierenden auf dem Fünften Kontinent kommen nach OECD-Angaben aus dem Ausland - eine Quote, die nur noch von der Schweiz und Luxemburg übertroffen wird. Vor allem in Asien hat sich Australien als Studienalternative zu den USA etabliert. 82 Prozent der 95 000 Gaststudenten kamen im vergangenen Jahr aus asiatischen Ländern, so das australische Bildungsministerium. Ihre deutschen Kommilitonen nahmen mit 0,5 Prozent aller Übersee-Studierenden eine eher bescheidene Stellung ein.
Einer von ihnen ist Alexander Ziem, Philosophie- und Germanistik-Student aus Köln. Er studierte im vergangenen Jahr ein Semester an der University of Melbourne. «Australien war schon immer mein Kindheitstraum. Neben dem hochwertigen Studium konnte ich das Land kennen lernen», erzählt Ziem. Für ihn sei der Studienaufenthalt eine optimale Verbindung von persönlicher Horizonterweiterung und Zusatzqualifikation gewesen.
Langsam bildet sich auch hier zu Lande ein Trend zum Studienort Australien aus. Die Zahl der deutschen Studierenden hat sich nach Angaben des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin seit 1997 fast verdoppelt. Dagegen sind die deutschen Studierendenzahlen in Großbritannien und den USA im selben Zeitraum nur um knapp zehn Prozent gestiegen.
«Mit den Olympischen Spielen ist Australien stärker in den Blickpunkt gerückt», sagt Gernot Gad, Referatsleiter beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn: «In den vergangenen Jahren haben sich die Stipendienanträge für Australien verdoppelt. Die Tendenz ist weiter ansteigend.» Zugleich hätten die australischen Hochschulen auch in Deutschland an Prestige gewonnen, erklärt Gad.
Die intensive Betreuung der Studierenden, die gute Ausstattung und das hohe akademische Niveau der Universitäten haben allerdings ihren Preis. Für ein Semester an einer australischen Hochschule fallen Studiengebühren von 7000 bis 10 000 Mark an. Dennoch liegen die Kosten etwa in den USA mit bis zu 25 000 Mark pro Semester wesentlich höher. «Im Gegensatz zu vielen US-Unis ist das Preis-Leistungs-Verhältnis der meisten australischen Hochschulen sehr günstig», sagt OECD-Experte Schleicher. Gleiches gilt für die Lebenshaltungskosten, die in Australien etwa auf deutschem Niveau liegen.
Bleibt das Problem des australischen Dialekts. «Die meisten Australier sprechen Varianten des britischen Englisch, die nur unwesentlich vom Standardenglisch abweichen», sagt dazu Professor Dose. In England gebe es teilweise ausgeprägtere Dialekte, findet er. Deutsche Studierende bräuchten also nicht zu befürchten, sich in Australien ihr Englisch zu «verderben». Verständigungsprobleme konnte auch Ronnie Koch nicht feststellen. Der Volontär aus Berlin studierte 1999 sechs Monate an der Queensland University of Technology in Brisbane. Das Aussie-Englisch sei sympathisch und absolut verständlich, lautet sein Urteil. «Ich ziehe es dem amerikanischen Slang und dem steifen britischen Englisch sogar vor.»
Wer sich schließlich für einen Studienaufenthalt «down under» entschieden hat, sollte mindestens ein Jahr im Voraus mit der Planung beginnen, empfiehlt Gad. Der einfachste Weg an eine australische Uni führt über ein Austauschprogramm der Heimatuniversität. Ansonsten bleibt die Direktbewerbung für ein so genanntes Study Abroad Program an einer Hochschule. Dabei können die Studierenden verschiedene Fächer mehrere Semester lang studieren. Für die Dauer des Auslandsstudiums ist eine Beurlaubung an der Heimatuni zu empfehlen. Eine längere Abwesenheit sollte mit dem jeweiligen Akademischen Auslandsamt abgesprochen werden. Die Anerkennung der Studienleistungen in Deutschland ist in der Regel kein Problem, sollte aber ebenfalls im Vorfeld geklärt werden.
Für die Finanzierung des Studienaufenthalts kommen Stipendien des DAAD, der politischen Bildungswerke und privater Träger wie etwa der Carl-Duisberg-Gesellschaft in Frage. BAFöG-Berechtigte erhalten Auslandszuschläge und eine Bezuschussung der Studiengebühren. Die letzte Hürde ist der Englisch-Sprachtest TOEFL, der vor der Bewerbung in Deutschland abgelegt werden muss.

Informationen: Gernot Gad, Referent beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für den Regionalbereich Australien, Neuseeland, Japan, Korea, Indonesien und Ozeanien (Tel.: 0228/882-334, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: http://www.daad.de);
- Andreas Schleicher, Bildungsexperte bei der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris (Tel. von Deutschland: 00331/45 24 93 66, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Internet: http://www.oecd.org);
- Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Statistikreferat (Tel.: 0228/570, Internet: http://www.bmbf.de);
Informationen des DAAD finden sich im Internet unter http://www.daad.de/info-f-d/index.html; Wissenswertes über den erforderlichen Sprachtest lässt sich unter http://www.toefl.com einsehen. Die Australische Botschaft in Berlin ist unter http://www.australian-embassy.de zu erreichen.

Seite 136 von 148